{"id":703939,"date":"2026-01-09T00:54:14","date_gmt":"2026-01-09T00:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703939\/"},"modified":"2026-01-09T00:54:14","modified_gmt":"2026-01-09T00:54:14","slug":"ein-neues-konzept-sieht-1-700-wohnungen-auf-dem-icc-gelaende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703939\/","title":{"rendered":"Ein neues Konzept sieht 1.700 Wohnungen auf dem ICC-Gel\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Schatten der offiziellen Debatten um die Zukunft des Internationalen Congress Centrums (ICC) Berlin existiert ein Konzept, das bislang kaum \u00f6ffentlich wahrgenommen wurde. Es stellt den vollst\u00e4ndigen R\u00fcckbau des Geb\u00e4udes zur Diskussion und entwirft stattdessen ein dichtes, gemischtes Stadtquartier. Der Ansatz wirft grunds\u00e4tzliche Fragen zur Stadtreparatur, zum Umgang mit Denkmalen und zur Rolle innerst\u00e4dtischer Gro\u00dfstrukturen auf.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/BILDVORLAGE-ESB-17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82480\" class=\"lazyload wp-image-82480 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20viewBox%3D%270%200%201280%20720%27%3E%3Crect%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/BILDVORLAGE-ESB-17.jpg\" alt=\"Vision ICC Berlin\" width=\"1280\" height=\"720\"\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-82480\" class=\"wp-caption-text\">Nach dem Konzept sollen auf dem ICC-Gel\u00e4nde mehrere Hochh\u00e4user entstehen, in deren oberen Geschossen ab dem vierten Obergeschoss Wohnungen untergebracht sind. Vorgesehen sind pro Etage unterschiedliche Wohnungsgr\u00f6\u00dfen \u2013 von Appartements bis zu Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen \u2013, erg\u00e4nzt durch Kitas, Gastronomie, Kultur- und Dienstleistungsnutzungen in den unteren Ebenen, sodass Wohnen gezielt zur Belebung des Standorts beitr\u00e4gt. \/ \u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT \/ mit KI erstellt<\/p>\n<p>\u00a9 Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT \/ mit KI erstellt<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"414\">Im Rahmen der Berliner Neustart-Konferenz wurden zahlreiche st\u00e4dtebauliche Zukunftsideen diskutiert. Ein Konzept zur vollst\u00e4ndigen <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/lost-place-fuer-ein-wochenende-icc-laedt-zu-fuehrungen-sport-und-film\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neustrukturierung des ICC-Standorts<\/a> schaffte es zwar nicht ins offizielle Programm, setzt aber eigenst\u00e4ndige Akzente in der Debatte um Erhalt, Denkmalschutz und Nachnutzung. Im Fokus steht nicht die Sanierung, sondern der vollst\u00e4ndige R\u00fcckbau zugunsten eines neuen urbanen Quartiers.<\/p>\n<p data-start=\"416\" data-end=\"722\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Ausgangspunkt ist die Einsch\u00e4tzung, dass seit dem Ende des Kongressbetriebs 2014 keine wirtschaftlich tragf\u00e4hige Perspektive f\u00fcr das Geb\u00e4ude gefunden wurde. Bereits fr\u00fchere Studien hatten einen <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/jahrhundertprojekt-fuer-berlin-was-das-konzeptverfahren-fuer-das-icc-bringen-soll\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hohen Subventionsbedarf<\/a> aufgezeigt, der sich durch Denkmalschutz und steigende Baukosten weiter versch\u00e4rft habe.<\/p>\n<p>ICC Berlin: St\u00e4dtebauliche Defizite, Versiegelung und Klimaanpassung als Kernkritik<\/p>\n<p data-start=\"2038\" data-end=\"2471\">Das Konzept von Tibor Desczyk stellt die st\u00e4dtebauliche Wirkung des ICC grunds\u00e4tzlich infrage. Trotz seiner verkehrlich hervorragend angebundenen Lage zwischen Messedamm, Kantstra\u00dfe und ZOB wirke das Geb\u00e4ude nach au\u00dfen weitgehend abweisend. Gro\u00dfe Teile des Grundst\u00fccks blieben versiegelt und ohne Aufenthaltsqualit\u00e4t. Eine nachhaltige Belebung des Umfelds sei unter Erhalt der bestehenden Struktur kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p data-start=\"2473\" data-end=\"2791\">Hinzu komme der \u00f6kologische Aspekt. Die vollst\u00e4ndige Versiegelung widerspreche aktuellen Zielen der Klimaanpassung, etwa dem Prinzip der Schwammstadt. Auch aus diesem Grund argumentiert das Papier gegen eine Sanierung des Bestands und f\u00fcr eine grundlegende Neuordnung des Areals.<\/p>\n<p>Neunutzung des ICC-Areals: 1.700 Wohnungen, Mischnutzung und neue Freir\u00e4ume<\/p>\n<p data-start=\"2838\" data-end=\"3307\">Kern des Vorschlags ist die Entwicklung eines dichten, gemischt genutzten Quartiers. Vorgesehen sind rund 1.700 Mietwohnungen, darunter etwa 400 Einheiten f\u00fcr Studierende oder Seniorinnen und Senioren. Die kalkulierten Eingangsmieten l\u00e4gen nach Angaben des Autors unter dem derzeitigen innerst\u00e4dtischen Durchschnitt. Erg\u00e4nzt werden sollen die Wohnungen durch Fl\u00e4chen f\u00fcr Kultur, Gastronomie, Dienstleistungen und medizinische Nutzungen.<\/p>\n<p data-start=\"3309\" data-end=\"3690\">Ein Netz aus Promenaden, begr\u00fcnten Innenh\u00f6fen und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Erdgeschosszonen soll neue Aufenthaltsqualit\u00e4ten schaffen. Rund 7.000 Quadratmeter bislang versiegelter Fl\u00e4che w\u00fcrden entsiegelt, Regenwasser k\u00f6nnte vollst\u00e4ndig vor Ort versickern. Der Standort w\u00fcrde damit nicht nur baulich, sondern auch klimatisch neu definiert.<\/p>\n<p data-start=\"3309\" data-end=\"3690\">Das Konzept argumentiert mit einer deutlichen wirtschaftlichen Aufwertung des Standorts. Durch die Neubebauung w\u00fcrde sich der rechnerische Grundst\u00fcckswert laut Autor von derzeit rund 1.000 auf etwa 8.500 Euro pro Quadratmeter erh\u00f6hen, selbst nach Abzug von Abriss- und Erschlie\u00dfungskosten. Daraus ergebe sich ein erheblicher Verm\u00f6genszuwachs f\u00fcr das Land Berlin, erg\u00e4nzt um laufende Einnahmen etwa \u00fcber Erbbauzinsen und Tilgungsleistungen. Gleichzeitig soll das Projekt \u00fcber Mieteinnahmen aus Wohnen und Gewerbe langfristig tragf\u00e4hig sein und bezahlbare Durchschnittsmieten erm\u00f6glichen, ohne dass \u00f6ffentliche Zusch\u00fcsse fest eingeplant werden.<\/p>\n<p>ICC unter Denkmalschutz: Hemmnis f\u00fcr Nutzung oder notwendiger Schutz?<\/p>\n<p data-start=\"3733\" data-end=\"4162\">Besonders deutlich positioniert sich das Konzept gegen den bestehenden<a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/architektur-geschichte-und-perspektive-das-icc-berlin-im-wandel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Denkmalschutz f\u00fcr das ICC.<\/a> Dieser habe, so die Argumentation, bislang keine gesellschaftlich tragf\u00e4hige Nutzung erm\u00f6glicht, sondern den Handlungsspielraum weiter verengt.<\/p>\n<p data-start=\"4164\" data-end=\"4463\">Als Kompromiss schl\u00e4gt der Autor vor, einzelne Elemente, etwa den markanten Br\u00fcckenbau \u00fcber dem Messedamm, als Gedenk- und Erinnerungsort zu erhalten. Damit w\u00fcrde die Geschichte des ICC sichtbar bleiben, ohne die Entwicklung des gesamten Areals zu blockieren.<\/p>\n<p>Wie weiter mit dem ICC? Berlin sucht Investoren und ringt um Perspektiven<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"405\">Auch ohne politische B\u00fchne greift das Konzept zentrale Fragen der Berliner Stadtentwicklung auf. Es thematisiert den Umgang mit gescheiterten Gro\u00dfprojekten, das Spannungsfeld zwischen Erhalt und Neubeginn sowie die Bedeutung von Wohnen als Instrument der Stadtreparatur. Vor dem Hintergrund der anhaltenden ICC-Debatte formuliert der Vorschlag damit einen radikalen, aber in sich schl\u00fcssigen Gegenentwurf.<\/p>\n<p data-start=\"407\" data-end=\"737\">Parallel dazu l\u00e4uft seit Mai 2025 die <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/icc-berlin-zweite-phase-im-konzeptverfahren-gestartet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zweite Phase des Konzeptverfahrens<\/a> f\u00fcr das ICC. Der Berliner Senat sucht private Investoren, die eine denkmalgerechte Sanierung ohne \u00f6ffentliche Mittel realisieren. Bis Sommer 2026 soll entschieden werden, ob und in welcher Form das seit Jahren stillstehende Geb\u00e4ude eine neue Nutzung erh\u00e4lt.<\/p>\n<p data-start=\"739\" data-end=\"1025\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Ob Berlin bereit ist, auch alternative Perspektiven jenseits des Bestands ernsthaft zu pr\u00fcfen, bleibt offen. Die Zukunft des ICC ist weniger eine reine Architekturfrage als eine Grundsatzentscheidung \u00fcber die Nutzung eines der prominentesten innerst\u00e4dtischen Standorte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Charlottenburg-ICC-\u00a9-Foto-Entwicklungsstadt-1.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-41632\" class=\"lazyload wp-image-41632 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Charlottenburg-ICC-\u00a9-Foto-Entwicklungsstadt-1.jpg\" alt=\"Das ICC in Berlin.\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41632\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p>Quellen: Tibor Desczyk Immobilien- und Bauconsulting, Senatsverwaltung f\u00fcr Wirtschaft, Energie und Betriebe, Messe Berlin, Berliner Baukollegium, Messe Berlin, BIM, Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Schatten der offiziellen Debatten um die Zukunft des Internationalen Congress Centrums (ICC) Berlin existiert ein Konzept, das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":703940,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[17830,296,162428,13374,2539,29,30,2580],"class_list":{"0":"post-703939","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-bauvorhaben-charlottenburg","9":"tag-berlin","10":"tag-berlin-icc","11":"tag-berlin-charlottenburg","12":"tag-berlin-wilmersdorf","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-gewerbe-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115862416000135505","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=703939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703939\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/703940"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=703939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=703939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=703939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}