{"id":714279,"date":"2026-01-13T05:00:14","date_gmt":"2026-01-13T05:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714279\/"},"modified":"2026-01-13T05:00:14","modified_gmt":"2026-01-13T05:00:14","slug":"es-gibt-sie-noch-die-gute-alte-rockoper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714279\/","title":{"rendered":"Es gibt sie noch, die gute alte Rockoper"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Stehende Ovationen nach zwei Stunden Live-Musik und B\u00fchnenshow, die Begeisterung beim Publikum im Abraxas nach dem finalen Vorhang von ist gro\u00df. Alles richtig gemacht, k\u00f6nnte man sagen. Nach f\u00fcnf reich mit Animationsvideos und ausdrucksvollen B\u00fchnenbildern illustrierten Akten bleibt Bewunderung f\u00fcr das Engagement und das Herzblut, das in der \u201eLifealbum\u201c-Produktion dreier Augsburger Schulfreunde steckt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und darum geht es: M, der Hauptprotagonist, geboren 1964 auf dem H\u00f6hepunkt des Babybooms, l\u00e4sst sein Leben Revue passieren. Verstrickt in virtuelle Traumwelten st\u00f6\u00dft er auf ein r\u00e4tselhaftes Buch, das \u201eLifealbum\u201c, nach dem die Rockoper ihren Namen hat. Es zwingt ihn, noch einmal die Bilder seines bisherigen Lebens zu durchschreiten. Er erkennt seinen alten Pakt mit dem Teufel, der ihn in eine dauerhaft qu\u00e4lende Selbstsuche gezwungen hatte und in einem Selbstmordversuch endete. Als M sich schlie\u00dflich von der Idee trennt, sich st\u00e4ndig neu erfinden und definieren zu m\u00fcssen, er\u00f6ffnet sich ihm ein zweite Chance. Damit hat er das Dilemma der in die Nachkriegswelt hineingeworfenen Boomer-Generation \u00fcberwunden. Vorgefertigte Normen und Konventionen waren zunehmend verschwunden und es gab keine vorgegebenen Lebensentw\u00fcrfe mehr, au\u00dfer dem, authentisch man selbst zu sein. Das aber war nie leicht.\n  <\/p>\n<p>            Ein bisschen von The Who, ein bisschen von Pink Floyd<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ausgangspunkt der Oper waren zwei, drei Songs, die vor gut zehn Jahren im Raum standen, erz\u00e4hlt der Autor und Regisseur J\u00fcrgen Mick. \u201eDa haben wir \u00fcberlegt, es k\u00f6nnte ja eine Geschichte daraus werden.\u201c Um diese herum komponierte er gemeinsam mit Gitarrist und Co-Autor Hermann Dieminger weitere Songs, immer schon mit der Idee, daraus eine eigene Rockoper zu erschaffen, \u201eweil das ja auch ein vergessenes Genre unserer Zeit ist\u201c. Ein bisschen von <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/augsburg-musikklub-bootleg-praegte-underground-und-subkultur-der-1980er-113001779\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">The Who\u2018s<\/a> \u201eQuadrophenia\u201c, ein bisschen Pink Floyd und alles M\u00f6gliche aus allen anderen musikalischen Richtungen der sp\u00e4ten 1960er bis 1980er Jahre h\u00f6rt man heraus. Dazu wurde die eigene Coverband Poolpaddlers aktiviert und zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung durch S\u00e4nger Michele Picciolo und\u00a0S\u00e4ngerin Birgit Hamacher ins Boot geholt, wobei Letztere zugleich auch als Laiendarsteller die tragenden Rollen des St\u00fccks \u00fcbernahmen. Insgesamt agieren rund 15 Amateurmusiker und Laienschauspieler auf und neben der B\u00fchne.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eWir wussten von Anfang an, wohin die Reise geht, aber wir wussten nie, ob wir ankommen\u201c, sagt Illustrator Thomas Schaller, von dem die animierten Trickfilme stammen, die das gesamte Musikprogramm auf einer gro\u00dfen Leinwand begleiten. Beeindruckend, wenn auch mit einigen Wiederholungen. Hier und da holpert die Musik ein bisschen, und nicht immer erscheint alles perfekt intoniert. Am Ende aber z\u00e4hlt der Wille, die eigene Geschichte mit ganz eigenen Mitteln glaubhaft zu erz\u00e4hlen. Schaller dr\u00fcckt das so aus: \u201ePunk war auch immer eine unserer Wurzeln, wir wissen, dass wir nicht perfekt sind, aber wir haben unseren Spa\u00df und der soll r\u00fcberkommen\u201c. Das ist gelungen.\n  <\/p>\n<p>            Es mangelt etwas an konkreten Zeitbez\u00fcgen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Hauptthema der Oper aber bleibt beinahe allein auf die Identit\u00e4tssuche fokussiert. Dem selbst gestellten, recht umfassenden Anspruch eines \u201eZeitbildes\u201c wird das nicht ganz gerecht. Es bleibt bei der Nacherz\u00e4hlung pers\u00f6nlicher Erfahrungen und K\u00e4mpfe. Die Aufbruchstimmung der 60er und 70er Jahre wird zwar in vielen Bildern collagiert, es mangelt aber ein bisschen an ganz konkreten Bez\u00fcgen der Protagonisten zu den Zeitstr\u00f6mungen dieser bewegten Jahrzehnte, wie der <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/bayern\/70-Geburtstag-Wie-Uschi-Obermaier-zu-einer-Sexgoettin-wurde-id39158367.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">sexuellen Befreiung<\/a>, der politischen Aufarbeitung des Nazi-Erbes, der Hippiekultur, Vietnam und der Anti-Atombewegung.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Macht nichts, denn das Gesamtpaket kommt gut an, bei allen Generationen im Publikum. F\u00fcr die Jungen ist es ein bisschen Geschichtsunterricht und ein Aha-Erlebnis, dass die Eltern es auch nicht leichter hatten, f\u00fcr die \u00c4lteren ist es Erinnerung. Deswegen soll es auch weitergehen: \u201eWir wollen noch einmal daran feilen und es weiterentwickeln und auch weitertragen, vielleicht auch mal \u00fcber Augsburg hinaus\u201c, verraten die drei Macher. Kommerzielle Interessen sind damit nicht verkn\u00fcpft, denn selbstgemachte Kunst ist vor allem privates Investment. Raummieten und Produktionskosten f\u00fcr Programmhefte, CDs, T-Shirts und die ausf\u00fchrliche Webpage (www.lifealbum.de) sind nicht unerheblich. Ganz zu schweigen vom Arbeitsaufwand: \u201eDamit sind wir sind eigentlich seit zehn Jahren \u00fcberfordert\u201c, so Thomas Schaller.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Andreas Garitz<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Augsburg<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    The Who<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stehende Ovationen nach zwei Stunden Live-Musik und B\u00fchnenshow, die Begeisterung beim Publikum im Abraxas nach dem finalen Vorhang&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":714280,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,164539,3364,29,548,663,3934,30,13,164537,164536,7453,164538,14,15,36868,164534,12,544,164535],"class_list":{"0":"post-714279","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-birgit-hamacher","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-eu","14":"tag-europa","15":"tag-europe","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-hermann-dieminger","19":"tag-juergen-mick","20":"tag-kampf","21":"tag-michele-picciolo","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-pink-floyd","25":"tag-rockoper","26":"tag-schlagzeilen","27":"tag-the-who","28":"tag-thomas-schaller"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115886032375245086","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=714279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714279\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/714280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=714279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=714279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=714279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}