{"id":711797,"date":"2026-01-12T05:21:12","date_gmt":"2026-01-12T05:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/711797\/"},"modified":"2026-01-12T05:21:12","modified_gmt":"2026-01-12T05:21:12","slug":"lehrstellenmangel-in-berlin-streit-um-die-ausbildungsplatzabgabe-geht-2026-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/711797\/","title":{"rendered":"Lehrstellenmangel in Berlin: Streit um die Ausbildungsplatzabgabe geht 2026 weiter"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Kaum ein anderes Thema der schwarz-roten Regierungskoalition hat schon so viel Widerspruch provoziert wie die Ausbildungsplatzabgabe. Sie soll dazu beitragen, in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/berlin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> mehr Ausbildungspl\u00e4tze zu schaffen. Aber kann das funktionieren?\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-12\/daniel-terzenbach-arbeitsmarkt-integration-krisen-grundsicherung\" data-ct-label=\"Daniel Terzenbach: &quot;Wir sollten Englisch als Arbeitssprache gesellschaftlich akzeptieren&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Daniel Terzenbach:<br \/>\n                        &#8222;Wir sollten Englisch als Arbeitssprache gesellschaftlich akzeptieren&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/campus\/2026\/01\/wehrdienst-studium-wachbataillon-bundeswehr\" data-ct-label=\"Wehrdienst: &quot;Dass wir mal auf echte Menschen schie\u00dfen k\u00f6nnten, blieb abstrakt&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Wehrdienst:<br \/>\n                        &#8222;Dass wir mal auf echte Menschen schie\u00dfen k\u00f6nnten, blieb abstrakt&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/mobilitaet\/2025-12\/rahmedetalbruecke-sauerland-luedenscheid-merz-freigabe\" data-ct-label=\"Rahmedetalbr\u00fccke: Friedrich Merz gibt neue Br\u00fccke in L\u00fcdenscheid frei\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Rahmedetalbr\u00fccke:<br \/>\n                        Friedrich Merz gibt neue Br\u00fccke in L\u00fcdenscheid frei<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/spd\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a> macht sich seit Langem daf\u00fcr stark. Die Oppositionsparteien Linke und Gr\u00fcne stehen ebenfalls hinter dem Konzept. Aus der CDU waren auch kritische Stimmen zu h\u00f6ren. Wirtschaftsverb\u00e4nde halten die Abgabe f\u00fcr Teufelszeug.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein entsprechendes Gesetz soll das Abgeordnetenhaus voraussichtlich in der ersten Jahresh\u00e4lfte beschlie\u00dfen. Schon im Januar beginnen die Detailberatungen in den zust\u00e4ndigen Aussch\u00fcssen.\n<\/p>\n<p>        Arbeitgeber sollen f\u00fcr die geplante Abgabe in einen Fonds einzahlen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/cdu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a> und SPD hatten im gemeinsamen Koalitionsvertrag vereinbart, eine Ausbildungsplatzabgabe &#8211; oder -umlage &#8211; einzuf\u00fchren, falls bis Jahresende 2025 nicht mindestens 2.000 zus\u00e4tzliche Ausbildungspl\u00e4tze im Vergleich zu Ende 2023 geschaffen werden. Damals gab es 32.853.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Noch liegen \u00f6ffentlich keine Daten dazu vor, ob es gelungen ist, das Ziel zu erreichen. Das gilt allerdings als unwahrscheinlich. Die Zahlen dazu werden f\u00fcr M\u00e4rz erwartet.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch wenn das Gesetz eine Mehrheit findet, sollen die entsprechenden Regelungen erst ab Anfang 2028 gelten. Das Prinzip lautet: Arbeitgeber in Berlin zahlen dann in einen Fonds ein, unabh\u00e4ngig davon, ob sie ausbilden oder nicht.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Betriebe, die ausbilden, sollen f\u00fcr jeden Azubi einen auf jedes Ausbildungsjahr festgelegten Pauschalbetrag aus dem Topf bekommen, und zwar mehr, als sie eingezahlt haben. Die H\u00f6he der Abgabe steht noch nicht fest.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Pro Ausbildungsplatzabgabe        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Bef\u00fcrworter des Modells weisen darauf hin, dass in Berlin dringend mehr Ausbildungspl\u00e4tze gebraucht werden. \u00abDer Berliner Ausbildungsmarkt befindet sich weiterhin in einer eklatanten Schieflage. Das Angebot an betrieblichen Ausbildungspl\u00e4tzen bleibt weiterhin deutlich hinter der gestiegenen Nachfrage zur\u00fcck\u00bb, sagte Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">So gab es nach Angaben des <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/dgb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschen Gewerkschaftsbunds<\/a> Berlin-Brandenburg zuletzt 166 Bewerber auf 100 Ausbildungspl\u00e4tze. Ein Grund sei die fehlende Ausbildungsbereitschaft: Nur 15,2 Prozent der Betriebe in Berlin haben dem DGB zufolge \u00fcberhaupt ausgebildet.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das wichtigste Ziel der Abgabe sei es deshalb, das betriebliche Ausbildungsplatzangebot in Berlin zu erh\u00f6hen und das bestehende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen, sagte Kiziltepe.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der DGB ist daf\u00fcr, mit dem Gesetz z\u00fcgig voranzukommen. \u00abAusbildung ist eine Investition, die ein Unternehmen f\u00fcr die gesamte Branche t\u00e4tigt\u00bb, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands, Nele Techen. \u00abWerden deren Kosten solidarisch auf alle Schultern verteilt, wird die Last f\u00fcr das einzelne Unternehmen leichter.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Kizltepe argumentiert, unterm Strich sei das gut f\u00fcr die Wirtschaft insgesamt: \u00abAuch nicht ausbildende Betriebe profitieren am Ende, da ihnen ausgebildete Fachkr\u00e4fte am Arbeitsmarkt zur Verf\u00fcgung stehen\u00bb, sagte die Senatorin. \u00abIn diesem Sinne profitieren alle Beteiligten von der Umlage.\u00bb\n<\/p>\n<p>        Kontra Ausbildungsplatzabgabe        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Anhaltende Kritik gibt es vonseiten der Berliner Wirtschaft, die grunds\u00e4tzlich bezweifelt, dass der Ansatz richtig ist: \u00abDie Abgabe schafft keine zus\u00e4tzlichen Ausbildungspl\u00e4tze und hilft keinem Jugendlichen dabei, beruflich Fu\u00df zu fassen\u00bb, sagte der Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer in Berlin (IHK) Sebastian Stietzel der dpa.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aus Sicht der Wirtschaft hat die Abgabe aber noch weitere Nachteile: Stietzel warnt vor mehr B\u00fcrokratie f\u00fcr die Unternehmen und davor, dass sie den Betrieben das Leben ausgerechnet in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schwer mache. \u00abWir wollen weiter gemeinsam im B\u00fcndnis f\u00fcr Ausbildung die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verbessern, anstatt mit einer b\u00fcrokratischen Abgabe das Erfolgsmodell duale Ausbildung am Ende besch\u00e4digt zu sehen.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In einem \u00abOffenen Brief der Berliner Wirtschaft\u00bb an das Abgeordnetenhaus kritisierten mehrere Wirtschaftsverb\u00e4nde Anfang November die Abgabe. Sie wandten unter anderem ein, sie treffe auch kleine Betriebe, die trotz ihrer Bem\u00fchungen um geeignete Bewerber Ausbildungspl\u00e4tze gar nicht besetzen k\u00f6nnten oder Mittelst\u00e4ndler, die zwar nicht ausbildeten, aber Fachkr\u00e4fte im dualen Studium weiterqualifizierten.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Pr\u00e4sident Unternehmensverb\u00e4nde Berlin-Brandenburg, Stefan Moschko, warf der Regierungskoalition vor, die Wirtschaft mit einem Gesetz zu \u00fcberziehen, das einen enormen zus\u00e4tzlichen Aufwand und weitere unn\u00f6tige Kosten bringe. Die Ausbildungsplatzumlage sei \u00abein Rezept aus der arbeitsmarktpolitischen Mottenkiste\u00bb und werde der Berliner Wirtschaft erheblich schaden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">IHK-Pr\u00e4sident Stietzel gibt noch nicht auf: \u00abWir erwarten, dass die Vernunft siegt\u00bb, sagte er. \u00abWir setzen darauf, dass wir mit unseren Argumenten die Politik davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass ein gesetzgeberischer Eingriff nicht notwendig ist.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260112-930-530754\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kaum ein anderes Thema der schwarz-roten Regierungskoalition hat schon so viel Widerspruch provoziert wie die Ausbildungsplatzabgabe. 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