{"id":716615,"date":"2026-01-14T03:06:12","date_gmt":"2026-01-14T03:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716615\/"},"modified":"2026-01-14T03:06:12","modified_gmt":"2026-01-14T03:06:12","slug":"organspendezahlen-in-deutschland-steigen-deutlich-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716615\/","title":{"rendered":"Organspendezahlen in Deutschland steigen deutlich an"},"content":{"rendered":"\n<p>Organspendezahlen in Deutschland steigen deutlich an<\/p>\n<dl class=\"article-info muted\">\n<dd class=\"readtime\">  Lesezeit: 8 Minuten <\/dd>\n<dd class=\"create\">   Erstellt: 14. Januar 2026  <\/dd>\n<\/dl>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"caption\" title=\"Foto: \u00a9 Jasmin777\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Web-Organspendeausweis.jpg\" alt=\"Bildbeschreibung: Mehrere Organspendeausweise.\"\/>  <\/p>\n<p>Im Jahr 2025 haben in Deutschland insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Das sind 32 mehr als im Jahr 2024 und entspricht 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner. Mit dieser moderaten Steigerung um 3,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr erreicht die Organspende in Deutschland den h\u00f6chsten Stand seit dem Jahr 2012. Zugleich bleibt festzuhalten: Die Zahl der Spenderorgane reicht weiterhin nicht aus, um allen Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 3.020 Organe nach postmortaler Spende \u00fcber die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant nach festgelegten medizinischen Kriterien verteilt und schlie\u00dflich hierzulande oder im Ausland transplantiert werden (2024: 2.855, +5,8 Prozent). Dazu z\u00e4hlten 1.495 Nieren, 823 Lebern, 315 Herzen, 308 Lungen, 76 Bauchspeicheldr\u00fcsen sowie drei D\u00e4rme.<\/p>\n<p>In den 43 deutschen Transplantationszentren wurden 2025 insgesamt 3.256 Organe nach postmortaler Spende aus Deutschland sowie aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert (2024: 3.013, +8,1 Prozent). Bundesweit konnte damit 3.150 schwer kranken Patientinnen und Patienten durch ein oder mehrere Organe eine bessere Lebensqualit\u00e4t oder ein Weiterleben erm\u00f6glicht werden. Gleichzeitig warteten Ende des vergangenen Jahres weiterhin 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.<\/p>\n<p>Der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. med. Axel Rahmel, ordnet die Entwicklung ein: &#8222;Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit \u00fcber einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal. Gleichzeitig reicht dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin.&#8220;<\/p>\n<p>Deutliche Unterschiede zeigen sich nach wie vor zwischen den DSO-Regionen in Deutschland. Besonders die Region Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen) weist seit Jahren \u00fcberdurchschnittliche Organspenderzahlen auf. Mit 16,3 Organspendern pro Million Einwohner lag die Spenderzahl in diesen Bundesl\u00e4ndern 38 Prozent \u00fcber dem Bundesdurchschnitt. &#8222;Wenn bundesweit so viele Organspenden realisiert w\u00fcrden wie in dieser Region, w\u00e4re die Situation f\u00fcr wartende Patientinnen und Patienten sp\u00fcrbar besser&#8220;, so Rahmel. Die positiven Entwicklungen dort zeigten, dass eine Steigerung der Organspende grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Dies belegt auch die konstant hohe Zahl der organspendebezogenen Kontakte, also Situationen, in denen sich Krankenh\u00e4user an die DSO wenden, um eine m\u00f6gliche Organspende zu pr\u00fcfen. Mit 3.524 Kontakten bundesweit blieb sie nahezu konstant (2024: 3.482). Hier zeigt sich, dass grunds\u00e4tzlich das Potenzial f\u00fcr mehr Organspenden vorhanden ist, jedoch nicht jeder Kontakt zu einer tats\u00e4chlichen Spende f\u00fchrt. Rund zwei Drittel der gemeldeten Kontakte endeten ohne Organspende; in etwa der H\u00e4lfte dieser F\u00e4lle, weil keine Zustimmung zur Organspende vorlag. Die fehlende Zustimmung bleibt damit der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr nicht realisierte Organspenden.<\/p>\n<p><b>Widerspruchsregelung &#8211; ein wichtiger Baustein der Organspende<\/b><\/p>\n<p>Eine zentrale Herausforderung ist nach wie vor, dass in vielen F\u00e4llen keine dokumentierte Entscheidung der potenziellen Spenderinnen und Spender vorliegt. &#8222;Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grunds\u00e4tzlich positiv gegen\u00fcber, hat ihre pers\u00f6nliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten&#8220;, erkl\u00e4rt Rahmel. Fehlt ein erkl\u00e4rter Wille, m\u00fcssen Angeh\u00f6rige h\u00e4ufig unter zeitlichem und emotionalem Druck stellvertretend entscheiden. Dies stellt nicht selten eine enorme Belastung f\u00fcr die Familien dar. Vor diesem Hintergrund bewertet der DSO-Vorstand die neu angesto\u00dfene politische Diskussion um die Widerspruchsregelung als wichtiges Signal. &#8222;Diese Regelung f\u00f6rdert die pers\u00f6nliche Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende und dies f\u00fchrt im Falle einer m\u00f6glichen Organspende zu einer Entlastung der Angeh\u00f6rigen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass sich durch die Einf\u00fchrung einer Widerspruchsregelung zwar die Organspendezahlen nicht unbedingt sofort sprunghaft erh\u00f6hen. Sie kann aber Orientierung geben und dazu beitragen, eine Kultur der Organspende zu f\u00f6rdern und so die Organspende dauerhaft positiv beeinflussen&#8220;, verdeutlicht der Mediziner.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund betont der DSO-Vorstand erneut die Bedeutung einer zu Lebzeiten getroffenen und dokumentierten Entscheidung zur Organspende. Dabei weist Rahmel ausdr\u00fccklich darauf hin, dass es keine feste Altersgrenze f\u00fcr die Organspende gibt: &#8222;Nicht das kalendarische Alter ist entscheidend, sondern die Funktionsf\u00e4higkeit der Organe. Auch im hohen Lebensalter ist eine Organspende m\u00f6glich.&#8220; Die bislang \u00e4lteste Organspenderin in Deutschland war 98 Jahre alt; ihre Leber konnte erfolgreich transplantiert werden. Der Altersmedian der Organspenderinnen und Organspender lag 2025 bei 59 Jahren.<\/p>\n<p>Der Mediziner spricht aber auch eine damit verbundene Herausforderung an: Je h\u00f6her das Spenderalter, desto h\u00f6her die Wahrscheinlichkeit alterstypischer Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Arteriosklerose. Auch die H\u00e4ufigkeit von Tumorerkrankungen nimmt im Alter zu. Das bedeutet, dass nicht alle Organe dieser \u00e4lteren Spenderinnen und Spender f\u00fcr eine Transplantation in Frage kommen &#8211; was wiederum dazu f\u00fchrt, dass die Zahl der insgesamt f\u00fcr eine Transplantation geeigneten Organe je Spender abnimmt. W\u00e4hrend im Jahr 2014 im Mittel noch 3,5 Organe je Spender f\u00fcr eine Transplantation geeignet waren, sank diese Zahl 2025 zuletzt auf 3,1 Organe. Somit steht jedes einzelne Organ im Fokus &#8211; und diese wenigen zur Verf\u00fcgung stehenden Organe sollten bestm\u00f6glich genutzt und nach der Entnahme in einem optimalen Zustand zu den potenziellen Empf\u00e4ngern gebracht werden.<\/p>\n<p><b>Einf\u00fchrung der Maschinenperfusion in Deutschland<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Am h\u00e4ufigsten werden in Deutschland Nieren transplantiert&#8220;, erl\u00e4utert Rahmel. Nahezu die H\u00e4lfte aller Organtransplantationen entfallen auf dieses Organ, zugleich warteten Ende 2025 mehr als 6.200 Patientinnen und Patienten auf eine Spenderniere. Angesichts dieses hohen Bedarfs kommt der optimalen Nutzung verf\u00fcgbarer Spenderorgane besondere Bedeutung zu. &#8222;Hier wird die Maschinenperfusion k\u00fcnftig eine wichtige Rolle spielen. Das Verfahren erm\u00f6glicht eine schonendere Konservierung von Spendernieren und erh\u00f6ht damit die Chancen, dass mehr Organe erfolgreich transplantiert werden k\u00f6nnen&#8220;, informiert der DSO-Vorstand.<\/p>\n<p>Bei der Maschinenperfusion wird die entnommene Spenderniere au\u00dferhalb des K\u00f6rpers kontinuierlich mit einer Konservierungsl\u00f6sung durchsp\u00fclt. Im Unterschied zur herk\u00f6mmlichen Kaltlagerung erlaubt dieses Verfahren, das Organ unter kontrollierten Bedingungen zu versorgen und seine Funktion bereits vor der Transplantation besser zu beurteilen. In Deutschland sieht die \u00fcberarbeitete Richtlinie der Bundes\u00e4rztekammer zur Nierentransplantation den grunds\u00e4tzlichen Einsatz der Maschinenperfusion bei Nieren von Spendern mit erweiterten Spenderkriterien vor. Die Regelung tritt am 19. Januar 2026 in Kraft.<\/p>\n<p>Als erweiterte Spenderkriterien gelten Nieren von Spenderinnen und Spendern \u00fcber 60 Jahren sowie von 50- bis 59-J\u00e4hrigen, wenn mindestens zwei zus\u00e4tzliche Risikofaktoren vorliegen. Dazu z\u00e4hlen eine zerebrovaskul\u00e4re Todesursache wie ein Schlaganfall, bestehender Bluthochdruck oder ein erh\u00f6hter Kreatininwert im Blut. Rahmel unterstreicht, dass der Einsatz der Maschinenperfusion nicht nur die Zahl verf\u00fcgbarer Spendernieren erh\u00f6he. Studien aus L\u00e4ndern, in denen das Verfahren seit Jahren etabliert ist, zeigten zudem bessere Transplantationsergebnisse, wenn zuvor die Maschinenperfusion bei den Spendernieren zum Einsatz kam.<\/p>\n<p>Ziel ist es, jedes verf\u00fcgbare Organ zu nutzen, um m\u00f6glichst vielen Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten helfen zu k\u00f6nnen. Der Anstieg der Organspendezahlen im vergangenen Jahr und die Einf\u00fchrung der Maschinenperfusion sind positive Signale f\u00fcr die Organspende. Dennoch warten in Deutschland weiterhin viele Patientinnen und Patienten zusammen mit ihren Familien voller Hoffnung auf ein neues Leben durch ein rettendes Spenderorgan. &#8222;Daher d\u00fcrfen wir in unseren gemeinsamen gesellschaftlichen und medizinischen Anstrengungen zur Verbesserung der Situation der Organspende nicht nachlassen&#8220;, appelliert Rahmel.<\/p>\n<tr style=\"border-color: #3F3F3F; border-radius: 5px;\">\n<td><strong>Newsletter<\/strong>Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung<a href=\"https:\/\/www.eu-schwerbehinderung.eu\/index.php\/schwerbehinderung\/11-vl-list\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang<a id=\"rcorners2\" href=\"https:\/\/www.eu-schwerbehinderung.eu\/index.php\/schwerbehinderung\/11-vl-list\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Newsletter bestellen<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<p>Quelle: <a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/34285\/6195248\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">ots<\/a> &#8211; news aktuell<\/p>\n<p>Autor: Redaktion \u00fcber ots &#8211; news aktuell<\/p>\n<p>       EU-Schwerbehinderung Tag: Organspendezahlen, Deutschland, steigen, deutlich, an, EUS, EUS-Nachrichten, Nachrichten, News, Behindertenpolitik, Inklusion, Teilhabe, Barrierefreiheit, Pflege, Schwerbehinderung, Behinderung, Gesundheit, Berichte, Informationen, Liveticker, Newsticker, Nachrichten-App, News-App, Medien, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Kultur, Literatur   <\/p>\n<p class=\"cookieconsent-optout-marketing-header\">\n<p> EU-Schwerbehinderung Nachrichtenmagazin<\/p>\n<p style=\"line-height: 50%\">EU-Schwerbehinderung ist ein Nachrichtenmagazin und finanziert sich mit Werbung.<\/p>\n<p style=\"line-height: 50%\">Werbung unterst\u00fctzt uns unsere journalistischen Inhalte anzubieten, zu finanzieren und zu verbessern.<\/p>\n<p style=\"line-height: 50%\">Um diesen Artikel lesen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen Sie der Werbung zustimmen.<\/p>\n<p>Details zu Werbe- und Analyse-Trackern sowie zum jederzeit m\u00f6glichen Widerruf finden Sie in unserer <a href=\"http:\/\/datenschutz.eu-schwerbehinderung.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> oder im <a href=\"https:\/\/www.eu-schwerbehinderung.eu\/index.php\/34-master\/5760-cookie-declaration\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Privacy Center<\/a> am Ende jeder Seite.<\/p>\n<p><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.eu-schwerbehinderung.eu\/index.php\/richtlinien\/1318-impressum\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Impressum &#8211; <\/a> <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/datenschutz.eu-schwerbehinderung.eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Datenschutz &#8211; <\/a> <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/agb.eu-schwerbehinderung.eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Nutzungsbedingungen<\/a><\/p>\n<p>Werbeblocker aktiv !<\/p>\n<p>EU-Schwerbehinderung ist ein Nachrichtenmagazin und finanziert sich mit Werbung.<\/p>\n<p>Um diesen Inhalt lesen zu k\u00f6nnen, schalten sie<\/p>\n<p>bitte den Werbeblocker ab!<\/p>\n<p><strong>HINWEIS: Wird die Seite &#8218;inPrivat&#8216; oder im &#8218;Inkonito&#8216; Modus aufgerufen, kann die Seite bei einigen Browsern nicht angezeigt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn sie die Werbung zulassen, unterst\u00fctzen sie uns, auch in Zukunft unser Angebot kostenlos anbieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.eu-schwerbehinderung.eu\/index.php\/richtlinien\/1318-impressum\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Impressum<\/a> <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/datenschutz.eu-schwerbehinderung.eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Datenschutz<\/a> <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/agb.eu-schwerbehinderung.eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Nutzungsbedingungen<\/a> <a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.eu-schwerbehinderung.eu\/index.php\/34-master\/5760-cookie-declaration\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzeinstellung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Organspendezahlen in Deutschland steigen deutlich an Lesezeit: 8 Minuten Erstellt: 14. 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