{"id":713161,"date":"2026-01-12T18:22:11","date_gmt":"2026-01-12T18:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/713161\/"},"modified":"2026-01-12T18:22:11","modified_gmt":"2026-01-12T18:22:11","slug":"keir-starmer-usa-und-grossbritannien-risse-in-der-besonderen-beziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/713161\/","title":{"rendered":"Keir Starmer \u2013 USA und Gro\u00dfbritannien: Risse in der besonderen Beziehung"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img316675\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/316675.jpeg\" alt=\"Die N\u00e4he vom September ist vorbei: Gro\u00dfbritanniens Premier Keir Starmer (l.)mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump bei dessen Staatsbesuch im Vereinigten K\u00f6nigreich.\"\/><\/p>\n<p>Die N\u00e4he vom September ist vorbei: Gro\u00dfbritanniens Premier Keir Starmer (l.)mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump bei dessen Staatsbesuch im Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Foto: AFP\/Andrew Caballero Reynolds<\/p>\n<p>Die \u00fcberschw\u00e4ngliche Eintracht vom vergangenen September scheint eine Ewigkeit her. Als Donald Trump damals zu einer Staatsvisite nach Gro\u00dfbritannien kam, \u00fcbertrafen sich der US-Pr\u00e4sident und Premierminister Keir Starmer mit Lob und warmen Worten. \u00bbWir haben unsere besondere Beziehung f\u00fcr eine neue \u00c4ra erneuert\u00ab, sagte Starmer, und Trump schw\u00e4rmte: \u00bbWir sind f\u00fcr immer verbunden, wir werden f\u00fcr immer Freunde sein.\u00ab<\/p>\n<p>Weniger als vier Monate sp\u00e4ter ist offenbar alles vergessen. Ebenso wie die anderen Staaten Europas ist Gro\u00dfbritannien zu einem Zuschauer degradiert, der mit wachsender Nervosit\u00e4t auf den n\u00e4chsten Schritt des US-Pr\u00e4sidenten wartet \u2013 ohne den geringsten Einfluss auf den angeblichen Freund. Von der Entf\u00fchrung des venezolanischen Pr\u00e4sidenten Nicol\u00e1s Maduro durch US-Streitkr\u00e4fte wurde die britische Regierung genauso \u00fcberrumpelt wie vom zunehmenden S\u00e4belrasseln gegen\u00fcber Gr\u00f6nland.<\/p>\n<p>Starmer macht Trump Konzessionen<\/p>\n<p>Manche Beobachter in Gro\u00dfbritannien halten die \u00bbSpecial Relationship\u00ab, die besondere Beziehung, f\u00fcr endg\u00fcltig am Ende \u2013 \u00bbtot und begraben\u00ab, wie die Labour-Politikerin Helena Kennedy am Wochenende sagte. Starmer scheint dies nur widerwillig zu akzeptieren. Bislang hat er an der Strategie festgehalten, die er seit Beginn der zweiten Trump-Pr\u00e4sidentschaft vor einem Jahr verfolgt: Trump so gut wie m\u00f6glich umschmeicheln, auf keinen Fall Kritik \u00fcben und hoffen, dass er von seinem unberechenbaren Zorn verschont bleibt.<\/p>\n<p>Nebst symbolischen Gesten, darunter der Staatsbesuch im September, hat sich die Regierung Starmers zu gr\u00f6\u00dferen Konzessionen durchgerungen. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194138.usa-und-grossbritannien-donald-trump-in-uk-eine-neue-appeasement-politik.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unter US-amerikanischem Druck hat Gro\u00dfbritannien beispielsweise<\/a> versprochen, die Verteidigungsausgaben von derzeit 2,4\u2005Prozent auf 3,5\u2005Prozent bis 2035 zu erh\u00f6hen; auch eine deutliche Anhebung der Arzneipreise, die den britischen Gesundheitsdienst gesch\u00e4tzte 3\u2005Milliarden Pfund (rund 3,46\u2005Milliarden Euro) kosten wird, geschah auf Dr\u00e4ngen Washingtons.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbDas Vereinigte K\u00f6nigreich ist ein Land, in dem Trump einige Golfpl\u00e4tze kauft, mehr nicht.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nKim Darroch\u2003<br \/>&#13;<br \/>\nEhemaliger britischer Botschafter in den USA<\/p><\/blockquote>\n<p>Zudem h\u00e4lt sich Starmer mit Kritik an Trumps rechtloser Willk\u00fcr zur\u00fcck. Als etliche Politiker und Rechtsexperten darauf verwiesen, dass die Verschleppung Maduros offensichtlich gegen internationales Recht verst\u00f6\u00dft, sagte Starmer \u2013 ein profilierter Menschenrechtsanwalt \u2013, dass er erst noch mehr Informationen ben\u00f6tige, um die Aktion beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Derzeit mehren sich die Stimmen in Gro\u00dfbritannien, die eine Anpassung an die Trump-Realit\u00e4t fordern. Kim Darroch, ehemaliger britischer Botschafter in Washington, sagte, dass der US-Pr\u00e4sident keine besondere Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber Gro\u00dfbritannien versp\u00fcre. \u00bbDas Vereinigte K\u00f6nigreich ist ein Land, in dem er einige Golfpl\u00e4tze kauft, mehr nicht\u00ab, sagte er gegen\u00fcber dem \u00bbObserver\u00ab. Der Ex-Diplomat ist sich bewusst, dass Starmer einen \u00bbt\u00e4glichen Drahtseilakt\u00ab absolvieren m\u00fcsse, um den \u00bbkaprizi\u00f6sen, d\u00fcnnh\u00e4utigen\u00ab Machthaber in Washington nicht zu ver\u00e4rgern. Auch befinde sich Gro\u00dfbritannien nach dem Austritt aus der EU in einer besonders exponierten Lage.<\/p>\n<p>Britische \u00d6ffentlichkeit sieht USA zunehmend kritisch<\/p>\n<p>Ein anonymer Regierungsvertreter sagte gegen\u00fcber der Wochezeitung \u00bbNew Statesman\u00ab, dass London dringend eine von den USA unabh\u00e4ngige Politik verfolgen m\u00fcsse, zusammen mit Europa. Die Beziehung zu den USA fordere dem Land einen hohen Preis ab \u2013 <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1196382.brexit-der-brexit-wiegt-weiter-schwer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Ann\u00e4herung an Europa<\/a> sei notwendig, um den Schaden zu begrenzen.<\/p>\n<p>Auch die britische \u00d6ffentlichkeit sieht die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten zunehmend kritisch. Laut einer neuen Umfrage sehen nur 42\u2005Prozent die USA als Verb\u00fcndeten \u2013 unter Biden waren es zeitweise noch fast 70\u2005Prozent. Demgegen\u00fcber betrachten 49\u2005Prozent der Briten Deutschland als Partner, bei Frankreich sind es 53\u2005Prozent.<\/p>\n<p>Solche Entwicklungen d\u00fcrften mit ein Grund daf\u00fcr sein, dass die Regierung Starmer mittlerweile weniger zur\u00fcckhaltend \u00fcber ihre geplante Ann\u00e4herung an die EU spricht. Bald wird sie ein neues Gesetz vorlegen, das es Ministern erleichtern wird, die britischen Regulierungen denen der EU anzupassen.<\/p>\n<p>Auch in der Debatte um die US-amerikanischen Drohungen gegen\u00fcber Gr\u00f6nland und D\u00e4nemark hat der Premierminister zuletzt eine robustere Haltung eingenommen: \u00bb\u00dcber die Zukunft Gr\u00f6nlands sollen Gr\u00f6nland und das K\u00f6nigreich D\u00e4nemark entscheiden\u00ab, sagte Starmer letzte Woche. Bald k\u00f6nnten konkrete Schritte folgen. Laut Medienberichten ist die britische Regierung in Gespr\u00e4chen mit Nato-Partnern, um die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz in Gr\u00f6nland aufzustocken. So wollen die Europ\u00e4er den USA zeigen, dass eine Annexion Gr\u00f6nlands nicht n\u00f6tig ist, um einem Vorr\u00fccken Russlands oder Chinas in der Arktisregion entgegenzuwirken. Die Pr\u00e4senz europ\u00e4ischer Soldaten auf der Insel w\u00fcrde es f\u00fcr die USA zudem deutlich komplizierter machen, milit\u00e4risch zu intervenieren, sagen Experten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die N\u00e4he vom September ist vorbei: Gro\u00dfbritanniens Premier Keir Starmer (l.)mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump bei dessen Staatsbesuch im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":713162,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,106,551,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-713161","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-grossbritannien","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-united-states","17":"tag-united-states-of-america","18":"tag-us","19":"tag-usa","20":"tag-vereinigte-staaten","21":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115883523683317887","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/713161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=713161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/713161\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/713162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=713161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=713161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=713161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}