{"id":704209,"date":"2026-01-09T03:28:11","date_gmt":"2026-01-09T03:28:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704209\/"},"modified":"2026-01-09T03:28:11","modified_gmt":"2026-01-09T03:28:11","slug":"papst-leo-xiv-moechte-regelmaessige-beratungstreffen-aller-kardinaele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704209\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. m\u00f6chte regelm\u00e4\u00dfige Beratungstreffen aller Kardin\u00e4le"},"content":{"rendered":"<p>Vor einem knappen Jahr blickte die ganze Welt auf das Kardinalskollegium, als 133 Purpurtr\u00e4ger nach Rom kamen, um einen neuen Papst zu w\u00e4hlen. Seitdem sind Namen wie Pizzaballa, Tagle oder Parolin nicht nur einem katholischen Publikum bekannt, sondern Begriffe der Popkultur. In diesem Sinne k\u00f6nnte man sagen, der Vatikan habe in dieser Woche das &#8222;Konklave 2.0&#8220; gestartet. Es wurde zwar kein neuer Papst gew\u00e4hlt, aber wie bei einem Hollywoodfilm erleben wir nun die erste Fortsetzung dessen, was im Fr\u00fchjahr 2024 zum internationalen Kassenschlager wurde. Es soll nicht die letzte bleiben.<\/p>\n<p>Eines der gro\u00dfen Themen bei den Beratungen des Vorkonklaves im Mai 2024 soll die Zusammenarbeit und Br\u00fcderlichkeit der Kardin\u00e4le gewesen sein. Da Papst Franziskus in seinen zw\u00f6lf Amtsjahren Kirchenm\u00e4nner aus den entlegensten Ecken der Welt zu Kardin\u00e4len ernannt hat, hat sich innerhalb des Kollegiums in dieser Zeit nie ein wirklich einheitliches &#8222;Wir-Gef\u00fchl&#8220; entwickelt, beklagten damals viele der Papstw\u00e4hler. Deshalb der gro\u00dfe Wunsch der Kardin\u00e4le an den neuen Papst: H\u00f6r mehr auf deine Mitbr\u00fcder!\u00a0<\/p>\n<p>Selten genutztes Gremium<\/p>\n<p>So war es nur konsequent, dass Papst Leo zu Beginn seines ersten vollen Amtsjahres alle Kardin\u00e4le der Welt \u2013 245 an der Zahl \u2013 in den Vatikan geladen hat. Diesmal nicht zum Konklave, sondern zum sogenannten Konsistorium. Solche Kardinalsversammlungen finden in der Regel zur Erhebung neuer Kardin\u00e4le statt. Ein &#8222;au\u00dferordentliches&#8220; Konsistorium \u2013 wie dieses \u2013 hat Franziskus nur dreimal in seinen zw\u00f6lf Amtsjahren einberufen.\u00a0<\/p>\n<p>Papst Leo XIV. hat nun sein erstes abgehalten, es soll aber nicht das letzte bleiben, wie Vatikansprecher Matteo Bruni am Donnerstagabend gegen\u00fcber der Presse ank\u00fcndigte. Die n\u00e4chsten Beratungen von Papst und Kardinalskollegium sind bereits f\u00fcr den 27. und 28. Juni geplant. Erneut soll zwei Tage beraten werden, bevor im Vatikan angedacht ist, ab dem kommenden Jahr einen j\u00e4hrlichen Rhythmus mit drei- bis viert\u00e4gigen Sitzungen einzuf\u00fchren. Damit will Papst Leo, so Bruni, das Kardinalskollegium wieder mehr in die Entscheidungsprozesse der Kurie einbinden. Franziskus hatte auf dieses Instrument weitgehend verzichtet und sich regelm\u00e4\u00dfig mit einer kleineren Kardinalsgruppe, dem sogenannten K8- bzw. K9-Rat, getroffen.<\/p>\n<p>Ein erster Schritt auf einem neuen Weg, den auch der K\u00f6lner Erzbischof als Teilnehmer der Beratungen begr\u00fc\u00dft. Rainer Maria Woelki hat als einer der 170 anwesenden Kardin\u00e4le hinter verschlossenen T\u00fcren beraten und betonte im Anschluss gegen\u00fcber DOMRADIO.DE: &#8222;Dass der Heilige Vater uns schon im ersten Jahr seines Pontifikats zu diesem inzwischen selten gewordenen Format eingeladen hat, empfinde ich als gro\u00dfes Zeichen der Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr uns Kardin\u00e4le.&#8220;<\/p>\n<p>Wir, die Kardin\u00e4le<\/p>\n<p>Ein neues &#8222;Wir-Gef\u00fchl&#8220; der Kardin\u00e4le zu schaffen, scheint auch n\u00f6tig. Schon vor der Papstwahl zeichnete sich in weiten Teilen der Kirche, wie auch in der Gesellschaft, eine zunehmende Polarisierung und Spaltung ab. Papst Leo betont deshalb \u2013 mit seinen Worten, wie mit seinen Gesten \u2013 sehr h\u00e4ufig den Wert von Einheit und Gemeinschaft in der katholischen Kirche. Den gleichen Appell richtete er auch an seine Kardinalsbr\u00fcder zur Er\u00f6ffnung des Konsistoriums am Mittwochmorgen.\u00a0<\/p>\n<p>Leo XIV. ermahnte seine Kardin\u00e4le, keine eigene Agenda in den Mittelpunkt zu stellen, sondern einander mit Respekt zu begegnen. Wesentlich sei dabei die &#8222;Einheit der Gnade und des Glaubens, die uns zusammenf\u00fchrt und br\u00fcderlich verbindet&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>Genau das haben die Verantwortlichen auch mit der Sitzordnung deutlich zu machen versucht. Wie schon bei den Beratungen der Weltsynode 2023 und 2024 wurde in der Audienzhalle Paul VI. an runden Tischen getagt, nicht \u2013 wie in fr\u00fcheren Jahren \u2013 eine Etage h\u00f6her im Auditorium der Synodenaula, das wie ein steiler H\u00f6rsaal angeordnet ist. Augenh\u00f6he und Miteinander der Kardinalsbr\u00fcder sollten also im Vordergrund stehen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Papstwahl im Mai waren bei diesen Kardinalsberatungen auch die \u00fcber 80-j\u00e4hrigen Purpurtr\u00e4ger eingeladen, die nicht an einem Konklave teilgenommen h\u00e4tten.\u00a0<\/p>\n<p>Abstimmung \u00fcber Inhalte<\/p>\n<p>Als ersten Punkt lie\u00df der Papst seine 170 Berater per Abstimmung entscheiden, \u00fcber welche Themen beraten werden sollte. Mit gro\u00dfer Mehrheit entschieden sie sich f\u00fcr die Synodalit\u00e4t, das Konzept der kirchlichen Mitbestimmung, das sich Leos Vorg\u00e4nger Franziskus zum Herzensprojekt gemacht hatte, sowie f\u00fcr die Evangelisierung, also die Verk\u00fcndigung der Frohen Botschaft hinaus in die Welt, die die Kirche als ihren Kernauftrag versteht. Hei\u00dfe Eisen wie die Frage nach der Zukunft der &#8222;Alten Messe&#8220; fanden keine Mehrheit und scheinen daher nicht so sehr unter den N\u00e4geln zu brennen, wie es in manchen kirchlichen Kreisen vermutet wird. Trotzdem soll \u00fcber dieses und andere Konfliktthemen bei zuk\u00fcnftigen Sitzungen beraten werden, wie Bruni gegen\u00fcber der Presse nochmals best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Entscheidungen wurden am Ende der Kardinalsberatungen nicht verk\u00fcndet, damit war allerdings auch nicht zu rechnen. Mit drei Sitzungsrunden an eineinhalb Tagen war das Ziel eher eine Wasserstandsmeldung, wo der dringendste Gespr\u00e4chs- und Handlungsbedarf f\u00fcr den neuen Papst zu verorten ist. Die Wahl der Themen Synodalit\u00e4t und Evangelisierung gibt aber durchaus einen Wegweiser, wohin f\u00fcr die Kardin\u00e4le der Weg der Kirche in Zukunft f\u00fchren soll: Die Evangelisierung steht im Zentrum, die Botschaft Christi zu den Menschen zu tragen \u2013 im Sinne der Synodalit\u00e4t, im gemeinsamen Gehen und Zuh\u00f6ren mit dem Volk Gottes.\u00a0<\/p>\n<p>Damit liegen die Priorit\u00e4ten der Kardin\u00e4le auch auf der Linie von Papst Franziskus, dessen Erbe sein Nachfolger Leo nun gemeinsam mit ihnen fortf\u00fchren will. Nach dem ersten Aufschlag zeigt sich der K\u00f6lner Kardinal Woelki angetan: &#8222;Dieser Geist der Wertsch\u00e4tzung und des geistlichen Miteinanders war in den Worten und pers\u00f6nlichen Begegnungen, in den intensiven und guten Beratungen sp\u00fcrbar.&#8220;<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/glossar\/konsistorium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>      Konsistorium<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Die Kardin\u00e4le sind die engsten Mitarbeiter und Berater des Papstes in seiner Aufgabe als Oberhaupt der Weltkirche. Diese kollegiale Unterst\u00fctzung erfolgt offiziell in Konsistorien (von lateinisch &#8222;consistorium&#8220; f\u00fcr Versammlung oder Versammlungsort), die der Papst zu besonderen Anl\u00e4ssen einberuft und leitet. Es gibt ordentliche und au\u00dferordentliche Konsistorien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor einem knappen Jahr blickte die ganze Welt auf das Kardinalskollegium, als 133 Purpurtr\u00e4ger nach Rom kamen, um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":704210,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,30,1420,1209],"class_list":{"0":"post-704209","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-koeln","11":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115863021377257756","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/704209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=704209"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/704209\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/704210"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=704209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=704209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=704209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}