{"id":704954,"date":"2026-01-09T10:39:10","date_gmt":"2026-01-09T10:39:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704954\/"},"modified":"2026-01-09T10:39:10","modified_gmt":"2026-01-09T10:39:10","slug":"social-media-psyche-verstaerkung-von-wahnvorstellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/704954\/","title":{"rendered":"Social Media &#038; Psyche: Verst\u00e4rkung von Wahnvorstellungen?"},"content":{"rendered":"<p>    Social Media verlagert zwischenmenschliche Interaktionen ins Netz \u2013 mit \u00fcber zwei Milliarden Nutzern weltweit. Die psychischen Folgen dieser Entwicklung sind Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten.<\/p>\n<p>    Die Folgen der Interaktion im virtuellen Raum<\/p>\n<p>\n    Soziale Medien sind zu einer allt\u00e4glichen Form sozialer Interaktion geworden. Die Interaktion in virtuellen R\u00e4umen geht jedoch mit einer Entkoppelung von zeitlichen, r\u00e4umlichen sowie inter- und intrakorporalen Signalen einher. Diese sind f\u00fcr die Realit\u00e4tspr\u00fcfung von gro\u00dfer Bedeutung. Eine Forschungsgruppe aus Kanada befasste sich bereits Anfang 2025 mit der Frage, welche Auswirkungen diese j\u00fcngsten Ver\u00e4nderungen auf soziokognitive Auspr\u00e4gungen und haben k\u00f6nnten, und analysierte diese in einem systematischen Review.1\n  <\/p>\n<p>    Ver\u00e4nderungen des Selbst als Risikofaktor f\u00fcr Wahnvorstellungen<\/p>\n<p>\n    Die Forschungsgruppe beobachtete: Vor allem Personen mit St\u00f6rungen, die durch Ver\u00e4nderungen des grundlegenden Selbst gekennzeichnet sind (narzisstische Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung, K\u00f6rperdysmorphie und ), sowie Personen mit psychotischen Ph\u00e4notypen weisen eine verst\u00e4rkte Nutzung sozialer Medien auf. Die \u201eVerst\u00e4rkung von Wahnvorstellungen durch soziale Medien\u201d stellt in dieser Studie ein neues konzeptionelles Modell dar.\u00a0 Aus \u201eCogito ergo sum\u201c (Ich denke, also bin ich) wurde \u201eI tweet, therefore I am\u201c (Ich tweete, also bin ich).1\n  <\/p>\n<p>    \u201eVerst\u00e4rkung von Wahnvorstellungen durch soziale Medien\u201d<\/p>\n<p>\n    Bei der \u201eVerst\u00e4rkung von Wahnvorstellungen durch soziale Medien\u201d handelt es sich um eine Reihe von St\u00f6rungen und Symptomen, bei denen es vor allem um Formen mentalistischer Wahnvorstellungen geht. Diese St\u00f6rungen sind durch eine ver\u00e4nderte Selbstwahrnehmung und die Aufrechterhaltung verzerrter Selbstdarstellungen gekennzeichnet.\u00a0Durch die kommt es zu einer Verst\u00e4rkung dieser Symptomatik.1\n  <\/p>\n<p>    Isolation im \u201erealen Leben\u201d als Risikofaktor<\/p>\n<p>\n    Die Forschungsgruppe kam zu dem Schluss, dass insbesondere ein unterentwickeltes und inkoh\u00e4rentes Selbstbewusstsein in Verbindung mit sozialer Isolation im \u201erealen Leben\u201d dazu f\u00fchren, dass soziale Medien genutzt werden, um ein mehr oder weniger wahnhaftes Selbstbewusstsein zu erzeugen und auch aufrechtzuerhalten. Die Isolation im \u201erealen Leben\u201d kann die Identit\u00e4tsbildung hemmen und virtuelle soziale Interaktionen beg\u00fcnstigen.1\n  <\/p>\n<p>    Beg\u00fcnstigung von Wahnvorstellungen\u00a0<\/p>\n<p>\n    Die Wahnvorstellungen k\u00f6nnen oder somatischer Natur sein. Wahnvorstellungen mentaler Natur k\u00f6nnen bei Narzissmus und Erotomanie vorkommen. Bei k\u00f6rperdysmorpher St\u00f6rung und bestimmten Essst\u00f6rungen k\u00f6nnen Wahnvorstellungen somatischer Natur ans Licht treten. Dies l\u00e4sst sich dadurch erkl\u00e4ren, dass die virtuelle Natur sozialer Medien dysfunktionale Kognitionen beg\u00fcnstigt, die im realen Leben eher korrigiert w\u00fcrden. Der virtuelle Raum bietet ein stark mentalisiertes Umfeld, in dem verzerrte Selbstbilder aufrechterhalten und intensiviert werden k\u00f6nnen.1\n  <\/p>\n<p>    Fazit f\u00fcr die Praxis<\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\">Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine verst\u00e4rkte Nutzung sozialer Medien aufgrund ihrer k\u00f6rperlosen und isolierenden Natur mit psychotischen Ph\u00e4notypen, insbesondere Wahnvorstellungen, in Verbindung gebracht werden kann.\n    <\/li>\n<li aria-level=\"1\">Ein wichtiger Grund f\u00fcr die \u201eVerst\u00e4rkung von Wahnvorstellungen durch soziale Medien\u201d ist die Entkoppelung von inter- und intrakorporalen Signalen, die f\u00fcr die Realit\u00e4tspr\u00fcfung essentiell sind.\n    <\/li>\n<li aria-level=\"1\">Bei bestimmten Personen kann die vermehrte Nutzung sozialer Medien zu einer Aufl\u00f6sung der Grenzen zwischen Selbst und Anderen f\u00fchren.\n    <\/li>\n<li aria-level=\"1\">Die Isolation im \u201erealen Leben\u201d kann die Identit\u00e4tsbildung hemmen und virtuelle soziale Interaktionen beg\u00fcnstigen.\n    <\/li>\n<\/ul>\n<p>    Quelle:<\/p>\n<ol>\n<li>Yang N. et al. (2025). I tweet, therefore I am: a systematic review on social media use and disorders of the social brain. BMC Psychiatry. 2025 Feb 3;25(1):95.\n      <\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Social Media verlagert zwischenmenschliche Interaktionen ins Netz \u2013 mit \u00fcber zwei Milliarden Nutzern weltweit. 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