{"id":705202,"date":"2026-01-09T12:54:10","date_gmt":"2026-01-09T12:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705202\/"},"modified":"2026-01-09T12:54:10","modified_gmt":"2026-01-09T12:54:10","slug":"es-ist-cool-wo-man-ueberall-tourist-sein-kann-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705202\/","title":{"rendered":"\u00bbEs ist cool, wo man \u00fcberall Tourist sein kann.\u00ab \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Dk.Dando, das Leipziger Hiphop-Duo bestehend aus D.K.Denz (Produktion &amp; Beats) und Dando (Text &amp; Stimme) ver\u00f6\ufb00entlicht am 9. Januar mit dem Album \u00bbTourist\u00ab ihr elftes Release. Aufgrund einer schweren Fu\u00df-OP treffen wir uns zu einem Tee beim kr\u00fcckentragenden Dando im Waldstra\u00dfenviertel. Dort sprechen wir am WG K\u00fcchentisch \u00fcber Dk.Dandos langj\u00e4hrige Zusammenarbeit, das Fremdsein im eigenen Leben und die Pr\u00e4gung durch die DDR.<\/p>\n<p><strong>Sie machen seit neun Jahren Musik. Wie hat sich die Zusammenarbeit entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>D.K.Denz: Weil wir schon lange Musik machen, sind wir ganz gut eingegroovt. Wir arbeiten immer nach Gef\u00fchl und setzen uns selten Ziele. Aber die Herangehensweise ver\u00e4ndert sich von Zeit zu Zeit. Jeder wird in seinen Aufgabenbereichen besser und wir schrauben mittlerweile auch getrennt voneinander an den Tracks rum. <\/p>\n<p><strong>Wie kam es dazu, dass der erste Track \u2013 mit dem die Thematik \u00bbTourist\u00ab eingeleitet wird \u2013 ein Dancetrack wird?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Weil er ungewohnt und \u00fcberraschend f\u00fcr die Leute ist, die sonst Dk.Dando h\u00f6ren. Er er\u00f6\ufb00net ganz gut die \u00bbTourist\u00ab-Thematik. Es ist cool, wo man \u00fcberall Tourist sein oder sich so f\u00fchlen kann. Und gleichzeitig verk\u00f6rpert es f\u00fcr mich den Zeitgeist, der bedeutet, dass man lieber woanders hinschaut statt auf sich selbst. <\/p>\n<p><strong><br \/>Wird Leipzig vom Kleinparis zum Babylon?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Je mehr die Stadt w\u00e4chst, desto mehr Probleme wird es geben. Es ist vielleicht ein Babylon-Ding, dass man immer denkt, je moderner, schneller und gr\u00f6\u00dfer alles wird, desto besser wird es f\u00fcr alle. Aber plump gesagt entspricht das nicht der Wahrheit. Man begibt sich dadurch in Ideen, die weit weg von der Lebensrealit\u00e4t der Menschen sind.<\/p>\n<p><strong><br \/>Der Lokalpatriotismus schwindet immer mehr. Man h\u00f6rt die Liebe zur Stadt in Ihren Tracks raus, aber sie ist mit Sorge verbunden.<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Bestimmt sind auch Sorgen dabei. Aber man muss eigentlich froh dar\u00fcber sein, dass mit Leipzig noch eine Heimat mit wunderbaren Menschen besteht. Es ist schon beabsichtigt, dass ich textlich davon weggegangen bin, viele Leipzig-Insider zu haben. Das funktioniert besser, um Leute zu erreichen, die nicht viel mit Leipzig zu tun haben, aber dennoch mit den Texten relaten k\u00f6nnen. Kleinparis f\u00fchlt sich auf einer Art und Weise nicht durchgespielt, aber schon ganz sch\u00f6n oft gemacht an.<\/p>\n<p><strong>\u00bbTage im Gesicht\u00ab hat etwas Liturgisches, ja fast wie eine Beichte. Ist da was dran?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Das war nichts, was ich erreichen wollte, es ist aber von der Stimmung her ein sehr schwerer, getragener Track. Eigentlich ist die Hook inhaltlich eher positiv: Du machst immer mehr und merkst dabei nicht, wie viele Tage schon in deinem Gesicht sind. Es ist ja bei jedem von uns so, dass man viel zu selten checkt, was man alles erreicht hat.<\/p>\n<p><strong>Wie sehr pr\u00e4gt Sie die DDR, die Sie nie erleben mussten?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Gedanklich mehr, als man will. Da unsere Eltern in der DDR die H\u00e4lfte ihres Lebens verbracht haben, wurden uns viele Narrative \u00fcber die alten und neuen Bundesl\u00e4nder von DDR-B\u00fcrgern weitergegeben. Es f\u00e4llt uns dementsprechend schwerer, gewisse Vorurteile abzulegen, weil wir durch die Sicht der Eltern eine gem\u00fctliche Rechtfertigungsperspektive haben. Deshalb ist \u00bbDas sollte mir eigentlich bummsegal sein\u00ab ein St\u00fcck weit der Sound meines Lebens.<\/p>\n<p><strong>F\u00fchlen Sie sich dazu verp<\/strong><strong>\ufb02ichtet, politische Musik zu machen?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Nicht verp\ufb02ichtet. Da ist immer ein Gef\u00fchl, was man mit bestimmten Vokabeln, die politischer oder weniger politisch sind und das Gleiche bedeuten, ausdr\u00fccken kann. Ich versuche nicht, Politisches zu forcieren.<\/p>\n<p><strong>Sie haben also keine konkrete Message?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Vielleicht Folgende: Man muss immer den Kontext betrachten und schauen, wie gut es uns geht.<\/p>\n<p><strong><br \/>In \u00bbLoch im Zaun\u00ab wird zum Ende des Albums ein weniger politisches Thema angesprochen. Es geht um Liebe?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Es geht um meinen Versuch, eine Freundschaft zu beschreiben. Da ist auch safe Liebe im Spiel. Es ist insofern politisch, als dass ich versuche, in meinem Leben Politik nicht \u00fcber Freundschaft zu stellen. <\/p>\n<p><strong><br \/>Das Album h\u00f6rt sich wie ein Konzeptalbum an. <\/strong><\/p>\n<p>D.K.Denz: Wir haben nach dem Fertigstellen des Albums festgestellt, dass es bisher unser rundestes Ding ist. Man kann \u00bbTourist\u00ab sch\u00f6n durchh\u00f6ren. Wenn sich das nach einem Konzeptalbum anh\u00f6rt, dann ist das umso besser. <\/p>\n<p><strong><br \/>Ist das Album ein besonders pers\u00f6nliches Projekt?<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Wahrscheinlich ist es f\u00fcr mich ein St\u00fcckchen pers\u00f6nlicher als andere Projekte, weil ich durch Tracks wie \u00bbTage im Gesicht\u00ab Sorgen, die mich als Privatperson begleiten, teile. Aber ich verarbeite ja keine Traumata. Dadurch ist es ein Album, mit dem wir sehr zufrieden sind und das wir gerne den Leuten zeigen wollen.<\/p>\n<p><strong><br \/>Seit \u00fcber zwei Jahren sind Sie beim Label \u00bbBagage\u00ab. Wie sieht die Arbeit im Hintergrund aus?<\/strong><\/p>\n<p>D.K.Denz: Intensiver als wir uns das damals vorgestellt haben. Es ist ein kleines Label, das daraus besteht, dass viele Freunde Bock haben, etwas zu bewegen. Alle k\u00f6nnen ihren Teil beitragen und das funktioniert erstaunlich gut, ohne dass da viel Geld im Spiel ist. Es gibt aber enorm viele Aufgaben rund um einen Album-Release. Da sind wir sehr dankbar f\u00fcr dieses gut funktionierende Netzwerk, ohne das ein solches Release unm\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong><br \/>Am 24.1. <\/strong><strong>\ufb01ndet die Releaseparty mit Onyon in der UT Connewitz statt.<\/strong><\/p>\n<p>Dando: Es ist unser Traum, in dieser wundersch\u00f6nen Location zu spielen. Als Artists, die schon einige Locations in Leipzig bespielt haben, ist es auf jeden Fall nice etwas zu bespielen, wo wir noch nicht waren.<\/p>\n<p>&gt;\u00a0DK.Dando, Album-Releasekonzert: 24.1., 20 Uhr, UT Connewitz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dk.Dando, das Leipziger Hiphop-Duo bestehend aus D.K.Denz (Produktion &amp; Beats) und Dando (Text &amp; Stimme) ver\u00f6\ufb00entlicht am 9.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":705203,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[6363,3364,19732,29,21749,30,12348,18504,1310,30036,15819,71,2138,6357,859,3699,33065,20183,33068],"class_list":{"0":"post-705202","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-album","9":"tag-de","10":"tag-deutsch","11":"tag-deutschland","12":"tag-duo","13":"tag-germany","14":"tag-hiphop","15":"tag-indie","16":"tag-konzert","17":"tag-konzerttipp","18":"tag-label","19":"tag-leipzig","20":"tag-rap","21":"tag-release","22":"tag-sachsen","23":"tag-veranstaltung","24":"tag-veranstaltung-leipzig","25":"tag-veranstaltungshinweis","26":"tag-veranstaltungstipp"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115865247120708045","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=705202"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705202\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/705203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=705202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=705202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=705202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}