{"id":704196,"date":"2026-01-09T03:20:18","date_gmt":"2026-01-09T03:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704196\/"},"modified":"2026-01-09T03:20:18","modified_gmt":"2026-01-09T03:20:18","slug":"connewitz-erwartet-grosse-palaestina-demo-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704196\/","title":{"rendered":"Connewitz erwartet gro\u00dfe Pal\u00e4stina-Demo \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Kurz nach Weihnachten hat eine Gruppe namens \u201eLotta Antifascista\u201c auf Instagram einen Aufruf ver\u00f6ffentlicht. Man m\u00f6chte am 17. Januar \u201ef\u00fcr ein freies Pal\u00e4stina und ein Viertel ohne Ultradeutsche\u201c auf die Stra\u00dfe gehen. Das Viertel, das gemeint ist, hei\u00dft Connewitz und genau dort soll die Demonstration stattfinden.<\/p>\n<p>Lotta bezeichnet sich selbst als \u201eantifaschistische Aktionsgruppe aus Leipzig-Connewitz\u201c und ist seit M\u00e4rz 2025 auf Instagram aktiv. Vor dem Demoaufruf Ende des Jahres ist die Gruppe kaum in Erscheinung getreten; sie hatte bis dahin lediglich zwei gewaltt\u00e4tige Vorf\u00e4lle beschrieben, die es im M\u00e4rz und November in Connewitz gegeben haben soll. Einen davon nannte Lotta einen \u201ezionistischen Angriff gegen pal\u00e4stinasolidarische Personen\u201c.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/70b89dad6c1f4243b1fe1709721ae3d5.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2026\/01\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2026\/01\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Diese beiden Vorf\u00e4lle und einen Angriff auf eine Kundgebung von \u201eStudents for Palestine\u201c vor der HTWK hat die Gruppe zum Anlass f\u00fcr die geplante Demonstration in Connewitz genommen. Mit \u201eUltradeutschen\u201c ist eine Str\u00f6mung in der radikalen Linken gemeint, die besser als \u201eAntideutsche\u201c bekannt ist und die sich unter anderem durch mehr oder weniger bedingungslose Solidarit\u00e4t mit Israel auszeichnet.<\/p>\n<p>Zu dem Vorfall vor der HTWK hatte \u201eStudents for Palestine\u201c ein Video auf Instagram ver\u00f6ffentlicht. Darin ist zu sehen, wie eine Gruppe von etwa f\u00fcnf vermummten Personen zielgerichtet zur Kundgebung l\u00e4uft. Dann kommt es zu einem Gerangel, das etwa eine halbe Minute dauert. Laut \u201eStudents for Palestine\u201c wurden dabei mehrere Student*innen verletzt.<\/p>\n<p>Handala nimmt linke Akteur*innen ins Visier<\/p>\n<p>Dem Aufruf von Lotta folgte einen Tag sp\u00e4ter ein Aufruf der pal\u00e4stinensischen Gruppe Handala, der inhaltlich deutlich weitreichender und im Ton etwas sch\u00e4rfer war. Handala bezeichnet den Aktivismus der Connewitzer Antideutschen als \u201ePseudo-Antifaschismus\u201c und wendet sich konkret gegen das Conne Island, das linke Projekt- und Abgeordnetenb\u00fcro Linxxnet sowie Stadtr\u00e4tin Juliane Nagel \u2013 angeblich auch eine Antideutsche.<\/p>\n<p>Handala behauptet unter anderem, dass im Linxxnet \u201eunter US-Fahnen die Bomben\u201c gefeiert wurden, \u201edie der Imperialismus auf den Irak und Afghanistan warf\u201c. Nagel soll zudem Kundgebungen angemeldet haben, \u201eaus denen heraus Aktionen der Pal\u00e4stina-Solidarit\u00e4t angegriffen wurden\u201c. Auf Anfrage der Leipziger Zeitung bestreitet die Politikerin die Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Sie soll laut Handala auch im Stadtrat und Landtag daf\u00fcr \u201egek\u00e4mpft\u201c haben, dass die Israel-feindliche Boykottbewegung BDS kriminalisiert wird. Tats\u00e4chlich stimmte der Stadtrat im Sommer 2019 daf\u00fcr, BDS <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2019\/06\/der-stadtrat-tagt-klares-bekenntnis-gegen-antisemitismus-und-antiromaismus-282824\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als antisemitisch zu bewerten und von st\u00e4dtischen R\u00e4umlichkeiten auszuschlie\u00dfen<\/a>. Der entsprechende Antrag kam von mehreren Fraktionen; nicht dabei war neben der AfD nur die Linke. Beschlossen wurde der Antrag letztlich dennoch fast einstimmig.<\/p>\n<p>Zu der Behauptung, Nagel habe daf\u00fcr gek\u00e4mpft, sagt sie: \u201eIch habe das Thema noch nie bearbeitet.\u201c Die Leipziger Zeitung hat Handala um Belege f\u00fcr die Behauptungen bez\u00fcglich Linxxnet und Nagel gebeten, allerdings blieb die Anfrage unbeantwortet.<\/p>\n<p>Jubel von Rechts unerw\u00fcnscht<\/p>\n<p>Nicht unbeantwortet blieb hingegen der Aufruf von Lotta und Handala, am 17. Januar in Leipzig zu demonstrieren. Die Neonazipartei \u201eFreie Sachsen\u201c jubelte auf Telegram, dass \u201eechte Linke\u201c gegen \u201edie Antifa\u201c vorgehen w\u00fcrden. Trotz \u201einhaltlicher Unterschiede bei anderen Themen\u201c sei das \u201eein unterst\u00fctzenswertes Anliegen\u201c.<\/p>\n<p>Lotta und Handala distanzierten sich auf Instagram umgehend von diesem Aufruf. Die Tageszeitung \u201end\u201c <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1196671.konflikt-in-der-linken-schutzraum-connewitz-unter-druck-von-links.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zitiert zudem eine Handala-Sprecherin<\/a> bez\u00fcglich weiterer Aufrufe von Rechten: \u201eWir wollen sie nicht bei unserer Demonstration haben und werden alles daf\u00fcr tun, dass es nicht dazu kommt.\u201c<\/p>\n<p>Deutlich zahlreicher als die Reaktionen von Rechts sind jene von Links. Mehrere Antifa-Gruppen aus dem eher Israel-solidarischen Spektrum haben sich mit Linxxnet und Conne Island solidarisiert. Ines Schwerdtner und Jan van Aken, die beiden Bundesvorsitzenden der Linkspartei, kritisierten die geplante Demonstration. Es sei einer von mehreren F\u00e4llen, in denen Linkspolitiker*innen angegriffen oder diskreditiert w\u00fcrden \u2013 teilweise sogar aus den eigenen Reihen.<\/p>\n<p>Mobilisierung trotz Unvereinbarkeitsbeschluss<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich auch in Leipzig beobachten. Sowohl die Bundesarbeitsgemeinschaft Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t innerhalb der Linkspartei als auch deren Ableger in Sachsen und Leipzig mobilisieren f\u00fcr die Demonstration \u2013 obwohl es im s\u00e4chsischen Landesverband der Linkspartei <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2025\/09\/linke-zusammenarbeit-handala-633050\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit Handala gibt<\/a>. Der Stadtbezirksverband Nord der Leipziger Linken hat mehrere Beitr\u00e4ge, die sich positiv auf die Demo beziehen, mit \u201eGef\u00e4llt mir\u201c markiert.<\/p>\n<p>Die Spitze des Leipziger Stadtverbandes verh\u00e4lt sich bislang eher zur\u00fcckhaltend, hat sich aber auf Instagram mit Conne Island, Linxxnet und Juliane Nagel solidarisiert. Der entsprechende Beitrag wurde auch von der Linksfraktion im Stadtrat mit \u201eGef\u00e4llt mir\u201c markiert. Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Linxxnet kommt auch von den Gr\u00fcnen und der SPD im Landkreis Leipzig.<\/p>\n<p>Wer sich wie genau positioniert, wird sich wohl letztlich erst am 17. Januar zeigen. Bislang wurden zwei inhaltlich konkurrierende Aufz\u00fcge auf \u00e4hnlichen Strecken und eine Kundgebung angemeldet. Weitere k\u00f6nnten nach LZ-Informationen folgen. Handala hat angek\u00fcndigt, dass bei der eigenen Demo mehrere Mitglieder der Linkspartei reden werden. Wo genau welche Demonstration stattfinden wird, d\u00fcrfte sich wegen der heiklen Sicherheitslage erst kurzfristig entscheiden.<\/p>\n<p>Das Linxxnet hat erkl\u00e4rt, am 17. Januar f\u00fcr solidarische Menschen zu \u00f6ffnen, schr\u00e4nkt aber ein: \u201eSolltet ihr f\u00fcr den Handala-Aufruf nach Connewitz kommen, seht es uns nach, dass wir an diesem Tag keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Diskussionen haben.\u201c<\/p>\n<p>Betrachtet man die bisherigen Social-Media-Wortmeldungen aus allen Richtungen, d\u00fcrfte sowieso nicht zu erwarten sein, dass an diesem Tag irgendjemand nach Connewitz kommt, um eine offene Diskussion zu f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kurz nach Weihnachten hat eine Gruppe namens \u201eLotta Antifascista\u201c auf Instagram einen Aufruf ver\u00f6ffentlicht. 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