{"id":714809,"date":"2026-01-13T10:07:17","date_gmt":"2026-01-13T10:07:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714809\/"},"modified":"2026-01-13T10:07:17","modified_gmt":"2026-01-13T10:07:17","slug":"anthrax-sound-of-white-noise-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714809\/","title":{"rendered":"Anthrax &#8211; Sound Of White Noise \u2022 Review"},"content":{"rendered":"<p>Die Thrash-Kapelle ANTHRAX geh\u00f6rt neben <a href=\"https:\/\/www.metal1.info\/?s=metallica&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">METALLICA<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.metal1.info\/?s=megadeth&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEGADETH<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.metal1.info\/?s=slayer&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SLAYER<\/a> zu den \u201eBig Four\u201c des Thrash Metal, was sich zwar nicht unbedingt in Verkaufszahlen (zumindest im unmittelbaren Vergleich mit den anderen drei Bands), aber in einem gewissen Kultstatus widerspiegelt. Dieser begr\u00fcndet sich einerseits in der Selbstironie, mit der die Band seit jeher auftritt, aber auch in der stilistischen Offenheit, mit der das Quintett seit Anbeginn der Karriere polarisiert \u2013 und vermutlich muss man den Jungs bis in alle Ewigkeit daf\u00fcr dankbar sein, dass sie die in den Achtzigern noch ziemlich plan- und vor allem mittellosen METALLICA in ihrem Proberaum mit Erdnussbuttersandwiches durchgef\u00fcttert haben.<\/p>\n<p>Die New Yorker haben herkunftsbedingt seit Karrierestart eine starke Verbindung zur lokalen Hip-Hop-Szene, die in den 1980er und 1990er Jahren in der US-amerikanischen Ostk\u00fcstenmetropole prosperierte. Die Singles \u201eI\u2019m The Man\u201c (1987) und \u201eBring Tha Noize\u201c (1991, gemeinsam mit PUBLIC ENEMY) waren Crossover, bevor der Begriff \u00fcberhaupt gepr\u00e4gt wurde. Aber auch im weiteren Karriereverlauf zeigten sich ANTHRAX immer offen gegen\u00fcber neuen Einfl\u00fcssen und schafften die Gratwanderung, diese in ihren Stil zu integrieren, ohne sich dabei dem Kommerz anzubiedern.<\/p>\n<p>Das sechste Studioalbum \u201eSound Of White Noise\u201c ist hierf\u00fcr ein sch\u00f6nes Beispiel, stellt es doch eine Z\u00e4sur in der Geschichte von ANTHRAX dar: 1993 ver\u00f6ffentlicht, ist es der erste Longplayer ohne den bisherigen Frontmann Joey Belladonna und das vorerst letzte Album mit dem Leadgitarristen Dan Spitz. Wenig \u00fcberraschend haben Versatzst\u00fccke aus Alternative Rock, Groove Metal und Grunge ihren Weg in die elf Songs gefunden \u2013 alles in den fr\u00fchen Neunzigern popul\u00e4re und auch kommerziell erfolgreiche Str\u00f6mungen. Das Ergebnis Nu Metal zu nennen, f\u00fchrt definitiv zu weit, aber es l\u00e4sst sich nicht leugnen, dass die Jungs einige f\u00fcr dieses Genre stilpr\u00e4gende Elemente auf diesem Album vorweggenommen haben.<\/p>\n<p>Gesanglich ist der Unterschied zwischen dem neuen Frontmann John Bush (ehemals <a href=\"https:\/\/www.metal1.info\/?s=armored+saint&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ARMORED SAINT<\/a>) und seinem Vorg\u00e4nger Belladonna immens, was dazu f\u00fchrte, dass sich die ANTHRAX-Fangemeinde auch heute noch in zwei Lager aufteilen l\u00e4sst \u2013 je nach Frontmann- und Gesangsvorliebe. Belladonna begeistert als klassischer Tenor heute nach wie vor Oldschool-Metal-Fans, w\u00e4hrend Bush mit seiner bluesig-rauen Stimme auch Alternative-Rock-Fans abholt. Technisch sind beide Vokalisten super, alles andere ist eben Geschmackssache.<\/p>\n<p>Bei den Kompositionen an sich gibt es nichts zu meckern: Die Single \u201eOnly\u201c ist ein Hit und geh\u00f6rt sicherlich zu den st\u00e4rksten ANTHRAX-Songs der Neunziger. Auch die Ballade \u201eBlack Lodge\u201c hat mehr als nur ein bisschen Ohrwurmcharakter, ebenso wie \u201eRoom For One More\u201c. Roter Faden der Kompositionen ist nach wie vor durchaus punkiger Thrash Metal, allerdings wurden groovigen Midtempo-Passagen und melodischen Hooklines gef\u00fchlt etwas mehr Platz einger\u00e4umt als zuvor. Alles in allem l\u00e4uft das Album super durch, musikalische Ausf\u00e4lle gibt es nicht zu verzeichnen. Zumal man den durch und durch versierten Musikern in jedem Moment ihre Spielfreude anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Dass als Produzent Dave Jerden verpflichtet wurde, sorgt ebenfalls f\u00fcr eine subtile Abkehr vom klassischeren Thrash-Sound der vorangegangenen Alben. Jerden war zuvor f\u00fcr die Produktion der beiden <a href=\"https:\/\/www.metal1.info\/?s=alice+in+chains&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ALICE-IN-CHAINS<\/a>-Longplayer \u201eFacelift\u201c und \u201eDirt\u201c verantwortlich, deren charakteristische Mischungen auch heute noch ansprechend sind \u2013 und dies trifft auch auf \u201eSound Of White Noise\u201c zu. Mit PUBLIC ENEMYs DJ Terminator X (Scratches auf \u201e1000 Points Of Hate\u201c) und David Lynchs Haus- und Hofkomponisten ANGELO BADALAMENTI (Streicherarrangement \u201eBlack Lodge\u201c) sind noch zwei prominente G\u00e4ste auf \u201eSound Of White Noise\u201c vertreten.<\/p>\n<p>\u201eSound Of White Noise\u201c ist und bleibt ein Highlight in der inzwischen recht umfangreichen ANTHRAX-Diskografie \u2013 und funktioniert auch heute noch erstaunlich gut, die Songs sind gut gealtert. Wer sich mit dem Schaffen der New Yorker noch nicht auseinandergesetzt hat, findet in diesem Album einen guten Einstiegspunkt \u2013 zumindest in die John-Bush-\u00c4ra. Wer direkt den S\u00e4ngervergleich mit Joey Belladonna wagen m\u00f6chte, m\u00f6ge doch die Vorg\u00e4ngerplatte \u201eAmong The Living\u201c in die Playlist packen \u2013 denn beide Inkarnationen der Band haben nach wie vor ihren Reiz.<\/p>\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf die Schaltfl\u00e4che unten. 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