{"id":715161,"date":"2026-01-13T13:23:12","date_gmt":"2026-01-13T13:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715161\/"},"modified":"2026-01-13T13:23:12","modified_gmt":"2026-01-13T13:23:12","slug":"behoerdenvertreter-spricht-von-2000-toten-bei-protesten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715161\/","title":{"rendered":"Beh\u00f6rdenvertreter spricht von 2000 Toten bei Protesten"},"content":{"rendered":"<p>Bei den seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten gegen die Staatsf\u00fchrung im <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/iran\/t-17281594\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Iran<\/a> sind laut offiziellen Angaben etwa 2000 Menschen get\u00f6tet worden. Unter ihnen seien Zivilisten und Sicherheitskr\u00e4fte, \u2060sagte ein \u200dBeh\u00f6rdenvertreter der Nachrichtenagentur\u00a0Reuters. Verantwortlich daf\u00fcr seien &#8222;Terroristen&#8220;.<\/p>\n<p>Menschenrechtsgruppen wie die in Norwegen ans\u00e4ssige Organisation Iran Human Rights (IHR) sprachen bislang von etwa 650 Todesopfern. IHR wies zugleich darauf hin, dass in anderen Sch\u00e4tzungen von mehreren tausend Toten die Rede sei. Aufgrund der anhaltenden Internetsperre sei es &#8222;\u00e4u\u00dferst schwierig, diese Berichte unabh\u00e4ngig zu \u00fcberpr\u00fcfen&#8220;.<\/p>\n<p>Die Proteste im Iran begannen am 28. Dezember und richteten sich zun\u00e4chst gegen die schlechte Wirtschaftlage. Dann weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die F\u00fchrung in Teheran aus.<\/p>\n<p>Erste Anklagen gegen Protestierende im Iran<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Teheran erhob unterdessen im Zusammenhang mit den Protesten gegen mehrere festgenommene\u00a0Personen Anklage, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet. In der vorigen Woche hatte die Justiz &#8222;maximale H\u00e4rte&#8220; mit Demonstrierenden angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Besonders schwere F\u00e4lle von &#8222;Randalierern&#8220; w\u00fcrden vorrangig und gesondert behandelt, hei\u00dft es jetzt. Dazu z\u00e4hle auch der Vorwurf der &#8222;Kriegsf\u00fchrung gegen Gott&#8220; &#8211; ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75483170\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75483170_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Iran Teheran 2026 | Zahllose Demonstranten mit iranischen Flaggen \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Die iranischen Beh\u00f6rden ver\u00f6ffentlichten am Montag Fotos wie dieses: Kundgebung von Regierungsanh\u00e4ngern in Teheran Bild: Fatemeh Bahrami\/Anadolu Agency\/IMAGO<\/p>\n<p>Iraner k\u00f6nnen wieder telefonieren<\/p>\n<p>Erstmals seit Donnerstag k\u00f6nnen die Menschen im Iran wieder mit ihren Mobiltelefonen im Ausland anrufen.\u00a0Einwohner Teherans berichten von &#8222;schrecklichen Tagen&#8220;. Aus Angst vor Repressalien des Regimes bleiben sie anonym. Ein Mann sagte: &#8222;Wir h\u00f6ren, dass t\u00e4glich Hunderte Opfer &#8211; Tote und Verletzte &#8211; in die Krankenh\u00e4user gebracht werden. Die Lage ist nicht gut.&#8220; Und weiter: &#8222;Wir wissen nicht, was wir tun sollen.&#8220;<\/p>\n<p>Kurzmitteilungen wie SMS k\u00f6nnen jedoch nach wie vor nicht versendet werden. Und aus dem Ausland k\u00f6nnen Menschen im Iran nicht angerufen werden. Ebenso ist das Internet weiterhin gesperrt, wie Kontakte aus Teheran mitteilen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75482778\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75482778_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Deutschland Berlin 2026 | Kundgebung in Solidarit\u00e4t mit den Protesten im Iran am Brandenburger Tor, auf einem Schild steht: Die Mullahs m\u00fcssen gehen \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Solidarit\u00e4tskundgebungen mit den Protestierenden im Iran gab es am Montag in europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten &#8211; hier Berlin Bild: John MacDougall\/AFP\/Getty Images<\/p>\n<p>Iranerinnen und Iraner versuchen, sich teilweise noch \u00fcber Satellitenfernsehen zu informieren. Einige Exilsender sind im Iran empfangbar. Sicherheitskr\u00e4fte begannen in Stadtvierteln der Hauptstadt jedoch damit, Satellitensch\u00fcsseln von Hausd\u00e4chern zu beschlagnahmen. Sie sind offiziell verboten.<\/p>\n<p>Frankreich zieht Diplomaten ab &#8211; europ\u00e4ische L\u00e4nder bestellen Botschafter ein<\/p>\n<p>Unterdessen hat <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/frankreich\/t-17518447\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankreich<\/a> einen Teil seines Botschaftspersonals aus Teheran abgezogen. Die nicht unbedingt erforderlichen diplomatischen Mitarbeiter h\u00e4tten den Iran am Sonntag und Montag verlassen, verlautete aus Paris.<\/p>\n<p><a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/spanien\/t-17287381\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spanien<\/a>, die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/niederlande\/t-18029697\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Niederlande<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/finnland\/t-18029660\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finnland<\/a> bestellten jeweils den iranischen Botschafter ein. &#8222;Das Recht der iranischen M\u00e4nner und Frauen auf friedlichen Protest, ihre Meinungsfreiheit m\u00fcssen respektiert werden&#8220;, forderte der spanische Au\u00dfenminister Jos\u00e9 Manuel Albares.<\/p>\n<p>Die finnische Au\u00dfenministerin Elina Valtonen erkl\u00e4rte im Onlinedienst X: &#8222;Irans Regime hat das Internet abgeschaltet, um in aller Stille t\u00f6ten und unterdr\u00fccken zu k\u00f6nnen.&#8220; Dies werde ihr Land nicht hinnehmen.<\/p>\n<p>USA verh\u00e4ngen Strafz\u00f6lle gegen Irans Handelspartner<\/p>\n<p>Angesichts der massiven Gewalt iranischer Sicherheitskr\u00e4fte gegen die Protestierenden im Land erh\u00f6ht US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> den Druck auf die Mullah-F\u00fchrung. &#8222;Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Gesch\u00e4fte mit der Islamischen Republik Iran t\u00e4tigt, einen Zoll von 25 Prozent auf\u00a0den gesamten Handel mit den <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vereinigten Staaten von Amerika<\/a> zahlen&#8220;, erkl\u00e4rte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75460519\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75460519_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US-Pr\u00e4sident Donald Trump sagte den Protestierenden im Iran seine Hilfe zu Bild: Alex Wong\/Getty Images<\/p>\n<p>Irans wichtigste Handelspartner sind laut der Datenbank Trading Economics China, die T\u00fcrkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak. Unklar blieb vorerst, ob sich die US-Strafz\u00f6lle auch gegen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/deutschland\/t-17878299\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> richten.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Ausw\u00e4rtiges Amts in Berlin hat sich das deutsch-iranische Handelsvolumen aufgrund der gegen den Iran verh\u00e4ngten Sanktionen in den vergangenen Jahren stark verringert. 2024 betrug das Au\u00dfenhandelsvolumen nach Ministeriumsangaben rund 1,5 Milliarden Euro<\/p>\n<p>Trump denkt nach Angaben des Wei\u00dfen Hauses zudem weiter auch \u00fcber eine m\u00f6gliche Milit\u00e4rintervention im Iran nach. Luftangriffe seien &#8222;eine der vielen, vielen Optionen&#8220;, sagte dessen Sprecherin Karoline Leavitt. Zugleich betonte sie, dass &#8222;die Diplomatie immer die erste Option f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten&#8220; sei.<\/p>\n<p>Merz rechnet mit baldigem Ende des Mullah-Regimes<\/p>\n<p>Der deutsche Bundeskanzler <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/friedrich-merz\/t-46680536\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Merz<\/a> geht davon aus, dass die Tage der F\u00fchrung in Teheran bald Geschichte sein werden. &#8222;Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen&#8220;, sagte er w\u00e4hrend seines Indien-Besuchs. Die iranische F\u00fchrung habe ohnehin keine Legitimation in der Bev\u00f6lkerung durch Wahlen.\u00a0<\/p>\n<p>se\/pgr\u00a0(rtr, ap, dpa, afp)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei den seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten gegen die Staatsf\u00fchrung im Iran sind laut offiziellen Angaben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":715162,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-715161","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115888010202048134","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/715161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=715161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/715161\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/715162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=715161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=715161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=715161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}