{"id":709006,"date":"2026-01-11T01:08:14","date_gmt":"2026-01-11T01:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/709006\/"},"modified":"2026-01-11T01:08:14","modified_gmt":"2026-01-11T01:08:14","slug":"man-stelle-sich-vor-nur-ein-einziges-dieser-schiffe-wuerde-in-der-ostsee-havarieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/709006\/","title":{"rendered":"\u201eMan stelle sich vor, nur ein einziges dieser Schiffe w\u00fcrde in der Ostsee havarieren\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspASg3 tspASg4\"><strong>Herr Brake, am vergangenen Mittwoch haben die USA im Atlantik <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/vorfall-im-nordatlantik-usa-beschlagnahmen-tanker-unter-russischer-flagge-15112258.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen \u00d6ltanker der russischen Schattenflotte festgesetzt<\/a>, der gegen Sanktionen versto\u00dfen haben soll \u2013 trotz vorheriger Warnungen aus Moskau und mehrerer russischer Boote, die das Schiff eskortierten. Wie brenzlig war die Situation?<\/strong><br \/>Milit\u00e4risch brenzlig war die Lage in meinen Augen nicht. Nach allem, was wir wissen, sind hier keine gegnerischen Schiffe in unmittelbarer N\u00e4he aufeinandergetroffen. Die US-Einheiten haben sich dem \u00d6lfrachter von einem Helikopter aus gen\u00e4hert.<\/p>\n<p>Moskau hat aber durchaus die Muskeln spielen lassen, indem es eigene Schiffe zum Schutz der \u201eMarinera\u201c entsandte und indem es das Schiff vor dem Zugriff unter russischer Flagge registrierte. <\/p>\n<p class=\"tspASg3\">Davon haben sich die Amerikaner allerdings nicht beeindrucken lassen. Was nat\u00fcrlich ein starkes Zeichen war, denn sie haben damit signalisiert: \u201eWir lassen uns hier von milit\u00e4rischen Drohungen der Russen nicht einsch\u00fcchtern, sondern verfolgen unsere nationalen Interessen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Die \u201eMarinera\u201c wurde mitten auf offener See zwischen Island und den britischen Inseln beschlagnahmt. Ist das \u00fcberhaupt legal?<\/strong><br \/>Die UN-Seerechtskonvention \u2013 die die Amerikaner \u00fcbrigens nicht ratifiziert haben, an die sie sich aber dennoch halten \u2013 zieht hier grunds\u00e4tzlich enge Grenzen. In diesem speziellen Fall erlaubt sie ein solches Vorgehen aber, wenn die Vorw\u00fcrfe so sind, wie beschrieben. <\/p>\n<p>Zur Person<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Moritz Brake<\/strong> ist Reserveoffizier der deutschen Marine und Senior Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies der Universit\u00e4t Bonn. Mit seinem Unternehmen Nexmaris bietet er au\u00dferdem maritime Sicherheitsberatung an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/moritz-brake.jpeg\"   alt=\"Expertenfoto&#10;Name: Moritz Brake, Credit: privat\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAUg6\"\/><\/p>\n<p class=\"tspABey\"> \u00a9 privat <\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>N\u00e4mlich?<\/strong><br \/>Die Amerikaner haben laut eigener Aussage aus Verdacht \u00fcber den Status der Flagge gehandelt. Die \u201eMarinera\u201c war noch vor einigen Wochen unter dem Namen \u201eBella-1\u201c und unter guyanischer Flagge unterwegs. <\/p>\n<p class=\"tspASg3\">Erst, als die US-Beh\u00f6rden das Schiff im Dezember zu verfolgen begannen, weil es ihre Seeblockade <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/sie-durchforsten-hauser-und-handys-venezuelas-regime-sucht-nach-mutmasslichen-us-kollaborateuren-15110627.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nach Venezuela<\/a> durchbrechen wollte, lie\u00df die Besatzung es pl\u00f6tzlich in Russland registrieren und pinselte eine handgemalte russische Flagge auf die Au\u00dfenwand des Schiffs. Das ist nat\u00fcrlich alles sehr verd\u00e4chtig.<\/p>\n<p>In einem solchen Fall ist die Meinung der Seerechtler einhellig: Wenn derart erhebliche Zweifel dar\u00fcber bestehen, welchen Flaggenstatus ein Schiff hat, dann d\u00fcrfen Kriegs- oder K\u00fcstenwachschiffe einer anderen Nation dieses auch au\u00dferhalb ihrer Hoheitsgew\u00e4sser \u00fcberpr\u00fcfen. Notfalls auch unter Anwendung von Gewalt, nat\u00fcrlich nur in proportionalem Umfang. So soll verhindert werden, dass Schiffe sich internationalem Recht entziehen. <\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Der Trump-Administration ging es allerdings kaum nur um das internationale Seerecht.<\/strong><br \/>Nein, und hier kommen wir zum zweiten Teil der Begr\u00fcndung, die die Amerikaner zur Rechtfertigung ihres Vorgehens anf\u00fchren: den Schutz der nationalen Sicherheit.<\/p>\n<p class=\"tspASg3\">Die USA argumentieren, dass ihre nationale Sicherheit durch Sanktionsbruch oder die Unterst\u00fctzung diktatorischer Regime bedroht sei. Das ist zwar im Seerecht so nicht vorgesehen, aber in der UN-Charta gibt es das Recht auf Selbstverteidigung von Staaten. Und das legen die USA deutlich weiter aus, als es zum Beispiel Deutschland in der Vergangenheit getan hat.  <\/p>\n<blockquote class=\"tspCRo1\">\n<p>Grunds\u00e4tzlich geht es den Amerikanern immer darum, den machtpolitischen Einfluss Chinas zur\u00fcckzudr\u00e4ngen \u2013 und damit auch den machtpolitischen Einfluss Russlands, vor allem dort, wo er China flankiert.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCRo2\"><strong>Moritz Brake<\/strong>, Sicherheitsexperte<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Also richtete sich der Schlag mehr gegen das venezolanische Regime als gegen das russische?<\/strong><br \/>Das eine l\u00e4sst sich nicht von dem anderen trennen. Grunds\u00e4tzlich geht es den Amerikanern immer darum, den machtpolitischen Einfluss Chinas zur\u00fcckzudr\u00e4ngen \u2013 und damit auch den machtpolitischen Einfluss Russlands, vor allem dort, wo er China flankiert.<\/p>\n<p>Ich denke, die Operation am vergangenen Mittwoch war <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/trump-entfacht-machtkampf-mit-putin-auf-offener-see-es-zeigt-dass-trumps-kreml-bonus-grenzen-hat-15116343.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein eindeutiges Signal an Russland<\/a>, dass es blo\u00df nicht versuchen soll, sich in die Situation in Venezuela oder \u00fcberhaupt in die amerikanische Au\u00dfenpolitik einzumischen. Daf\u00fcr eignet sich das Vorgehen gegen einen Tanker recht gut: Es sendet einerseits eine unmissverst\u00e4ndliche Botschaft. Andererseits ist die Gefahr, dass daraus eine echte Konfrontation oder gar ein l\u00e4ngerer Konflikt zwischen den Streitkr\u00e4ften Russlands und der USA entbrennt, extrem gering.<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Auch in europ\u00e4ischen Gew\u00e4ssern sorgt Russlands Schattenflotte immer wieder f\u00fcr Aufsehen. Was f\u00fcr Schiffe sind das genau?<\/strong><br \/>Ganz grundlegend geht es bei der Schattenflotte um Schiffe, die zwielichtige Praktiken nutzen, um internationale Sanktionen zu unterlaufen \u2013 also auch die \u00d6lsanktionen, die die EU nach Beginn der <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/konnte-die-ukraine-2026-den-krieg-verlieren-wir-europaer-machen-uns-selbst-lacherlich-15093379.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">russischen Vollinvasion in der Ukraine<\/a> gegen Moskau verh\u00e4ngt hat. Die Besitzerverh\u00e4ltnisse sind v\u00f6llig unterschiedlich, aber am Ende stehen immer in irgendeiner Form russische Drahtzieher oder russische Unternehmen dahinter, die davon profitieren.<\/p>\n<p>Insgesamt sind dank Satellitenbildern und anderer Formen der Nachrichtengewinnung weltweit Hunderte Schiffe als Mitglieder der russischen Schattenflotte identifiziert, einige Sch\u00e4tzungen gehen von bis zu 1400 Tankern aus. Die meisten von ihnen sind in Europa unterwegs. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCRo1\">\n<p>Wir haben es nicht nur mit einer Flotte zu tun, die unsere Sanktionen umgeht und durch ihre Einnahmen Russlands Kriegsmaschinerie befeuert. Wir sind auch mit immensen Umweltrisiken konfrontiert.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCRo2\"><strong>Moritz Brake<\/strong>, Sicherheitsexperte, \u00fcber die Gefahren durch Russlands Schattenflotte<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Was meinen Sie mit \u201ezwielichtigen Praktiken\u201c?<\/strong><br \/>Zum Beispiel, dass Schiffspapiere gef\u00e4lscht werden oder die Besatzung die Herkunft des \u00d6ls verschleiert, um es auf dem Weltmarkt zu Marktpreisen und in Mengen verkaufen zu k\u00f6nnen, die weit \u00fcber das hinausgehen, was im Rahmen der europ\u00e4ischen Sanktionsregelungen erlaubt w\u00e4re.<\/p>\n<p>Auch ein kurzfristiger Flaggenwechsel oder eine pl\u00f6tzliche Umbenennung, wie wir das im Fall der \u201eMarinera\u201c gesehen haben, sind sehr typisch f\u00fcr die Schattenflotte. Oft haben die Frachter zudem das sogenannte AIS-System ausgeschaltet, \u00fcber das sie eigentlich Daten \u00fcber Position, Geschwindigkeit und ihren Kurs \u00fcbermitteln sollten. Gerade in <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/tanker-der-russischen-schattenflotte-vor-rugen-deutscher-zoll-darf-die-eventin-vorerst-nicht-einziehen-15041726.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stark befahrenen Meeren wie der Ostsee<\/a> kann das schnell zu einem Sicherheitsrisiko werden \u2013 \u00fcbrigens nicht das einzige, das von diesen Schiffen ausgeht. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/manovrierunfahiger-oltanker-in-sassnitz.jpeg\"   alt=\"Der man\u00f6vrierunf\u00e4hige Tanker \u201eEventin\u201c liegt zwischen Binz und Sassnitz auf der Reede Sassnitz. Der mit rund 99.000 Tonnen \u00d6l beladene Tanker soll so lange dort bleiben, bis \u00fcber das weitere Vorgehen entschieden ist. \" aria-labelledby=\"caption-13071910\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAUg6\"\/> Der \u00d6l-Frachter \u201eEventin\u201c vor R\u00fcgen. Im Januar 2025 havarierte das Schattenflotte-Schiff in der deutschen Ostsee. <\/p>\n<p class=\"tspABey\"> \u00a9 dpa\/Stefan Sauer <\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Welche Gefahren lauern noch?<\/strong><br \/>Viele der Frachter sind alt und in zweifelhaftem Zustand. Das liegt vor allem daran, dass Russland nach Kriegsbeginn auf einen Schlag recht viele Schiffe einkaufen oder chartern musste, um sich diese Schattenflotte aufbauen zu k\u00f6nnen. Da hat man dann eben geschaut, was schnell und g\u00fcnstig auf dem Markt verf\u00fcgbar war \u2013 ohne R\u00fccksicht auf irgendwelche Umweltschutzbedingungen.<\/p>\n<p>Wir Europ\u00e4er haben dadurch jetzt ein doppeltes Problem: Wir haben es nicht nur mit einer Flotte zu tun, die unsere Sanktionen umgeht und durch ihre Einnahmen Russlands Kriegsmaschinerie befeuert. Wir sind auch mit immensen Umweltrisiken konfrontiert. Man stelle sich vor, nur ein einziges dieser Schiffe w\u00fcrde in der Ostsee havarieren und die riesigen Mengen \u00d6l, die es geladen hat, verlieren. Das w\u00e4re eine riesige <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/sechs-monate-nach-der-havarie-russische-oltanker-richten-verheerende-schaden-im-schwarzen-meer-an-13843147.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umweltkatastrophe, die Generationen belasten w\u00fcrde<\/a>.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCRo1\">\n<p>Ist es friedlich, wenn ein sanktionsbrechendes Schiff durch nationale Gew\u00e4sser f\u00e4hrt und obendrein daran beteiligt ist, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCRo2\"><strong>Moritz Brake<\/strong>, Sicherheitsexperte<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Was d\u00fcrfen diese Schiffe in EU-Gew\u00e4ssern \u2013 und was nicht?<\/strong><br \/>Sie d\u00fcrfen in europ\u00e4ischen H\u00e4fen keinerlei Infrastruktur nutzen, sie d\u00fcrfen hier nicht anlanden, nicht handeln, keine Dienstleistungen von Hafenbetreibern nutzen und vor allem ihre Fracht hier nicht abgeben, sofern sie unter die Sanktionen f\u00e4llt. <\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Welche M\u00f6glichkeiten haben die europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden, gegen sie vorzugehen?<\/strong><br \/>Ein fragw\u00fcrdiger Flaggenstatus, Umweltgefahren oder Seeunt\u00fcchtigkeit erlauben eine Untersuchung der Schiffe. Einmal an Bord, m\u00fcssen auftretende Verdachtsmomente weiterverfolgt werden. Bringt man die Schiffe in unsere K\u00fcstengew\u00e4sser, k\u00f6nnen auch sanktioniertes \u00d6l beschlagnahmt und <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/ol-transportieren-und-europa-bespitzeln-russlands-schattenflotte-wird-offenbar-auch-zur-spionage-eingesetzt-15065328.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">andere Straftaten geahndet werden<\/a>. In der Praxis zeigt sich aber, dass die Europ\u00e4er oft sehr verhalten agieren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem herrscht in vielen Punkten Uneinigkeit, beispielsweise bei der Frage, ob schon die Durchfahrt durch europ\u00e4ische Hoheitsgew\u00e4sser einen Sanktionsbruch darstellen k\u00f6nnte. Die russischen Schiffe berufen sich hier auf das Prinzip der friedlichen Durchfahrt \u2013 aber ist das wirklich so? Ist es friedlich, wenn ein sanktionsbrechendes Schiff durch nationale Gew\u00e4sser f\u00e4hrt und obendrein daran beteiligt ist, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren?<\/p>\n<p>Eindeutiger ist die Lage, wenn ein Schiff der Sabotage oder Spionage verd\u00e4chtigt wird, wie das mit Blick auf die russische Schattenflotte in der Vergangenheit ja schon \u00f6fter der Fall war. Da ist klar: Ich kann nicht friedliche Durchfahrt durch die nationalen Gew\u00e4sser eines anderen Staates f\u00fcr mich in Anspruch nehmen und gleichzeitig dessen Unterseekabel zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file-photo-finland-recovers-anchor-from-seabed-in-baltic-sea-cables-investigation.jpeg\"   alt=\"Arbeiter an Deck des in Finnland beschlagnahmten Tankers \u201eEagle S\u201c. Auch dieses Schiff soll zur russischen Schattenflotte geh\u00f6ren.\" aria-labelledby=\"caption-13072537\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAUg6\"\/> Vor rund einem Jahr wurde in Finnland der Tanker \u201eEagle S\u201c beschlagnahmt. Der Besatzung wird vorgeworfen, mithilfe des Ankers Kabel am Meeresgrund besch\u00e4digt zu haben.  <\/p>\n<p class=\"tspABey\"> \u00a9 Reuters\/Poliisi <\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Kann Europa im Kampf gegen die Schattenflotte von den Amerikanern lernen?<\/strong><br \/>Erst einmal vorweg: Wir tun derzeit viel, um unsere Handlungsf\u00e4higkeit auf See zu steigern. Sei es das deutsch-norwegische U-Boot-Projekt, das bereits existiert, oder die kanadische Ausschreibung f\u00fcr einen U-Boot-Beschaffungsprozess, auf den sich beide Staaten beworben haben.<\/p>\n<p>Wenn es wirklich dazu kommt, dass Deutschland, Norwegen und Kanada gemeinsam eine U-Boot-Flotte aufbauen, dann haben wir es mit einer vertieften strategischen Partnerschaft und\u00a0der gr\u00f6\u00dften konventionellen U-Boot-Flotte in der Nato zu tun, die in der Lage w\u00e4re, den gesamten Seeraum rund um den Nordatlantik <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/russland-nimmt-norwegens-norden-ins-visier-moskau-wirbt-aktiv-um-die-bevolkerung-14841524.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">und die arktischen Gew\u00e4sser<\/a> zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>Aber ja, bei der Bek\u00e4mpfung der Schattenflotte k\u00f6nnen wir absolut von den USA lernen. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCRo1\">\n<p>Wir treten Russland zu wenig entgegen\u00a0\u2013 und die USA nehmen das als Schw\u00e4che wahr.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCRo2\"><strong>Moritz Brake<\/strong>, Sicherheitsexperte, \u00fcber ein Problem der Europ\u00e4er<\/p>\n<p class=\"tspASg3\"><strong>Was genau?<\/strong><br \/>Zun\u00e4chst einmal, das geltende Seerecht anzuwenden. Wenn solche Schiffe einen zweifelhaften Flaggenstatus haben, dann ist das eine regelrechte Einladung, eine Aufforderung, sie zu inspizieren. Immerhin treten wir f\u00fcr die internationale Ordnung ein, indem wir sicherstellen, dass keine Schiffe mit irgendwelchen durchgemogelten Registrierungen unterwegs sind.<\/p>\n<p>Wenn wir dann erst mal an Bord sind, k\u00f6nnen wir gucken, was sonst noch f\u00fcr Indizien vorliegen. Ob der Tanker beispielsweise sein AIS-Funksystem abgeschaltet hat und somit eine Verkehrsgef\u00e4hrdung vorliegt oder ob er durch seinen schlechten Gesamtzustand eine Umweltgef\u00e4hrdung darstellt. In diesem Fall d\u00fcrften wir ihn mit in unsere Hoheitsgew\u00e4sser nehmen und dort weiter untersuchen.<\/p>\n<p>Sollte sich dann auch noch herausstellen, dass jemand an Bord <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/hybride-angriffe-als-kriegsvorbereitung-so-geht-russland-gegen-deutschland-vor-15110172.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spionage oder Sabotage<\/a> begangen hat oder begehen wollte, k\u00f6nnte das nach nationalem Recht strafrechtlich verfolgt werden.<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Trumps Au\u00dfenpolitik<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/trump-entfacht-machtkampf-mit-putin-auf-offener-see-es-zeigt-dass-trumps-kreml-bonus-grenzen-hat-15116343.html?icid=topic-list_15121183___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Mit Blick auf die Schattenflotte sollten auch wir unsere Spielr\u00e4ume besser nutzen, aber das amerikanische Verhalten in der Welt ist alles andere als nachahmenswert. Weder das <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/trump-mochte-wohl-einen-deal-machen-konnen-die-usa-gronland-einfach-kaufen-15110887.html?icid=in-text-link_15121183\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aggressive Auftreten gegen\u00fcber Gr\u00f6nland<\/a> noch der Umgang mit den eigenen Verb\u00fcndeten.<\/p>\n<p>Auch hier w\u00fcrde uns ein entschlosseneres Auftreten allerdings helfen. Wir treten Russland zu wenig entgegen\u00a0\u2013 und die USA nehmen das als Schw\u00e4che wahr. W\u00fcrden wir hingegen robust gegen die russische Schattenflotte vorgehen, die Ukraine konsequent unterst\u00fctzen und chinesische Einflussnahme klar benennen, dann w\u00fcrde man das in Amerika sehr wohl wahrnehmen. Das w\u00e4re, denke ich, der beste Weg, um Donald Trump wieder einzufangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Brake, am vergangenen Mittwoch haben die USA im Atlantik einen \u00d6ltanker der russischen Schattenflotte festgesetzt, der gegen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":709007,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[227,88475,106,13,3295,1435,14,15,307,12,10,8,9,11,317,64,103,306,104],"class_list":{"0":"post-709006","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-china","9":"tag-die-eu","10":"tag-donald-trump","11":"tag-headlines","12":"tag-hochschulen","13":"tag-krieg-in-der-ukraine","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-ukraine","23":"tag-usa","24":"tag-welt","25":"tag-wladimir-putin","26":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115873795732047581","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/709006","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=709006"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/709006\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/709007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=709006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=709006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=709006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}