{"id":713890,"date":"2026-01-13T01:11:17","date_gmt":"2026-01-13T01:11:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/713890\/"},"modified":"2026-01-13T01:11:17","modified_gmt":"2026-01-13T01:11:17","slug":"deutschlands-strompreise-am-hoechsten-in-europa-ungarn-deckelt-merz-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/713890\/","title":{"rendered":"Deutschlands Strompreise am h\u00f6chsten in Europa \u2013 Ungarn deckelt, Merz nicht"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Deutschlands Haushalte zahlen so viel f\u00fcr Strom wie niemand sonst in Europa. Laut den neuesten EU-Vergleichsdaten, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/strom-report.com\">ausgewertet im Strom-Report<\/a> auf Basis von Eurostat-Zahlen, zahlten Haushalte in Deutschland zum Ende des Jahres 2025 durchschnittlich 38,3 Cent pro Kilowattstunde.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: In Spanien lag der Haushaltsstrompreis bei rund 26 Cent pro Kilowattstunde, in Frankreich bei 26,6 Cent. In <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ungarn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ungarn<\/a> ist der Strompreis laut der Eurostat-Auswertung mit 10,4 Cent am niedrigsten in der EU \u2013 in einem Land, das neue Atomkraftwerke baut und weiterhin <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/turkstream-serbien-nutzt-den-eu-ausstieg-fuer-neuen-gas-deal-mit-russland-li.10011619\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">russisches Pipelinegas<\/a>\u00a0\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/turkstream-serbien-nutzt-den-eu-ausstieg-fuer-neuen-gas-deal-mit-russland-li.10011619\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TurkStream<\/a> importiert. Warum ist der Abstand zu Deutschland so extrem \u2013 und was macht andere L\u00e4nder so viel billiger? Deutschland lag auch im Jahresverlauf 2025 fast durchgehend an der Spitze.<\/p>\n<p><img alt=\"Strompreise in Europa im vierten Quartal 2025: Deutschland ist an der Spitze.\" loading=\"lazy\" width=\"1053\" height=\"1404\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/919079ea-df47-4649-8641-2f32f09aa97d.jpg\"\/><\/p>\n<p>Strompreise in Europa im vierten Quartal 2025: Deutschland ist an der Spitze.Strom-Report auf Basis von<\/p>\n<p><strong>Energieexpertin Kemfert zu Ungarn: Billiger Strom per Staatsbeschluss<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eDie niedrigen Haushaltsstrompreise in Ungarn sind kein Marktergebnis, sondern Ergebnis staatlicher Preisdeckel und massiver Subventionen\u201c, sagt Prof. Dr.\u00a0Claudia Kemfert, Energie\u00f6konomin am Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW), der Berliner Zeitung. Der Staat greife dort direkt in die Preisbildung ein und gleiche Kosten aus dem Haushalt aus. Steuern und Abgaben w\u00fcrden teils offen, teils verdeckt gesenkt oder \u00fcbernommen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Kurzfristig entlastet das Millionen Haushalte deutlich. Langfristig sei das Modell jedoch riskant. \u201eFiskalisch ist das wenig transparent und auf Dauer schwer tragf\u00e4hig\u201c, warnt Kemfert.<\/p>\n<p>Strom in Deutschland: Der Staat deckelt kaum \u2013 und bestimmt doch den Preis<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In Deutschland sind die Strompreise dagegen stark marktgetrieben. Staatliche Preisbestandteile spielen dennoch eine zentrale Rolle. \u201eSteuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte machen in Deutschland heute einen Gro\u00dfteil des Strompreises aus\u201c, erkl\u00e4rt Christian Jekat, Sprecher des Berliner Grundversorgers Vattenfall, auf Anfrage der Berliner Zeitung.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Den staatlichen Zuschuss zu den \u00dcbertragungsnetzentgelten 2026 von rund 1,6 Cent wertet <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/vattenfall\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vattenfall<\/a> zwar als positives Signal. Gemessen am Gesamtstrompreis von 38,3 Cent entspricht das jedoch nur rund vier Prozent Entlastung. Um die hohe Belastung der Haushalte sp\u00fcrbar zu mildern, seien weitere Schritte n\u00f6tig, betont das Unternehmen.<\/p>\n<p><img alt=\"Strompreise in Europa im vierten Quartal 2025\" loading=\"lazy\" width=\"1062\" height=\"1416\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/de372eaf-0278-4f35-966b-aefaf4b5c3fa.jpg\"\/><\/p>\n<p>Strompreise in Europa im vierten Quartal 2025Strom-Report<\/p>\n<p>Stromsteuer f\u00fcr Haushalte: Merz bricht ein Versprechen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das zeigt die Erfahrung anderer EU-L\u00e4nder. W\u00e4hrend Ungarn Strompreise per Staatsbeschluss deckelt, h\u00e4lt Frankreich Haushaltsstrom \u00fcber seinen staatlich dominierten Atomstrom vergleichsweise niedrig. Spanien und Portugal greifen regulierend in Netzentgelte ein, Italien entlastet Haushalte zeitweise \u00fcber Steuern und Abgaben.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Deutschland dagegen greift abgesehen von punktuellen Ma\u00dfnahmen kaum ein. Trotz der h\u00f6chsten Haushaltsstrompreise in Europa liegt die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/verbraucher-entlastung-bei-stromsteuer-kommt-nicht-trotz-versprechen-im-koalitionsvertrag-li.2336546\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stromsteuer<\/a> f\u00fcr private Haushalte weiter bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde \u2013 obwohl eine Absenkung auf das EU-Mindestma\u00df politisch angek\u00fcndigt war. Das\u00a0EU-Mindestma\u00df zum Vergleich: 0,1 Cent pro kWh!\u00a0Die Merz-Regierung setzte bislang vor allem auf Entlastungen f\u00fcr Unternehmen und Industrie. Dabei ist die Stromsteuer historisch gesehen nicht einmal eine\u00a0Energie- oder Klimasteuer im engeren Sinne, sondern eine reine Fiskalsteuer, um die Rentenversicherung zu finanzieren und die Haushaltsl\u00f6cher zu stopfen.<\/p>\n<p>BDEW: Zuschuss zu Netzentgelten sollte \u00fcber 2026 hinaus greifen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass der europ\u00e4ische Vergleich ein wichtiges Detail ausblendet: Bezieht man die Kaufkraft ein, r\u00fcckt Deutschland im EU-Vergleich deutlich Richtung Mittelfeld. F\u00fcr Haushalte \u00e4ndert das jedoch wenig. Denn Strom wird nicht nach Kaufkraft bezahlt, sondern in Euro pro Kilowattstunde \u2013 und hier bleibt Deutschland Spitzenreiter.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u00c4hnlich wie Vattenfall rechnet der Verband damit, dass der Mini-Zuschuss von 1,6 Cent zu den Netzentgelten 2026 Entlastung bringen d\u00fcrfte. Das l\u00f6st aber nicht das Problem, denn es handelt sich dabei um eine zeitlich begrenzte Ma\u00dfnahme. Deswegen pl\u00e4diert der BDEW daf\u00fcr, den Zuschuss \u00fcber 2026 hinaus zu verstetigen, um Verbrauchern Planungssicherheit zu geben.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr 2026 ist die Priorit\u00e4t aus Sicht von \u00d6konomen klar. Kemfert sieht die schnellste Entlastung f\u00fcr Haushalte nicht in neuen F\u00f6rderprogrammen, sondern bei bestehenden Abgaben. Eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestma\u00df w\u00fcrde Haushalte sofort ohne neue Verzerrungen entlasten, meint die Energieexpertin.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch aus Sicht von Vattenfall liegt der Hebel dort, wo der Staat direkt eingreifen kann. Der Stromversorger verweist darauf, dass steuerliche und regulatorische Bestandteile den Endkundenpreis heute st\u00e4rker pr\u00e4gen als der eigentliche Strompreis. Genau diese Stellschrauben sind politisch bekannt \u2013 werden aber bislang nicht konsequent genutzt.<\/p>\n<p>Bundesnetzagentur setzt auf dynamische Stromtarife<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Bundesnetzagentur setzt dagegen auf Marktmechanismen. Auf Anfrage der Berliner Zeitung verweist sie vor allem auf sogenannte <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/dynamische-strompreistarife-zusatzgeschaeft-fuer-wohlhabende-li.2284114\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dynamische Stromtarife<\/a>, die in Deutschland bisher nur begrenzt verf\u00fcgbar sind.\u00a0Haushalte k\u00f6nnten Kosten senken, wenn sie ihren Verbrauch gezielt in Zeiten niedriger Preise verlagerten \u2013 etwa beim Betrieb energieintensiver Ger\u00e4te.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Zu staatlichen Preisdeckeln oder direkten Eingriffen, wie sie andere EU-L\u00e4nder praktizieren, \u00e4u\u00dfert sich die Beh\u00f6rde nicht. Eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) zu m\u00f6glichen weiteren Entlastungen f\u00fcr Haushalte liegt bislang nicht vor.<\/p>\n<p>Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mailto:briefe@berliner-zeitung.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">briefe@berliner-zeitung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschlands Haushalte zahlen so viel f\u00fcr Strom wie niemand sonst in Europa. 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