{"id":716547,"date":"2026-01-14T02:25:21","date_gmt":"2026-01-14T02:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716547\/"},"modified":"2026-01-14T02:25:21","modified_gmt":"2026-01-14T02:25:21","slug":"kritik-zu-28-years-later-2-the-bone-temple-kein-wunder-dass-der-dritte-teil-bereits-gruenes-licht-bekommen-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716547\/","title":{"rendered":"Kritik zu 28 Years Later 2: The Bone Temple: Kein Wunder, dass der dritte Teil bereits gr\u00fcnes Licht bekommen hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"bo-p\">Was f\u00fcr ein fantastisches Comeback! Nachdem entsprechende Pl\u00e4ne \u00fcber die Jahre immer wieder im Sande verlaufen waren, hat sich das \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/61262.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sunshine<\/a>\u201c-Dreamteam <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/17042.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Danny Boyle<\/a> (Regie) und <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/91203.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alex Garland<\/a> (Drehbuch) doch noch zusammengefunden, um einen dritten Teil der \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/46940.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">28 Days Later<\/a>\u201c-Zombie-Saga auf die Beine zu stellen: Ihr \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/139772.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">28 Years Later<\/a>\u201c geriet 2025 zur schonungslosen, stark bebilderten und \u00fcberraschend emotionalen Fortf\u00fchrung \u2013 und war trotzdem nur der Anfang von etwas noch Gr\u00f6\u00dferem!<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Schlie\u00dflich hatte \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/219931.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ex Machina<\/a>\u201c-Mastermind Alex Garland direkt Skripte f\u00fcr eine ganze \u201e28 Years Later\u201c-Trilogie geschrieben. Teil 2 wurde sogar unmittelbar im Anschluss an den Auftakt gedreht, allerdings diesmal nicht von Danny Boyle, sondern von \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/315305.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hedda<\/a>\u201c-Regisseurin <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/799616.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nia DaCosta<\/a>. Obwohl \u201e<b>28 Years Later: The Bone Temple<\/b>\u201c den eingeschlagenen Weg konsequent (und sogar noch eine Spur brutaler!) fortf\u00fchrt, ist das Sequel in vielen Belangen auch erfrischend anders \u2013 und dabei genauso gelungen.<\/p>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"article-figure-img\" jimmy=\"\" crystal=\"\" o=\"\" zieht=\"\" mit=\"\" seiner=\"\" teufelsanbetungs-sekte=\"\" mordend=\"\" und=\"\" folternd=\"\" durchs=\"\" land.=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/59fc39493933ce75866c394a4538c523.jpg\" width=\"640\" height=\"320\" alt=\"Jimmy Crystal (Jack O\u2019Connell) zieht mit seiner Teufelsanbetungs-Sekte mordend und folternd durchs Land.\"\/><\/p>\n<p>                                    Sony Pictures<\/p>\n<p>                    Jimmy Crystal (Jack O\u2019Connell) zieht mit seiner Teufelsanbetungs-Sekte mordend und folternd durchs Land.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Nach dem Tod seiner Mutter hat der junge Spike (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/983243.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alfie Williams<\/a>) der sicheren Inselgemeinschaft samt seinem Vater den R\u00fccken gekehrt, um sich auf eigene Faust auf dem von Infizierten \u00fcberrannten Festland durchzuschlagen. Als er auf den sektenartigen Kult des durchgeknallten Jimmy Crystal (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/459405.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jack O\u2019Connell<\/a>) trifft, lenkt die Begegnung sein Schicksal allerdings in unerwartete Bahnen. Aus Mangel an Alternativen schlie\u00dft sich Spike dem flammenden Satan-Verehrer zwar zun\u00e4chst an, sucht aber schon bald verzweifelt einen Ausweg aus der sadistischen Truppe, die folternd und mordend durchs Land zieht.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Unterdessen wagt Dr. Kelson (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/15280.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ralph Fiennes<\/a>) ein riskantes Experiment. Er hegt die Hoffnung, dass irgendwo in dem von ihm auf den Namen Samson getauften Alpha-Zombie (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/990919.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chi Lewis-Perry<\/a>) doch noch etwas Menschliches schlummert \u2013 und versucht daher mit allen Mitteln (inklusive starker Psychopharmaka), eine Bindung zu ihm aufzubauen. Doch kann er tats\u00e4chlich zu dem R\u00fcckgrate herausrei\u00dfenden H\u00fcnen durchdringen?<\/p>\n<p>Doch kein ironisches Metzelfest<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Die absolut irre Schlussszene von \u201e28 Years Later\u201c hat viele Zuschauer*innen vor den Kopf gesto\u00dfen. Als der Film eigentlich schon vorbei schien, trat pl\u00f6tzlich Jimmy Crystals wilde Gang in ihren quietschbunten Trainingsanz\u00fcgen auf \u2013 und machte mit einer Horde Infizierter mit akrobatischen Martial-Arts-Kunstst\u00fcckchen zu harten Metal-Sounds kurzen Prozess. Nicht alle waren dar\u00fcber happy, weil die Sequenz tonal v\u00f6llig anders wirkt als der Rest des Films. Aber wer deshalb bef\u00fcrchtet, dass die Fortsetzung jetzt pl\u00f6tzlich ein durch und durch \u00fcberzogenes, augenzwinkernd-ironisches Metzelfest mit genau diesem Vibe wird, den k\u00f6nnen wir direkt beruhigen.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">\u201eThe Bone Temple\u201c nutzt den bewusst befremdlichen Schlussakkord des Vorg\u00e4ngers stattdessen geschickt, um jetzt direkt maximal zu verst\u00f6ren: In einer Szene f\u00fchrt ein Mitglied von Jimmys Gang noch einen peinlichen Teletubby-Tanz auf, aber schon im n\u00e4chsten Moment ziehen die Kultisten mit ihren blonden Per\u00fccken einem Opfer erbarmungslos die Haut vom Leib. Hinter der wahnsinnigen Fassade brodelt bereits das Unvermeidliche \u2013 und bricht sich sp\u00e4ter umso heftiger Bahn. In Anbetracht der absoluten Hilflosigkeit von Jimmys Opfern ist das stellenweise kaum zu ertragen. Dass der Auftakt von \u201eThe Bone Temple\u201c nach der Wildnis-Odyssee des Vorg\u00e4ngers mit einem st\u00e4dtischen Setting mehr Zivilisation verspricht, nur um die Figuren darin dann umso unzivilisierter agieren zu lassen, ist ein genialer und angemessen zynischer Kniff. <\/p>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"article-figure-img\" die=\"\" ann=\"\" von=\"\" dr.=\"\" kelson=\"\" fiennes=\"\" und=\"\" seinem=\"\" alpha-zombie=\"\" samson=\"\" ist=\"\" nicht=\"\" nur=\"\" ber=\"\" sondern=\"\" auch=\"\" humorvoll.=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20371d231fa2c28b98bee3b76f1c8385.jpg\" width=\"640\" height=\"320\" alt=\"Die Ann\u00e4herung von Dr. Kelson (Ralph Fiennes) und seinem Alpha-Zombie Samson ist nicht nur ber\u00fchrend, sondern auch \u00fcberraschend humorvoll. \"\/><\/p>\n<p>                                    Sony Pictures<\/p>\n<p>                    Die Ann\u00e4herung von Dr. Kelson (Ralph Fiennes) und seinem Alpha-Zombie Samson ist nicht nur ber\u00fchrend, sondern auch \u00fcberraschend humorvoll. <\/p>\n<p class=\"bo-p\">Ja, die Jimmys sind Trottel \u2013 aber gef\u00e4hrliche Trottel. Garland und DaCosta veranschaulichen, wie Fanatismus und blinder (Irr-)Glaube selbst eine kleine Gruppe derart gro\u00dfes Leid verursachen lassen. Bei Garland ist es zudem kaum verwunderlich, dass sich hier auch Seitenhiebe gegen gewisse politische Machtstrukturen und F\u00fchrungskr\u00e4fte hineinlesen lassen. Aber selbst ohne diese zus\u00e4tzliche Ebene bringt das Sechserpack eine ganz eigene Note rein, wenn \u201e28 Years Later\u201c \u2013 wie es zum guten Ton des Zombie-Genres geh\u00f6rt \u2013 wieder st\u00e4rker demonstriert, dass nicht die Infizierten, sondern die Menschen die wahren Monster sind.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Dass das so gut funktioniert, liegt in erster Linie an Jimmy Crystal selbst \u2013 oder besser gesagt an seinem Darsteller Jack O\u2019Connell. Nur kurz nach dem Horror-Highlight \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/326355.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blood &amp; Sinners<\/a>\u201c brilliert der einstige \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/serien\/3184.html\" class=\"bo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Skins<\/a>\u201c-Star erneut mit einer ungemein bedrohlichen B\u00f6sewicht-Performance, die so ziemlich jede Szene \u00fcberstrahlt, in der er vorkommt \u2013 es sei denn, Ralph Fiennes mischt ebenfalls mit. Hinter all der satanistischen Theatralik scheint immer wieder auch ein Hauch von Jimmys traumatischer Vergangenheit hervor, was der Figur \u2013 in Kombination mit dem Prolog \u00fcber Jimmys Kindheit zu Beginn von \u201e28 Years Later\u201c \u2013 sogar eine subtil tragische Note verleiht. Nat\u00fcrlich, ohne dass der erbarmungslose Teufelsanbeter deshalb pl\u00f6tzlich Sympathiepunkte sammeln oder gar weichgesp\u00fclt werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Keine simple Kopie<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Beim klaren Fokus auf Jimmy r\u00fcckt seine Gefolgschaft in den Hintergrund. Das w\u00e4re gar nicht weiter tragisch, allerdings trifft das streckenweise auch auf Spike zu. Der Protagonist aus \u201e28 Years Later\u201c, der nicht zuletzt durch das einnehmende Spiel von Newcomer Alfie Williams so sehr begeisterte, wird unter Jimmys Fuchtel zum Spielball, der eher reagiert als agiert. Auf der anderen Seite wird seine Coming-of-Age-Story trotzdem fortgef\u00fchrt, wenn er nach seinem freiwilligen Abschied von seinem beh\u00fcteten Zuhause nun schonungslos mit der harten Realit\u00e4t des \u201eechten Lebens\u201c konfrontiert wird.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Der Schwerpunkt liegt diesmal aber eindeutig woanders \u2013 und das nicht nur in erz\u00e4hlerischer, sondern auch in emotionaler Hinsicht. Hier kommt der zweite Handlungsstrang ins Spiel, der trotz vertrauter Figuren und Orte ebenfalls entscheidend dazu beitr\u00e4gt, dass \u201e28 Years Later: The Bone Temple\u201c die Reihe zwar nahtlos fortschreibt, aber keine blo\u00dfe Kopie von \u201e28 Years Later\u201c ist. W\u00e4hrend der erste Schauplatz in einem Schwimmbad noch einen gewissen Grad von Zivilisation suggeriert, der dann aber von Jimmys Bande in einer unaufhaltsamen Gewaltspirale immer weiter pervertiert wird, bilden Dr. Kelson und Samson eine geschickte Antithese: Sie m\u00f6gen in der Wildnis hausen und im Fall von Samson sogar allein ihren Instinkten folgen, aber aus ihren (teilweise drogeninduzierten) Interaktionen quillt die pure Menschlichkeit.<\/p>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"article-figure-img\" das=\"\" finale=\"\" von=\"\" years=\"\" later:=\"\" the=\"\" bone=\"\" temple=\"\" z=\"\" schon=\"\" jetzt=\"\" zu=\"\" den=\"\" wahnsinnigsten=\"\" und=\"\" besten=\"\" filmszenen=\"\" des=\"\" jahres.=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/d3bfc81a00889e3b754aaf0fa18df57f.jpg\" width=\"640\" height=\"320\" alt=\"Das Finale von \u201e28 Years Later: The Bone Temple\u201c z\u00e4hlt schon jetzt zu den wahnsinnigsten \u2013 und besten! \u2013 Filmszenen des Jahres.\"\/><\/p>\n<p>                                    Sony Pictures<\/p>\n<p>                    Das Finale von \u201e28 Years Later: The Bone Temple\u201c z\u00e4hlt schon jetzt zu den wahnsinnigsten \u2013 und besten! \u2013 Filmszenen des Jahres.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Sehen wir zu Beginn noch, wie Samson gen\u00fcsslich ein menschliches Hirn verspeist, beginnen die Bem\u00fchungen von Dr. Kelson, dem Alpha seine Berserker-Wut zu nehmen, irgendwann Fr\u00fcchte zu tragen. Der diesmal besonders gro\u00dfartige Ralph Fiennes und der erneut durch seine beeindruckende Physis gl\u00e4nzende Chi-Lewis Perry entwickeln hier eine verbl\u00fcffende Buddy-Dynamik, die f\u00fcr einige z\u00e4rtliche, bisweilen sogar ganz bewusst alberne Momente sorgt. Und doch schwebt \u00fcber allem lange Zeit die spannende Unsicherheit, ob Kelson wirklich etwas bewirkt oder er sich in einen utopischen Traum verrennt, der sofort zerplatzt, wenn ihm die Bet\u00e4ubungsmittel f\u00fcr seinen \u201eFreund\u201c ausgehen.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Den ultimativen Payoff f\u00fcr den zweispurigen Aufbau gibt es dann, wenn die beiden Str\u00e4nge unvermeidlich aufeinandertreffen. Hier f\u00e4hrt Nia DaCosta dann doch noch etwas von dem Wahnsinn auf, den Danny Boyle mit der Schlusssequenz von \u201e28 Years Later\u201c angedeutet hat. Die v\u00f6llig entfesselte (Theater-)Einlage hat zwar schon das Motiv des Teaser-Posters inspiriert, d\u00fcrfte in dieser Form aber dennoch wirklich keiner kommen sehen. Schon im Januar eine der Highlight-Sequenzen des Kinojahres, die als Rausch aus treibender Musik, feurigen Bildern und ungez\u00fcgeltem Schauspiel v\u00f6llig zu Recht f\u00fcr ungl\u00e4ubig-freudigen Szenenapplaus sorgte.<\/p>\n<p class=\"bo-p\"><b>Fazit: \u201e28 Years Later: The Bone Temple\u201c dr\u00e4ngt die tolle Hauptfigur aus dem Vorg\u00e4nger an den Rand, entsch\u00e4digt daf\u00fcr aber mit einem ausgekl\u00fcgelten Wechselspiel aus emotional-am\u00fcsanter Zombie-Buddy-Story und an die Nieren gehendem Nihilismus-Gore. Ein ebenso intensiver, wenn auch noch mal ganz eigener Zombie-Schocker, dessen tosendes Finale seinesgleichen sucht. Den inzwischen zum Gl\u00fcck bereits best\u00e4tigten Trilogie-Abschluss k\u00f6nnen wir jetzt jedenfalls kaum noch erwarten.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was f\u00fcr ein fantastisches Comeback! 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