{"id":710437,"date":"2026-01-11T15:43:11","date_gmt":"2026-01-11T15:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710437\/"},"modified":"2026-01-11T15:43:11","modified_gmt":"2026-01-11T15:43:11","slug":"warken-weist-kennedy-kritik-scharf-zurueck-dw-11-01-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710437\/","title":{"rendered":"Warken weist Kennedy-Kritik scharf zur\u00fcck \u2013 DW \u2013 11.01.2026"},"content":{"rendered":"<p>Gut vier Jahre sind seit dem Ende der globalen Corona-Krise vergangen. Auch in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/deutschland\/t-18507022\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> l\u00e4uft die politische Aufarbeitung dar\u00fcber, was im Kampf gegen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/coronavirus\/t-52106276\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">COVID-19<\/a> nicht gut lief und welche Lehren man daraus f\u00fcr k\u00fcnftige Pandemien zieht.<\/p>\n<p>Aber nun hat das deutsche Vorgehen den Gesundheitsminister der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> auf den Plan gerufen: Robert F. Kennedy Jr., bekannt als Impfkritiker, hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verbal angegriffen.<\/p>\n<p>Kennedy postete am Sonnabend ein Video auf der Plattform X, in dem er der Bundesregierung vorwirft, \u00c4rzte aus politischen Motiven zu g\u00e4ngeln. &#8222;Ich habe erfahren, dass mehr als 1000 deutsche \u00c4rzte und Tausende ihrer Patienten nun mit Strafverfolgung und Strafen rechnen m\u00fcssen, weil sie w\u00e4hrend der Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken oder von der COVID-19-Impfung ausgestellt haben&#8220;, sagte Kennedy.<\/p>\n<p>Brief an Warken aus Washington<\/p>\n<p>Der US-Minister warf der Bundesregierung vor, die &#8222;Autonomie&#8220; von Patienten und \u00c4rzten einzuschr\u00e4nken. Seiner deutschen Kollegin habe er am Freitag einen Brief geschrieben und ihr mitgeteilt, dass dieses Vorgehen nicht hinnehmbar sei, erkl\u00e4rte Kennedy. In der schriftlichen Online-Botschaft, die er zu seinem Video stellte, schrieb Kennedy Warkens Namen falsch als &#8222;Workin&#8220;.<\/p>\n<blockquote class=\"tweet embed\" data-id=\"2009991504081678824\"\/>\n<p>Die Tirade aus Washington lie\u00df Nina Warken nicht auf sich sitzen. Die Bundesgesundheitsministerin regierte scharf auf die Worte ihres Washingtoner Kollegen. &#8222;Die Einlassungen des US-amerikanischen Gesundheitsministers entbehren jeglicher Grundlage, sie sind faktisch falsch und zur\u00fcckzuweisen&#8220;, so Warken.<\/p>\n<p>Es habe in Deutschland w\u00e4hrend der Pandemie keine Pflicht f\u00fcr \u00c4rzte gegeben, Corona-Impfungen zu verabreichen, entgegnete Warken, die selbst erst seit vergangenem Mai im Amt ist. &#8222;Wer aus medizinischen, ethischen oder pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden keine Impfungen anbieten wollte, machte sich weder strafbar, noch mussten Sanktionen bef\u00fcrchtet werden.&#8220;<\/p>\n<p>Warken: &#8222;Therapiefreiheit verfassungsrechtlich gesch\u00fctzt&#8220;<\/p>\n<p>Auch habe kein deutscher Mediziner Berufsverbot bekommen oder eine Geldstrafe zahlen m\u00fcssen, wenn nicht geimpft worden sei. Zu strafrechtlicher Verfolgung komme es in der Bundesrepublik &#8222;ausschlie\u00dflich in F\u00e4llen von Betrug und Urkundenf\u00e4lschung, etwa bei der Ausstellung falscher Impfp\u00e4sse oder unechter Maskenatteste&#8220;, stellte Warken klar.<\/p>\n<p>&#8222;In Deutschland gilt grunds\u00e4tzlich die verfassungsrechtlich gesch\u00fctzte \u00e4rztliche Therapiefreiheit&#8220;, lie\u00df die deutsche Ministerin ihren US-Kollegen wissen. &#8222;\u00c4rztinnen und \u00c4rzte entscheiden selbstst\u00e4ndig und eigenverantwortlich \u00fcber die Behandlung von Patientinnen und Patienten.&#8220; Zugleich seien Patienten frei in ihrer Entscheidung, welche Therapie sie in Anspruch nehmen. All dies &#8222;erl\u00e4utere ich ihm gerne auch pers\u00f6nlich&#8220;, erg\u00e4nzte Warken mit Blick auf Kennedy.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung von Lauterbach<\/p>\n<p>Ihr Vorg\u00e4nger <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/karl-lauterbach\/t-60578409\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karl Lauterbach<\/a> sprang Warken zur Seite. Er antworte auf seinem Social-Media-Account dem &#8222;ehrenwerten&#8220; US-Minister und setzte diesen pers\u00f6nlich in Kopie. Kennedy solle sich lieber &#8222;um Gesundheitsprobleme im eigenen Land k\u00fcmmern. Kurze Lebenserwartung, extreme Kosten, zehntausende Drogentote und Mordopfer. In Deutschland werden \u00c4rzte f\u00fcr falsche Atteste nicht von der Regierung bestraft. Bei uns sind die Gerichte unabh\u00e4ngig.&#8220;<\/p>\n<p>Zoonosen &#8211; kommt die n\u00e4chste Pandemie?<video id=\"video-63648174\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"63648174\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/60834576_605.webp\" data-duration=\"05:03\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>In der Tat landeten einige F\u00e4lle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vor deutschen Gerichten. So hatte ein Arzt im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen rund 400 Impfungen gegen COVID-19 bescheinigt, ohne diese verabreicht zu haben. Vor Gericht gestand er, den Corona-Impfstoff zwar bezogen, aber nicht eingesetzt zu haben. Trotzdem hatten seine Patienten die entsprechenden Aufkleber, Stempel und Unterschriften in ihren Impfp\u00e4ssen erhalten. Er wurde deshalb in zwei Prozessen zu einer Haftstrafe verurteilt.<\/p>\n<p>Im norddeutschen Bundesland Niedersachsen bekam eine \u00c4rztin von einem Gericht eine Bew\u00e4hrungsstrafe. Sie hatte Atteste ausgestellt, damit Menschen keine Corona-Schutzmasken tragen mussten.<\/p>\n<p>Dabei wusste sie laut Gericht, dass die Patienten keine Erkrankungen hatten, die gegen das Tragen einer Maske sprachen. Zudem soll sie bei einer Kundgebung die Corona-Impfung mit dem Holocaust verglichen haben und wurde deshalb auch wegen Volksverhetzung verurteilt.<\/p>\n<p>Umstrittener Trump-Minister<\/p>\n<p>Der US-Gesundheitsminister nannte in diesem Zusammenhang Strafverfolgungen in Deutschland &#8222;politisch motiviert&#8220;, ohne Belege anzuf\u00fchren. Aus seiner Sicht zu Unrecht entzogene Zulassungen f\u00fcr \u00c4rzte sollten wiederhergestellt werden, forderte Kennedy Jr. in seinem Internetvideo.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73597284\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73597284_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"USA Washington D.C. 2025 | Robert F. Kennedy Jr., am Rednerpult des US-Pr\u00e4sidenten, dahinter Donald Trump (12.05.2025)\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Regierungspartner Kennedy und Trump (im Mai): Verschw\u00f6rungstheorien und schrille WortmeldungenBild: Andrew Harnik\/Getty Images<\/p>\n<p>Darin warf er der deutschen Regierung zudem vor, die &#8222;heilige Beziehung&#8220; zwischen Arzt und Patient zu verletzen. Der 71-J\u00e4hrige warnte davor, dass \u00c4rzte in einem solchen System zu &#8222;Vollstreckern staatlicher Politik&#8220; w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Robert Francis Kennedy Jr. gilt als besonders umstrittene Personalie im Kabinett von US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Der Neffe des einstigen US-Pr\u00e4sidenten John F. Kennedy hatte bereits in den vergangenen Jahren Zweifel an Impfungen gestreut, Verschw\u00f6rungstheorien verbreitet und mit schrillen Wortmeldungen von sich reden gemacht.<\/p>\n<p>Einmischung aus den USA inzwischen keine Seltenheit mehr<\/p>\n<p>Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Gr\u00fcnen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, reagierte auf den aktuellen Post des US-Ministers. Es handele sich um keinen Zufall.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75465465\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75465465_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Janosch Dahmen (06.11.2025)\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Gr\u00fcnenpolitiker Dahmen: &#8222;Kein Zufall&#8220;Bild: picture alliance \/ dts-Agentur<\/p>\n<p>Kennedys Vorw\u00fcrfe seien &#8222;Teil eines politischen Kulturkampfs, den Teile der amerikanischen Rechten gezielt nach Europa exportieren&#8220;, sagte Dahmen der Zeitung &#8222;Handelsblatt&#8220;. &#8222;Es geht erkennbar darum, liberale Demokratien zu delegitimieren, Vertrauen in staatliche Institutionen und evidenzbasierte Medizin zu untergraben und letztlich Europa dadurch zu schw\u00e4chen&#8220;, so Dahmen<\/p>\n<p>Unter der Trump-Administration h\u00e4uft sich die Kritik aus den USA an deutscher und europ\u00e4ischer Politik. Trumps Vize JD Vance hielt Deutschland die Nichtbeachtung der Meinungsfreiheit und Ausgrenzung der AfD vor. Auch die Migrationspolitik wurde von US-Seite angegriffen. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte\u00a0dazu, Deutschland brauche &#8222;keine Ermahnungen von au\u00dferhalb&#8220;.<\/p>\n<p>AR\/gri (afp, dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gut vier Jahre sind seit dem Ende der globalen Corona-Krise vergangen. 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