{"id":712803,"date":"2026-01-12T15:08:10","date_gmt":"2026-01-12T15:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/712803\/"},"modified":"2026-01-12T15:08:10","modified_gmt":"2026-01-12T15:08:10","slug":"aufregung-ueber-ard-streamingangebot-wofuer-bezahle-ich-gez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/712803\/","title":{"rendered":"Aufregung \u00fcber ARD-Streamingangebot: \u201eWof\u00fcr bezahle ich GEZ?!\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Kaum ein Thema sorgt in Deutschland so zuverl\u00e4ssig f\u00fcr Aufregung wie der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/klage-gegen-rundfunkbeitrag-wer-kontrolliert-die-aufsichtsgremien-des-oerr-li.2350867\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rundfunkbeitrag<\/a>. W\u00e4hrend er f\u00fcr die einen Programmvielfalt, Werbefreiheit und weitgehende Unabh\u00e4ngigkeit der Medien bedeutet, steht er f\u00fcr die anderen wegen der Beitragsh\u00f6he, teils fragw\u00fcrdiger Inhalte und seines Zwangsabgaben-Charakters immer wieder in der Kritik.<\/p>\n<p>Wenig \u00fcberraschend also, dass ein kostenpflichtiges <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/musik\/drake-im-visier-der-justiz-hat-er-seine-streaming-hits-im-darknet-mit-casino-geld-erkauft-li.10012776\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Streamingangebot<\/a> der ARD, das \u00fcber den Rundfunkbeitrag hinausgeht, auf viel Ablehnung st\u00f6\u00dft. F\u00fcr 4,99 Euro pro Monat kann man bei ARD Plus auf zus\u00e4tzliche Inhalte der Mediathek zugreifen.<\/p>\n<p>Diskussion um ARD Plus gerechtfertigt?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ausgel\u00f6st wurde die erneute Grundsatzdebatte \u00fcber den Rundfunkbeitrag auf der Social-Media-Plattform Reddit, wo sich ein Nutzer nun \u00fcber das Streamingangebot beschwerte: \u201eGeht es euch noch ganz gut? Wof\u00fcr bezahle ich GEZ?!\u201c, schrieb er w\u00fctend unter einen Screenshot, auf dem das erweiterte Angebot des Ersten vorgestellt wird. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/golden-globes-2026-das-sind-die-gewinner-li.10013598\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beliebte Filme, Serien und Dokus<\/a> der ARD, das gr\u00f6\u00dfte \u201eTatort\u201c-Archiv sowie bekannte Kinderinhalte werden versprochen. Doch wieso sollen zus\u00e4tzlich zu den monatlichen 18,36 Euro weitere f\u00fcnf Euro gezahlt werden?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Entscheidung, f\u00fcr das Archiv-Angebot Geld zu verlangen, hat die ARD nicht ganz freiwillig getroffen, sondern sie folgt damit diversen Forderungen privater Medienunternehmen. Diese kritisieren seit Jahren, dass \u00f6ffentlich-rechtliche Sender durch die Rundfunkgeb\u00fchren einen klaren Wettbewerbsvorteil h\u00e4tten, da sie so Inhalte produzieren k\u00f6nnten, ohne einem direkten Marktzwang zu unterliegen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Vor allem ins Streaminggesch\u00e4ft w\u00fcrden <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/trumps-gegen-bbc-jetzt-wird-es-fuer-ard-und-zdf-ungemuetlich-li.10005774\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ARD, ZDF und Co<\/a>. \u201e\u00fcber das Ma\u00df\u201c hinaus einsteigen \u2013 und private Anbieter wie RTL, ProSieben oder Sat.1 verdr\u00e4ngen. Ausschlaggebend war nicht zuletzt eine Entscheidung der EU-Kommission, die die Seite der privaten Sender st\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Dauerhaftes Angebot nur selten m\u00f6glich<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Im Medienstaatsvertrag wurde deshalb nachtr\u00e4glich eine sogenannte Depublizierungspflicht eingef\u00fchrt: \u00d6ffentlich-rechtliche Sender m\u00fcssen ihre Produktionen nach einer bestimmten Frist wieder aus den kostenlosen Mediatheken entfernen. Je nach Art des Inhalts sind diese nur wenige Tage, Monate oder in Ausnahmef\u00e4llen bis zu f\u00fcnf Jahre online verf\u00fcgbar. Nur selten d\u00fcrfen Inhalte dauerhaft angeboten werden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Um beliebte Klassiker oder alte <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/stil-individualitaet\/gastro-diebstaehle-li.10011035\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eTatort\u201c-Folgen<\/a> nicht komplett aus dem Verkehr ziehen zu m\u00fcssen, bietet das Erste seit 2020 entsprechende Inhalte zu einem \u201emarkt\u00fcblichen Preis\u201c \u00fcber ARD Plus an \u2013 so kann man die Depublizierung umgehen. Neu ist die Erweiterung also nicht. Seit Oktober 2022 ist das kostenpflichtige Streamingangebot zudem als eigenst\u00e4ndiger Dienst mit eigener Webseite und App verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Auch wenn der \u00c4rger der Beitragszahler nachvollziehbar ist, richtet er sich diesmal an die falsche Adresse. Die Ursache f\u00fcr die zus\u00e4tzliche Bezahlschranke liegt n\u00e4mlich nicht bei der ARD, sondern bei den privaten Medienkonzernen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kaum ein Thema sorgt in Deutschland so zuverl\u00e4ssig f\u00fcr Aufregung wie der Rundfunkbeitrag. 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