{"id":705259,"date":"2026-01-09T13:25:14","date_gmt":"2026-01-09T13:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705259\/"},"modified":"2026-01-09T13:25:14","modified_gmt":"2026-01-09T13:25:14","slug":"suedafrikas-brisantes-manoever-mit-russland-iran-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705259\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrikas brisantes Man\u00f6ver mit Russland, Iran, China"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/china-zerstoerer-tangshan-100.jpg\" alt=\"Der chinesische Zerst\u00f6rer &quot;Tangshan&quot;.\" title=\"Der chinesische Zerst\u00f6rer &quot;Tangshan&quot;. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 09.01.2026 11:42 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>S\u00fcdafrika richtet eine Marine-\u00dcbung aus &#8211; zusammen mit Russland, China und dem Iran. Die Kritik im Land ist gro\u00df. Denn f\u00fcr den Gastgeber k\u00f6nnte das weitreichende au\u00dfenpolitische Konsequenzen haben. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ab heute<strong> <\/strong>richtet S\u00fcdafrika vor der K\u00fcste von Kapstadt das internationale Marineman\u00f6ver &#8222;Will for Peace&#8220; aus &#8211; gemeinsam mit Russland, China, dem Iran sowie anderen L\u00e4ndern der Staatengruppe BRICS-Plus. China schickt den Lenkwaffen-Zerst\u00f6rer &#8222;Tangshan&#8220; und das Versorgungsschiff &#8222;Taihu&#8220;, die russische Korvette &#8222;Stoykji&#8220; wird von einem Flottentanker begleitet, aus dem Iran sind Einheiten der 103. Flottille dabei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit welchen und wie vielen Schiffen sich die s\u00fcdafrikanische Marine beteiligt, ist &#8211; wie so vieles &#8211; noch unklar. \u00dcber Details schweigen sich die Gastgeber n\u00e4mlich lieber aus. Kein Wunder. Denn in S\u00fcdafrika wird die \u00dcbung kontrovers diskutiert. Angesichts der Teilnehmerliste klinge schon der Name des Man\u00f6vers wie blanker Hohn, sagt Ricardo Texeira von der liberalen Denkfabrik IRR im Nachrichtenkanal Newzroom Afrika.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Sie nennen diese \u00dcbung &#8218;Wille zum Frieden&#8216;, w\u00e4hrend Russland aktuell in einen Angriffskrieg gegen seinen Nachbarn verwickelt ist, China eine potenzielle Invasion seines Nachbarn ein\u00fcbt und der iranische Pr\u00e4sident erkl\u00e4rt hat, dass sich sein Land im Krieg mit dem Westen befindet&#8220;, sagt Texeira.<\/p>\n<p>    S\u00fcdafrika einzige teilnehmende Demokratie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass die von China geleitete \u00dcbung vor dem Touristenort Simonstown s\u00fcdlich von Kapstadt unter der Flagge der Staatengruppe BRICS-Plus l\u00e4uft, obwohl mit Indien und Brasilien zwei wichtige Mitgliedsl\u00e4nder fehlen, findet der Sicherheitsexperte ebenfalls mehr als fragw\u00fcrdig. Au\u00dferdem sei BRICS ein politisches B\u00fcndnis, und kein milit\u00e4risches.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Keines der beteiligten L\u00e4nder teilt eine gemeinsame Doktrin, gemeinsame Mandate, gemeinsame Ausr\u00fcstung oder auch nur eine gemeinsame Sprache. Es ist also durchaus alarmierend&#8220;, so Texeira. S\u00fcdafrika sei zudem die einzige Demokratie, die an dem Man\u00f6ver teilnehme:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Der Pr\u00e4sident betont gern, dass S\u00fcdafrika f\u00fcr Demokratie und Menschenrechte einsteht. Aber zeig mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wer du wirklich bist.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    &#8222;Maritime Sicherheit&#8220; offizieller \u00dcbungszweck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Offiziell geht es bei der einw\u00f6chigen \u00dcbung um maritime Sicherheit, den Schutz von Handelsrouten und die Zusammenarbeit bei Such- und Rettungseins\u00e4tzen. Mpho Mathebula, Sprecherin der s\u00fcdafrikanischen Streitkr\u00e4fte sagt: &#8222;Die teilnehmenden Nationen haben sich auf das Thema &#8218;Gemeinsames Handeln zur Sicherung der Schifffahrt und maritimer Wirtschaftsaktivit\u00e4ten&#8216; geeinigt. Das spiegelt das gemeinsame Engagement wider, Handelsrouten zu sch\u00fctzen, gemeinsame Einsatzverfahren zu verbessern und die Zusammenarbeit im Sinne friedlicher maritimer Sicherheitsinitiativen zu vertiefen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr S\u00fcdafrika ist das gemeinsame Man\u00f6ver mit Staaten wie Russland oder dem Iran aber trotzdem au\u00dfenpolitisch brisant. Schlie\u00dflich betont das Land bei jeder Gelegenheit seine Blockfreiheit. Pr\u00e4sident Cyril Ramaphosa verweist immer wieder auf die sogenannte Madiba-Doktrin, benannt nach Freiheitsikone Nelson Mandela.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es gibt kein Problem ohne L\u00f6sung. Und der beste Weg, Probleme zu bew\u00e4ltigen &#8211; ob in einem Land oder weltweit -, ist, wenn die Parteien miteinander reden. Genau durch diese Doktrin hat uns Nelson Mandela aus dem Albtraum der Apartheid gef\u00fchrt: eine Doktrin des Dialogs, der Verhandlungen und der Zusammenarbeit&#8220;, so Ramaphosa.<\/p>\n<p>    Sorge vor schlechteren Beziehungen zum Westen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kritiker bef\u00fcrchten allerdings, dass die Milit\u00e4r\u00fcbung genau dieses Image ramponiert. Auch in der s\u00fcdafrikanischen Regierung halten das Man\u00f6ver nicht alle f\u00fcr eine gute Idee.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Chris Hattingh, der Verteidigungsexperte der zweitgr\u00f6\u00dften Koalitionspartei Demokratische Allianz, sagte dem ARD-Studio Johannesburg, das Timing sei extrem schlecht: &#8222;Russland und Iran stehen unter harten Sanktionen und sind in aktive Konflikte verwickelt.&#8220; Ein Man\u00f6ver zusammen mit diesen Partnern &#8222;st\u00e4rke die Argumente in Washington, dass sich S\u00fcdafrika von der Neutralit\u00e4t entfernt&#8220;.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Das k\u00f6nnte unsere Sicherheitsbeziehungen, aber auch die breitere diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Westen und speziell den USA beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die \u00dcbung &#8222;Will for Peace&#8220; droht also f\u00fcr neue diplomatische Turbulenzen zu sorgen. Und das in einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen Pretoria und Washington ohnehin schon auf einem historischen Tiefpunkt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.01.2026 11:42 Uhr S\u00fcdafrika richtet eine Marine-\u00dcbung aus &#8211; zusammen mit Russland, China und dem Iran. 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