{"id":704469,"date":"2026-01-09T06:04:12","date_gmt":"2026-01-09T06:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704469\/"},"modified":"2026-01-09T06:04:12","modified_gmt":"2026-01-09T06:04:12","slug":"zwei-syrische-aerzte-aus-bremen-berichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704469\/","title":{"rendered":"Zwei syrische \u00c4rzte aus Bremen berichten"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Mustafa Fahham und Abdulwahab Taroun, syrische \u00c4rzte aus Bremen, engagieren sich f\u00fcr den Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung in Syrien nach Assad.<\/li>\n<li>Fahham gr\u00fcndete die \u201eSyrisch-Deutsche Medizinische Assoziation\u201c, reiste 2025 als Teil einer Delegation nach Syrien und berichtet von kostenlosen Herzkatheteruntersuchungen und verbesserten Bedingungen.<\/li>\n<li>Taroun organisiert Spenden f\u00fcr medizinische Instrumente und schl\u00e4gt vor, syrische \u00c4rzte in Deutschland weiterzubilden, damit beide L\u00e4nder profitieren. Beide sind emotional stark mit Syrien verbunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>\n    F\u00fcr Mustafa Fahham und Abdulwahab Taroun war es ein Jahr, mit dem beide so nicht gerechnet haben. Nicht vor dem 8. Dezember 2024. Der Tag, an dem der syrische Diktator Baschar al-Assad gest\u00fcrzt wird. Der Tag, der von Syrern in aller Welt gefeiert wird \u2013 von dem auch die beiden syrischen \u00c4rzte aus Bremerhaven und Bremen lange getr\u00e4umt haben. Beide hatten ihre Heimat wegen des B\u00fcrgerkriegs, der 2011 begann, verlassen. <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/politik\/wie-zwei-syrische-aerzte-aus-bremen-in-ihrer-heimat-beim-aufbau-helfen-doc814sp860sk1a31e6k75\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im Juli hat der WESER-KURIER \u00fcber sie berichtet.<\/a><\/p>\n<p>Fahham, 35 Jahre, stammt aus Aleppo im Norden <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/syrien-q858\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Syrien<\/a>s, hat dort Medizin studiert und an der Uniklinik gearbeitet. Er habe an Protesten gegen das Assad-Regime teilgenommen und erlebt, wie bei einer Demonstration direkt neben ihm ein Freund erschossen worden sei. 2014 hat er Syrien verlassen, kommt \u00fcber die T\u00fcrkei nach Deutschland. Er beginnt ein neues Leben. Fahham ist leitender Oberarzt f\u00fcr Nierenheilkunde am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide, er hat eine Familie, besitzt neben der syrischen auch die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/arzt-q39631\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arzt<\/a> hat nach dem Sturz des Assad-Regimes die &#8222;Syrisch-Deutsche Medizinische Assoziation&#8220; mitgegr\u00fcndet. Dem Verein geh\u00f6ren Mediziner, Apotheker, Pflegepersonal und andere Fachkr\u00e4fte aus dem Gesundheitswesen an. Im April 2025 reist Fahham mit einer Delegation f\u00fcr zw\u00f6lf Tage nach Syrien \u2013 als Vertreter des Vereins und Arzt, der zum Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung beitragen will. Als Mustafa Fahham, der erstmals nach fast elf Jahren sein Heimatland wiedersieht.<\/p>\n<p>Es gibt viele Fortschritte, die sich bemerkbar gemacht haben. <\/p>\n<p>Mustafa Fahham, Arzt<\/p>\n<p>Was hat sich seitdem getan? Der 35-J\u00e4hrige erz\u00e4hlt von einem neuen Hilfsprojekt. &#8222;500 Herzkatheter-Untersuchungen, kostenlos f\u00fcr die Patienten&#8220;, sagt er. &#8222;Es gibt viele Fortschritte, die sich bemerkbar gemacht haben.&#8220; Sanktionen und die Korruption des Assad-Regimes h\u00e4tten zu einem Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung gef\u00fchrt. &#8222;Die Lage hat sich schon verbessert, die Aufhebung der Sanktionen war ganz wichtig&#8220;, sagt der Nierenspezialist. <\/p>\n<p>Hinzu komme: Auch andere Vereine finanzierten aus Spenden medizinische Ger\u00e4te und Materialien. \u00c4rzte reisten nach Syrien, um Patienten zu behandeln und zu operieren. &#8222;In Aleppo wurden erstmals elektrophysiologische Behandlungen bei Herzkranken durchgef\u00fchrt, vorher gab es das gar nicht. Das ist ein Meilenstein&#8220;, sagt Fahham. In Dialysezentren seien 350 neue Ger\u00e4te in Betrieb, 400 weitere auf dem Weg. Im S\u00fcden des Landes soll in einem weiteren Projekt eine Dialyse-Abteilung aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Vater wieder in die Heimat gezogen<\/p>\n<p>Fortschritte gebe es auch im allt\u00e4glichen Leben, zum Beispiel bei der Stromversorgung. In Damaskus habe es vorher etwa drei Stunden am Tag Strom gegeben, zuletzt seien es 16 Stunden gewesen. Das Ende des Assad-Regimes hat auch Ver\u00e4nderungen in der Familie des Arztes mit sich gebracht: &#8222;Mein Vater ist aus Saudi-Arabien nach Syrien zur\u00fcckgekehrt&#8220;, sagt Fahham. &#8222;Er f\u00fchlt sich sicher, will bleiben, eine Wohnung kaufen.&#8220; Sicherheit und Stabilit\u00e4t seien f\u00fcr die Zukunft des Landes die wesentlichen Voraussetzungen: &#8222;Das ber\u00fchrt mich sehr emotional&#8220;, sagt er. &#8222;Die Menschen wollen endlich in Ruhe leben k\u00f6nnen.&#8220; Fahham plant demn\u00e4chst wieder eine gemischte Reise nach Syrien, wie er sagt. &#8222;Privat mit der Familie und gesch\u00e4ftlich mit dem Verein.&#8220;<\/p>\n<p>Abdulwahab Taroun hat Syrien vor fast 13 Jahren wegen des B\u00fcrgerkriegs verlassen. Auch er engagiert sich f\u00fcr den Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung in seinem Heimatland. 18 Jahre hatte der Gyn\u00e4kologe in Syrien gearbeitet, war danach ein Jahr als Chefarzt im Jemen t\u00e4tig, musste aber aus dem Land ebenfalls wegen eines B\u00fcrgerkriegs fliehen. Der 57-J\u00e4hrige ist Oberarzt am Bremer Diako-Krankenhaus. Um in Deutschland als Arzt arbeiten zu k\u00f6nnen, musste er erneut seinen Facharzt machen.<\/p>\n<p>&#8222;Zurzeit versuche ich, mithilfe von Spenden medizinische Instrumente zu organisieren, es geht um Komplettsets f\u00fcr laparoskopische Operationen&#8220;, berichtet der Facharzt f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe. Wie Fahham sieht auch er einen weiteren Ansatz, von dem sowohl Syrien als auch Deutschland profitieren k\u00f6nnten: &#8222;Syrische \u00c4rzte k\u00f6nnten ihre Weiterbildung hier absolvieren, was die Versorgung entlasten w\u00fcrde. Das m\u00f6chte ich hier anregen&#8220;, sagt der 57-J\u00e4hrige, der ebenfalls beide Staatsb\u00fcrgerschaften besitzt.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" data-w=\"1200 1 Landscape\" alt=\"Abdulwahab Taroun ist Oberarzt in der Klinik f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe am Diako.\" class=\"inline-gallery__image withsrc\" style=\"max-height:unset;aspect-ratio:16\/9\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Landscapesyrischer-arzt-abdulwahab-taroun-facharzt-der-klinik-f-r-gyn-kologie-und-geburtshilfe.webp.webp\"\/><\/p>\n<p>Abdulwahab Taroun ist Oberarzt in der Klinik f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe am Diako.<\/p>\n<p>                    Foto:<br \/>\n     Frank Thomas Koch <\/p>\n<p>In den Osterferien will er mit seinen S\u00f6hnen nach Syrien fliegen, um ihnen besondere Orte zu zeigen \u2013 und um zu operieren und \u00c4rzte in die Technik einzuweisen. Im Diako ist der 57-J\u00e4hrige Spezialist f\u00fcr minimalinvasive Eingriffe. Taroun stammt aus einer syrischen Medizinerfamilie: F\u00fcnf Geschwister sind ebenfalls \u00c4rzte, alle in verschiedenen L\u00e4ndern. Drei S\u00f6hne studieren Medizin, auch der vierte Sohn will sp\u00e4ter die Familientradition fortsetzen. &#8222;Als Arzt kann ich helfen, ich kann einen Unterschied machen \u2013 das ist es, was ich meinen Kindern vermittele&#8220;, sagt der 57-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Helfen und einen Unterschied machen \u2013 das ist auch der Antrieb f\u00fcr seinen Einsatz beim Wiederaufbau. &#8222;Und es ist meine Heimat&#8220;, sagt er. Der Arzt stammt aus der Stadt Homs. Seine Frau sei mit zwei S\u00f6hnen in den Herbstferien bei ihrer Familie zu Besuch gewesen. Die Lage in dem vom B\u00fcrgerkrieg gebeutelten Land verbessere sich, auch wenn es noch an fast allem fehle. &#8222;Vor allem aber: Das ist wieder unser Land&#8220;, sagt Taroun \u00fcber die Zeit nach Assad.<\/p>\n<p>                    Wie bewerten syrische \u00c4rzte aus Deutschland die Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Syrien nach der Aufhebung der Sanktionen?<\/p>\n<p>Syrische \u00c4rzte in Deutschland sehen die Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Syrien nach der Aufhebung der Sanktionen grunds\u00e4tzlich positiv und ziehen eine R\u00fcckkehr in Betracht, insbesondere, um beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems im Heimatland mitzuwirken. Viele betonen jedoch, dass die Entscheidung zur R\u00fcckkehr ma\u00dfgeblich von der politischen Stabilit\u00e4t und den Perspektiven in Syrien abh\u00e4ngt, die aktuell noch nicht abschlie\u00dfend absehbar sind. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass ihr m\u00f6glicher Weggang sp\u00fcrbare Versorgungsl\u00fccken und eine Versch\u00e4rfung des Fachkr\u00e4ftemangels im deutschen Gesundheitswesen zur Folge h\u00e4tte, vor allem in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                    Wie k\u00f6nnten Kooperationen zwischen syrischen und deutschen Gesundheitseinrichtungen die medizinische Versorgung beider L\u00e4nder beeinflussen?<\/p>\n<p>Kooperationen zwischen syrischen und deutschen Gesundheitseinrichtungen k\u00f6nnten die medizinische Versorgung positiv beeinflussen, indem sie syrischen Patienten Zugang zu fortschrittlichen Behandlungen erm\u00f6glichen und zugleich den fachlichen Austausch f\u00f6rdern. Gleichzeitig helfen syrische \u00c4rzte in Deutschland, Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen und sind insbesondere in l\u00e4ndlichen Regionen und Engpassberufen f\u00fcr das deutsche Gesundheitssystem unverzichtbar. Ein strukturierter Austausch und gemeinsame Programme k\u00f6nnten die Expertise st\u00e4rken, nachhaltige Fachkr\u00e4ftebindung unterst\u00fctzen und die medizinische Qualit\u00e4t in beiden L\u00e4ndern verbessern.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc83zmopbri9hmxmtdiyh\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/politik\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mustafa Fahham und Abdulwahab Taroun, syrische \u00c4rzte aus Bremen, engagieren sich f\u00fcr den Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung in Syrien&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":704470,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-704469","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115863634879893283","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/704469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=704469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/704469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/704470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=704469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=704469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=704469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}