{"id":716630,"date":"2026-01-14T03:18:13","date_gmt":"2026-01-14T03:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716630\/"},"modified":"2026-01-14T03:18:13","modified_gmt":"2026-01-14T03:18:13","slug":"bombastisch-und-beruehrend-musik-in-dresden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716630\/","title":{"rendered":"Bombastisch und ber\u00fchrend &#8211; Musik in Dresden"},"content":{"rendered":"<p><img width=\"2405\" height=\"1795\" data-tgpli-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/110226killig023.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19295\" data-tgpli-  data-tgpli-inited=\"\" data-tgpli-image-inited=\"\" id=\"tgpli-69670af23220d\"\/>Das 5. Sinfoniekonzert der S\u00e4chsischen Staatskapelle bescherte Dresden musikalische Sternstunden (Foto: Oliver Killig)<\/p>\n<p>Ein Wiedersehen mit dem Ehrendirigenten Herbert Blomstedt, das ist in Dresden nat\u00fcrlich etwas ganz und gar Besonderes. Schlie\u00dflich war der 1927 in San Francisco geborene Sohn schwedischer Eltern von 1975 bis 1985 Chefdirigent der S\u00e4chsischen Staatskapelle. Bereits 1969 gab er sein Deb\u00fct bei diesem Orchester, das er heute \u2013 neben dem Leipziger Gewandhausorchester \u2013 am innigsten in sein Herz geschlossen hat. Kein Wunder also, dass die gleich dreifach gebotene Auff\u00fchrung des 5. Sinfoniekonzerts jedesmal ausverkauft war. Dennoch mutet es geradezu wundersam an, dass der nunmehr 98j\u00e4hrige Maestro weit mehr als 300 Konzerte mit der Kapelle bestritten hat. Kann es eine innigere Verbindung geben?<\/p>\n<p>Innigst scheint auch der Bezug zwischen dem Dresdner Publikum und Herbert Blomstedt zu sein. Im sonnt\u00e4glichen Vormittagskonzert lag der Altersdurchschnitt deutlich \u00fcber dem sonst \u00fcblichen Werten. Vermutlich wollten ihn viele seiner fr\u00fcheren Anh\u00e4ngerschaft noch einmal erleben. Die Abendkonzerte am Montag und Dienstag waren durchmischter, sorgten selbstredend aber ebenfalls f\u00fcr Beifallsst\u00fcrme, stehende Ovationen und gro\u00dfes Erstaunen.<\/p>\n<p>Denn die Frage, nein, das Wunder besteht doch darin: wie schafft es ein Mensch in diesem Alter, eine 80-Minuten-Sinfonie gleich dreimal hintereinander so wirkungsvoll umzusetzen? Woher diese absolut verinnerlichte Konzentration auf ein gigantisches Werk, das einen gewaltigen Spannungsbogen umfasst, der nur mit gro\u00dfem Atem bew\u00e4ltigt werden kann? Herbert Blomstedt setzt auf kleinste Gesten, spitzt den Zeigefinger der rechten Hand ins Orchester, d\u00e4mpft oder steigert mit der Linken die Inbrunst des Klangk\u00f6rpers, mitunter atmet er h\u00f6rbar mit und verstr\u00f6mt so eine Energie vom Pult auf die B\u00fchne, die umgehend klangvoll ins Publikum reflektiert wird und eindrucksvoll \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Der sch\u00f6nste Effekt eines solchen Konzerts: das anhaltende Schweigen nach der gro\u00dfen Wucht des Finales. Waren es zwanzig, waren es drei\u00dfig Sekunden? Erst dann brach der Applaus los, orkanartig wurden Bruckner und Blomstedt gefeiert, sind die Solisten und Stimmgruppen des Orchesters f\u00fcr ihre Glanzleistungen bejubelt worden. Immer wieder kam der Maestro auf die B\u00fchne \u2013 nicht, um sich feiern zu lassen, sondern um mit erhobener Faust und freundschaftlichem Winken seine tiefe Verbundenheit mit der S\u00e4chsischen Staatskapelle und ihrem Publikum zu bekunden. So klingen Sternstunden!<\/p>\n<p>Michael Ernst \/ \u00dcber den Autor<\/p>\n<p>Michael Ernst widmet sich privat, im Rundfunk sowie in Printmedien Literatur, Musik und Theater. Er ist an Opernh\u00e4usern und Musikfestspielen sowie als freier Autor t\u00e4tig gewesen und schreibt seit 2009 f\u00fcr \u00bbMusik in Dresden\u00ab.<\/p>\n<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.musik-in-dresden.de\/author\/michael\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Beitr\u00e4ge von Michael Ernst<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das 5. 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