{"id":705994,"date":"2026-01-09T20:03:15","date_gmt":"2026-01-09T20:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705994\/"},"modified":"2026-01-09T20:03:15","modified_gmt":"2026-01-09T20:03:15","slug":"kariesbakterium-steht-im-verdacht-parkinson-zu-beguenstigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/705994\/","title":{"rendered":"Kariesbakterium steht im Verdacht, Parkinson zu beg\u00fcnstigen"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/wissen\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_wissen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 09.01.2026, 15:47 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/eva-schmitt-52ug6pcg2.html\" title=\"Zur Autorenseite von Eva Schmitt\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" schmitt=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eva Schmitt<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/41062817-junge-frau-wird-beim-zahnarzt-untersucht-2BBXRn8TSQ7a.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Junge Frau wird beim Zahnarzt untersucht\"\/>Das Kariesbakterium Streptococcus mutans steht nach neuen Studien im Verdacht, Prozesse anzusto\u00dfen, die mit der Entstehung von Parkinson zusammenh\u00e4ngen.  \u00a9\u00a0IMAGO \/ Westend61<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Ein bekanntes Kariesbakterium k\u00f6nnte Parkinson-Prozesse ansto\u00dfen: Seine Stoffe gelangen vom Mund bis ins Gehirn, zeigt neue Forschung.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der Mund beherbergt Milliarden von Mikroorganismen. Die meisten gelten als harmlos, manche als n\u00fctzlich \u2013 einige als l\u00e4stig f\u00fcr die Zahngesundheit. Nun gibt es Hinweise darauf, dass ausgerechnet ein bekanntes Kariesbakterium mit Parkinson in Verbindung stehen k\u00f6nnte. Aktuelle Studien legen nahe, dass seine Stoffwechselprodukte Prozesse ansto\u00dfen k\u00f6nnten, die mit der Erkrankung in Verbindung stehen \u2013 und ihren Ursprung nicht im Gehirn haben.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Parkinson z\u00e4hlt weltweit zu den h\u00e4ufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Lange suchte die Medizin ihre Ursachen fast ausschlie\u00dflich im Nervensystem. Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Keim aus dem Mund \u00fcber den Darm Einfluss auf Nervenzellen nehmen kann. In Tierexperimenten zeigten sich dadurch Ver\u00e4nderungen, die f\u00fcr Parkinson typisch sind.<\/p>\n<p>Ein Kariesbakterium f\u00e4llt bei Parkinson-Patienten auf<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Ergebnisse wurden im Fachjournal\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-025-63473-4\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"id-import-Link id-pageApi-Link--externalDomain\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;Nature Communications&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-025-63473-4&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:12,&quot;storyElementCount&quot;:35}}\">Nature Communications<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Das Forschungsteam stammt aus S\u00fcdkorea und wertete sowohl Blutproben von Erkrankten als auch Versuche mit M\u00e4usen aus. Ausgangspunkt war eine Beobachtung aus fr\u00fcheren Studien: Menschen mit Parkinson weisen h\u00e4ufig eine andere Zusammensetzung der Darmflora auf als Gesunde. Welche Mikroorganismen daf\u00fcr verantwortlich sein k\u00f6nnten, blieb lange offen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Im Fokus stand schlie\u00dflich\u00a0Streptococcus mutans. Dieses Bakterium spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von\u00a0Karies. Bei Parkinson-Erkrankten fanden die Forscher erh\u00f6hte Mengen dieses Keims im Darm. Gleichzeitig stiegen die Konzentrationen bestimmter Stoffwechselprodukte im Blut und im Darm deutlich an.<\/p>\n<p>Bakterieller Stoff sch\u00e4digt Dopamin-Nervenzellen<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Besonders relevant ist ein Stoff namens Imidazolpropionat. Er entsteht, wenn das Bakterium eine bestimmte Aminos\u00e4ure abbaut. Der Stoff gelangt aus dem Darm in den Blutkreislauf und weiter ins Gehirn. Dort trifft er auf Nervenzellen, die Dopamin produzieren. Genau diese Zellen sterben bei Parkinson fr\u00fch ab.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In den Experimenten zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Je h\u00f6her die Konzentration des Stoffes im Gehirn, desto st\u00e4rker fielen die Sch\u00e4den an diesen Nervenzellen aus. Die Tiere entwickelten Bewegungsst\u00f6rungen, Koordinationsprobleme und Entz\u00fcndungsreaktionen im Gehirn. Zudem lagerte sich vermehrt Alpha-Synuclein ab, ein Protein, das eng mit dem Fortschreiten der Krankheit verbunden ist.<\/p>\n<p>Ein Mechanismus erkl\u00e4rt das Muster der Nervensch\u00e4den<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Nicht jedes Auftreten des Keims f\u00fchrte zu diesen Effekten. Entscheidend war seine Aktivit\u00e4t. Abget\u00f6tete Bakterien l\u00f6sten keine Ver\u00e4nderungen aus. Nur lebende Keime produzierten die problematischen Stoffe: Der bakterielle\u00a0Stoffwechsel\u00a0wird zum entscheidenden Faktor.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Im Gehirn aktiviert Imidazolpropionat einen Signalweg namens mTORC1. Dieser steuert Wachstum und Stoffwechsel von Zellen. Wird er dauerhaft angeregt, geraten Nervenzellen unter Stress. In den Versuchen lie\u00df sich dieser Effekt abschw\u00e4chen, wenn der Signalweg blockiert wurde. Die Nervenzellen blieben dann weitgehend erhalten.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Wissensmagazin SMART UP NEWS<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\">Wissenswertes aus Gesundheit und Ern\u00e4hrung, neuen Technologien, Umwelt- und Klimathemen sowie Psychologie und Lebensstil \u2013 <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/\" target=\"_blank\" class=\"id-import-Link id-pageApi-Link--externalDomain\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;FactBox&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;FactBox InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;smartup-news.de&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/smartup-news.de\/&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:23,&quot;storyElementCount&quot;:35}}\" rel=\"noopener\">smartup-news.de<\/a>. Jeden Tag kl\u00fcger.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Auff\u00e4llig war auch die Zielgenauigkeit der Sch\u00e4den. Betroffen waren vor allem dopaminproduzierende Nervenzellen im Mittelhirn. Andere Regionen, etwa der Cortex oder der Hippocampus, blieben weitgehend unversehrt. Das Schadensmuster entspricht dem, was \u00c4rzte bei Parkinson-Patienten beobachten.<\/p>\n<p>Hinweise aus Blutproben von Erkrankten<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Neben den Tierversuchen untersuchte das Team Blutproben von Menschen. Verglichen wurden 65 Parkinson-Erkrankte mit 65 gesunden Personen gleichen Alters. In der Patientengruppe fanden sich deutlich h\u00f6here Konzentrationen von Imidazolpropionat. Die meisten Teilnehmer litten nicht an <a href=\"https:\/\/www.24vita.de\/thema\/diabetes-sti45574\/\" class=\"id-import-Link id-pageApi-Link--externalDomain\" title=\"Diabetes\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;Diabetes&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.24vita.de\/thema\/diabetes-sti45574\/&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:27,&quot;storyElementCount&quot;:35}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diabetes<\/a>, einer Erkrankung, die diesen Stoff ebenfalls erh\u00f6hen kann. Das st\u00e4rkt den Zusammenhang mit Parkinson.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u201eUnsere Studie liefert ein mechanistisches Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wie orale Mikroben im Darm das Gehirn beeinflussen und zur Entwicklung der Parkinson-Krankheit beitragen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Studienleiterin\u00a0Ara Koh.<\/p>\n<p>Mundgesundheit als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Systems<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Mundhygiene\u00a0galt bisher vor allem als Schutz f\u00fcr Z\u00e4hne und Zahnfleisch. Die neuen Befunde legen nahe, dass sie Teil eines gr\u00f6\u00dferen Systems ist. Der Mund steht \u00fcber den Darm in direkter Verbindung mit dem Gehirn. Ver\u00e4nderungen in der\u00a0Mundflora\u00a0k\u00f6nnten daher indirekt Prozesse im Nervensystem beeinflussen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Wichtig bleibt eine n\u00fcchterne Einordnung. Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Karies Parkinson verursacht. Sie zeigen auch nicht, dass jeder Mensch mit diesem Bakterium erkrankt. Entscheidend scheint das Zusammenspiel aus Bakterienmenge, Aktivit\u00e4t und individuellen Faktoren zu sein.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\"><strong>Kurz zusammengefasst:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"id-StoryElement-list id-StoryElement-list--unordered\">\n<li class=\"id-StoryElement-list-item\">Parkinson betrifft offenbar nicht nur das Gehirn:\u00a0Ein weit verbreitetes Kariesbakterium aus dem Mund kann im Darm Stoffe bilden, die \u00fcber das Blut ins Gehirn gelangen und dort dopaminproduzierende Nervenzellen sch\u00e4digen.<\/li>\n<li class=\"id-StoryElement-list-item\">Der entscheidende Faktor ist ein bakterielles Stoffwechselprodukt:\u00a0Imidazolpropionat aktiviert im Gehirn einen Stress-Signalweg, der gezielt jene Nervenzellen angreift, die bei Parkinson fr\u00fch absterben.<\/li>\n<li class=\"id-StoryElement-list-item\">F\u00fcr Medizin und Pr\u00e4vention ergeben sich neue Ans\u00e4tze:\u00a0Blutwerte dieses Stoffes k\u00f6nnten Hinweise auf Risiken geben, w\u00e4hrend Mund- und Darmgesundheit st\u00e4rker als m\u00f6gliche Einflussfaktoren auf Parkinson in den Blick r\u00fccken.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Wissen Stand: 09.01.2026, 15:47 Uhr Von: Eva Schmitt DruckenTeilen Das Kariesbakterium Streptococcus mutans steht nach neuen Studien&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":705995,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-705994","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115866933924964276","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=705994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705994\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/705995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=705994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=705994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=705994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}