{"id":710725,"date":"2026-01-11T18:33:35","date_gmt":"2026-01-11T18:33:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710725\/"},"modified":"2026-01-11T18:33:35","modified_gmt":"2026-01-11T18:33:35","slug":"experte-fuer-die-strassen-jerusalems-zu-gast-in-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710725\/","title":{"rendered":"Experte f\u00fcr die Stra\u00dfen Jerusalems zu Gast in Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit Dieter Vieweger hat ein f\u00fchrender Arch\u00e4ologe im Heiligen Land einen engen Bezug zu Wuppertal: Er ist Direktor des hiesigen Biblisch-Arch\u00e4ologischen Instituts und privat hier verwurzelt. Anzutreffen freilich ist der Forscher im Bergischen Land nicht so h\u00e4ufig \u2013 mit einleuchtendem Grund, den er bei seinem Vortrag in der F\u00e4rberei heiter kommentierte: \u201eIch kenne die Stra\u00dfen von Jerusalem besser als die von Wuppertal.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der studierte Theologe ist leitender Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts f\u00fcr Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman, schon seit 2004, und dort lebt und arbeitet er schwerpunktm\u00e4\u00dfig. Seine Ausf\u00fchrungen von dort aus erster, teils geradezu eigener Hand durch viele Grabungen betrafen f\u00fcr Juden oder Christen ganz zentrale Orte, was sein Tonfall nur scherzhaft verbarg. F\u00fcr die Verortung der \u201eDavidstadt\u201c nach dem legend\u00e4ren K\u00f6nig galt das ebenso wie den Verlauf von Christi Leidensweg: \u201eSeinen letzten Weg ging Jesus nicht auf der \u201avia dolorosa\u2018.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Januar, bekannte er sp\u00e4ter, ist eine Zeit, die er gern f\u00fcr Tal-Besuche nutzt. Den Anlass wollten sich offenbar viele nicht entgehen lassen: Rund 60 Besucher hatten den Weg zu dem Oberbarmer Kommunikationszentrum gefunden, zur \u00dcberraschung der Organisatoren: Eingeladen hatte der Verein f\u00fcr Technik und Industrie, f\u00fcr den Eva Klemper sprach und sich \u00fcber den Zuspruch trotz Winterwetters freute.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Apropos Jahreszeit: Auch Bethlehem, sonst manchem haupts\u00e4chlich zur Weihnachtszeit pr\u00e4sent, schien Vieweger bestens bekannt; nicht zuletzt war er an der Gr\u00fcndung eines arch\u00e4ologischen Studiengangs an der Universit\u00e4t von Jesu Geburtsstadt beteiligt gewesen. Doch so leichthin auch sein Tonfall trotz all der epochalen Orte: Der gut gelaunte Forscher lie\u00df immer wieder Dankbarkeit durchklingen, dort arbeiten zu k\u00f6nnen. \u201eWir haben den Zionsberg bekommen\u201c, formulierte er etwa die seinem Institut einst erteilte Genehmigung zu Ausgrabungsarbeiten auf diesem Jerusalemer H\u00fcgel, der auch f\u00fcr die Passionsgeschichte bedeutsam ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu h\u00f6ren war einiges an Korrekturen, die die Arbeiten demnach zutage gef\u00f6rdert hatten. Die Grabeskirche, so der Arch\u00e4ologe, \u201elag au\u00dferhalb der herodianischen Mauern\u201c. K\u00f6nig Herodes hatte bekanntlich zu Jesu Lebzeiten geherrscht. \u201eJesus wurde au\u00dferhalb gekreuzigt\u201c. Und was den r\u00f6mischen Kaiser Titus betrifft: \u201eEr hat die Stadt nach Norden geholt.\u201c Erst in die Zeit der Hasmon\u00e4er etwa im 1. vorchristlichen Jahrhundert geh\u00f6re nach arch\u00e4ologischem Befund eine Datierung. Vieweger n\u00fcchtern: \u201eSo ist die Wirklichkeit grausam.\u201c<\/p>\n<p>Auch in Kriegszeiten und w\u00e4hrend der Pandemie vor Ort      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">En passant lie\u00df der Referent immer wieder seine Vertrautheit mit der Stadt erkennen: \u201eDort habe ich geheiratet\u201c, meinte er einmal zu einem Detail auf der Karte, und an anderer Stelle, als w\u00e4re das blo\u00df eine Tagestour: \u201eKommen Sie mal vorbei.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Allzu technisch wurde der Vortrag trotz des gastgebenden Technikvereins nicht, der sonst etwa auch Exkursionen zu Biologie- oder Bergbau-Themen organisiert. Mal erw\u00e4hnte Vieweger die C14-Methode, auch Radiokarbondatierung genannt, die die Altersbestimmung von Funden \u00fcber atomaren Zerfall erlaubt. Anschaulich wurde viel \u00fcber projizierte Karten, so die Position besagter Davidstadt, die demnach klar au\u00dferhalb der heutigen Altstadt lag. Man ahnte: Dass die Arch\u00e4ologie \u201eeine verdammt politische Angelegenheit\u201c ist, wie der Forscher Kaiser Wilhelm II. zitierte, d\u00fcrfte auch Vieweger selbst bei seinem Tun \u00f6fters erleben. Eine Kollegin, Eilat Mazar, habe ihre Grabungsfunde dezidiert als Spuren des Palasts der K\u00f6nige David und Salomo benannt &#8211; doch in Wahrheit sei die Einordnung unsicher. Auf dem sensiblen Terrain dieser wichtigen Stadt f\u00fcr gleich drei Weltreligionen sind derlei Zweifel gewiss ein Politikum.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nachher lie\u00df Vieweger seinen Anspruch erkennen, m\u00f6glichst viel Pr\u00e4senz an den Ausgrabungsst\u00e4tten zu zeigen &#8211; als \u201eR\u00fcckzahlung\u201c, wie er meinte, f\u00fcr das seinem Institut geschenkte Vertrauen. Auch in der Kriegslage sowie zur Corona-Zeit war er mit Team dort verblieben. Bald allerdings k\u00f6nnte er in Wuppertal nicht nur zu Jahresstart anzutreffen sein: Dieses Jahr geht Viewegers Arbeit in Jerusalem zu Ende; im Tal kann er sich eine T\u00e4tigkeit an der Junior Uni vorstellen. Vielleicht nicht ganz so spektakul\u00e4r, doch sicher spannend: Mit Kindern zu graben, erw\u00e4gt er etwa im Burgholz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Dieter Vieweger hat ein f\u00fchrender Arch\u00e4ologe im Heiligen Land einen engen Bezug zu Wuppertal: Er ist Direktor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":710726,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[163747,3364,29,163746,31436,31162,150263,30,94096,5198,30730,1209,8025,4418],"class_list":{"0":"post-710725","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-altertumswissenschaft","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dieter-vieweger","12":"tag-direktor","13":"tag-evangelischen","14":"tag-faerberei","15":"tag-germany","16":"tag-heiligen","17":"tag-institut","18":"tag-jerusalem","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-strassen","21":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115877904526274168","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=710725"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710725\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/710726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=710725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=710725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=710725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}