{"id":706303,"date":"2026-01-09T22:53:13","date_gmt":"2026-01-09T22:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/706303\/"},"modified":"2026-01-09T22:53:13","modified_gmt":"2026-01-09T22:53:13","slug":"us-griff-nach-groenland-europas-scheu-vor-einer-starken-antwort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/706303\/","title":{"rendered":"US-Griff nach Gr\u00f6nland: Europas Scheu vor einer starken Antwort"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/groenland-nuuk-102.jpg\" alt=\"H\u00e4user in Gr\u00f6nlands Hauptstadt Nuuk\" title=\"H\u00e4user in Gr\u00f6nlands Hauptstadt Nuuk | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 09.01.2026 21:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die USA gehen mit ihrer Forderung nach einer \u00dcbernahme Gr\u00f6nlands auf Konfrontation mit ihren europ\u00e4ischen Partnern. NATO und EU setzen vorerst auf eine diplomatische Reaktion. Experten sagen: Sie k\u00f6nnten auch anders.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/sabrina-fritz-108.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Sabrina Fritz\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/sabrina-fritz-110.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcbernahme, Kauf, Referendum: Die USA haben verschiedene Versionen f\u00fcr eine Eingliederung Gr\u00f6nlands in ihr Staatsgebiet formuliert<strong>.<\/strong> Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet sogar von einer Summe, die jeder Gr\u00f6nl\u00e4nder bekommen solle, wenn er sich in einer Abstimmung f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit zu den<strong> <\/strong>USA ausspricht: Zwischen 10.000 und 100.000 Dollar seien im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unabh\u00e4ngig davon, was an solchen Ger\u00fcchten dran ist und wie weit etwaige \u00dcberlegungen in den USA schon gediehen sind &#8211; in der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst.<\/p>\n<p>    Rutte sieht gemeinsame M\u00f6glichkeiten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der US-Pr\u00e4sident argumentiert dabei stets mit der nationalen Sicherheit und der Bedrohung, die von der wachsenden Pr\u00e4senz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis ausgehe. NATO-Chef Mark Rutte sagte in einem Interview dieser Woche:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Sehr wichtig ist: Die USA haben ja bereits ein Abkommen mit den D\u00e4nen seit 1951, und f\u00fcr D\u00e4nemark w\u00e4re es total ok, wenn die Amerikaner ihre Pr\u00e4senz in Gr\u00f6nland erh\u00f6hen w\u00fcrden. Das zeigt, dass wir zur selben Einsch\u00e4tzung kommen und sicherstellen, dass die Arktis sicher bleibt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der NATO-Chef ist bekannt daf\u00fcr, im Umgang mit Trump auf eine Umarmungsstrategie zu setzen. Kritische Worte Richtung Washington werden von ihm nicht zu h\u00f6ren sein. Bei einem Besuch im Wei\u00dfen Haus vor wenigen Monaten erkl\u00e4rte er sogar noch auf die Gr\u00f6nlandfrage: &#8222;Ich m\u00f6chte da nicht die NATO mithineinziehen.&#8220;<\/p>\n<p>    Ungewohnte Konfrontation<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere \u00fcberf\u00e4llt, in den Statuten nicht vorgesehen. Der Feind kommt immer von au\u00dfen. F\u00fcr den Fall eines Konflikts innerhalb des B\u00fcndnisses gibt es diverse Gremien, in denen diese gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Guntram Wolff vom Bruegel-Thinktank in Br\u00fcssel sieht die Verteidigung der Arktis gegen Russland und China nicht als das eigentliche Problem &#8211; das k\u00f6nnten die USA gemeinsam im Gespr\u00e4ch mit D\u00e4nemark l\u00f6sen. Im <a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/episode\/urn:ard:episode:12775735b3eb1ddc\/\" title=\"Podcast punktEU: Gr\u00f6nland unter US-Flagge? So k\u00f6nnen EU und NATO kontern\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ARD-Europapodcast PunktEU<\/a> vermutet er andere Motive des US-Pr\u00e4sidenten: &#8222;Vielleicht geht es dem US-Pr\u00e4sidenten auch um Eitelkeiten, vielleicht will er als der Pr\u00e4sident in die Geschichte eingehen, der die USA um ein gro\u00dfes St\u00fcck erweitert hat&#8220;, so der Wirtschaftswissenschaftler.<\/p>\n<p>    &#8222;Das Gesetz ist st\u00e4rker als die Gewalt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Europ\u00e4er ist die Lage jedenfalls alles andere als einfach. W\u00e4hrend D\u00e4nemark und Spanien die \u00dcbernahmefantasien des US-Pr\u00e4sidenten verurteilen und der spanische Regierungschef Pedro Sanchez sogar von einem &#8222;Verbrechen&#8220; sprach, schl\u00e4gt Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen bei der \u00dcbergabe der Ratspr\u00e4sidentschaft diese Woche an Zypern leisere T\u00f6ne an.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Unsere Gemeinschaft ist nicht perfekt, aber sie ist ein Versprechen, dass das Gesetz st\u00e4rker ist als die Gewalt. Unsere Prinzipien gelten nicht nur f\u00fcr die EU, sondern auch f\u00fcr Gr\u00f6nland.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gr\u00f6nland, das ein selbstverwalteter Teil des K\u00f6nigreichs D\u00e4nemark ist, geh\u00f6rt zu den mit der EU assoziierten \u00fcberseeischen L\u00e4ndern und Gebieten der EU-Mitgliedstaaten.<\/p>\n<p>    Auch die EU hat Interessen in der Arktis<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU hat auch eigene starke Interessen in der Arktis. Seit 2024 gibt es ein EU-B\u00fcro in Gr\u00f6nland, seit 2021 eine ganze Arktis-Strategie. Diese beinhaltet eine st\u00e4rkere Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien, bei der Weltraum\u00fcberwachung und bei den Auswirkungen des Klimawandels.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dferdem schlummern in Gr\u00f6nland viele kritische Rohstoffen, die die EU dringend f\u00fcr ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit braucht. Diese Kooperation w\u00e4re ungleich schwieriger, wenn die USA das alleinige Sagen in der Arktis h\u00e4tten. Neben allen rechtlichen und rhetorischen Zumutungen aus den USA geht es also auch um handfeste Interessen in der Region.<\/p>\n<p>    Trumps erprobtes Muster<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trump agiert dabei nach dem bew\u00e4hrten Muster maximale Aufregung, maximaler Verhandlungserfolg &#8211; wie schon bei der Drohung, aus der NATO auszutreten, um die Partner dazu zu bringen, ihre Verteidigungsausgaben auf f\u00fcnf Prozent zu erh\u00f6hen. Die \u00fcberragende milit\u00e4rische Bedeutung der USA f\u00fcr die NATO erh\u00f6ht den Druck auf die Europ\u00e4er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese k\u00f6nnten dennoch mehr tun, als nur einen<strong> <\/strong>Unterst\u00fctzerbrief f\u00fcr Gr\u00f6nland zu schreiben. Guntram Wolff pl\u00e4diert daf\u00fcr, die US-Botschafter in den gro\u00dfen EU-Hauptst\u00e4dten einzuberufen oder die schnelle EU-Eingreiftruppe zu aktivieren und nach Gr\u00f6nland zu schicken.<\/p>\n<p>    Was die USA riskieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Stefanie Babst, ehemaliges Mitglied des NATO-Planungsstabs, glaubt, dass reine Solidarit\u00e4tsbekundungen &#8222;an der Hybris des Wei\u00dfen Hauses abprallen&#8220; w\u00fcrden. Dabei k\u00f6nnten &#8211; und m\u00fcssten &#8211; die Europ\u00e4er auf die Bestrebungen der USA eine &#8222;fundamentale&#8220; Antwort geben. Denn, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/tagesthemen\/video-1542492.html\" title=\"Stefanie Babst, ehem. Mitglied NATO-Planungsstab, \u00fcber die Bedeutung des US-Anspruchs auf Gr\u00f6nland f\u00fcr die NATO\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagte Babst in den tagesthemen<\/a>, auch die USA wollten etwas von Europa:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Die Amerikaner m\u00f6chten auch weiterhin ihre Truppen auf unserem Kontinent stationieren, sie m\u00f6chten, dass wir ihre Waffen kaufen, sie m\u00f6chten, dass wir ihre Technologie kaufen. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es sei keinesfalls so, dass die Europ\u00e4er keine Hebel h\u00e4tten, um den USA deutlich zu machen: &#8222;Damit ist jetzt Schluss.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch von solchen Ma\u00dfnahmen gegen die USA ist in Br\u00fcssel nichts zu h\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.01.2026 21:34 Uhr Die USA gehen mit ihrer Forderung nach einer \u00dcbernahme Gr\u00f6nlands auf Konfrontation mit ihren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":706304,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[548,452,13,14,1159,15,12,10,8,9,11,113,64],"class_list":{"0":"post-706303","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-eu","9":"tag-groenland","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-nato","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-trump","20":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115867602509833023","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/706303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=706303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/706303\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/706304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=706303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=706303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=706303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}