{"id":71450,"date":"2025-04-29T20:20:08","date_gmt":"2025-04-29T20:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/71450\/"},"modified":"2025-04-29T20:20:08","modified_gmt":"2025-04-29T20:20:08","slug":"die-rose-von-versailles-kult-comic-neu-verfilmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/71450\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Rose von Versailles&#8220;: Kult-Comic neu verfilmt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 29.04.2025 20:25 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Seit mehr als 50 Jahren boomt in Japan der Kult-Comicfilm &#8222;Die Rose von Versailles&#8220;. In Europa wurde die Reihe Mitte der 90er-Jahre als &#8222;Lady Oscar&#8220; popul\u00e4r. Nun erscheint auf Netflix eine Neuverfilmung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von Dominic Konrad, SWR<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Interesse an Frankreich, seiner Kultur und Geschichte ist in Japan seit Jahrzehnten ausgesprochen hoch. Besonders beliebt bei japanischen Touristen ist das Schloss von Versailles. Bis zur Franz\u00f6sischen Revolution war es Zentrum der Macht und des monarchischen Selbstverst\u00e4ndnisses der franz\u00f6sischen K\u00f6nige.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine zentrale Rolle f\u00fcr die japanische Frankreich-Manie wird dabei einem Manga zugeschrieben. &#8222;Die Rose von Versailles&#8220; von Riyoko Ikeda, ver\u00f6ffentlicht 1972, verkaufte sich in den vergangenen 50 Jahren mehr als 23 Millionen Mal. Es ist ein generationen\u00fcbergreifender Erfolg, der heute als Meilenstein in der Geschichte des japanischen Comics gilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSie habe eine Geschichte \u00fcber den Aufstand des Volkes schreiben wollen, erinnerte sich Autorin und Zeichnerin Ikeda in sp\u00e4teren Interviews. Ihrem Verlag schlug sie deshalb einen Comic \u00fcber Frankreichs K\u00f6nigin Marie-Antoinette und die Zeit der Franz\u00f6sischen Revolution vor. Als Hauptquelle habe ihr dabei Stefan Zweigs Biografie \u00fcber die ber\u00fchmte K\u00f6nigin gedient.<\/p>\n<p>    Ein Comic \u00fcber die Franz\u00f6sische Revolution<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das Jahr 1755. Drei Kinder wurden in diesem Jahr in drei L\u00e4ndern Europas geboren, um sich viele Jahre sp\u00e4ter am Hof von Versailles zu treffen.&#8220; So er\u00f6ffnet Ikeda ihre Geschichte. Zwei dieser Kinder sind historische Pers\u00f6nlichkeiten: Marie-Antoinette und der schwedische Graf Hans Axel von Fersen, der als ihr Favorit und vermuteter Liebhaber in die Geschichte einging.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIhre dritte Protagonistin hat Ikeda hingegen frei erfunden: Oscar Fran\u00e7ois de Jarjayes, eine franz\u00f6sische Adelige, die als Mann erzogen wurde und Hauptmann der Leibgarde der K\u00f6nigin wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nStehen anfangs noch Marie-Antoinette und die Intrigen bei Hofe im Zentrum der Handlung, wechselt der Fokus bald auf die androgyne Gardekommandantin Oscar. Die Figur der Frau in einer M\u00e4nnerrolle, die mit den gesellschaftlichen Erwartungen und dem eigenen sexuellen Begehren hadert, trifft einen Nerv bei den Leserinnen. Schlie\u00dflich macht Ikeda die Gardekommandantin zur Vork\u00e4mpferin der Revolution.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Bild aus dem Netflix-Comic &#8222;The Rose of Versailles&#8220;.\n                    <\/p>\n<p>    Eine Revolution f\u00fcr den M\u00e4dchen-Manga<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben ihrem Philosophie-Studium begann Riyoko Ikeda Ende der 1960er-Jahre mit dem Comic-Zeichnen. Es war eine Zeit gro\u00dfer politischer Umbr\u00fcche, auch in Japan: Ikeda erlebte den Aufstieg der Neuen Linken und engagierte sich in der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Japans. Die Aufbruchsstimmung ihrer Generation \u00fcbersetzt Ikeda in schwarz-wei\u00dfe Comic-Panels.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Rose von Versailles&#8220; wird zum Publikumserfolg. Als kommerziell erfolgreiche Autorin steht Riyoko Ikeda nun an der Spitze einer neuen Generation von Zeichnerinnen, die Mangas f\u00fcr eine weibliche Leserschaft zum ernst zu nehmenden Comicgenre machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nW\u00e4hrend in den 1960er-Jahren noch vorrangig m\u00e4nnliche Zeichner r\u00fchrselige Liebesgeschichten f\u00fcr das weibliche Publikum produzieren, setzen sich Ikeda und ihre Weggef\u00e4hrtinnen mit Themen wie Frauenrechte, sexuelle Befreiung, Psychologie und gesellschaftlicher Umbruch auseinander &#8211; und erreichen so neue Leserschichten.<\/p>\n<p>    Internationaler Erfolg und W\u00fcrdigung in Frankreich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n1979 verfilmt der franz\u00f6sische Regisseur Jacques Demy den Comic als Historiendrama. Auch eine Umsetzung als Zeichentrickserie entsteht, die unter dem Titel &#8222;Lady Oscar&#8220; mit gro\u00dfem Erfolg in Deutschland und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ausgestrahlt wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr ihre Verdienste um die franz\u00f6sische Kultur wird Autorin Riyoko Ikeda schlie\u00dflich im Jahr 2008 zum Ritter der franz\u00f6sischen Ehrenlegion ernannt.<\/p>\n<p>    Neuverfilmung startet bei Netflix<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00dcber eine Neuverfilmung des Stoffes wurde lange spekuliert. Im Januar 2025 startete &#8222;The Rose of Versailles&#8220;, so der englische Verleihtitel, schlie\u00dflich in den japanischen Kinos. Netflix bietet den Zeichentrickfilm ab dem 30. April international zum Streaming an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie mehr als 1.800 Seiten der Vorlage auf Spielfilml\u00e4nge zu k\u00fcrzen, stellt sich dabei als Problem heraus. W\u00e4hrend die Qualit\u00e4t der Animation herausragend ist, wird die Handlung episodenhaft und mit Musical-Elementen erz\u00e4hlt. Deutlich sp\u00fcrbar richtet sich der Film an ein Publikum, das mit dem Manga bereits bestens vertraut ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Japan hat der Film dem Interesse an Riyoko Ikedas Manga neuen Auftrieb gegeben. Ob ein \u00e4hnlicher Boom auch international zu erwarten ist, bleibt fraglich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 29.04.2025 20:25 Uhr Seit mehr als 50 Jahren boomt in Japan der Kult-Comicfilm &#8222;Die Rose von Versailles&#8220;.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71451,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[29,31409,214,31410,30,2846,215],"class_list":{"0":"post-71450","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-deutschland","9":"tag-die-rose-von-versailles","10":"tag-entertainment","11":"tag-frankreich-boom","12":"tag-germany","13":"tag-netflix","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71450\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71451"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}