{"id":715344,"date":"2026-01-13T15:09:11","date_gmt":"2026-01-13T15:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715344\/"},"modified":"2026-01-13T15:09:11","modified_gmt":"2026-01-13T15:09:11","slug":"leipzig-ddr-band-folklaender-feiert-50-jubilaeum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715344\/","title":{"rendered":"Leipzig: DDR-Band Folkl\u00e4nder feiert 50. Jubil\u00e4um"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<strong>MDR KULTUR: Sie haben Folkl\u00e4nder vor 50 Jahren gegr\u00fcndet. Wie sind sie damals auf Folk gekommen?<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nJ\u00fcrgen Wolff: Man kann sich das heute kaum noch vorstellen. Aber damals war Folkmusik quasi das Nonplusultra. Ich habe bei einer Wette eine Platte gewonnen, damals im Studium, und das waren irische Folksongs. Die haben wir dann bei jeder Gelegenheit rauf und runter gespielt. Der Schritt dahin, das dann selber zu versuchen, war dann gar nicht so riesengro\u00df.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>Das, womit sie gespielt haben \u2013 Mundharmonika, Fl\u00f6te, Gitarre \u2013, war auch relativ gut zu bekommen zu DDR-Zeiten.<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas war ganz gut zu kriegen. Und das Entscheidende an dieser Art Musik war, dass man sie nicht elektrisch spielen musste. Man konnte sich hinsetzen, hat ein bisschen gestimmt und dann einfach losgewurzelt. Und wenn man halbwegs mit der Stimme irgendwie \u00fcber den Wust an Instrumenten kam, hatte man eigentlich schon gewonnen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>Verst\u00e4rker waren auch schwer zu kriegen&#8230; Und wie sind die Fans zu irischer Folkmusik gekommen?<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas war nicht so schwierig: Es gab damals im polnischen Kulturzentrum am Br\u00fchl eine Platte von einer irischen Band, die \u00fcberhaupt niemand kannte. Die hie\u00df The Quarefellas. Und jeder, der angefangen hat, sich daf\u00fcr zu interessieren, kaufte sich diese Platte. Das war der Grundstock dessen, was man an Repertoire zusammengekriegt hat. Das haben wir gespielt. Und dadurch, dass wir so einen Enthusiasmus an den Tag gelegt haben, hat sich das ganz schnell rumgesprochen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>Ein weiterer Schritt war, dass Sie beschlossen haben, irische und schottische Songs ins Deutsche zu holen. Wie kam es dazu?<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWeil wir festgestellt haben: Diese schnellen Instrumentals kriegen wir nicht so hin. Und dann kam das von allen Seiten. Auch Bands aus dem Westen haben mit irischer Folkmusik angefangen und damit, deutsche Sachen zu spielen. Und dann passierte das wie von selber. Wir sagten, wir m\u00fcssen jetzt mal auf die eigenen Wurzeln gehen und gucken, dass wir hier was zu Wege bringen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>Die Themen, mit denen die Songs sich befassen, hat man als relativ unproblematisch empfunden und eher als Kritik am Westen, oder?<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas war in der DDR nat\u00fcrlich ein bisschen komplizierter als im Westen. Allerdings hatten wir dann so einen Bonus: Ende des ersten Jahres, also Ende 1976, wurde ja <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/politik-gesellschaft\/kultur\/wolf-biermann-ausbuergerung-102.html\" title=\"16. November 1976: Wolf Biermann und seine Ausb\u00fcrgerung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolf Biermann<\/a> herauskomplementiert aus der DDR. Und dann kam so ein bisschen ein Kalter Krieg in der DDR-Kulturszene. Und pl\u00f6tzlich waren die Volkslieder so richtig angesagt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn einem Volkslied konnte man eben sagen: &#8222;Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gerne&#8220;, weil man immer sagen konnte: Hier in dem Liederbuch, 100 Jahre alt, da steht&#8217;s \u2013 es ist gar nicht von uns! Solche Sachen gab es mehrere. Und das war eben das Sch\u00f6ne, dass wir dann mit Folkmusik pl\u00f6tzlich richtiggehend aktuell waren.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>50 Jahre Bandgeschichte \u2013 was ist  jetzt geplant zum gro\u00dfen Jubil\u00e4um? <\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWir machen am 14. Februar im UT Connewitz in Leipzig ein Jubil\u00e4umskonzert, wo auch einige der Mitgr\u00fcnder dabei sein werden. Dann spielen wir noch ein paar Konzerte \u00fcbers Jahr und gucken dann, was wir noch zu Wege bringen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuellen: MDR KULTUR (Annett Mautner), redaktionelle Bearbeitung: hki, tdi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"MDR KULTUR: Sie haben Folkl\u00e4nder vor 50 Jahren gegr\u00fcndet. Wie sind sie damals auf Folk gekommen? 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