{"id":716549,"date":"2026-01-14T02:26:10","date_gmt":"2026-01-14T02:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716549\/"},"modified":"2026-01-14T02:26:10","modified_gmt":"2026-01-14T02:26:10","slug":"wie-gut-helfen-apps-bei-der-rauchentwoehnung-verhaltenstherapie-per-smartphone-kann-beim-rauchstopp-helfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716549\/","title":{"rendered":"Wie gut helfen Apps bei der Rauchentw\u00f6hnung? &#8211; Verhaltenstherapie per Smartphone kann beim Rauchstopp helfe"},"content":{"rendered":"<p>Als Datenbasis f\u00fcr ihre Metastudie dienten den Forschenden 31 Studien, die zwischen 2018 und 2025 ver\u00f6ffentlicht wurden. Daran hatten Testpersonen im Alter von mindestens 15 Jahren teilgenommen, die mit dem Rauchen aufh\u00f6ren wollten, insgesamt rund 12.000 Teilnehmende. Das Ergebnis jeder Studie bewerteten die Forschenden auf einer einheitlichen Skala nach ihrem Grad an gesicherter Evidenz, von niedrig bis hoch.<\/p>\n<p>Anhand der Daten bewertete das Team die getesteten Rauchfrei-Apps danach, wie effektiv sie Nutzende dazu brachten, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren, und ob diese auch langfristig auf den Tabakkonsum verzichteten. Als \u201edauerhaft\u201c werteten Chu und Kollegen sechs Monate durchgehende Zigarettenabstinenz. Sie verglichen konkret, ob die Nutzer auf die Verhaltens-Apps zugriffen oder nicht und ob sie zus\u00e4tzlich auch auf traditionelle Hilfsmittel wie eine Nikotinersatztherapie oder pers\u00f6nliche Beratung zur\u00fcckgriffen.\n<\/p>\n<p>Rauchstopp-Apps helfen beim Aufh\u00f6ren<\/p>\n<p>Die Vergleichsanalysen ergaben: Menschen, die eine Rauchstopp-App nutzten, waren nach sechs Monaten 2,9-Mal h\u00e4ufiger dauerhaft rauchfrei als Menschen, die keine solche App zur Rauchentw\u00f6hnung nutzten. Die digitalen Helfer unterst\u00fctzen demnach tats\u00e4chlich bei der Zigaretten-Entw\u00f6hnung.\n<\/p>\n<p>Zwischen den einzelnen Rauchfrei-Apps zeigten sich kleinere Unterschiede: Programme auf Basis psychologischer Verhaltenstheorien, die zugleich Kognition, Emotion und Motivation angehen, f\u00f6rderten die Entw\u00f6hnung tendenziell etwas besser als Apps auf Basis klassischer Verhaltensinterventionen. Allerdings ging aus den Studien nicht eindeutig hervor, ob die Art der App wirklich einen merklichen Einfluss auf die Rauchstopp-Quote der Nutzer hat.\n<\/p>\n<p>Apps helfen auch in Kombi mit anderen Hilfsmitteln<\/p>\n<p>Der Studienvergleich enth\u00fcllte auch, wie gut Kombinations-Ma\u00dfnahmen helfen. Manche Raucher nutzten neben einer App zus\u00e4tzlich ein <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/die-drei-besten-hilfsmittel-zur-rauchentwoehnung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nikotin-Ersatzprodukt<\/a>, etwa Kaugummis oder Pflaster, oder erhielten eine pers\u00f6nliche Beratung. Bei diesen Personen steigerten die Apps die langfristige Erfolgsquote ebenfalls. Die Teilnehmenden hielten fast doppelt so oft bei der Rauchentw\u00f6hnung durch als Menschen, die nur auf Nikotinersatz oder Beratung zur\u00fcckgriffen, aber keine App verwendeten.<\/p>\n<p>Andere Raucher nutzten neben den Apps noch eine <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/die-drei-besten-hilfsmittel-zur-rauchentwoehnung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pharmakotherapie<\/a>. Das sind Medikamente, die Entzugserscheinungen lindern und das Verlangen d\u00e4mpfen. Auch hier zeigten die Apps Wirkung: Die Studienteilnehmer waren nach sechs Monaten 1,8-Mal h\u00e4ufiger rauchfrei geblieben als Testpersonen, die nur die Medikamente erhielten, aber keine App nutzten.\n<\/p>\n<p>Apps als Alternative oder Erg\u00e4nzung<\/p>\n<p>\u201eEs besteht eine klare Dosis-Antwort-Beziehung zwischen der Intensit\u00e4t der Unterst\u00fctzung und dem Erfolg beim Aufh\u00f6ren. Apps helfen, diesen Bedarf zu decken\u201c, schlie\u00dfen die Forschenden aus diesen Befunden. \u201eSmartphone-Apps k\u00f6nnen intensive, interaktive und Echtzeit-Verhaltensunterst\u00fctzung bieten und damit die Wirkung eines zeitlich begrenzten Ratschlags \u00fcbertreffen.\u201c\n<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil der Apps: Sie ben\u00f6tigen kein Fachpersonal w\u00e4hrend der Benutzung und auch keine Klinikr\u00e4ume. Damit umgehen sie g\u00e4ngige Barrieren der pers\u00f6nlichen Entw\u00f6hnungsberatung. Smartphone-Apps seien daher eine gute Alternative oder Erg\u00e4nzung zu solchen traditionellen Hilfsangeboten im Gesundheitssystem, so das Team.\n<\/p>\n<p>Weitere Studien n\u00f6tig<\/p>\n<p>Das Team betont jedoch, dass die verglichenen Studien jeweils nur eine kleine Stichprobe an Probanden enthielten und nur bestimmte Apps getestet wurden. Ihre Ergebnisse hatten zudem meist nur eine geringe Evidenz. Daraus konkrete R\u00fcckschl\u00fcsse und Vergleiche zu ziehen, ist daher mit Unsicherheiten behaftet. Die Ergebnisse der Metastudie sollten eher \u201eals Hypothese f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschung und nicht als endg\u00fcltige Schlussfolgerung betrachtet werden\u201c, so das Team um Chu.\n<\/p>\n<p>Neue und gro\u00df angelegte klinische Langzeit-Studien m\u00fcssten die Befunde nun zun\u00e4chst best\u00e4tigen. Sollten sie sich bewahrheiten, k\u00f6nnte den Rauchstopp-Apps jedoch k\u00fcnftig eine Schl\u00fcsselrolle bei der Abkehr von der Zigarette zugutekommen, hoffen die Forschenden. (BMJ Evidence-Based Medicine, 2026; <a href=\"https:\/\/ebm.bmj.com\/lookup\/doi\/10.1136\/bmjebm-2025-113971\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1136\/bmjebm-2025-113971<\/a>)\u00a0\n<\/p>\n<p>Quelle: BMJ Group<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>14. Januar 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Claudia Krapp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Datenbasis f\u00fcr ihre Metastudie dienten den Forschenden 31 Studien, die zwischen 2018 und 2025 ver\u00f6ffentlicht wurden. 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