{"id":708637,"date":"2026-01-10T21:27:19","date_gmt":"2026-01-10T21:27:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/708637\/"},"modified":"2026-01-10T21:27:19","modified_gmt":"2026-01-10T21:27:19","slug":"eu-kommission-will-huawei-und-zte-europaweit-verbieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/708637\/","title":{"rendered":"EU-Kommission will Huawei und ZTE europaweit verbieten"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission will chinesische Telekomausr\u00fcster per Gesetz aus sensiblen Infrastrukturen verbannen. Der Vorschlag l\u00f6st Widerstand aus und droht mit Milliardenkosten f\u00fcr Betreiber.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission plant einen radikalen Schritt: Sie will chinesische Telekom-Riesen wie Huawei und ZTE per Gesetz aus kritischen Netzen verbannen. Ein entsprechender Vorschlag soll bereits am Dienstag, dem 14. Januar 2026, vorgelegt werden. Damit w\u00fcrde aus einer freiwilligen Empfehlung f\u00fcr die Mitgliedstaaten eine verbindliche Pflicht \u2013 ein Paradigmenwechsel in der europ\u00e4ischen Cybersicherheitspolitik.<\/p>\n<p>Von der Empfehlung zum harten Gesetz<\/p>\n<p>Bislang galt die sogenannte <strong>5G-Toolbox<\/strong> von 2020. Sie forderte die Staaten lediglich auf, Hochrisiko-Anbieter von sensiblen Teilen ihrer Telekommunikationsnetze auszuschlie\u00dfen. Die Umsetzung verlief jedoch schleppend und uneinheitlich. Ende 2025 hatten weniger als die H\u00e4lfte der EU-L\u00e4nder umfassende Verbote erlassen. In Br\u00fcssel spricht man von einem \u201cFlickenteppich der Verwundbarkeit\u201d.<\/p>\n<p>Der neue Gesetzesentwurf soll das \u00e4ndern. Wie das Nachrichtenportal Golem.de und der Rechtsservice MLEX berichten, sieht er die <strong>verpflichtende Entfernung<\/strong> von Komponenten risikobehafteter Anbieter vor. Die nationalen Regierungen m\u00fcssten Huawei- und ZTE-Technik aus ihrer kritischen Infrastruktur entfernen \u2013 nicht nur aus 5G-Netzen, sondern m\u00f6glicherweise auch aus Bereichen wie Gesundheitswesen und Energie.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Netzbetreiber stehen vor einem kostspieligen Rip\u2011and\u2011Replace und versch\u00e4rften Sicherheitsauflagen. Das kostenlose E\u2011Book \u201cCyber Security Awareness Trends\u201d erkl\u00e4rt, welche Risiken durch Zulieferer entstehen, wie Sie Lieferanten\u2011Risiken bewerten und welche schnellen Schutzma\u00dfnahmen jetzt Priorit\u00e4t haben. 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Das Ziel ist klar: einheitliche Sicherheitsstandards im Binnenmarkt, damit eine Schwachstelle in einem Land nicht die Sicherheit der gesamten Union gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Widerstand aus Berlin und Madrid erwartet<\/p>\n<p>Doch der Plan d\u00fcrfte auf erbitterten Widerstand sto\u00dfen \u2013 vor allem in <strong>Berlin<\/strong> und <strong>Madrid<\/strong>. Deutschland hat zwar einen eigenen Fahrplan f\u00fcr den Ausstieg: Bis 2026 sollen chinesische Komponenten aus dem 5G-Kernnetz verschwinden, bis 2029 auch aus den Zugangsnetzen. Ein einheitliches EU-Gesetz k\u00f6nnte diesen ausgehandelten Zeitplan \u00fcber den Haufen werfen und einen abrupten, kostspieligen \u201cRip-and-Replace\u201d-Prozess erzwingen.<\/p>\n<p>Auch Spanien gilt als potenzieller Gegner. Spanische Beh\u00f6rden haben k\u00fcrzlich noch Huawei-\u201cOceanstor\u201d-Server f\u00fcr sensible Regierungsoperationen beschafft. Sie verteidigten den Kauf damit, dass die Hardware ohne externen Zugang arbeite. Ein verbindliches EU-Gesetz w\u00fcrde solche Beschaffungen wohl illegal machen und den teuren Austausch frisch installierter Infrastruktur n\u00f6tig machen.<\/p>\n<p>Der Kommissionsvorschlag sieht daher offenbar scharfe Sanktionen vor: <strong>Vertragsverletzungsverfahren<\/strong> und hohe Geldstrafen f\u00fcr s\u00e4umige Mitgliedstaaten. Dieser Durchsetzungsmechanismus soll die diplomatische Tr\u00e4gheit \u00fcberwinden, die es Hochrisiko-Anbietern bisher erlaubt hat, in etwa einem Drittel der europ\u00e4ischen Mobilfunknetze Fu\u00df zu fassen.<\/p>\n<p>Milliardenkosten und geopolitische Spannungen<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Folgen w\u00e4ren immens. Telekommunikationsbetreiber warnen seit langem vor Milliardenkosten und Verz\u00f6gerungen beim Ausbau der n\u00e4chsten Netzgeneration. Der Europ\u00e4ische Rechnungshof sch\u00e4tzte, dass der Ersatz vorhandener chinesischer Ausr\u00fcstung die Branche j\u00e4hrlich \u00fcber <strong>3 Milliarden Euro<\/strong> kosten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zugleich spitzen sich die geopolitischen Spannungen zu. Der Vorsto\u00df f\u00e4llt in eine Zeit, in der Europa seine \u201ctechnologische Souver\u00e4nit\u00e4t\u201d st\u00e4rken will. Die Kommission scheint nicht l\u00e4nger bereit, die Sicherheitsrisiken durch Anbieter zu tolerieren, die chinesischen Geheimdienstgesetzen unterliegen.<\/p>\n<p>Doch l\u00f6st ein Verbot das Problem der Abh\u00e4ngigkeit? Zwar k\u00f6nnten europ\u00e4ische Champions wie <strong>Nokia<\/strong> und <strong>Ericsson<\/strong> profitieren. Doch einige Branchenstimmen warnen davor, eine Abh\u00e4ngigkeit durch eine andere zu ersetzen. Die nordischen Firmen sind tief mit US-M\u00e4rkten und dem Verteidigungssektor verflochten.<\/p>\n<p>Entscheidung f\u00e4llt am Dienstag<\/p>\n<p>Der Countdown l\u00e4uft. Am <strong>14. Januar 2026<\/strong> will die Kommission den \u00fcberarbeiteten <strong>Cybersecurity Act<\/strong> offiziell vorlegen. Best\u00e4tigen sich die geleakten Details, beginnt ein z\u00e4hes Gesetzgebungsverfahren mit dem Europ\u00e4ischen Parlament und dem Rat der EU.<\/p>\n<p>Die kommenden Monate werden von intensivem Lobbying der Telekombetreiber und diplomatischem Gegenwind aus Peking gepr\u00e4gt sein. China hat solche Ma\u00dfnahmen bereits als \u201cunilateralen Machtmissbrauch\u201d verurteilt und mit Vergeltung gedroht. F\u00fcr die EU-Mitgliedstaaten scheint die Zeit der Unklarheit \u00fcber Hochrisiko-Anbieter zu Ende zu gehen \u2013 ersetzt durch einen strikten Rechtsrahmen, der Sicherheit \u00fcber Kosten stellt.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>PS: Sollte der \u00fcberarbeitete Cybersecurity Act kommen, z\u00e4hlt schnelle Umsetzung. Unser Gratis\u2011Leitfaden zeigt konkrete, kosteneffiziente Ma\u00dfnahmen \u2013 von Lieferanten\u2011Audits \u00fcber technische Hardening\u2011Schritte bis zu Awareness\u2011Programmen f\u00fcr Mitarbeitende. 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