{"id":714990,"date":"2026-01-13T11:48:16","date_gmt":"2026-01-13T11:48:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714990\/"},"modified":"2026-01-13T11:48:16","modified_gmt":"2026-01-13T11:48:16","slug":"mehr-demokratie-wagen-gegen-hass-spaltung-und-extremismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/714990\/","title":{"rendered":"Mehr Demokratie wagen \u2013 gegen Hass, Spaltung und Extremismus"},"content":{"rendered":"<p><b>Ludwigshafen.<\/b> Die Kolpingfamilie startet eine Vortragsreihe \u201eDemokratie wagen\u201c mit vier hochaktuellen Vortr\u00e4gen. Daf\u00fcr konnten fachkundige Redner gewonnen werden, wie der ehemalige Chefredakteur der Rheinpfalz Michael Garthe sowie Strafrichter Alessandro Bellardita. <\/p>\n<p>Am 1. M\u00e4rz, um 17 Uhr, spricht der ehemalige Chefredakteur Michael Garthe zum Thema \u201eWir sind das Volk \u2013 was will das Volk?\u201c: Glaubt man den Leserbriefen in den Zeitungen und den (meist anonymen) Meinungen in den sozialen Netzwerken, sind Politiker und Parteien an allem Schuld, was in unserem Staat schief l\u00e4uft. Man solle doch besser das Volk entscheiden lassen, dann w\u00fcrde gesunder Menschenverstand herrschen, statt politischer Willk\u00fcr. Aber gibt es denn \u00fcberhaupt das eine Volk, den gemeinsamen Volkswillen? Ist es nicht vielmehr so, dass im Volk jeder f\u00fcr sich, aber nicht das Volk als Volk einen Willen haben kann? \u201eDas Volk des Grundgesetzes pflegt im Plural aufzutreten\u201c hat der Philosoph J\u00fcrgen Habermas das treffend beschrieben.<br \/>Das Schicksal unserer Demokratie liegt nicht allein in den H\u00e4nden der Politik und der Regierenden. Nein, jede B\u00fcrgerin und jeder B\u00fcrger, mithin das Volk der Regierten, sind mitverantwortlich daf\u00fcr, dass die Demokratie gut funktioniert.<\/p>\n<p>Am 22. Februar, um 17 Uhr, spricht Hans Joachim Wahl, Ehemaliger Bundespr\u00e4sens von Kolping Deutschland, zum Thema \u201eDas Christentum dem Geis und der Praxis nach ins wirkliche gesellschaftliche Leben tragen. Adloph Kolpings Auftrag f\u00fcr eine christliche Politik\u201c: Unser Grundgesetz steht mit zwei F\u00fc\u00dfen auf dem Boden der katholischen Soziallehre, deren Vorreiter Adolph Kolping war. Wesentliche Prinzipien sind l\u00e4ngst Allgemeingut geworden. Wenn Kolping nach seinem aktuellen Leitbild f\u00fcr mehr christliches Handeln in der Welt sorgen will, ist dies ein zutiefst politischer Auftrag, den der ehemalige Bundespr\u00e4ses von Kolping Deutschland, Hans-Joachim Wahl, in den Blick nimmt und zur Diskussion stellt.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz, um 17 Uhr, spricht Alessandro Bellardita, Strafrichter am Jugendsch\u00f6ffengericht Karlsruhe, zum Thema \u201eDemokratie wagen\u201c: Demokratie wird heute in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung \u00fcberwiegend formal definiert, und zwar als eine Regierungsform, die vom Mehrheitsprinzip gepr\u00e4gt wird. Doch eine so verstandene (formale) Demokratie birgt, wie Dr. Alessandro Bellardita, Strafrichter und Autor, in seinem Vortrag aufzeigen wird, zahlreiche Risiken. Denn die Mehrheit hat nicht immer Recht. Und Mehrheit bedeutet insbesondere nicht, dass Grundfreiheiten beachtet werden. Populistische Bewegungen nehmen allerdings f\u00fcr sich in Anspruch, den \u201ewahren Willen\u201c des Volkes zu kennen (und durchzusetzen). Und durch die Konstruktion einer \u2013 wie immer auch gearteten \u2013 idealisierten \u201eIdentit\u00e4t\u201c, werden faktisch Minderheiten jeglicher Art ausgegrenzt. Aber \u201eDemokratie\u201c \u2013 wie Willy Brandt schon sagte \u2013 \u201eist keine Frage der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit, sondern eine Frage der Sittlichkeit\u201c. Daher bleibt sein Appell heute noch aktuell: &#8222;Mehr Demokratie wagen!&#8220;<\/p>\n<p>Am 18. M\u00e4rz, um 17 Uhr, spricht Martin Rose, Mitglied des Kolping Bundesvorstands und Offizier am Zentrum innere F\u00fchrung zum Thema \u201eDas Leitbild vom Staatsb\u00fcrger in Uniform \u2013 ein starker Beitrag f\u00fcr unsere Demokratie\u201c: Am 8. Mai 1945 wurde die milit\u00e4rische und moralische Niederlage Deutschlands besiegelt. Vor dem Hintergrund der schrecklichen Zerst\u00f6rung und des unfassbaren Leids ist nicht verwunderlich, dass die Diskussion um die Wiederbewaffnung das Land in den Nachkriegsjahren spaltete. Dennoch erhielten am 12. November 1955 die ersten Soldaten der Bundeswehr ihre Urkunde. Einen entscheidenden Beitrag hierzu leistet das Konzept der Inneren F\u00fchrung. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden durch den Wertekanon des Grundgesetzes an Demokratie gebunden und sind durch ihren Dienst aufgefordert, als verantwortungsbewusste Staatsb\u00fcrgerin, als verantwortungsbewusster Staatsb\u00fcrger zu handeln.<\/p>\n<p>Die Vortragsreihe ist Teil der Aktion \u201eHass ist keine Meinung\u201c. Damit wenden sich die christlichen Kirchen in Ludwigshafen entschieden gegen Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Hass. \u201eWir m\u00f6chten ein deutliches Signal senden: Christlicher Glaube und Ideologien jeder Art sind unvereinbar. Wir treten ein f\u00fcr ein Miteinander, das Menschen dieselbe W\u00fcrde beimisst und widersprechen allen, die durch ihre Haltung spalten, abwerten und am Ende nur Hass s\u00e4en\u201c, betont Dekan Dominik Geiger (katholisch). Sein evangelischer Amtskollege, Dekan Paul Metzger, erg\u00e4nzt: \u201eUnsere Stadt lebt von Vielfalt. Wer Menschen nach Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Identit\u00e4t in Kategorien von \u201aerster\u2018 und \u201azweiter Klasse\u2018 einteilt, stellt sich gegen die Grundlagen unseres Zusammenlebens.\u201c jg\/red<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ludwigshafen. Die Kolpingfamilie startet eine Vortragsreihe \u201eDemokratie wagen\u201c mit vier hochaktuellen Vortr\u00e4gen. 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