{"id":706022,"date":"2026-01-09T20:19:10","date_gmt":"2026-01-09T20:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/706022\/"},"modified":"2026-01-09T20:19:10","modified_gmt":"2026-01-09T20:19:10","slug":"mann-erfindet-fuer-bewerbung-bei-augsburger-firma-diplom-und-doktortitel-zwei-jahre-haft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/706022\/","title":{"rendered":"Mann erfindet f\u00fcr Bewerbung bei Augsburger Firma Diplom und Doktortitel: Zwei Jahre Haft"},"content":{"rendered":"<p class=\"em_text\"><strong>Ein 30-j\u00e4hriger Mann hatte f\u00fcr seine Bewerbung bei einer Augsburger Firma ein Mathematik-Diplom samt Doktortitel erfunden. Zwar wurde er eingestellt, doch der Schwindel flog auf. Am Donnerstag musste sich der Mann vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten.<\/strong><\/p>\n<p>Im Oktober 2023 schloss der Angeklagte einen Arbeitsvertrag mit der Firma in Augsburg ab. Zum Dezember 2023 trat er seine T\u00e4tigkeit als Leiter der Unternehmenssteuerung an. F\u00fcr seine Bewerbung hatte der Mann in seinem Lebenslauf wahrheitswidrig behauptet, einen Diplom-Abschluss in Mathematik der Universit\u00e4t Leipzig mit einem Durchschnitt von 1,0 zu haben. Zudem f\u00fchrte er eine berufsbegleitende Promotion am Institut f\u00fcr Wirtschaftsmathematik im Bereich mathematische Optimierung der Uni Mannheim auf. \u201eHierzu legte er eine gef\u00e4lschte Diplompr\u00fcfung im Studiengang Mathematik von der Uni Leipzig vor\u201c, berichtet das Augsburger Amtsgericht. Bei der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag verwendete der Angeklagte seinen erfundenen Doktortitel.<\/p>\n<p>Dem Mann wurde zum 30. Oktober 2024 au\u00dferordentlich gek\u00fcndigt. Bis zur K\u00fcndigung erhielt der Angeklagte eine Verg\u00fctung in H\u00f6he von knapp 47 000 Euro. Au\u00dferdem f\u00fchrte die Firma im Zeitraum der Anstellung Lohnsteuer in H\u00f6he von 20.000  Euro  und Solidarit\u00e4tszuschl\u00e4ge in H\u00f6he von 29 000 Euro ab. Auch schloss die Firma eine Direktversicherung f\u00fcr den Angeklagten in H\u00f6he von 2600 Euro ab. Weiter wurden dem 30-J\u00e4hrigen ein Auto mit einem Wiederbeschaffungswert von 23 000 Euro sowie ein iPad, ein iPhone 13 und ein MacBook Pro im Gesamtwert von 4000 Euro \u00fcbergeben. Diese Gegenst\u00e4nde gab der Mann nach der K\u00fcndigung nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>F\u00fcr den 30-J\u00e4hrigen kam so eine ganze Reihe an Vorw\u00fcrfen zusammen: Neben Betrug in Tateinheit mit Urkundenf\u00e4lschung und Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen wurde ihm auch veruntreuende Unterschlagung vorgeworfen. <\/p>\n<p>Doch das Amtsgericht sah abweichend zur Anklage nur einen versuchten Betrug. Der Zeuge der gesch\u00e4digten Firma erkl\u00e4rte vor Gericht, dass der Angeklagte die Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit erf\u00fcllt habe und er ihn auch ohne Doktortitel und Diplom-Abschluss, sondern nur mit seinem tats\u00e4chlich bestehenden Bachelorabschluss in Mathematik zum gleichen Gehalt eingestellt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich verurteilte das Amtsgericht den einschl\u00e4gig vorbestraften Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bew\u00e4hrung. Hierbei sei eine bereits bestehende Verurteilung wegen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenf\u00e4lschung von einem Jahr und zwei Monaten einbezogen, so das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p style=\"text-align:right;\">AZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein 30-j\u00e4hriger Mann hatte f\u00fcr seine Bewerbung bei einer Augsburger Firma ein Mathematik-Diplom samt Doktortitel erfunden. 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