{"id":714867,"date":"2026-01-13T10:38:18","date_gmt":"2026-01-13T10:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714867\/"},"modified":"2026-01-13T10:38:18","modified_gmt":"2026-01-13T10:38:18","slug":"wie-wird-krieg-teil-von-lieferketten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714867\/","title":{"rendered":"Wie wird Krieg Teil von Lieferketten?"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_politik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Politik<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 13.01.2026, 09:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/41067233-um-lieferungen-aus-russland-zu-vermeiden-bezieht-europa-auch-us-fluessiggas-hier-in-athen-x.jpeg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Um Lieferungen aus Russland zu vermeiden bezieht Europa auch US-Fl&#xFC;ssiggas, hier in Athen.\"\/>Um Lieferungen aus Russland zu vermeiden bezieht Europa auch US-Fl\u00fcssiggas, hier in Athen. \u00a9\u00a0IMAGO\/Nicolas Koutsokostas<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Kein \u00d6l und Gas aus Russland zu beziehen ist ein richtiger Ansatz, aber er kommt zu sp\u00e4t &#8211; ein Gasbeitrag von dem Betriebswirt Stefan Schaltegger.  <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Auch fast vier Jahre nach der vollen russischen Invasion geht der Krieg in der Ukraine weiter. Dabei stellt sich f\u00fcr Menschen in Deutschland auch die unbequeme Frage: Finanzieren unser Konsum und die Lieferketten unserer Unternehmen den Krieg mit, oder tragen sie zum Frieden bei?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Warum gibt es potentiell einen solchen Zusammenhang? Jeder Einkauf \u2013 privat wie gesch\u00e4ftlich \u2013 ist ein geopolitischer Akt. Kriege sind nur m\u00f6glich, wenn sie finanziert werden k\u00f6nnen. Russlands Angriffe auf ukrainische St\u00e4dte werden finanziert mit jedem Euro aus dem Verkauf von nat\u00fcrlichen Ressourcen wie \u00d6l, Gas und Erzen. Mindestens ein Drittel des russischen Staatshaushalts speist sich aus Energieexporten. Solange Finanzierungsquellen wie diese sprudeln, geht auch der Krieg weiter. Das macht pers\u00f6nliche und unternehmerische Einkaufsentscheidungen zur Friedensfrage.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Lieferketten werden in letzter Zeit prim\u00e4r unter dem Blick von Regulierungen diskutiert. Bei Unternehmen mit globalen Lieferbeziehungen ist deren Handhabe schon seit einiger Zeit ein Thema f\u00fcr das Qualit\u00e4ts-, Kosten-, Innovations- und Reputationsmanagement. Hohe Produktqualit\u00e4t und attraktive Preise sind nicht nur das Resultat aus innerbetrieblichen Optimierungen, sondern auch von guter Arbeit der Lieferanten. Viele europ\u00e4ische Unternehmen geben einen Gro\u00dfteil ihres Umsatzes f\u00fcr beschaffte Leistungen aus. Zugleich h\u00e4ngt der Zuspruch von Kund:innen auch von immateriellen Qualit\u00e4tseigenschaften ab. <\/p>\n<p>Zur Serie<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><strong>Menschen brauchen Frieden.<\/strong> Aber es herrscht Krieg in der Ukraine, im Nahen Osten und in anderen Teilen der Welt. Welche Wege k\u00f6nnen zum Frieden f\u00fchren?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><strong>In der FR-Serie<\/strong> <br \/>#Friedensfragen suchen Expertinnen <br \/>und Experten Antworten <br \/>auf dr\u00e4ngende Fragen. <br \/>Dabei legen wir Wert auf eine gro\u00dfe Bandbreite der Positionen \u2013 die nicht immer der Meinung der <br \/>FR entsprechen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><strong>Alle Gastbeitr\u00e4ge<\/strong> stehen auf <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/friedensfragen\/\" target=\"_blank\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;FactBox&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;FactBox InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;www.fr.de\/friedensfragen&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fr.de\/friedensfragen\/&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:13,&quot;storyElementCount&quot;:25}}\" rel=\"noopener\">www.fr.de\/friedensfragen<\/a><\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">So erlangen Informationen \u00fcber die Lieferkette zunehmende Bedeutung. Soziale und \u00f6kologische Fragen haben zur Entwicklung des nachhaltigen Lieferkettenmanagements, auch \u201eSustainable Supply Chain Management\u201c genannt, gef\u00fchrt. Unternehmen sollte dazu bekannt sein, welche Sozial- und Umweltwirkungen das hergestellte Produkt \u00fcber den gesamten Lebenszyklus verursacht. W\u00e4hrend Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Umweltwirkungen in Lieferketten schon seit Jahren beachtete Themen darstellen, ist die Frage, wie Konflikte darin impliziert sind, erst k\u00fcrzlich st\u00e4rker ins Bewusstsein geraten. Die <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/eu-europaeische-union-mitgliedstaaten-laender-gruendung-von-der-leyen-ziele-91385429.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;EU&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fr.de\/politik\/eu-europaeische-union-mitgliedstaaten-laender-gruendung-von-der-leyen-ziele-91385429.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:14,&quot;storyElementCount&quot;:25}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU<\/a> plant so bis Ende 2027 kein oder fast kein \u00d6l und Gas mehr aus Russland zu beziehen \u2013 das ist ein richtiger Ansatz, aber zu sp\u00e4t angesichts des menschlichen Leids des Ukraine-Krieges.<\/p>\n<p>Weiterlesen<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/kommentare\/toedlicher-ice-einsatz-in-den-usa-politik-der-angst-94114132.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;FactBox&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;FactBox InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;EIne Demokratie wird hingerichtet: T&#xF6;dlicher ICE-Einsatz in den USA &quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fr.de\/meinung\/kommentare\/toedlicher-ice-einsatz-in-den-usa-politik-der-angst-94114132.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:15,&quot;storyElementCount&quot;:25}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EIne Demokratie wird hingerichtet: T\u00f6dlicher ICE-Einsatz in den USA <\/a><\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Zahlen verdeutlichen das Versagen des bisherigen Lieferkettenmanagements. In Untersuchungen zur Herkunft von Konfliktmineralien konnte nur ein Prozent der befragten Unternehmen ihre Produkte sicher als konfliktfrei zertifizieren. Vier von f\u00fcnf Unternehmen gaben an, die Herkunft ihrer Konfliktmineralien nicht genau zu wissen. Eine Untersuchung der EZB weist darauf hin, dass die EU 2022 so viel mit autokratischen Staaten und Diktaturen gehandelt hat wie nie zuvor \u2013 denn gerade die Seltenen Erden, die Smartphones, LEDs, Elektromotoren (incl. die Elektronik in Autos mit Verbrennungsmotor) und Windkraftanlagen leistungsf\u00e4hig machen, kommen \u00fcberwiegend in L\u00e4ndern mit autokratischen Regimen vor. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Und laut einer aktuellen KPMG-Studie steuert nur jedes vierte deutsche Unternehmen geopolitische Risiken strukturiert. Aber 58 Prozent der Unternehmen sehen sich sehr stark oder deutlich\u00a0von geopolitischen Risiken\u00a0betroffen.<\/p>\n<p>Zur Person<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><strong>Stefan Schaltegger<\/strong> ist Ordinarius f\u00fcr Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Nachhaltigkeitsmanagement, an der Universit\u00e4t Leuphana L\u00fcneburg. Er hat zudem das Centre for Sustainability Management (CSM) gegr\u00fcndet und 2003 den weltweit ersten MBA Studiengang Sustainability Management eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Wie k\u00f6nnen Lieferketten von Unternehmen so umgestaltet werden, dass sie keine Ressourcen aus Russland oder anderen kriegstreibenden Nationen beinhalten? Solche Informationen sind leider nicht auf Produkt-Etiketten nachzulesen. Kein Smartphone tr\u00e4gt den Hinweis \u201eFinanziert Krieg\u201c.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Ein Weg, bessere Entscheidungen zu treffen, ist Produkte zu bevorzugen, die ausdr\u00fccklich Nachhaltigkeitsans\u00e4tze f\u00fcr ihre Lieferketten umsetzen. Dazu z\u00e4hlen etwa solche, die Fair Trade-Siegel tragen, durch Aufbereitung (\u201eRefurbishing\u201c) m\u00f6glicherweise problematische Neuproduktion vermeiden oder \u00fcber hohe Recyclinganteile verf\u00fcgen. Auch kann auf Produkte verzichtet werden, die in ihrer Zusammensetzung erd\u00f6lbasierte Kunststoffe und unbekannte, globale Lieferketten aufweisen oder die statt mit fossilen Energietr\u00e4gern wie \u00d6l und Gas mit regenerativen Energien hergestellt werden. Mit solchen Ans\u00e4tzen l\u00e4sst sich die Wahrscheinlichkeit reduzieren, unerw\u00fcnschte Beschaffungsfolgen zu verursachen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">F\u00fcr engagierte Unternehmen mag sich die Frage stellen, ob neben Nachhaltigkeitsbeauftragten auch die Schaffung des Postens \u201eChief Peace Officer\u201c oder zumindest ein geopolitisches Training f\u00fcr Eink\u00e4ufer:innen m\u00f6glich ist. Nachhaltiges Lieferkettenmanagement identifiziert und behebt idealerweise geopolitische Blindpunkte des eigenen Gesch\u00e4fts. In Krisenzeiten reicht es nicht, Kosten, Qualit\u00e4t, soziale oder \u00f6kologische Risiken zu pr\u00fcfen. Wir sind auch herausgefordert, systematisch zu erfassen, ob Rohstoffe aus Konfliktregionen stammen und wir mit Eink\u00e4ufen Kriegskassen finanzieren.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">F\u00fcr Unternehmen kann das etwa den Vorteil haben, Reputationssch\u00e4den zu vermeiden. Nichtregierungsorganisationen decken immer wieder Missst\u00e4nde bei Zulieferern auf. Unternehmen, die bekannte Marken f\u00fchren, werden dabei besonders angesprochen und f\u00fcr den Hintergrund ihrer Produkte verantwortlich gemacht, auch was Involvierung in Kriege betrifft. Wieder sind es dabei die Sublieferanten, die am Anfang der Wertsch\u00f6pfungskette stehen, und mit denen das Unternehmen keine direkten gesch\u00e4ftlichen Beziehungen pflegt, die eine besondere Rolle haben. Es w\u00e4re erstaunlich, wenn die Frage, ob ein Unternehmen (den russischen) Krieg mitfinanziert, zuk\u00fcnftig bedeutungslos bliebe. Um das nicht unwissentlich zu tun, sollten Firmen und Verbrauchende sich fragen:\u00a0Unterst\u00fctzen ihre Lieferketten Frieden \u2013 oder Krieg? Machen Sie einen \u201eFriedens-Audit\u201c!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Politik Stand: 13.01.2026, 09:32 Uhr DruckenTeilen Um Lieferungen aus Russland zu vermeiden bezieht Europa auch US-Fl\u00fcssiggas, hier&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":714868,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-714867","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115887361625419510","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714867","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=714867"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714867\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/714868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=714867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=714867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=714867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}