{"id":704666,"date":"2026-01-09T07:58:10","date_gmt":"2026-01-09T07:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704666\/"},"modified":"2026-01-09T07:58:10","modified_gmt":"2026-01-09T07:58:10","slug":"metabolischer-bmi-bewertet-risiko-fuer-stoffwechselerkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704666\/","title":{"rendered":"Metabolischer BMI bewertet Risiko f\u00fcr Stoffwechselerkrankungen"},"content":{"rendered":"<p>Der herk\u00f6mmliche Body-Mass-Index aus K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gewicht zeigt zwar \u00dcbergewicht an, erfasst jedoch nicht, wie gesund oder krank das K\u00f6rperfett wirklich ist. Bis zu 30\u202fProzent der Menschen gelten laut BMI als normalgewichtig, zeigen aber bereits gef\u00e4hrliche Ver\u00e4nderungen des Stoffwechsels. Umgekehrt gibt es Personen mit erh\u00f6htem BMI, deren Stoffwechsel weitgehend unauff\u00e4llig bleibt. Diese Diskrepanz kann dazu f\u00fchren, dass Risikopatient:innen zu sp\u00e4t erkannt und behandelt werden.<\/p>\n<p>Umfangreiche Bev\u00f6lkerungsstudien<\/p>\n<p>F\u00fcr die aktuelle wissenschaftliche Arbeit nutzte das internationale Forschungsteam Daten von zwei gro\u00dfen schwedischen Bev\u00f6lkerungsstudien mit insgesamt fast 2.000 Teilnehmer:innen. Neben klassischen Gesundheits- und Lebensstilmerkmalen wurden umfangreiche Laborwerte aus dem Blut und dem Darmmikrobiom erhoben. Auf dieser Grundlage entwickelten die Forscher:innen ein Rechenmodell, das den metabolischen BMI vorhersagt.<\/p>\n<p>\u201eUnser metabolischer BMI deckt eine versteckte Stoffwechselst\u00f6rung auf, die auf der Waage nicht immer sichtbar ist. Zwei Menschen mit dem gleichen BMI k\u00f6nnen je nach Funktion ihres Stoffwechsels und ihres Fettgewebes v\u00f6llig unterschiedliche Risikoprofile aufweisen\u201c, sagt Dr. Rima Chakaroun, Forscherin der Universit\u00e4tsmedizin Leipzig und Erstautorin der Studie. W\u00e4hrend eines Gastaufenthalts an der Universit\u00e4t G\u00f6teborg leitete sie mit Prof. Fredrik B\u00e4ckhed diese wissenschaftliche Arbeit.<\/p>\n<p>Zusammenhang mit Darmbakterien<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass ein unerwartet hoher metabolischer BMI (metBMI) mit einem bis f\u00fcnfmal h\u00f6heren Risiko f\u00fcr eine Reihe von Krankheiten und Beschwerden verbunden ist: Fettleber, Diabetes, Fettansammlung um die inneren Organe, Insulinresistenz. Zudem verloren Menschen mit hohem metBMI 30 Prozent weniger Gewicht nach sogenannten bariatrischen Operationen, also Eingriffen an Magen und Darm, die eine nachhaltige Gewichtsreduktion bewirken. Diese Patient:innen wurden am Universit\u00e4tsklinikum Leipzig operiert, dadurch konnten f\u00fcr die Studie umfassende Daten gewonnen werden.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Befund der Forschungsarbeit war die enge Beziehung zwischen dem metabolischen Profil und der Zusammensetzung der Bakterien im Darm. Menschen mit h\u00f6herem metBMI hatten eine geringere bakterielle Vielfalt und ein vermindertes Potenzial ihrer Darmflora, Ballaststoffe in gesundheitsf\u00f6rdernde Fetts\u00e4uren wie Butters\u00e4ure umzuwandeln. Die Studie hebt auch hervor, dass genetische Faktoren f\u00fcr den metBMI weniger wichtig sind als der Lebensstil und die Umwelt.<\/p>\n<p>Der von den Forscher:innen entwickelte metabolische BMI basiert auf umfassenden Messungen von hunderten kleinen Molek\u00fclen im Blut, die den Zellstoffwechsel widerspiegeln. Aus urspr\u00fcnglich \u00fcber 1.000 analysierten Stoffwechselprodukten lie\u00df sich ein reduziertes Panel aus nur 66\u202fMetaboliten identifizieren, das nahezu die gleiche Aussagekraft behielt. Diese Molek\u00fcle reflektieren vor allem den engen Austausch zwischen k\u00f6rpereigenem Stoffwechsel und Darmbakterien.<\/p>\n<p>Bedeutung f\u00fcr die Medizin der Zukunft<\/p>\n<p>\u201eDer traditionelle BMI \u00fcbersieht oft Menschen, die normalgewichtig sind, aber ein hohes Stoffwechselrisiko haben. Der metBMI kann zu einer faireren und genaueren Einsch\u00e4tzung des Krankheitsrisikos beitragen\u201c, sagt Dr. Chakaroun.<\/p>\n<p>Somit kann das Modell helfen, Betroffene fr\u00fcher zu identifizieren, die Auswahl f\u00fcr chirurgische oder medikament\u00f6se Interventionen zu pr\u00e4zisieren und therapeutische Entscheidungen zu personalisieren. K\u00fcnftig sollen die Modelle weiter verbessert werden, indem dynamische Marker zur Insulinsekretion ber\u00fccksichtigt und experimentelle Studien zur Darmmikrobiom-Metaboliten-Achse gestartet werden.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/newsdetail\/artikel\/neuer-bmi-deckt-versteckte-stoffwechselstoerung-auf-2026-01-07\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Leipzig<\/a><\/p>\n<p><strong>Originalpublikation:<\/strong> Rima M. Chakaroun et al.; Multi-omic definition of metabolic obesity through adipose tissue\u2013microbiome interactions; Nature Medicine, Januar 2026, DOI: 10.1038\/s41591-025-04009-7<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der herk\u00f6mmliche Body-Mass-Index aus K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gewicht zeigt zwar \u00dcbergewicht an, erfasst jedoch nicht, wie gesund oder krank&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":704667,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-704666","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115864083080788208","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/704666","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=704666"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/704666\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/704667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=704666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=704666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=704666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}