{"id":705314,"date":"2026-01-09T13:55:10","date_gmt":"2026-01-09T13:55:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705314\/"},"modified":"2026-01-09T13:55:10","modified_gmt":"2026-01-09T13:55:10","slug":"eu-verzichtet-auf-zwangsabgabe-fuer-tech-giganten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705314\/","title":{"rendered":"EU verzichtet auf Zwangsabgabe f\u00fcr Tech-Giganten"},"content":{"rendered":"<p>Der geplante Digital Networks Act verzichtet auf verpflichtende Zahlungen von Tech-Konzernen an Netzbetreiber und setzt stattdessen auf einen freiwilligen Kooperationsrahmen.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission schwenkt im Streit um die Finanzierung digitaler Infrastruktur auf einen freiwilligen Kurs ein. Der geplante Digital Networks Act (DNA) wird Tech-Konzerne wie Google und Meta nicht zu direkten Zahlungen an Telekom-Netzbetreiber verpflichten. Das ist eine herbe Niederlage f\u00fcr die europ\u00e4ische Telekom-Branche.<\/p>\n<p>Laut Entw\u00fcrfen und mit der Sache vertrauten Beamten ersetzt die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde das lange debattierte <strong>\u201eFair-Share\u201c-Mandat<\/strong> durch einen freiwilligen Kooperationsrahmen. Statt einer gesetzlichen Abgabe f\u00fcr \u201egro\u00dfe Verkehrsverursacher\u201c sollen k\u00fcnftig freiwillige Gespr\u00e4che \u00fcber Verkehrsmanagement und Investitionsunterst\u00fctzung gef\u00fchrt werden. Die Aufsicht w\u00fcrde bei der <strong>Gremium europ\u00e4ischer Regulierungsstellen f\u00fcr elektronische Kommunikation (BEREC)<\/strong> liegen.<\/p>\n<p>Ein Kompromiss mit \u201eBest Practices\u201c<\/p>\n<p>Im Kern geht es um die Frage, wie die gesch\u00e4tzte Investitionsl\u00fccke von 174 Milliarden Euro f\u00fcr die EU-Konnektivit\u00e4tsziele bis 2030 geschlossen werden soll. Die Telekom-Riesen wie <strong>Deutsche Telekom<\/strong> oder <strong>Orange<\/strong> forderten verbindliche Beitr\u00e4ge von den Plattformen, die den meisten Datenverkehr generieren.<\/p>\n<p>Die Kommission setzt nun auf eine weichere Linie. Der Fokus des neuen Rahmens soll auf der Etablierung von <strong>\u201eBest Practices\u201c<\/strong> liegen, etwa zur Optimierung der Datenkompression, um das Netz zu entlasten. Damit folgt Br\u00fcssel dem Argument der Tech-Industrie, dass diese bereits selbst Milliarden in Unterseekabel, Content Delivery Networks (CDNs) und Rechenzentren investiere, was die Last f\u00fcr die Anbieter der \u201eletzten Meile\u201c verringere.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Passend zum Thema digitale Infrastruktur \u2013 viele Betreiber untersch\u00e4tzen heute die Cyber-Risiken rund um Netze und Rechenzentren. Ein kostenloser Leitfaden zeigt aktuelle Bedrohungen, relevante Gesetzes\u00e4nderungen (inkl. neuer KI-Regeln) und konkrete Ma\u00dfnahmen, mit denen IT-Verantwortliche Netzstabilit\u00e4t und Compliance verbessern k\u00f6nnen \u2013 ohne gro\u00dfe Investitionen. Besonders n\u00fctzlich f\u00fcr Telekom-Anbieter, Netzbetreiber und IT-Leiter. <strong><a href=\"https:\/\/www.datenschutz-praemien.de\/skillsforwork\/cyber-security\/?af=KOOP_MFW_DSN_DNV_YES_CYBER-SECURITY_X-CWAHN-BGPID_715923\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Herber R\u00fcckschlag f\u00fcr europ\u00e4ische Netzbetreiber<\/p>\n<p>F\u00fcr die etablierten Telekommunikationsunternehmen ist der Kurswechsel eine klare Niederlage. Sie hatten jahrelang f\u00fcr ein Instrument lobbyiert, das gro\u00dfe Tech-Konzerne zu Verhandlungen \u00fcber Kostenbeteiligungen zwingt.<\/p>\n<p>Analysten zufolge lie\u00df sich die Kommission von intensivem diplomatischem Druck und handelspolitischen Erw\u00e4gungen leiten. Die USA hatten potenzielle Netzwerk-Nutzungsgeb\u00fchren als diskriminierende Tarife gegen amerikanische Unternehmen kritisiert. Mit dem freiwilligen Modell priorisiert Br\u00fcssel offenbar die transatlantische Handelsstabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch interne regulatorische Bedenken spielten eine Rolle. BEREC hatte bereits Zweifel an der \u201eFair-Share\u201c-Logik ge\u00e4u\u00dfert und auf die Gefahr hingewiesen, dass solche Geb\u00fchren <strong>Netzneutralit\u00e4ts-Grunds\u00e4tze<\/strong> verletzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Spektrum-Reform und Kupfer-Abschaltung<\/p>\n<p>Neben der Finanzierungsfrage enth\u00e4lt der Gesetzesentwurf weitere zentrale S\u00e4ulen. Er sieht ehrgeizige Ma\u00dfnahmen vor, um das fragmentierte europ\u00e4ische Telekom-Markt zu vereinheitlichen.<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt ist die Harmonisierung des <strong>Spektrum-Managements<\/strong>. Der DNA schl\u00e4gt EU-weite Leitlinien f\u00fcr Lizenzdauern von m\u00f6glicherweise 20 bis 30 Jahren vor. Dies soll Betreibern die Planungssicherheit f\u00fcr Investitionen in eigenst\u00e4ndige 5G-Netze (5G Standalone) geben.<\/p>\n<p>Zudem adressiert der Akt das Auslaufen alter Infrastruktur. Er skizziert einen Rahmen, um den R\u00fcckbau der <strong>Kupfernetze<\/strong> zugunsten von Glasfaser zu beschleunigen. Mitgliedstaaten, deren M\u00e4rkte noch nicht bereit sind, soll jedoch Flexibilit\u00e4t f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der 2030-Deadline einger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Z\u00e4hes Gesetzgebungsverfahren steht bevor<\/p>\n<p>Der Entwurf, der voraussichtlich am 20. Januar 2026 von Exekutiv-Vizepr\u00e4sidentin <strong>Henna Virkkunen<\/strong> vorgestellt wird, ist nur der Startschuss f\u00fcr ein kontroverses Gesetzgebungsverfahren. Im Europ\u00e4ischen Parlament und im Rat der Mitgliedstaaten wird intensiv lobbyiert werden.<\/p>\n<p>Die Telekom-Branche wird versuchen, die freiwilligen Formulierungen zu versch\u00e4rfen. Digitale Rechtegruppen und Tech-Lobbyisten werden darauf pochen, dass der Rahmen nicht-zwingend bleibt, um das offene Internet zu sch\u00fctzen. Die B\u00f6rse reagierte bereits: Kurse gro\u00dfer europ\u00e4ischer Telekom-Aktien gerieten unter Druck, w\u00e4hrend f\u00fcr US-Tech-Giganten eine regulatorische Unsicherheit wegf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>PS: Die EU-KI-Verordnung und weitere digitale Regelwerke bringen neue Pflichten f\u00fcr Anbieter und Plattformen \u2014 von Kennzeichnungspflichten bis zu Dokumentationsanforderungen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erkl\u00e4rt, welche Fristen, Risikoklassen und Nachweispflichten jetzt relevant sind und wie Unternehmen ihre Infrastruktur rechtssicher anpassen k\u00f6nnen. Besonders wichtig f\u00fcr Netzbetreiber, die KI f\u00fcr Traffic-Optimierung oder Monitoring einsetzen. <strong><a href=\"https:\/\/www.datenschutz-praemien.de\/ki-verordnung\/?af=KOOP_MFW_DSN_DNV_YES_KI-VERORDNUNG_X-CWAHN-BGPID_715923\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden sichern<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der geplante Digital Networks Act verzichtet auf verpflichtende Zahlungen von Tech-Konzernen an Netzbetreiber und setzt stattdessen auf einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":705315,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[58370,331,332,5680,548,663,158,3934,3935,13,162673,14,162671,88776,15,12,140429,158986,68950,162672],"class_list":{"0":"post-705314","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-act","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-digital","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-headlines","18":"tag-kooperationsrahmen","19":"tag-nachrichten","20":"tag-networks","21":"tag-netzbetreiber","22":"tag-news","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-tech-giganten","25":"tag-tech-konzernen","26":"tag-zahlungen","27":"tag-zwangsabgabe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115865486999651555","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=705314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/705315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=705314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=705314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=705314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}