{"id":712325,"date":"2026-01-12T10:40:11","date_gmt":"2026-01-12T10:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/712325\/"},"modified":"2026-01-12T10:40:11","modified_gmt":"2026-01-12T10:40:11","slug":"devid-striesow-mit-einer-hommage-an-dvorak-in-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/712325\/","title":{"rendered":"Devid Striesow mit einer \u201eHommage an Dvor\u00e1k\u201c in D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eLesungen sind f\u00fcr mich etwas ganz Besonderes\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/devid-striesow\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Devid Striesow<\/a>. \u201eSie haben eine unglaublich sch\u00f6ne Grundvoraussetzung. Das Publikum wei\u00df, da setzt sich einer auf die B\u00fchne und liest mir vor, worauf ich Lust habe. Mit dieser Erwartungshaltung betritt es den Saal. Das ist wie eine Verabredung, die auch den Vortragenden begl\u00fcckt.\u201c Am Sonntag gastiert der Schauspieler bei \u201eZweiklang! Wort und Musik\u201c nach zwei Jahren wieder im Robert-Schumann-Saal. Bei seiner \u201eHommage an Anton\u00edn Dvor\u00e1k\u201c wird er von den japanischen Musikerinnen Hideyo Harada (Klavier) und Mayumi Kanagawa (Violine) begleitet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bevor Striesow jedoch \u00fcber seine Rezitation spricht, hebt er zu einer Lobpreisung des Schumann-Saals an. \u201eMit ihm besitzt D\u00fcsseldorf einen der gro\u00dfartigsten R\u00e4ume Europas. Nicht nur, weil er viele Menschen fasst, sondern auch wegen seiner wunderbaren Akustik\u201c, schw\u00e4rmt er. \u201eIhr habt da etwas Einzigartiges. Besch\u00fctzt es, bewahrt es, versucht es weiterhin zu erhalten.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Tradition des Lesens habe speziell in Deutschland eine hohe Wertsch\u00e4tzung, merkt er zufrieden an. Er liebt diesen Teil seines Berufes und nimmt sich immer wieder die Zeit daf\u00fcr. Mit knapp 20 Programmen ist er emsig unterwegs, um die Literatur zu den Menschen zu bringen. \u201eIch fahre \u00fcberall hin\u201c, versichert er. \u201eBietet man mir an, einen Raum mit meiner Stimme beleben zu d\u00fcrfen, bin ich dankbar. Eine gro\u00dfe Freude. Ich lasse auch immer ein bisschen das Licht an, damit ich meine Zuh\u00f6rer sehe und mit ihnen interagieren kann.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei Dvor\u00e1k (1841-1904) treffen seine Leidenschaften f\u00fcr Sprache und Musik zusammen. \u201eIch bin generell sehr klassikaffin\u201c, erz\u00e4hlt er und verweist auf den Podcast \u201eKlassik drastisch\u201c, den er mit seinem Kollegen Axel Rabisch f\u00fcr Deutschlandfunk Kultur betreibt. \u201eWir stellen einander Komponisten und Werke vor. Mich interessiert es, auch mal weniger bekannte K\u00fcnstler zu nehmen.\u201c So wie den russischen Adligen Vsevolod Zaderatsky (1891-1953), der im sibirischen Straflager \u201e24 Pr\u00e4ludien und Fugen\u201c schrieb und dabei dem Kompositionsmuster von Johann Sebastian Bach folgte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Stets sp\u00fcrt Striesow dem Menschen hinter der Musik nach. Anton\u00edn Dvor\u00e1k etwa habe unentwegt um sich herum und bevorzugt in l\u00e4ndlicher Idylle nach musikalischen Einfl\u00fcssen gesucht: \u201eEr sammelte sie, damit sie ihn zu seinen Kompositionen befl\u00fcgelten.\u201c Bei der Rezitation im Schumann-Saal werden auch Briefe und Dokumente von Zeitzeugen zu Geh\u00f6r gebracht, umrahmt von Dvor\u00e1ks Werken.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Denkt Devid Striesow an D\u00fcsseldorf, ist sein Eifer kaum zu bremsen. Frisch von der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin, wo er der legend\u00e4ren Klasse mit Nina Hoss, Lars Eidinger und Maria Simon angeh\u00f6rte, trat er sein erstes Engagement am hiesigen Theater an. \u201eIch stieg am Bahnhof aus dem Zug und dachte, was f\u00fcr eine krasse Stadt.\u201c Das Schauspielhaus blieb lange seine k\u00fcnstlerische Heimat, was mit den Inszenierungen von J\u00fcrgen Gosch zusammenhing. Striesow wirkte mit bei \u201eK\u00e4thchen von Heilbronn\u201c, \u201eSommerg\u00e4ste\u201c, \u201ePrinz von Homburg\u201c, er war \u201eHamlet\u201c und Lady Macbeth im legend\u00e4ren \u201eMacbeth\u201c (2005). Zun\u00e4chst ein Theaterskandal, erlangte das Drama Kultstatus. \u201eEin Jahrhundert-Macbeth, mit dem wir um die Welt zogen, bis nach Bogota\u201c, sagt er im R\u00fcckblick auf diese goldene Zeit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eD\u00fcsseldorf war Dreh- und Angelpunkt meiner Karriere, ein Meilenstein und Mega-H\u00f6hepunkt bis heute. Ich liebe diese Stadt. Insgesamt habe ich bestimmt drei Jahre meines Lebens hier verbracht und viele Freunde gewonnen.\u201c Zuletzt gastierte er 2021 mit \u201eUnendlicher Spa\u00df\u201c beim Asphalt-Festival. Andere B\u00fchnen wurden mit der Zeit gewichtiger, etwa das Hamburger Schauspielhaus. Nach \u201e\u00d6dipus\u201c beim Antiken-Marathon \u201eAnthropolis\u201c beginnen dort bald die Proben zu einem \u00e4hnlich ambitionierten Mehrteiler mit ihm als Hauptdarsteller: \u201eIch bin schon wahnsinnig aufgeregt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einem breiteren Publikum ist Devid Striesow eher durch seine Filme vertraut. Er spielte Hape Kerkeling in \u201eIch bin dann mal weg\u201c, den Psychiater-Vater in Joachim Meyerhoffs Biografie \u201eWann wird es endlich wieder so, wie es nie war\u201c. Als f\u00fclliger Komponist in \u201eBach\u201c futterte er sich 20 Kilo an. F\u00fcr seine Rolle als fiktiver General im vierfach \u201eOscar\u201c-pr\u00e4mierten Kriegsdrama \u201eIm Westen nichts Neues\u201c bestand er darauf, sich eine Glatze scheren zu lassen. \u201eMach, was du willst\u201c, nickte Regisseur Edward Berger, \u201edu bist eh so ein Anarcho-Schauspieler.\u201c Eigentlich strebe er mit diesen Verwandlungen nur Authentizit\u00e4t an, beteuert er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit seiner Familie wohnt Devid Striesow in Wien. Aber h\u00e4ufig ist er auf Reisen. Theaterverpflichtungen und Dreharbeiten f\u00fcr drei Filme f\u00fcllen das gesamte Jahr 2026. Wird der Schauspieler in der \u00d6ffentlichkeit erkannt, duckt er sich nicht weg. \u201eIch mag es, wenn Menschen sich umdrehen und mich ansprechen\u201c, sagt er und berichtet von einer Begegnung im Waschsalon. Ein junger Mann hatte Striesows Film \u201eDrei\u201c gesehen und fragte: \u201eDarf ich Sie kurz umarmen?\u201c Das ber\u00fchrt ihn. Erst recht, wenn sie erz\u00e4hlen, was ihnen am besten gefallen hat und er das \u00e4hnlich empfindet: \u201eEin Geschenk, schon daf\u00fcr hat sich alles gelohnt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eLesungen sind f\u00fcr mich etwas ganz Besonderes\u201c, sagt Devid Striesow. \u201eSie haben eine unglaublich sch\u00f6ne Grundvoraussetzung. Das Publikum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":712326,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[141184,3364,29,15278,3405,158239,30,22466,1209,164153,4739,9876,935,65103],"class_list":{"0":"post-712325","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-antonin-dvorak","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-devid-striesow","12":"tag-duesseldorf","13":"tag-gastiert","14":"tag-germany","15":"tag-hommage","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-rezitation","18":"tag-robert","19":"tag-saal","20":"tag-schauspieler","21":"tag-schumann"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115881707075965624","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/712325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=712325"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/712325\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/712326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=712325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=712325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=712325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}