{"id":715782,"date":"2026-01-13T19:09:15","date_gmt":"2026-01-13T19:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715782\/"},"modified":"2026-01-13T19:09:15","modified_gmt":"2026-01-13T19:09:15","slug":"streik-in-leipzig-kliniken-und-uni-kaempfen-fuer-bessere-arbeitsbedingungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715782\/","title":{"rendered":"Streik in Leipzig: Kliniken und Uni k\u00e4mpfen f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nEtwa 350 Besch\u00e4ftigte von Hochschulen, Kliniken und der Verwaltung in Leipzig haben am Dienstag gestreikt. Federf\u00fchrend bei den Arbeitsniederlegungen war die Gewerkschaft Verdi. Sie will f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten sieben Prozent mehr Gehalt erreichen, mindestens jedoch ein Lohnplus von 300 Euro monatlich. Das sagte Verdi-Bezirksgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sebastian Viecenz MDR SACHSEN bereits im Vorfeld.<\/p>\n<p>F\u00fcr Berufseinsteiger wurden bei dem Warnstreik h\u00f6here Ausbildungsverg\u00fctungen und sichere \u00dcbernahmen gefordert. Studentische Besch\u00e4ftigte folgten dem Aufruf ebenfalls. F\u00fcr sie fordert Verdi einen eigenen Tarifvertrag.\n<\/p>\n<p><a name=\"Geld\">Mehr Geld<\/a> macht Job attraktiver<\/p>\n<p class=\"text\">\nTrotz des Streiks blieb die Patientenversorgung durch Notdienstvereinbarungen gesichert. Bei der Kundgebung im Ring-Caf\u00e9 in Leipzig war beispielsweise Marlene dabei. Sie ist Pflegewissenschaftlerin und arbeitet als Kinderkrankenpflegerin am Uniklinikum Leipzig (UKL). Im Gespr\u00e4ch mit MDR SACHSEN berichtet sie, dass es ihr neben dem <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/universitaetsklinikum-tarifeinigung-inflationsausgleich-verdi-100.html\" title=\"Mehr Geld f\u00fcr Besch\u00e4ftigte der Uniklinik Leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wunsch nach besserer Bezahlung<\/a> vor allem um die Arbeitsbedingungen gehe. <\/p>\n<p>H\u00e4ufige Personalengp\u00e4sse w\u00fcrden dazu f\u00fchren, &#8222;dass wir einfach nicht mehr so pflegen, nicht mehr so versorgen k\u00f6nnen an manchen Stellen, wie wir es eigentlich wollen&#8220;, so Marlene. Grundlegend wichtige Aufgaben, wie mit den kranken Menschen sprechen und sie zu beraten, fielen oft weg, was die Gefahr von Burn-out erh\u00f6he.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMarlene hofft, dass bessere Bedingungen nicht nur die Versorgung sichern, sondern dadurch auch neue Kolleginnen f\u00fcr den Pflegeberuf gewonnen werden: &#8222;Das kann helfen und am Ende vielleicht sogar etwas gegen diese hohe Arbeitsbelastung machen.&#8220;\n<\/p>\n<p>Starker Zusammenhalt und gelungener Auftakt<\/p>\n<p class=\"text\">\nJessica arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin ebenfalls an der Uniklinik und hat am Streik teilgenommen, um auf die <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/streik-verdi-park-klinikum-geld-100.html\" title=\"Warnstreik im Park-Klinikum Leipzig: Notf\u00e4lle versorgt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schwierigen Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen<\/a> aufmerksam zu machen. &#8222;Ich bin hier, um auch ein Zeichen zu setzen, dass wir stark sind, dass wir daf\u00fcr k\u00e4mpfen, um mehr Lohn und um mehr Aufmerksamkeit&#8220;, erkl\u00e4rt sie. Gemeinsam mit Kolleginnen war sie bereits am fr\u00fchen Morgen beim Demozug vom UKL bis zum Ring-Caf\u00e9 dabei, begleitet von Trillerpfeifen und lauten Rufen.<\/p>\n<p>Jessica betont au\u00dferdem die Bedeutung des Zusammenhalts: &#8222;Man hat so wirklich das Gef\u00fchl, dass wir solidarisch zusammenstehen f\u00fcr eine gute Daseinsvorsorge.&#8220; Neben Pflegekr\u00e4ften beteiligten sich auch Besch\u00e4ftigte aus Verwaltung und Forschung, um f\u00fcr bessere Bedingungen im \u00f6ffentlichen Dienst zu k\u00e4mpfen. Dieses Zusammenstehen sei ein &#8222;starkes Zeichen&#8220; und ein gelungener Auftakt f\u00fcr die weiteren Verhandlungen.\n<\/p>\n<p>Uni-Besch\u00e4ftigte schlagen <a name=\"Alarm\">Alarm<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nAls vertretende Person aus der Forschung war Max Oehmichen am Dienstag vor Ort. Max arbeitet in der Lehramtsausbildung und schreibt an der Doktorarbeit am Institut f\u00fcr Anglistik. Er kritisiert die drastischen <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/uni-leipzig-haushalt-kuerzungen-land-sachsen-100.html\" title=\"Universit\u00e4t Leipzig muss 16 Millionen Euro sparen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sparma\u00dfnahmen an der Universit\u00e4t Leipzig<\/a>. &#8222;Wo dr\u00fcckt der Schuh nicht, ist hier die Frage. Wir stehen wirklich davor, dass uns der Laden irgendwann zusammenbricht&#8220;, warnt er. <\/p>\n<p>Befristete Vertr\u00e4ge w\u00fcrden <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/uni-defizit-einsparungen-kuerzung-studium-100.html\" title=\"Uni Leipzig mit Millionen-Defizit: Uni-Rektorin schlie\u00dft K\u00fcndigungen aus \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nicht verl\u00e4ngert<\/a>, neue Stellen nicht geschaffen. Engp\u00e4sse w\u00fcrden vor allem in der Lehramtsausbildung drohen. Hinzu komme auch im universit\u00e4ren Bereich eine hohe Arbeitsbelastung: Viele Wissenschaftler arbeiten weit \u00fcber ihre &#8211; oft halben &#8211; Stellen hinaus, um unter anderem Forschung und Lehre zu stemmen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Stimmung unter den Besch\u00e4ftigten ist jedoch k\u00e4mpferisch. &#8222;Es ist immer auch sch\u00f6n f\u00fcr alle zu sehen, dass man so zusammensteht&#8220;, sagt Oehmichen mit Blick auf die Aktion. Er fordert auch vom Rektorat mehr <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/politik\/uni-hochschulen-finanzierung-sparen-kuerzungen-100.html\" title=\"Hochschulen in Sachsen besorgt \u00fcber finanzielle Situation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einsatz f\u00fcr die eigenen Mitarbeiter<\/a>: &#8222;Wir w\u00fcrden uns eigentlich w\u00fcnschen, dass sie sich vor uns stellen, dass sie sich als Teil der Universit\u00e4t wahrnehmen und auch so auftreten. Das tun sie bisher nicht&#8220;, so seine Wahrnehmung.\n<\/p>\n<p>Wie reagiert die <a name=\"Arbeitgeberseite\">Arbeitgeberseite<\/a>?<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Gespr\u00e4ch mit MDR SACHSEN wiederholte Andreas Dressel, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft deutscher L\u00e4nder (TdL), seine Ansicht, die Forderungen seien bei der aktuellen Inflationsrate von knapp zwei Prozent zu viel: &#8222;Sieben Prozent f\u00fcr zw\u00f6lf Monate &#8211; das ist astronomisch und das bleibt auch astronomisch, vor allem, weil ja auch noch Nebenforderungen dazukommen.&#8220;\n<\/p>\n<p>N\u00e4chste Verhandlungsrunde noch diese Woche<\/p>\n<p class=\"text\">\nDressel verweist auf die dramatische Finanzlage der L\u00e4nder mit Steuermindereinnahmen und steigenden gesetzlichen Leistungen. Aus seiner Sicht m\u00fcssen Laufzeit und Erh\u00f6hung &#8222;in einem vertretbaren Verh\u00e4ltnis&#8220; stehen, was Gegenstand der weiteren Verhandlungen sein werde. Die TdL sei laut Dressel zu &#8222;vern\u00fcnftigen L\u00f6sungen&#8220; bereit, um den \u00f6ffentlichen Dienst attraktiv zu halten, insbesondere f\u00fcr Nachwuchskr\u00e4fte und Besch\u00e4ftigte in Schichtdiensten. &#8222;Wir werden mal gucken, wo wir am Verhandlungstisch auch zueinander kommen&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Gespr\u00e4che finden in dieser Woche in Potsdam und eine dritte Verhandlungsrunde im Februar statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Etwa 350 Besch\u00e4ftigte von Hochschulen, Kliniken und der Verwaltung in Leipzig haben am Dienstag gestreikt. 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