{"id":710878,"date":"2026-01-11T20:07:19","date_gmt":"2026-01-11T20:07:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710878\/"},"modified":"2026-01-11T20:07:19","modified_gmt":"2026-01-11T20:07:19","slug":"china-die-usa-und-die-kontrolle-der-weltwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/710878\/","title":{"rendered":"China, die USA und die Kontrolle der Weltwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Wir leben in einer Zeit der Wiederkehr.<a href=\"#dde8479d-4372-45ea-8412-bd0560ea199f\" id=\"dde8479d-4372-45ea-8412-bd0560ea199f-link\">1<\/a> Die neue Hinterhofpolitik der USA gegen Venezuela ist das j\u00fcngste Beispiel daf\u00fcr. W\u00e4hrend in der Weltordnung von Jalta (zwischen den USA und der Sowjetunion bis 1991)<a href=\"#b31d9aee-09ef-4d2e-a867-ffd70dd82e6d\" id=\"b31d9aee-09ef-4d2e-a867-ffd70dd82e6d-link\">2<\/a> die Grenzen abgesteckt und Konflikte gr\u00f6\u00dftenteils in die Peripherie verbannt waren, finden wir seit Beginn des Kriegs um die Ukraine 2022 wieder in einer \u201eklassischeren\u201c imperialistischen Weltordnung vor, einen Kampf \u201ealler gegen alle\u201c, wie ihn der prophetische Analyst Thomas Hobbes zu seiner Zeit nannte. Die Jalta-Ordnung hatte diesen Kampf im Zentrum mit einem Klassenkompromiss teilweise eingefroren, die b\u00fcrgerliche Restauration mit der kurzen unipolaren Ordnung von etwa 1991 bis 2008 hatte ihn hinausgez\u00f6gert. Die jetzige Weltordnung ist vom widerspruchsvollen Niedergang der Hegemonie der USA gepr\u00e4gt, die in ihrer Schw\u00e4che die Monroe-Doktrin neu auflegt. Sie ist gepr\u00e4gt vom ebenso widerspr\u00fcchlichen Aufstieg Chinas. Und sie ist gepr\u00e4gt vom Verlust ordnender, anerkannter Kr\u00e4fte im Weltsystem, wie es in Jalta die USA und die Sowjetunion waren, in den Jahren ab 1991 nur noch die USA.<\/p>\n<p>Zumal US-Pr\u00e4sident Trump die sogenannte regelbasierte Ordnung nicht nur in Frage stellt, sondern Tr\u00fcmmer hinterl\u00e4sst, wo er nur kann, befassen sich auch pro-imperialistische Theoretiker:innen kritisch mit seiner Strategie, wobei wir hier die US-Historikerin und Milit\u00e4rforscherin Sarah Paine diskutieren wollen. Die regelbasierte Ordnung, von der der Liberalismus \u2013 im weitesten US-amerikanischen Sinne des Wortes \u2013 spricht, ist dabei eine Ordnung, in der es anerkannte Regeln f\u00fcr das Akkumulieren von kapitalistischen Profiten zwischen Staaten gibt. Sie umfasst insbesondere die internationalen Institutionen, die in der Jalta-Ordnung geschaffen wurden, wie die Weltbank, den Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF), die Vereinten Nationen (UN), die Welthandelsorganisation (WTO), humanit\u00e4re \u00dcbereink\u00fcnfte und Organisationen, aber auch die NATO oder die Europ\u00e4ischen Union (EU) \u2013 also Institutionen des Multilateralismus, die vom Trump-Regime zum Teil unterminiert werden (wie die NATO), zum Teil offen angegriffen (wie die EU im Zollkrieg oder UN-Institutionen mit Defunding und Sanktionen). Diese Institutionen waren Sedimente eines weltweiten Klassenkompromisses zwischen den USA und der Sowjetunion, den es nicht mehr gibt, und sie zerfallen seit 1990 notwendigerweise.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist die Freiheit des Welthandels, die w\u00e4hrend der Jalta-Ordnung eine gewisse Prosperit\u00e4t des Kapitalismus versprach und damit Teile der Arbeiter:innenaristokratie zumindest in den Zentren bestechen konnte, besonders in Deutschland, in Frage gestellt: Der relative Pazifismus des Handels, aus dem die BRD lange ihre \u201eFriedensdividende\u201c zog, ist in einer historischen Krise. Wir erleben die R\u00fcckkehr einer Politik der Kanonenboote, sei es der Putschversuch der USA in Venezuela oder seien es die Spannungen im S\u00fcdchinesischen Meer sowie vor Taiwan durch die Volksrepublik (VR) China. Und das Meer findet auf dem Waren- und Finanzmarkt insgesamt seinen Spiegel mit der R\u00fcckkehr massiver Strafz\u00f6lle und Zweifel an der Souver\u00e4nit\u00e4t von Zentralbanken.<\/p>\n<p>Die Frage, die sich Intellektuelle des US-Imperialismus stellen, ist: Wie k\u00f6nnen die USA entweder ihre hegemoniale Rolle in der Weltordnung erhalten oder \u2013 wenn das nicht m\u00f6glich ist \u2013 zumindest eine so starke Rolle wie m\u00f6glich in einer neuen Weltordnung entwickeln, die dauerhaft maximale Profite f\u00fcr das US-Kapital erm\u00f6glicht? Damit verbunden ist die Frage: Wie sollen die USA auf den Aufstieg Chinas in der Weltordnung reagieren? Und: Welche internationalen Institutionen und B\u00fcndnissysteme sind daf\u00fcr n\u00fctzlich, welche Strategien zu Land und Meer m\u00fcssen durch den Imperialismus eingesetzt und welche gemieden werden?<\/p>\n<p>Wir wollen diese Fragestellungen des US-Imperialismus verfolgen, um eigene Fragestellungen der Arbeiter:innenklasse aus den Widerspr\u00fcchen des Kapitalismus zu entwickeln. Dazu befassen wir uns in diesem Artikel mit einer theoretischen Trennung der Politik- und Milit\u00e4rwissenschaft, n\u00e4mlich der zwischen Land- und Seem\u00e4chten und deren Strategien (maritime und kontinentale Ordnungen), diskutieren damit im Anschluss aktuelle weltpolitische Beispiele des sino-amerikanischen Konflikts und kommen zum Schluss zur Rolle der Arbeiter:innenklasse selbst bez\u00fcglich \u201eLand und Meer\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>1. These von Land- und Seemacht<\/p>\n<p>Sarah Paine, Grand Strategy Emerita am U.S. Naval War College, schreibt in der Foreign Affairs \u00fcber die Rivalit\u00e4t zwischen China und den USA sowie die Probleme der Weltordnung anhand von Land- und Seestrategien (bzw. kontinentalen und maritimen Ordnungen) in ihrem Artikel \u201eBy Land or By Sea\u201c.<a href=\"#df96ad5a-a79e-44e3-a6df-753bd0d04776\" id=\"df96ad5a-a79e-44e3-a6df-753bd0d04776-link\">3<\/a> Sie greift dabei auf die klassische politik- und milit\u00e4rwissenschaftliche Trennung zwischen See- und Landm\u00e4chten zur\u00fcck, wie sie historisch unter anderem von Alfred Thayer Mahan und Julian Corbett entwickelt und differenziert wurden.<a href=\"#6b46681b-4e4f-4863-aa1b-2139543cd0db\" id=\"6b46681b-4e4f-4863-aa1b-2139543cd0db-link\">4<\/a> F\u00fcr Paine besteht ein grunds\u00e4tzlicher Unterschied zwischen Land- und Seem\u00e4chten, der geographischen Ursprung hat, aber ebenson eine Frage der Grand Strategy einer Nation ist, im Sicherheitsregime eines Landes: Wird nationale Sicherheit durch Eroberung von Land, gro\u00dfe Armeen, \u201eAlles-oder-nichts\u201c-Kriege, Schw\u00e4chung der Nachbarstaaten und allgemein milit\u00e4rische Nullsummenspiel hergestellt, spricht sie von Landm\u00e4chten. Geht die Macht einer Nation vornehmlich von ihrer Kontrolle \u00fcber den Welthandel durch stehende Hochseemarinen und der Aus\u00fcbung von Zwang durch den Hebel der Wirtschaft aus, spricht Paine von Seem\u00e4chten. Maritime oder kontinentale Strategie h\u00e4ngen also, wie schon Mahan sagt, nicht nur von der Geographie ab, sondern auch vom Charakter des Volkes und der Regierung eines Staats.<a href=\"#32884a86-1153-4a21-8bb1-5b735ea97fc4\" id=\"32884a86-1153-4a21-8bb1-5b735ea97fc4-link\">5<\/a><\/p>\n<p>Die Unterscheidung und Bewertung von Land- und Seem\u00e4chten sind umstritten: Der Begr\u00fcnder der gro\u00dfen Seemacht-Theorie, Admiral Mahan<a href=\"#84665222-a4e2-4b22-9385-46975c63b369\" id=\"84665222-a4e2-4b22-9385-46975c63b369-link\">6<\/a>, ging fast von einer Identit\u00e4t von Kontrolle \u00fcber die Meere und volkswirtschaftlicher Prosperit\u00e4t durch Handel aus, befasste sich vor allem mit der Seemacht als Hegemonie \u00fcber die Weltmeere f\u00fcr das Wohl einer Nation und leitete aus dem Vorbild Gro\u00dfbritannien die \u00dcberlegenheit der Meere ab, wohl auch nicht ganz uneigenn\u00fctzig, da er als Marineoffizier auch Werbung f\u00fcr die in den USA noch schwache Kriegsmarine machte. Sein politisches Ziel, das er erreichte, war der\u00a0<\/p>\n<p>Aufbau einer Hochseeflotte f\u00fcr die Vereinigten Staaten, die nach seinem Ableben die Hegemonie Gro\u00dfbritanniens abl\u00f6ste \u2013 die Transformation der USA von einer isolationistischen Landmacht zu einer weltweit offensiv agierenden Seemacht best\u00e4tigte historisch Mahans Grundgedanken. Kein Wunder also, dass seit den 1990er Jahren Mahan in der VR China st\u00e4rker rezipiert wird, um eine eigene Hochseeflotte aufzustellen, wo das Land doch mit den USA konkurrieren m\u00f6chte und im 20. Jahrhundert eine historisch schwache Marine hatte. Die Seedoktrin Mahans spiegelte den Wiederaufbau einer Hochseeflotte gegen die Dominanz der USA im Pazifikraum wieder.<a href=\"#40c8c223-cef4-48e6-985f-70aa209754f3\" id=\"40c8c223-cef4-48e6-985f-70aa209754f3-link\">7<\/a><\/p>\n<p>Mahans Zeitgenosse und Rivale Corbett<a href=\"#ac4d0e33-467d-4f21-b9b8-ded23d0692f0\" id=\"ac4d0e33-467d-4f21-b9b8-ded23d0692f0-link\">8<\/a> baute auf der Kokonstitution von Handel und Seemacht auf, betonte aber das Zusammenwirken von See- und Landmacht, Diplomatie und Handel f\u00fcr den milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Erfolg von Nationen. Der wohlhabende Zivilist wollte sein Heimatland Gro\u00dfbritannien \u00fcberzeugen, dass es sich nicht nur auf die Seemacht verlassen kann, sondern es mit einer Landmacht kombiniert Kriege tats\u00e4chlich gewinnt, da niemand die Meere als Territorium besitzen kann. F\u00fcr Corbett besteht die \u201eCommand of the Sea\u201c als Spektrum.<a href=\"#91881071-1e6d-4c35-aeaa-12946c05306f\" id=\"91881071-1e6d-4c35-aeaa-12946c05306f-link\">9<\/a> Mit Corbett lassen sich nationale Strategien abbilden, die nicht einen einzigen Seeschwerpunkt setzen, sondern wie etwa die chinesische sowohl im s\u00fcdchinesischen Meer als auch Richtung indischen Ozean und der Stra\u00dfe von Malakka eine strategische Marinepr\u00e4senz entwickeln muss, um um eine lokale Hegemonie zu k\u00e4mpfen, die den Handel der Volksrepublik vor der globalen US-Hegemonie sowie gegen Indien sch\u00fctzt, ein Milit\u00e4reingreifen der USA gegen China erschwert und den Einfluss im eigenen Hegemoniestreben mit der \u201eMaritime Silk Road\u201c (MSR) ausweitet.<a href=\"#1a3d49ba-0ed6-4fda-8215-0396024acefe\" id=\"1a3d49ba-0ed6-4fda-8215-0396024acefe-link\">10<\/a><\/p>\n<p>Basierend auf der Unterscheidung von Land- und Seemacht diskutiert Sarah Paine Thesen zur strategischen Ausrichtung Chinas und den USA, die sich zun\u00e4chst auf die Weltmeere beziehen, aber dar\u00fcber hinaus wichtige Fragen der Weltordnung insgesamt ausmachen: China ist als Landmacht demnach strategisch beschr\u00e4nkt, da die Seemacht effizienter wirtschaften kann. Chinas unzureichende Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber den eigenen Hinterhof beschr\u00e4nkt seine M\u00f6glichkeit, mit den USA um die Hegemonie zu konkurrieren. Die USA k\u00f6nnen im Rennen mit China gewinnen, wenn sie Doktrinen der Seemacht (Freihandel, \u201eregelbasierte Ordnung\u201c, Milit\u00e4r vor allem als Schutzmacht der freien Wirtschaft) dominieren, aber verlieren, wenn sie Doktrinen der Landmacht st\u00e4rker annehmen (Kontinentalkriege, Unterminierung der multilateralen Ordnung, Au\u00dfenpolitik der Eroberung), wie es aktuell unter Trump passiert. Soweit die These, die offensichtlich eine maritime Ordnung bevorzugt.<\/p>\n<p>Paine fasst das milit\u00e4rstrategische Dilemma Chinas in Vergleich mit Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg \u2013 einem Land, eingeklemmt zwischen maritimer und kontinentaler Ordnung \u2013 folgenderma\u00dfen zusammen:\u00a0<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Die Entscheidung des Landes, sich zur Erlangung von Wohlstand in die bestehende Weltordnung zu integrieren, deutete darauf hin, dass es trotz seiner autorit\u00e4ren Regierung eine maritime Ausrichtung anstreben k\u00f6nnte. Es baute sogar eine gro\u00dfe Marine auf. Aber Peking kann diese Marine in Kriegszeiten nicht zuverl\u00e4ssig einsetzen, da die K\u00fcsten von engen, flachen, mit Inseln \u00fcbers\u00e4ten und geschlossenen Meeren umgeben sind. Damit \u00e4hnelt es Deutschland, das gro\u00dfe Marineflotten aufbaute, die es in beiden Weltkriegen nicht zuverl\u00e4ssig einsetzen konnte. Das Vereinigte K\u00f6nigreich blockierte die engen Gew\u00e4sser der Nordsee und der Ostsee, wodurch der deutsche Handelsverkehr zum Erliegen kam und der Seeverkehr haupts\u00e4chlich auf U-Boote beschr\u00e4nkt war. Im Zweiten Weltkrieg ben\u00f6tigte Berlin die langen K\u00fcsten Frankreichs und Norwegens, um einen zuverl\u00e4ssigeren Zugang f\u00fcr seine U-Boote zu gew\u00e4hrleisten, aber das reichte f\u00fcr seine Marine immer noch nicht aus, geschweige denn f\u00fcr seine Handelsmarine. China ist noch st\u00e4rker vom Handel und Importen abh\u00e4ngig als Deutschland damals, insbesondere von Energie und Nahrungsmitteln. Die wirtschaftlichen Engp\u00e4sse aufgrund einer Unterbrechung seines Seehandels w\u00fcrden seine Wirtschaft schw\u00e4chen.<a href=\"#b9c8b57b-1e6f-4eb9-a264-30b6998cbbd5\" id=\"b9c8b57b-1e6f-4eb9-a264-30b6998cbbd5-link\">11<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Unterdessen analysiert sie die st\u00e4rker werdende kontinentale Orientierung der US-Regierung als Gefahr f\u00fcr den eigenen Imperialismus, noch vor dem Angriff auf Venezuela, der als kontinentale \u201eHinterhofpolitik\u201c nach der Monroe-Doktrin Paines These best\u00e4tigt:\u00a0<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Im letzten Jahr hat sich Washington zunehmend einem kontinentalen Ansatz zugewandt. Die Vereinigten Staaten werden immer ihre nat\u00fcrlichen Schutzw\u00e4lle \u2013 den Atlantik und den Pazifik \u2013 haben, um das Festland zu sch\u00fctzen. Aber sie teilen auch lange Grenzen mit Kanada und Mexiko, und Washington provoziert Konflikte mit beiden L\u00e4ndern. Es hat zahlreiche befreundete Demokratien beschimpft, Handelspartner mit Z\u00f6llen belegt und internationale Institutionen lahmgelegt, die das globale Wirtschaftswachstum durch die Festlegung und Durchsetzung von Regeln f\u00f6rdern. \u00dcberlegungen aus Washington, Kanada zu annektieren, Gr\u00f6nland von D\u00e4nemark zu erobern und den Panamakanal zur\u00fcckzuerobern, werden zumindest die Einkaufsgewohnheiten und Urlaubspl\u00e4ne der Kanadier und Europ\u00e4er dauerhaft ver\u00e4ndern. Im schlimmsten Fall werden sie die westlichen Allianzen zerbrechen.<a href=\"#339d9176-8223-42d3-be35-8cf5416633da\" id=\"339d9176-8223-42d3-be35-8cf5416633da-link\">12<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Paine fasst die Probleme f\u00fcr die nach wie vor vom US-Hegemon USA, f\u00fcr dessen Wohl sie schreibt, gef\u00fchrten Weltordnung zusammen:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Die Eins\u00e4tze im Konflikt zwischen der kontinentalen Ordnung und der maritimen, auf Regeln basierenden Ordnung waren noch nie so hoch. Es gibt viele Atomm\u00e4chte, und die Vereinigten Staaten sind zunehmend weniger bereit, als letzter Garantiegeber [\u201aUltimate Guarantor\u2018 im Original] des gegenw\u00e4rtigen globalen Systems zu fungieren, indem sie Verb\u00fcndete unterst\u00fctzen und ihren nuklearen Schutzschild ausweiten.<a href=\"#5e68078e-ee55-4d1a-acdf-1be5b5cb64a7\" id=\"5e68078e-ee55-4d1a-acdf-1be5b5cb64a7-link\">13<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Den Begriff des Ultimate Guarantor wollen wir im Folgenden genauer besprechen, denn darauf basierte die relative Stabilit\u00e4t der vergangenen Periode, als die USA als anerkannte \u201eWeltpolizei\u201c auftreten konnten. Trump mag Staatsoberh\u00e4upter milit\u00e4risch entf\u00fchren k\u00f6nnen, aber er kann nicht mehr darauf hoffen, eine neue \u201ePax Americana\u201c damit zu schaffen. Im Interview zu ihrem Artikel<a href=\"#74e4e898-7649-4d0f-8101-1614f5275c0b\" id=\"74e4e898-7649-4d0f-8101-1614f5275c0b-link\">14<\/a> f\u00fchrt Sarah Paine weiter aus, zur maritimen regelbasierten Ordnung geh\u00f6re etwa auch die Verbindung durch Kommunikationskabel \u00fcber die See sowie der freie Transfer von Waren \u00fcber die See \u2013 eine Ordnung, die, f\u00fcgen wir hinzu, wiederum von den USA selbst gegen\u00fcber ihren Verb\u00fcndeten untergraben wurde, als sie den Nordstream-Anschlag auf die deutsch-russische Pipeline 2022 zumindest geduldet hatten. Die m\u00f6gliche Eroberung Taiwans durch die VR China hingegen w\u00fcrde einer klassisch kontinentalen Logik entsprechen \u2013 eine Option, die Pr\u00e4sident Xi Jinping im Raum stehen l\u00e4sst \u2013 und die von der ebenfalls kontinentalen Kanonenbootpolitik Trumps vor Venezuela gef\u00f6rdert wird. Vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs internationaler Regeln, die bisher durchaus im Sinne des US-Imperialismus gearbeitet haben, stellen nach Paine maritime Angriffe wie der Ansar Allah (Huthi) lediglich Symptome dar \u2013 auch hier lie\u00dfe sich aufgrund aktueller Ereignisse hinzuf\u00fcgen, die Piraterie der USA selbst gegen\u00fcber venezolanischen \u00d6ltankern ist das gr\u00f6\u00dfere Symptom. Als Konsequenz aus dem Ordnungsproblem fragt Paine: K\u00f6nnen Handelsvertr\u00e4ge k\u00fcnftig eingehalten werden? K\u00f6nnen Regeln verhandelt werden? Oder steht die Welt vor der R\u00fcckkehr sehr teurer bilateraler Vertr\u00e4ge und Kriege?<\/p>\n<p>In der Vorstellung der maritimen Ordnung geh\u00f6rt das Meer nach Corbett niemandem (bei Mahan auch nicht, er geht aber davon aus, dass die \u201eSea Power\u201c einem Besitz des Meeres relativ nahe kommt). Diese Feststellung basiert auf einer Differenz zur Landkriegsf\u00fchrung: Es ist rein geographisch gar nicht m\u00f6glich, das Meer selbst in Besitz zu nehmen, also darauf dauerhafte Stellungen aufzubauen, es zu bewohnen. Es gibt kein \u201eWaterworld\u201c. Auf dem Meer treten die Hochburgen und Territorien der Landkriegsf\u00fchrung zur\u00fcck und es z\u00e4hlen die Kommunikationen (also Handel) \u00fcber das Meer sowie alle Bedingungen, die sie erm\u00f6glichen und verhindern. Eine regelbasierte Ordnung \u00fcber das Meer erm\u00f6glichen etwa Tiefseekommunikation, Sicherheitsgarantien und m\u00f6glichst effiziente Seewege f\u00fcr Container- und \u00d6ltransporter sowie die Durchf\u00fchrung von Fischereiwirtschaft, inzwischen auch Unterseebergbau.<\/p>\n<p>Die H\u00e4fen, Kan\u00e4le und K\u00fcstenregionen dieser Welt geh\u00f6ren aber durchaus jemandem \u2013 und sie nimmt Trump besonders ins Visier, etwa mit seinen Drohungen gegen Kanada und Gr\u00f6nland, seinem Angriff auf Venezuela und seinem postulierten Anspruch auf den Panamakanal. Im Folgenden Abschnitt werden die aus dem kontinentalen Vorgehen der USA entstehenden Probleme f\u00fcr ihre Rolle als Garantiemacht der Weltordnung in Bezug auf China und eingehend damit die Widerspr\u00fcche der neuen nationalen Sicherheitsstrategie Trumps diskutiert.\u00a0<\/p>\n<p>2. Situation: Hegemoniekrise auf den Weltmeeren\u00a0<\/p>\n<p>Wer garantiert den Freihandel?<\/p>\n<p>Im Zentrum von Mahans Milit\u00e4rstrategie steht die Kontrolle des Handels durch die Seemacht (\u201eSea Power\u201c). Diese Kontrolle wird im 21. Jahrhundert in generalisierter Form ausge\u00fcbt, angef\u00fchrt durch die hegemoniale imperialistische Macht der USA, vermittelt durch internationale Institutionen. Die USA nahmen dabei \u2013 in der Jalta-Ordnung im Rahmen der Grenzen des Klassenkompromisses mit der Sowjetunion, danach bis etwa zur Weltwirtschaftskrise 2008 fast uneingeschr\u00e4nkt, seitdem abnehmend \u2013 die Rolle als Ultimate Guarantor (letzter Garantiegeber) ein, milit\u00e4risch durch die Kontrolle der Seewege, durch den Atomwaffenschirm, finanziell auch als Lender of last Resort (letzter Kreditgeber). Denn wer gew\u00e4hrleistet letztendlich, dass Autos aus Deutschland sicher nach S\u00fcdamerika verbracht werden, Computerchips aus Taiwan nach Europa und R\u00fcstungsg\u00fcter aus den USA nach Westasien? Wer gew\u00e4hrleistet, dass man f\u00fcr seine Dollars etwas bekommt und dass man nicht von einer Regionalmacht \u00fcberrannt wird, wenn man loyal zu den USA steht?<\/p>\n<p>Blicken wir dazu auf ein aktuelles Beispiel: Im Freihandelsabkommen \u2013 welches zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht unterzeichnet war \u2013 zwischen dem Mercosur und der EU verhandeln die Partner \u00fcber den Abbau von Z\u00f6llen zwischen der EU und Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Dies ist umso wichtiger f\u00fcr sie, als die USA kein verl\u00e4sslicher Handelspartner mehr sind \u2013 zumal die USA sich auch in der Ukrainefrage nicht mehr an die Seite der EU stellen \u2013, sondern immer h\u00f6here Z\u00f6lle gegen EU-Staaten erheben, auch aus politischen Gr\u00fcnden wenig vorhersehbar. Das geht mitunter zu Lasten der europ\u00e4ischen Landwirt:innen, die drohen, das Abkommen zu Fall zu bringen, ein Element des Klassenkampfes, das aus den Verwerfungen der Weltordnung resultiert. Nehmen wir aber einmal an, ein Kompromiss kommt zustande und das Abkommen wird abgeschlossen: Wer soll dann garantieren, dass die G\u00fcter tats\u00e4chlich verfrachtet werden und zollfrei ankommen?<\/p>\n<p>Als Antwort lie\u00dfe sich anf\u00fchren \u201eDas V\u00f6lkerrecht\u201c, \u201eDas internationale Seerecht\u201c und so weiter. Aber das sind alles Scheinantworten, denn \u201edie internationale Vertragslage friert ein bestimmtes hegemoniales imperialistisches Gleichgewicht f\u00fcr eine Zeit lang ein\u201c.<a href=\"#f83f81d9-cffb-4e5a-9799-7d22a6f35cdf\" id=\"f83f81d9-cffb-4e5a-9799-7d22a6f35cdf-link\">15<\/a> W\u00e4hrend klar ist, wer die Stra\u00dfenverkehrsordnung durchsetzt, gibt es einen solchen polizeilichen Akteur auf Weltebene nicht. Diese Weltsicht haben Marxist:innen mit Neorealist:innen wie Paine gemeinsam, deshalb k\u00f6nnen beide Str\u00f6mungen trotz teils gegenteiliger Weltanschauungen zu teils \u00e4hnlichen Ergebnissen gelangen. Das V\u00f6lkerrecht steht historisch schwach da, die Ma\u00dfnahmen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen Israel wegen Genozids etwa werden von den USA und Deutschland nicht nur ignoriert, sondern mehr oder weniger offen bek\u00e4mpft, die USA verh\u00e4ngten selbst Sanktionen gegen Richterinnen des IStGH. Das gilt nicht nur f\u00fcr die \u00dcberbauebene, auch materiell wird das Seev\u00f6lkerrecht von den USA mit F\u00fc\u00dfen getreten: Die US Navy, Stolz der Vereinigten Staaten, tritt zur Zeit unter politischer Kontrolle der Trump-Regierung unverhohlen als Piratenflotte auf, geht vor aller Augen gegen Fischerboote vor und massakriert mutma\u00dflich Schiffbr\u00fcchige bevor sie einen Pr\u00e4sidenten entf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dies soll kein Lamento \u00fcber die V\u00f6lkerrechtswidrigkeit von US-Milit\u00e4rs sein. Die USA k\u00fcmmerten sich stets nur um das V\u00f6lkerrecht, wenn es ihnen n\u00fctzlich war. Es geht hier um eine Analyse des Hegemonieproblems der USA als Garantiemacht der Meere: So wiederholt sich das Thema der willk\u00fcrlichen politisch festgelegten Strafz\u00f6lle auf der See durch unvermittelte Piraterie. Wie soll diese Nation ein \u201eehrlicher Makler\u201c f\u00fcr andere sein, wenn es um den Schutz des Freihandels geht? Alle V\u00f6lker m\u00fcssen Angst davor haben, dass ihre G\u00fcter nicht ankommen, konfisziert oder pl\u00f6tzlich willk\u00fcrlich verzollt werden. Damit verspielen die Vereinigten Staaten ihre Rolle als Garantiemacht \u2013 wohl auch, weil sie nicht mehr anders k\u00f6nnen, als Zeichen nicht nur falscher Strategie, sondern vor allem der Schw\u00e4che als Hegemon. Andere M\u00e4chte nehmen die Botschaften der Strafzollpolitik und Blockade vor Venezuela wahr und werden k\u00fcnftig ihre Handelsflotten st\u00e4rker selbst besch\u00fctzen. Das bedeutet eine R\u00fcckkehr zur Flottenpolitik des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts, als jede Gro\u00dfmacht ihre Flotte zur Garantie des Handels ben\u00f6tigte, nur unter Bedingungen des 21. Jahrhunderts mit seiner Finanzwirtschaft und Atomr\u00fcstung. Und dass die Handelsbeziehungen in der Globalisierung noch wichtiger geworden sind, zumal die Liefer- und Produktionsketten sich ausgeweitet haben und das Netz der Abh\u00e4ngigkeit der Produktion von \u00dcbersee nicht einmal mehr f\u00fcr kurze Zeit durch eigene Rohstoffe und Produktionsmittel ersetzt werden kann.\u00a0<\/p>\n<p>Dieser scheinbare Anachronismus, die R\u00fcckkehr in die Zeit der gro\u00dfen Blockaden und Zollkriege, geht einher mit der Aktualisierung der Monroe-Doktrin durch die USA, der Konzentration auf den eigenen imperialistischen \u201eHinterhof\u201c, mit dem aktuellen Einsatz vor Venezuela, aber auch mit einem wieder st\u00e4rkeren Griff um den Panamakanal \u2013 anstatt einer st\u00e4rker nach \u00dcbersee ausgerichteten Politik. Die mehrmals modifizierte Monroe-Doktrin besagt, sich nicht in europ\u00e4ische Angelegenheiten einzumischen und keine Einmischung Europas in amerikanische Angelegenheiten zu dulden.<a href=\"#412cec03-ba40-44d2-8ebd-9546a275b98e\" id=\"412cec03-ba40-44d2-8ebd-9546a275b98e-link\">16<\/a> Es ist also eine Politik des Isolationismus, wie Pr\u00e4sident Trump sie versprochen hatte und in modifizierter Form durch seine neue \u201eSicherheitsstrategie\u201c verk\u00fcndet.\u00a0<\/p>\n<p>Nationale Sicherheitsstrategie: Zur\u00fcck zur Landmacht mit einer neuen Monroe-Doktrin?<\/p>\n<p>Die im Dezember 2025 herausgegebene nationale Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung<a href=\"#b5129709-7834-4c29-9a12-4551686ec89b\" id=\"b5129709-7834-4c29-9a12-4551686ec89b-link\">17<\/a> <a href=\"#3bc6a31e-a529-4bf2-ba1a-17fe71382e2f\" id=\"3bc6a31e-a529-4bf2-ba1a-17fe71382e2f-link\">18<\/a>umfasst f\u00fcnf Bereiche der Welt: Erstens, die Westliche Hemisph\u00e4re, also die Amerikas und die der Karibik, die mit einem Trump-Korollar der Monroe-Doktrin wieder st\u00e4rker als eigener Hinterhof betrachtet werden und gegen Einfluss von au\u00dfen \u2013 hier geht implizit China als Gegner hervor \u2013 verteidigt werden sollen. Zweitens, Asien: Hier wird insbesondere die Kontrolle \u00fcber Taiwan als Hersteller von Halbleitern und als Zugang zur zweiten Inselkette genannt, au\u00dferdem die Kontrolle \u00fcber das S\u00fcdchinesische Meer \u2013 auch in dieser Weltregion implizit gegen China gerichtet. Drittens, Europa: Hier soll eine \u201estrategische Stabilit\u00e4t\u201c mit Russland erreicht werden, au\u00dferdem will die Trump-Regierung sich gegen den \u201eVerlust nationaler Identit\u00e4ten\u201c und die \u201ezivilisatorische Ausl\u00f6schung\u201c Europas wenden, also eine St\u00e4rkung der extremen Rechten erreichen. Viertens, der \u201eMittlere Osten\u201c: Hier gehen die Autor:innen davon aus, dass die st\u00e4rkere eigene Energieproduktion der USA eine strategische Depriorisierung der Region zul\u00e4sst, in der Investitionen st\u00e4rker in den Vordergrund treten, au\u00dferdem wird die Politik der Abraham Accords beibehalten und die Kontrolle \u00fcber die Seewege soll gesichert werden. F\u00fcnftens, Afrika: Hierauf liegt der geringste Fokus im Papier, anstelle der \u201eVerbreitung liberaler Ideologie\u201c soll US-Interessenpolitik mit ausgew\u00e4hlten Staaten gest\u00e4rkt werden.\u00a0<\/p>\n<p>Die US-Sicherheitsstrategie zeigt mit ihrer Iteration der Monroe-Doktrin keine St\u00e4rke, sondern eine Schw\u00e4che der USA: Mit der abnehmenden Hegemonie der USA, die \u2013 wie der drohende Krieg gegen Venezuela zeigt \u2013 nicht friedlich verlaufen kann, zieht sich der Hegemon auf \u201eAmerica First\u201c im eigenen Einflussbereich zur\u00fcck, wo er auch stellvertretungsweise gegen den Konkurrent China antritt, zumal Venezuela seit 2018 Teil der maritimen Seidenstra\u00dfe (MSR) ist und die Volksrepublik die USA durch Wirtschaftsbeziehungen in zahlreichen lateiamerikanischen L\u00e4ndern reizt. Das jetzige gewaltsame Vorgehen k\u00f6nnte allerdings Brasilien weiter in die Arme Beijings treiben und somit in der Grand Strategy das Gegenteil des Beabsichtigten bewirken.<\/p>\n<p>Trump depriorisiert andernorts seine Verb\u00fcndeten in Europa, st\u00f6\u00dft sie sowohl mit der Sicherheits- als auch der Zollpolitik vor den Kopf, zwingt sie geradezu, sich umzuorientieren, immer weiter weg von der fr\u00fcheren Pax Americana und hin zur Multipolarit\u00e4t einer \u201eneoklassisch\u201c imperialistischen Weltordnung h\u00e4ufiger wechselnder B\u00fcndnisse. Friedrich \u201eBlackrock\u201c Merz will das noch nicht wahrhaben und hinterl\u00e4sst in seiner Bewertung des \u00dcberfalls auf Venezuela eine Schleimspur Richtung Washington, dies wird aber die alte Rolle der BRD als Junior der USA nicht zur\u00fcckbringen. Der Umbruch schl\u00e4gt sich auch in den horrenden Milit\u00e4rausgaben nicht zuletzt europ\u00e4ischer Staaten nieder, die versuchen, den schrittweisen Ausstieg der USA als Garantiemacht zu kompensieren. Und zuletzt wird Trumps opportunistische Politik in Westasien und Afrika die dortigen nationalen und Klassenauseinandersetzungen vertiefen.\u00a0<\/p>\n<p>Das tieferliegende Problem an der maritimen Frage der USA und Chinas ist die Krise der \u201eregelbasierten\u201c kapitalistischen Ordnung insgesamt, also des Freihandels, der relativen Unabh\u00e4ngigkeit von Nationalbanken, der Autorit\u00e4t internationaler Organisationen und der Bindekraft westlicher B\u00fcndnisse des 20. Jahrhunderts, alle bisher gef\u00fchrt von den USA. Vor diesem gr\u00f6\u00dferen Szenario stellt die Sicherheitsstrategie einen \u201eposthegemonialen\u201c Anspruch der USA dar, ohne es nat\u00fcrlich zuzugeben. Die Ziele werden niedriger gesteckt. Dabei ist einschr\u00e4nkend zu beachten: Das Sicherheitsstrategie-Dokument ist vor allem ein Parteidokument Trumps. Bei einem Wechsel im Wei\u00dfen Haus zu den Demokraten wird sich die Politik \u00e4ndern. Es ist auch sehr taktisch f\u00fcr ein Strategiepapier gehalten und enth\u00e4lt keine Grand Strategy im eigentlichen Sinne. Trump hat \u00fcberhaupt die Staatspolitik durch eine kurzfristige Parteipolitik ausgetauscht, wie das Beschriften der Plaketten mit Beleidigungen gegen fr\u00fchere Pr\u00e4sidenten zeigt. Dennoch ist der Trumpismus Ausdruck der Unm\u00f6glichkeit der USA, zur alten Rolle in der alten Weltordnung zur\u00fcckzukehren.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Diese R\u00fcckkehr ist auch f\u00fcr die Basis der Weltordnung, die sozialen Klassen, nicht m\u00f6glich. Mit ihnen, f\u00fcr den Neorealismus unsichtbar, aber letztlich die antreibende Kraft der Geschichte, befassen wir uns im letzten Abschnitt.<\/p>\n<p>3. Klassenkampf um die Meere<\/p>\n<p>Eine grundlegende Beschr\u00e4nkung der realistischen Schule der Politikwissenschaft liegt darin, Staaten als letzte Einheiten des Weltsystems zu sehen. Deren innere Kr\u00e4fte k\u00f6nnen aber nicht dar\u00fcber hinaus erkl\u00e4rt werden, dass sie nun mal nach \u201eWohlstand\u201c oder \u201eSicherheit\u201c streben. Aber gemeint sind damit immer der Wohlstand und die Sicherheit einer Klasse und im heutigen Weltsystem gibt es \u2013 mit Ausnahme Kubas und Nordkoreas \u2013 nur Staaten, in denen die kapitalistische Klasse herrscht. Das Beispiel des Mercosur-Abkommens zeigt, dass die Landwirt:innen (selbst eine gemischte Klasse) eine Rolle in der Geschichte spielen, wenn kapitalistische Staaten \u00fcber Freihandel verhandeln.\u00a0<\/p>\n<p>Die Krisenhaftigkeit des kapitalistischen Weltsystems liegt nicht im Sicherheitsbed\u00fcrfnis von Staaten an sich, sondern der Ursprung ist die kapitalistische Konkurrenz unter den Kapitalist:innen, die im Imperialismus in Bl\u00f6cken gegeneinander antreten, um die Welt und ihre Profite<a href=\"#2a4c29c4-f4d3-48a6-92bf-fedaaa5b8c71\" id=\"2a4c29c4-f4d3-48a6-92bf-fedaaa5b8c71-link\">19<\/a> st\u00e4ndig neu aufzuteilen. Dazu werden sie angetrieben durch den tendenziellen Fall der Profitrate und \u00dcberakkumulations- und produktionskrisen, die zu wiederkehrenden wirtschaftlichen Rezessionen und Zusammenbr\u00fcchen f\u00fchren. Das hei\u00dft, weder das Verlangen nach Territorium an sich noch nach Prosperit\u00e4t durch Handel an sich bestimmen Land- und Seem\u00e4chte im Kapitalismus, sondern der Zwang, Profite zu erzeugen. Die mahanschen Kategorien Geographie, Regierung und Handel spielen eine Rolle im Weltsystem, aber Mahans Volkscharakter kann die kapitalistischen Bedingungen des Weltsystems unzureichend fassen (das gleiche Problem hatte bereits von Clausewitz).<\/p>\n<p>Es gibt zwei Bedingungen, die in der (neo)realistischen Betrachtung vernachl\u00e4ssigt werden: Erstens, die kapitalistischen L\u00e4nder sind innerlich nicht einig, sondern vertreten sowohl mittels des \u201eideellen Gesamtkapitalisten\u201c gesammelte Interessen der Kapitalist:innen des ganzen Landes als auch unmittelbare Interessen einzelner Kapitalist:innen (wie zum Beispiel der Energiekapitalist:innen gegen\u00fcber Venezuela). Wenn der Profit hoch genug ist oder genug Profit bedroht wird, gibt es f\u00fcr das Kapital kein zu hohes Risiko f\u00fcr einen Kapitalisten. Kriege sind letztlich unvermeidlich, wenn die Profitmargen gegen Null gehen oder die Produktion \u00fcberhitzt ist. Was bereits der im US-B\u00fcrger:innenkrieg auf Seiten der Nordstaaten geschulte Admiral Mahan ahnte, wenn er den Krieg unter bestimmten Bedingungen wie den Wohlstand der Nation f\u00fcr nicht nur legitim, sondern imperativ hielt.<a href=\"#eece0348-2c26-4d06-93ea-e7e9c811c129\" id=\"eece0348-2c26-4d06-93ea-e7e9c811c129-link\">20<\/a><\/p>\n<p>So k\u00f6nnen die Kapitalist:innen der USA ihr Strukturproblem nicht mehr \u00fcber den Welthandel l\u00f6sen, sondern m\u00fcssen auch als \u201eLandmacht\u201c im mahanschen Sinne agieren. Die aggressive Politik der USA gegen\u00fcber Nachbarn wie Gr\u00f6nland, Kanada und Mexiko ist nicht nur Ergebnis strategisch verfehlten Denkens der Regierung und ihrer Administration \u2013 hier liegt der Idealismus im Neorealismus versteckt! \u2013, sondern auch schlicht Ausdruck der kapitalistischen Konkurrenz aller gegen alle. Dieses Prinzip wurde durch die Anomalie in der Weltordnung von Jalta und die Zwischenphase der relativen Unipolarit\u00e4t der USA bis 2008 lediglich abgefedert, nie aufgehoben. Ebenso ist das aggressive Verhalten Chinas gegen\u00fcber seinen Nachbarn nicht nur ein Problem kontinentalen Denkens, sondern auch eines der kapitalistischen Konkurrenz.<\/p>\n<p>Zweitens, nicht Staaten machen in letzter Instanz die Geschichte, sondern Klassenk\u00e4mpfe. Staaten sind Ergebnisse und Instrumente von Klassenk\u00e4mpfen, aber nicht die antreibende Kraft der Geschichte selbst. Der Charme des Neorealismus in der Jalta-Ordnung bestand darin, die inneren Widerspr\u00fcche von Staaten ignorieren zu k\u00f6nnen und kapitalistische Staaten genauso wie Arbeiter:innenstaaten als letzte und eigentliche Einheiten des Weltsystems betrachten zu k\u00f6nnen. Dieses Denken entsprach auch dem weltweiten Klassenkompromiss. Darin gab es es zwar konkurrierende Systeme, aber die stalinistische Theorie des \u201eSozialismus in einem Land\u201c erlaubte dem Imperialismus eine Zeit lang Aufschub und Prosperit\u00e4t, indem etwa in der Nachkriegszeit sozialistische Revolutionen im Keim erstickt wurden. Mit Ende der Jalta-Ordnung 1990 normalisiert sich der Kapitalismus nach einer \u00dcbergangszeit der Extraprofite aus der kapitalistischen Restauration (\u201eunipolarer Moment\u201c der Weltordnung). Die kapitalistische Weltordnung geht damit wieder in Richtung eines zunehmend regellosen Systems.<\/p>\n<p>Jede Handlung der Kapitalist:innen, und das k\u00f6nnen die Neorealist:innen nicht erkl\u00e4ren, hat Handlungen ihrer antagonistischen Klasse, der Arbeiter:innen, zur Folge. Diese k\u00f6nnen von Streiks \u00fcber Volksaufst\u00e4nde und Revolten bis hin zu Revolutionen reichen, von national \u00fcber lokal bis international. Antagonistisch werden die Klassenkonflikte und demokratischen Fragen dann, wenn sie von der Arbeiter:innenklasse angef\u00fchrt werden, wie die Generalstreiks in Italien in Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stina im Herbst 2025. Er nahm seinen Ausgangspunkt im Genozid gegen Pal\u00e4stina. Paine kritisiert zwar im Interview zu ihrem Artikel Netanjahus Regierung daf\u00fcr, sich mehr um den Selbsterhalt zu k\u00fcmmern als um das Wohl der Nation<a href=\"#3f491445-cf4f-4804-9d4b-61cd6481796a\" id=\"3f491445-cf4f-4804-9d4b-61cd6481796a-link\">21<\/a>, was sicherlich nicht komplett aus der Luft gegriffen ist. Sie \u00fcbersieht dabei aber, dass die extrem rechte israelische Regierung das Ergebnis unl\u00f6sbarer Widerspr\u00fcche der Besatzung durch den Zionismus selbst ist, die wiederum das Ergebnis der imperialistischen Neuaufteilung der Welt unter kapitalistischen Bedingungen ist. Auch hier wird der Idealismus im Neorealismus sichtbar, da keine materielle letzte Erkl\u00e4rung f\u00fcr das teils irrationale Handeln von Regierungen m\u00f6glich ist, ohne die Widerspr\u00fcche des Kapitalismus in seinem letzten Stadium des Imperialismus zu verstehen. Dieser Genozid wiederum f\u00fchrte aber zu einer der gr\u00f6\u00dften weltweiten Jugendbewegungen der letzten Jahrzehnte in Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p>Aus einem lokalen Kampf in Pal\u00e4stina wurde ein internationaler, aus einem demokratischen Kampf ein Klassenkampf \u2013 im Sinne der Theorie der Permanenten Revolution.<a href=\"#59363148-cae1-4d0b-94c8-6498582fe383\" id=\"59363148-cae1-4d0b-94c8-6498582fe383-link\">22<\/a> Denn auch f\u00fcr die Arbeiter:innen gilt: Die See selbst mag niemandem dauerhaft geh\u00f6ren, aber die H\u00e4fen schon. M\u00f6glich war die Umsetzung von Elementen der Permanenten Revolution durch das B\u00fcndnis der Hafen-Arbeiter:innen mit der globalen Sumud-Flotilla. In der Flotilla segelten hunderte pal\u00e4stinasolidarische Aktivist:innen in einer koordinierten Aktion mit Hilfsg\u00fctern nach Gaza \u2013 darunter auch Italiener:innen. Hafenarbeiter:innen von Neapel hatten zuvor schon angek\u00fcndigt, Italien lahmlegen zu wollen, sollten die israelischen Streitkr\u00e4fte sie angreifen. Nachdem das israelische Milit\u00e4r die Flotilla gegen das internationale Seerecht kaperte und die Aktivist:innen entf\u00fchrte und misshandelte, machten die Hafenarbeiter:innen in Italien ihre Ank\u00fcndigung wahr: Sie f\u00fchrten gemeinsam mit der Jugend zwei Generalstreiks im ganzen Land an, wobei der Druck durch die Kampagne so gro\u00df war, dass sogar die Gewerkschaftsb\u00fcrokratien gegen ihren Willen mobilisieren mussten. Mit dem Generalstreik konnte nicht nur die Zusammenarbeit des Imperialismus im V\u00f6lkermord konfrontiert werden, sondern die Arbeiter:innen und Jugendlichen konnten auch gegen die rechte Regierung und Repressions- sowie Anti-Streik- und Anti-Blockade Gesetze in die Offensive gehen.<a href=\"#881f8754-2463-4256-819b-db9ea8903988\" id=\"881f8754-2463-4256-819b-db9ea8903988-link\">23<\/a> Ein Kampf um demokratische Rechte und gegen den Imperialismus in der Peripherie hatte hier durch das bewusste und anf\u00fchrende Eingreifen der Arbeiter:innenavantgarde zu einem Klassenkampf im imperialistischen Zentrum gef\u00fchrt \u2013 die Permanente Revolution in Aktion.<\/p>\n<p>Es ist wohl kein Zufall, dass der Ansto\u00df zum Generalstreik in Italien vom Hafen kam, denn der maritime Sektor der Arbeit ist starkem Wandel unterworfen.<a href=\"#33da2574-220c-49ad-b8c0-67301bc96c43\" id=\"33da2574-220c-49ad-b8c0-67301bc96c43-link\">24<\/a> So erleben die H\u00e4fen tiefe Umw\u00e4lzungen durch Vorst\u00f6\u00dfe zur Automatisierung, den relativen Bedeutungsverlust westlicher gegen\u00fcber asiatischer (und besonders chinesischer) H\u00e4fen bis hin zur Rolle der H\u00e4fen als Einfallstor chinesischen Einflusses im Ausland (sowohl im konkurrierenden imperialistischen, etwa Hamburg; zuvor als Pr\u00e4zedenz Athen) als auch im halbkolonialen (wie Bagamoyo in Tansania). Noch unmittelbarer sind die meist s\u00fcdostasiatischen Seeleute betroffen, die den Preis f\u00fcr die zunehmende Unsicherheit auf See bezahlen, w\u00e4hrend die Tendenzen zur Deglobalisierung nicht dazu f\u00fchren, dass sich die Eigentums- und Besitzkonstrukte in der Handelsschifffahrt irgendwie entwirren w\u00fcrde. F\u00fcr diesen Sektor der internationalen Arbeiter:innenklasse ist es besonders wichtig, ein unabh\u00e4ngiges Programm zu entwickeln, das sich nicht diesen oder jenen Ausbeuter:innen unterordnet, zumal in der Weltordnung mehr Handelskriege und Interventionen zu erwarten sind, die maritime Arbeiter:innen besonders betreffen \u2013 und in denen sie eine besondere Rolle als Avantgarde der internationalen Arbeiter:innenklasse spielen k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Es gibt zwei prinzipielle Linien reformistischer F\u00fchrungen der Arbeiter:innenklasse, die die notwendige Unabh\u00e4ngigkeit der Arbeiter:innenklasse von der Bourgeoisie unterlaufen: der b\u00fcrgerliche Multilateralismus und den Campismus. W\u00e4hrend der b\u00fcrgerliche Multilateralismus in den Begriffen Paines eher der Logik der Seemacht zuzurechnen ist und \u2013 unter der Hegemonie des oder der gr\u00f6\u00dften Imperialisten \u2013 friedliche kapitalistische Prosperit\u00e4t zu Lasten der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten anbietet, entspricht der Campismus eher der Logik der Landm\u00e4chte, die ein Nullsummenspiel zwischen zwei oder mehr kapitalistischen Bl\u00f6cken sehen und sich auf eine der Seiten schlagen. Der Multilateralismus etwa findet sich in der EU-Gl\u00e4ubigkeit eines Teils der Linken, teils auch im Glauben an die Vereinten Nationen und das V\u00f6lkerrecht als \u00fcbergeordnete Instanz, die Gerechtigkeit bringe. Diese Perspektive ist durch den Trumpismus weltweit geschw\u00e4cht, bildet aber in Deutschland nach wie vor die offizielle Doktrin des Reformismus von SPD \u00fcber Gr\u00fcne bis hin zur Linkspartei, die damit die Staatstreue ihrer Basis sichern. Der Campismus findet sich st\u00e4rker im (Post-)Stalinismus, Teilen des Maoismus oder des B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht (BSW) als besonders rechten Erben des Stalinismus, die wahlweise Russland oder China f\u00fcr Verb\u00fcndete gegen den US-Imperialismus halten. Die Logik des Campismus zeigte ihr Scheitern gerade wieder in Venezuela. Dort kapitulierte das lange vom Campismus als antiimperialistisch gelobte Regime soeben vor den USA: Vizepr\u00e4sidentin Delcy Rodr\u00edguez k\u00fcndigte Kooperation mit den USA an.<\/p>\n<p>Beide Seiten der Medaille, der b\u00fcrgerliche Multilateralismus und der Campismus, ordnen die Arbeiter:innenklasse b\u00fcrgerlichen F\u00fchrungen unter und liefern sie ihren Feind:innen aus, seien es die Kapitalist:innen des Westens oder des Ostens. Eine unabh\u00e4ngige Position der Arbeiter:innenklasse hingegen nutzt ihre eigenen strategischen Stellungen in der Produktion und im Handel, wie in den H\u00e4fen, um den Kapitalist:innen weltweit das Handwerk zu legen und sich mit den Unterdr\u00fcckten der Welt zu verb\u00fcnden. Die Blockade von Waffen und Waren an imperialistische Kriege sowie die Organisation von Unterst\u00fctzung an Arbeiter:innen und Unterdr\u00fcckten, die wie in Venezuela oder Pal\u00e4stina angegriffen werden, kann eine \u201eansteckende\u201c L\u00f6sung der Arbeiter:innenklasse auf die kapitalistischen Kriege und Krisen aufzeigen. Dazu ben\u00f6tigen die Arbeiter:innen \u00dcbergangslosungen, beginnend mit der Offenlegung von Gesch\u00e4ftsb\u00fcchern und der Markierung von Waffenlieferungen, damit die Arbeiter:innen \u00fcber den Transport entscheiden k\u00f6nnen. Solche \u00dcbergangsforderungen k\u00f6nnen der erste Schritt sein hin zu Hafenstreiks gegen Waffenlieferungen an imperialistische Kriege und Genozid sowie Kontrolle und letztlich Verwaltung der Arbeiter:innen \u00fcber den Warenverkehr, in Anf\u00fchrung weiter Sektoren der Arbeiter:innen und im B\u00fcndnis mit den unterdr\u00fcckten V\u00f6lkern.<a href=\"#16ff083c-5d04-4f87-a2f1-e2d056437fa6\" id=\"16ff083c-5d04-4f87-a2f1-e2d056437fa6-link\">25<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>        Fu\u00dfnoten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wir leben in einer Zeit der Wiederkehr.1 Die neue Hinterhofpolitik der USA gegen Venezuela ist das j\u00fcngste Beispiel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":710879,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-710878","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115878274177145027","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710878","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=710878"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710878\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/710879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=710878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=710878"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=710878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}