{"id":715836,"date":"2026-01-13T19:41:12","date_gmt":"2026-01-13T19:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715836\/"},"modified":"2026-01-13T19:41:12","modified_gmt":"2026-01-13T19:41:12","slug":"trinkwasserleitungen-duerfen-kein-blei-mehr-enthalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/715836\/","title":{"rendered":"Trinkwasserleitungen d\u00fcrfen kein Blei mehr enthalten"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/wasserhahn-114.jpg\" alt=\"Eine Person h\u00e4lt ein Glas unter einen laufenden Wasserhahn.\" title=\"Eine Person h\u00e4lt ein Glas unter einen laufenden Wasserhahn. | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 12.01.2026 03:40 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Trinkwasserleitungen sind manchmal immer noch aus Blei &#8211; damit soll nun Schluss sein: Eine \u00c4nderung der Trinkwasserverordnung verbietet das giftige Schwermetall ab heute in Rohren, Armaturen und Installationen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon die R\u00f6mer nutzten Blei als Material f\u00fcr Wasserleitungen. Das Metall ist zwar schwer, zugleich aber so weich, dass man es in die gew\u00fcnschte Form biegen und sogar den Namen des Besitzers auf die Rohre stempeln kann. Heute ist aber schon lange bekannt, dass Blei auch giftig ist: &#8222;Eine Bleivergiftung f\u00fchrt zum Beispiel zu neurologischen Sch\u00e4den oder zu einer An\u00e4mie, also Blutarmut&#8220;, sagt der Kinderarzt Stefan B\u00f6se-O&#8217;Reilly, Umweltmediziner an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vergiftung tritt dabei schleichend ein. Die Symptome wie M\u00fcdigkeit, Kopfschmerzen oder Abmagerung sind unspezifisch. Im Extremfall kann eine Bleivergiftung t\u00f6dlich sein, etwa bei Industriearbeitern in Schwellenl\u00e4ndern. &#8222;Antrinken&#8220; mit Leitungswasser kann man sich eine t\u00f6dliche Vergiftung aber nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch lange nach der R\u00f6merzeit sind Bleirohre f\u00fcr Trinkwasser nicht ganz verschwunden. F\u00fcr die gro\u00dffl\u00e4chige Versorgung kommen sie wegen ihres Gewichts zwar nicht in Frage. Anders sieht das aber bei den letzten Metern aus, bei den Hausanschlussleitungen, die von der Stra\u00dfe zu den Geb\u00e4uden f\u00fchren. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland haben die Wasserversorger hier bis etwa 1973 noch Blei verwendet. Heute sind diese Rohre aus Gusseisen, Stahl oder Kunststoff. In Teilen von Bayern, W\u00fcrttemberg und Baden wurde das Schwermetall dagegen f\u00fcr diesen Zweck schon 1878 verboten.<\/p>\n<p>    Vereinzelt immer noch Wasserrohre aus Blei<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie viele Hausanschlussleitungen heute noch aus Blei bestehen, l\u00e4sst sich leider nicht mit einem Mausklick ermitteln. Das <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/11850\/publikationen\/74_2023_texte_bleileitungen_barrierefrei.pdf\" title=\"Umweltbundesamt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Umweltbundesamt<\/a> hat deshalb die Bundesl\u00e4nder und die kommunalen Wasserversorger befragt und die Zahlen 2023 ver\u00f6ffentlicht: Etwa 15.000 Leitungen aus Blei gab es zum Zeitpunkt der Umfrage 2021 noch. &#8222;F\u00fcr alle Geb\u00e4ude in Deutschland ist das ein Anteil von 0,8 Promille&#8220;, sagt Thomas Rapp, Fachgebietsleiter Trinkwasserverteilung am Umweltbundesamt, der die Untersuchung geleitet hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den vergangenen Jahrzehnten ist der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/umwelttipps-fuer-den-alltag\/essen-trinken\/blei-im-trinkwasser#hintergrund\" title=\"Umweltbundesamt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Grenzwert f\u00fcr Blei im Trinkwasser<\/a> mehrfach gesenkt worden. Seit 2013 betr\u00e4gt er nur noch zehn Mikrogramm pro Liter. &#8222;Wir sind davon ausgegangen, dass dieser Wert nicht einzuhalten ist, wenn immer noch Bleileitungen verbaut sind&#8220;, erkl\u00e4rt Thomas Rapp.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich war es f\u00fcr die zust\u00e4ndigen Gesundheits\u00e4mter im Einzelfall aber schwierig, \u00dcberschreitungen nachzuweisen. Das ist nun kein Problem mehr: Wasserleitungen und Teilst\u00fccke aus Blei sind ab heute ausnahmslos verboten und m\u00fcssen ausgetauscht werden. Zwei Jahre sp\u00e4ter wird der Grenzwert noch einmal gesenkt: Ab 2028 sind es nur noch f\u00fcnf Mikrogramm pro Liter.<\/p>\n<p>    Blei-Installationen innerhalb von Geb\u00e4uden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch im Inneren von H\u00e4usern ist der Austausch verpflichtend. Das Umweltbundesamt hat Installationsbetriebe befragt, wie viele Leitungen dort noch aus Blei sind. Zwar haben bundesweit nur 136 davon geantwortet, doch von ihnen traf im Schnitt jeder Betrieb auf etwa neun Blei-Installationen pro Jahr. Die Beh\u00f6rde veranschlagt entsprechend: &#8222;Das w\u00e4re ein Anteil von 0,2 Prozent aller Geb\u00e4ude in Deutschland &#8211; was eher hoch gesch\u00e4tzt sein k\u00f6nnte&#8220;, vermutet Rapp.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu denken geben jedoch Berichte der Installationsbetriebe, die feststellen, dass vor allem \u00e4ltere Eigenheime betroffen seien: &#8222;Die Eigent\u00fcmer lassen sich kaum zum Umbau bewegen&#8220;, berichtet einer. Sie scheuten die Kosten, die durchaus f\u00fcnfstellig sein k\u00f6nnen, wenn die Leitungen unter Putz verlaufen und beispielsweise Fliesen neu verlegt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Allerdings haben auch Hauseigent\u00fcmer jetzt nicht mehr die Wahl: Hat ein Gesundheitsamt Kenntnis von einer noch vorhandenen Bleileitung, muss es deren Austausch anordnen und kann ihn notfalls mit einem Zwangsgeld durchsetzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Mieter k\u00f6nnen hier aktiv werden. Darauf weist die <a href=\"https:\/\/www.test.de\/Kuechenarmaturen-im-Test-Welche-gutes-Trinkwasser-liefern-5771194-5771379\/\" title=\"Stiftung Warentest\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Stiftung Warentest<\/a> hin: Wird in ihrem Trinkwasser der Grenzwert f\u00fcr Blei \u00fcberschritten, k\u00f6nnen Mieter das Gesundheitsamt einschalten. Nur zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen k\u00f6nnen dabei verbindliche Messungen vornehmen. Bei der Probennahme sind bestimmte Regeln einzuhalten. Zum Beispiel muss das Wasser vor der Analyse vier Stunden in der Leitung stehen.<\/p>\n<p>    Weitere Quellen von Blei im Trinkwasser<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass das Schwermetall mit einem Verbot von Bleileitungen noch nicht aus der Welt ist, zeigt eine <a href=\"https:\/\/www.lgl.bayern.de\/lebensmittel\/warengruppen\/wc_59_trinkwasser\/et_trinkwasser_blei.htm\" title=\"Bayerisches Landesamt f\u00fcr Gesundheit \" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Untersuchung<\/a>, die das Bayerische Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 2023\/24 durchgef\u00fchrt hat: Bei 1,4 Prozent der Trinkwasserproben aus Kinderg\u00e4rten und Schulen wurde der Grenzwert f\u00fcr Blei \u00fcberschritten, obwohl Leitungen aus dem Schwermetall in Bayern schon seit fast 150 Jahren nicht mehr verlegt werden d\u00fcrfen. Als Quelle vermutet die Beh\u00f6rde verzinkte Rohrleitungen aus Stahl, denn der vor Korrosion sch\u00fctzende Zink\u00fcberzug enth\u00e4lt Blei als Verunreinigung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Armaturen aus Messing, einer Kupferlegierung, k\u00f6nnen Blei enthalten und das Schwermetall ins Trinkwasser abgeben. Welche das nicht tun, dar\u00fcber gibt eine <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/13195\/dokumente\/metall-bewertungsgrundlage_6._aenderung_der_neufassung_de.pdf\" title=\"Umweltbundesamt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">&#8222;Positivliste&#8220;<\/a> des Umweltbundesamts Auskunft. &#8222;Diese Liste gilt auch verbindlich in Deutschland&#8220;, darauf weist Thomas Rapp hin. Armaturen, die diese Anforderungen nicht erf\u00fcllen, im Internet zu bestellen und selbst zu montieren, ist also f\u00fcr die eigene Gesundheit keine gute Idee. Abgesehen davon, dass es nicht erlaubt ist &#8211; so wenig wie jetzt auch Hausanschl\u00fcsse und Installationen aus Blei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 12.01.2026 03:40 Uhr Trinkwasserleitungen sind manchmal immer noch aus Blei &#8211; damit soll nun Schluss sein: Eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":715837,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[48109,29,30,13,14,15,12,10,8,9,11,6423,19181],"class_list":{"0":"post-715836","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-blei","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-trinkwasser","20":"tag-umweltgift"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115889496753919486","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/715836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=715836"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/715836\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/715837"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=715836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=715836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=715836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}