{"id":710590,"date":"2026-01-11T17:13:10","date_gmt":"2026-01-11T17:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710590\/"},"modified":"2026-01-11T17:13:10","modified_gmt":"2026-01-11T17:13:10","slug":"habsburgs-rede-zur-zukunft-europas-regimewechsel-in-moskau-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710590\/","title":{"rendered":"Habsburgs &#8222;Rede zur Zukunft Europas&#8220;: Regimewechsel in Moskau gefordert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karl Habsburg<\/strong> hat anl\u00e4sslich seines 65. Geburtstags Europa zu mehr Verantwortung aufgerufen. In seiner <strong>&#8222;Rede zur Zukunft Europas&#8220;<\/strong> besch\u00e4ftigte sich das Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen am Sonntag mit politischen Krisenherden, der US-Sicherheitsstrategie und der &#8222;offensichtlichen&#8220; US-Unterst\u00fctzung f\u00fcr antieurop\u00e4ische Kr\u00e4fte. Er nannte Teile der EU-Fraktion Patrioten f\u00fcr Europa &#8222;f\u00fcnfte Kolonne Moskaus&#8220;. In Russland forderte er eine Abl\u00f6se des Regimes von <strong>Wladimir Putin<\/strong>.<\/p>\n<p>Bei der Fraktion im EU-Parlament handle es sich &#8222;nicht um Patrioten, sondern um teils brutale Nationalisten&#8220;, erkl\u00e4rte Habsburg in einer englischsprachigen Rede in der Fuchs-Villa in Wien-Penzing. &#8222;Und sie sind schon gar nicht f\u00fcr Europa. Das Konzept dieser Parteien beruht auf einer de facto R\u00fcckabwicklung der europ\u00e4ischen Einigung auf eine reine Zusammenarbeit der Regierungen, ohne gemeinschaftliche Institutionen.&#8220; Viele in der Fraktion vereinten Parteien seien zudem &#8222;in irgendeiner Form mit Putin verbunden&#8220;. &#8222;Sie sind die neue f\u00fcnfte Kolonne Moskaus (die alte aus der kommunistischen Zeit existiert auch noch) und begehen damit doppelten Hochverrat: am eigenen Land und an Europa.&#8220;<\/p>\n<p>    Kritik an EU-F\u00fchrung<\/p>\n<p>&#8222;Die derzeit gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr Europa stellt nun schon seit Jahren der Vernichtungskrieg Moskaus gegen die Ukraine dar&#8220;, betonte Habsburg. &#8222;Ein Krieg, der auf die Vernichtung eines Staates und eines Volkes abzielt, der gleichzeitig auf die Spaltung Europas hinarbeitet, um es leichter beherrschen zu k\u00f6nnen.&#8220; Daher forderte der Ehrenpr\u00e4sident der Paneurop\u00e4ischen Bewegung die Wiederherstellung der territorialen Integrit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine, Reparationen durch Russland und einen &#8218;Regime change&#8216; in Moskau. Der Fall Putin m\u00fcsse vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal abgehandelt werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sparte Habsburg nicht mit Kritik an der EU-F\u00fchrung, benannte Fehler in der EU-Politik wie die B\u00fcrokratisierung, die Europa schw\u00e4che. &#8222;Wenn die gleichen Politiker mit der gleichen Vehemenz, mit der sie einst den Green Deal und das Lieferkettengesetz durchgeboxt haben, nun zur\u00fcckrudern, weil sie von der Realit\u00e4t eingeholt werden, dann ist offensichtlich, dass wir ein Personalproblem in der Politik haben&#8220;, erkl\u00e4rte er. &#8222;Wo ist da die Verantwortung der Politiker? Nach welchen Kriterien werden Gesetze als alternativlos beschlossen, um sie dann, noch bevor sie in Kraft treten, wieder reparieren zu m\u00fcssen?&#8220;<\/p>\n<p>    \u00d6sterreich in US-Sicherheitsstrategie<\/p>\n<p>Habsburg ging auch auf Berichte ein, wonach \u00d6sterreich in einer nicht ver\u00f6ffentlichten Langfassung der US-Sicherheitsstrategie vorkommt. Demnach wurde \u00d6sterreich im Zusammenhang mit einigen L\u00e4ndern genannt, die die USA angeblich aus der Europ\u00e4ischen Union herausl\u00f6sen m\u00f6chten, um damit die EU zu Fall zu bringen. &#8222;Die moderne Idee der europ\u00e4ischen Einigung ist n\u00e4mlich eine \u00f6sterreichische Idee&#8220;, erkl\u00e4rte Habsburg. &#8222;Sie wurde in Wien entwickelt, von Richard Coudenhove-Kalergi, der 1922 seinen Artikel &#8218;Paneuropa. Ein Vorschlag&#8216; publizierte und der dann 1926, also vor 100 Jahren, den ersten gro\u00dfen Paneuropa-Kongress in Wien organisierte&#8220;, erinnerte der Ehrenpr\u00e4sident der Bewegung.<\/p>\n<p>Angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine und Europa, die Aktivit\u00e4ten gegen das westliche Wertesystem, die Drohungen von US-Pr\u00e4sident Donald Trump gegen D\u00e4nemark wegen Gr\u00f6nland, aber auch der Entwicklung in Venezuela und im Iran sowie einer &#8222;aggressiven Au\u00dfenpolitik&#8220; Chinas in Kombination mit einer &#8222;auf Abh\u00e4ngigkeit abzielenden Wirtschaftspolitik&#8220; appellierte Habsburg an das Publikum mit einem Bibelzitat: &#8222;Habt keine Angst.&#8220; Er betonte: &#8222;Verweigern wir uns nicht, sondern nehmen wir als Europ\u00e4er die Herausforderungen verantwortungsvoll.&#8220;<\/p>\n<p>    Lob f\u00fcr Mut von Meinl-Reisinger<\/p>\n<p>Habsburg \u00e4u\u00dferte Lob f\u00fcr Au\u00dfenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos), die zuvor die einleitenden Worte f\u00fcr die Rede Habsburgs gesprochen hatte. &#8222;Wir besitzen dasselbe Hemd&#8220;, sagte er und dankte der Neos-Chefin daf\u00fcr, dass sie so wie er das traditionelle ukrainische Hemd Wyschywanka getragen habe, obwohl sie daf\u00fcr &#8222;von den Medien gepr\u00fcgelt&#8220; worden sei. Es sei &#8222;extrem wichtig, symbolisch zu zeigen, wof\u00fcr man steht&#8220;.<\/p>\n<p>Meinl-Reisinger ihrerseits betonte, dass ihr Europa &#8222;eine Herzensangelegenheit&#8220; sei. &#8222;Unser Wohlstand, unsere Freiheit und unsere Demokratie sind nicht irreversibel. Es gibt Akteure, die ein Interesse daran haben, dass wir alle diese drei Dinge verlieren.&#8220; Auch sie betonte die Notwendigkeit zu Mut und entschlossenem Handeln. &#8222;Mir geht es nicht um einen gro\u00dfen europ\u00e4ischen Einheitsstaat, sondern vielmehr um ein Europa der Champions.&#8220;<\/p>\n<p>    Dynastie herrschte 640 Jahre<\/p>\n<p>Der Enkel des letzten \u00f6sterreichischen Kaisers Karl I. wurde am 11. J\u00e4nner 1961 in Starnberg in Oberbayern geboren. Karl Habsburg war politisch als Europaabgeordneter f\u00fcr die \u00d6VP aktiv. Er wurde bei der ersten Europawahl 1996 ins EU-Parlament gew\u00e4hlt, in dem er drei Jahre wirkte. Karl \u00fcbernahm von seinem Vater Otto Habsburg den Vorsitz in der Paneuropa-Bewegung. Seit 2024 ist er Ehrenpr\u00e4sident der im Jahr 1922 in Wien gegr\u00fcndeten \u00e4ltesten europ\u00e4ischen Einigungsbewegung. Au\u00dferdem ist er als Medienunternehmer in den Niederlanden, der Ukraine, Bulgarien und \u00d6sterreich t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Die Habsburger haben \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Geschichte Europas gepr\u00e4gt, stellten K\u00f6nige und Kaiser. Der Sieg Rudolfs von Habsburg \u00fcber den b\u00f6hmischen K\u00f6nig Ottokar II. in der Schlacht auf dem Marchfeld 1278 bildete den Auftakt von 640 Jahren Herrschaft des Hauses Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen \u00fcber \u00d6sterreich. Infolge der Republikgr\u00fcndung am 12. November 1918 wurde das regierende Kaiserhaus enteignet und verlor alle Vorrechte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Karl Habsburg hat anl\u00e4sslich seines 65. Geburtstags Europa zu mehr Verantwortung aufgerufen. 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