{"id":709088,"date":"2026-01-11T02:02:29","date_gmt":"2026-01-11T02:02:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/709088\/"},"modified":"2026-01-11T02:02:29","modified_gmt":"2026-01-11T02:02:29","slug":"schwerverletzte-haben-am-ukl-ueberdurchschnittlich-gute-ueberlebensprognose-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/709088\/","title":{"rendered":"Schwerverletzte haben am UKL \u00fcberdurchschnittlich gute \u00dcberlebensprognose \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Beim Standard der Versorgung und Behandlung schwerverletzter Patient:innen z\u00e4hlt das Universit\u00e4tsklinikum Leipzig (UKL) zur bundesweiten Spitze. Dies geht aus dem TraumaRegister (TR) DGU\u00ae 2025 hervor. Das UKL punktet insbesondere mit einer h\u00f6heren \u00dcberlebensprognose Schwerverletzter bei einer gleichzeitig unterdurchschnittlichen Liegedauer auf der Intensivstation. <\/p>\n<p>Herausragend ist dar\u00fcber hinaus die \u00fcberregionale Bedeutung von Leipzigs gr\u00f6\u00dftem Traumazentrum, welche sich in einem gro\u00dfen Einzugsgebiet zeigt, aus dem schwerverletzte Patient:innen hierher gebracht werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr das TR-DGU wurden die Daten von insgesamt 684 teilnehmenden Kliniken ausgewertet \u2013 neben Deutschland aus zehn weiteren L\u00e4ndern, der \u00fcberwiegende Teil davon aus Belgien, \u00d6sterreich und der Schweiz. Es wird von der <a href=\"https:\/\/www.dgu-online.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Unfallchirurgie e. V.<\/a> und der AUC \u2013 Akademie der Unfallchirurgie GmbH herausgegeben.<\/p>\n<p>Schwerverletzte, die ans UKL eingeliefert werden, haben einen um 2,6 Prozent gr\u00f6\u00dferen \u00dcberlebensvorteil. Dazu wurde f\u00fcr jede\/n der dokumentierten schwerverletzten Patient:innen, die im Jahr 2024 am UKL prim\u00e4r versorgt worden waren, eine eigens f\u00fcr das Register entwickelten Vorhersage der Mortalit\u00e4t (Sterblichkeit) anhand von 13 Kriterien erstellt. Mit einem Wert von 13,9 Prozent lag diese Prognose, in die unter anderem das Alter und das Verletzungsmuster einflie\u00dfen, 2,6 Prozentpunkte \u00fcber der tats\u00e4chlich eingetretenen Mortalit\u00e4t. <\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Dank der exzellenten Behandlung haben am UKL mehr Patient:innen \u00fcberlebt als aufgrund ihrer Prognose zu erwarten gewesen w\u00e4re. Mehr noch: Im Vergleich aller im TR-DGU aufgef\u00fchrten Kliniken wird deutlich, dass lediglich vier Kliniken mit gleicher beziehungsweise gr\u00f6\u00dferer Fallzahl eine \u00e4hnlich positive Differenz zwischen beobachteter und erwarteter Sterblichkeit aufweisen wie das<a href=\"https:\/\/www.uniklinikum-leipzig.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"> Leipziger Universit\u00e4tsklinikum<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Hohe Fallzahlen aus einem gro\u00dfen Einzugsgebiet<\/p>\n<p>\u201eMit 299 Patient:innen im sogenannten statistischen Basiskollektiv liegen wir in Deutschland ebenfalls sehr weit vorn\u201c, sagt Prof. Christian Kleber, Leiter des \u00dcberregionalen Traumazentrums am UKL. F\u00fcr eine Auswertung im <a href=\"https:\/\/www.auc-online.de\/unsere-angebote\/medizinische-register\/traumaregister-dgu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">TraumaRegister DGU\u00ae<\/a> werden alle Patient:innen ber\u00fccksichtigt, die \u00fcber den Schockraum aufgenommen und anschlie\u00dfend intensivtherapeutisch versorgt wurden.<\/p>\n<p>\u201eIm Vergleich zu anderen \u00fcberregionalen Traumazentren kommen wir auf eine mehr als dreimal h\u00f6heren Fallzahl als der Schnitt.\u201c F\u00fcr Prof. Kleber spielt hier auch das gro\u00dfe Einzugsgebiet des UKL eine Rolle, was sich im Anteil der an das Klinikum verlegten schwerverletzten Patient:innen widerspiegelt: \u201eMit 28,4 Prozent haben wir am UKL \u00fcber ein Viertel so genannte Sekund\u00e4rverlegungen. <\/p>\n<p>Das sind Patient:innen, die aus anderen Einrichtungen zu uns kommen. Der deutschlandweite Schnitt liegt hier bei lediglich 8,4 Prozent. Im Gegenzug behandeln wir 71,6 Prozent prim\u00e4r, also als Erstversorger \u2013 gegen\u00fcber bundesweit 91,6 Prozent\u201c, erg\u00e4nzt der Unfallchirurg, der zugleich als stellvertretender Direktor der <a href=\"https:\/\/www.uniklinikum-leipzig.de\/einrichtungen\/oup\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Klinik und Poliklinik f\u00fcr Orthop\u00e4die, Unfallchirurgie und plastische Chirurgie<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.uniklinikum-leipzig.de\/einrichtungen\/oup\/unfallchirurgie\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Bereichsleiter Unfallchirurgie<\/a> t\u00e4tig ist.\u00a0<\/p>\n<p>Trotz gravierender anatomischer Verletzungen k\u00fcrzere ITS-Liegezeiten<\/p>\n<p>Obwohl die Patient:innen am UKL \u00fcberdurchschnittlich oft unter vergleichsweise gravierenden Verletzungen von Wirbels\u00e4ulen, Becken, Gesicht oder den unteren Extremit\u00e4ten leiden, bleiben sie f\u00fcr einen k\u00fcrzeren Zeitraum auf der Intensivstation (ITS) als im deutschlandweiten Vergleich. Das TraumaRegister DGU\u00ae gibt hier Auskunft, wie hoch bei \u00fcberlebenden Patient:innen die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen verl\u00e4ngerten Aufenthalt (\u00fcber sieben Tage) auf der Intensivstation ist. <\/p>\n<p>Diese Prognose wurde anschlie\u00dfend der tats\u00e4chlich beobachteten Aufenthaltsdauer gegen\u00fcbergestellt. Das Ergebnis: Am Universit\u00e4tsklinikum Leipzig lag der Anteil an \u00fcberlebenden Patient:innen, die l\u00e4nger als sieben Tage auf der Intensivstation verbleiben mussten, bei 18,5 Prozent \u2013 und damit deutlich unter dem prognostizierten Wert anhand der Verletzungsschwere von 24,5 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Hoher Grad der Vernetzung und effiziente interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit\u00a0<\/p>\n<p>Einen wichtigen Grund f\u00fcr die herausragenden Kennziffern bei der Versorgung von Traumapatient:innen sieht Prof. Christian Kleber in der hochvernetzten, qualit\u00e4tsgesicherten Traumaversorgung innerhalb des Trauma-Netzwerkes Westsachsen. Als dessen Gr\u00fcndungsmitglied im Jahr 2009 nimmt das UKL eine zentrale Rolle bei der \u00fcberregionalen Versorgung Schwerverletzter ein und tr\u00e4gt ma\u00dfgeblich zur Weiterentwicklung einheitlicher Behandlungsstandards und zur Sicherstellung einer fl\u00e4chendeckenden Versorgung auf h\u00f6chstem Niveau bei.\u00a0<\/p>\n<p>Im Traumazentrum UKL selbst kommt der interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit und dem kontinuierlichen fachlichen Austausch eine besondere Bedeutung zu. So tauschen sich beispielsweise Expert:innen verschiedener Disziplinen und Versorgungsstufen in der Arbeitsgruppe Polytraumazirkel regelm\u00e4\u00dfig zur Weiterentwicklung der Traumaversorgung aus. Gemeinsam werden hier reale Versorgungsf\u00e4lle analysiert, Schnittstellen optimiert und gepr\u00fcft, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse in die klinische Praxis \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\u201eDiese strukturierte Zusammenarbeit st\u00e4rkt nicht nur die Versorgungsqualit\u00e4t innerhalb des Traumazentrums UKL, sondern f\u00f6rdert auch eine gemeinsame Lern- und Fehlerkultur\u201c, beschreibt es Prof. Christian Kleber.\u00a0<\/p>\n<p>In seiner Funktion als Kinderpolytrauma-Referenzzentrum b\u00fcndelt das UKL dar\u00fcber hinaus spezialisierte medizinische, pflegerische und therapeutische Kompetenzen, um auch schwerstverletzte Kinder und Jugendliche altersgerecht, schnell und umfassend versorgen zu k\u00f6nnen. Hinzu kommen regelm\u00e4\u00dfige (unangek\u00fcndigte) Schrockraum- und Notfalltrainings inklusive Not-OP-Techniken, die Einbindung in das Interdisziplin\u00e4re Versorgungsnachweissystem IVENA zur Echtzeit-Kommunikation und Steuerung von Patientenstr\u00f6men zwischen Rettungsdiensten, Leitstellen und Krankenh\u00e4usern und vieles mehr.<\/p>\n<p>Geschlossene \u201eRettungskette\u201c erh\u00f6ht \u00dcberlebenschancen\u00a0<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Verbesserung der \u00dcberlebenschancen von Unfallopfern ist nicht zuletzt eine konsequent geschlossene \u201eRettungskette\u201c, die eine nahtlose Versorgung vom Unfallort bis zur vollst\u00e4ndigen Rehabilitation gew\u00e4hrleistet. Sie beginnt mit der pr\u00e4klinischen Versorgung durch hochqualifizierte Notfallmediziner:innen, setzt sich \u00fcber die strukturierte Schockraumversorgung und spezialisierte operative sowie intensivmedizinische Behandlung fort und endet nicht zuletzt in einer individuell abgestimmten Nachsorge. <\/p>\n<p>\u201eDiese ganzheitliche Betrachtung der \u2018Rettungskette\u2019 unterstreicht unseren Anspruch, Traumapatientinnen und -patienten nicht nur akut zu retten, sondern ihnen langfristig die bestm\u00f6gliche Lebensqualit\u00e4t zur\u00fcckzugeben\u201c, so Prof. Kleber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beim Standard der Versorgung und Behandlung schwerverletzter Patient:innen z\u00e4hlt das Universit\u00e4tsklinikum Leipzig (UKL) zur bundesweiten Spitze. 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