{"id":716715,"date":"2026-01-14T04:02:11","date_gmt":"2026-01-14T04:02:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716715\/"},"modified":"2026-01-14T04:02:11","modified_gmt":"2026-01-14T04:02:11","slug":"mathijs-deen-neuer-roman-die-lotsin-kiel-krimi-um-geomar-forscherin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/716715\/","title":{"rendered":"Mathijs Deen neuer Roman &#8222;Die Lotsin&#8220;: Kiel-Krimi um Geomar-Forscherin"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. Zum Meer ist es niemals weit in den Niederlanden. Sagt Mathijs Deen. Der Schriftsteller ist gerade zur\u00fcck von der Hunderunde mit Labradoodle \u201eBlaffer\u201c. Was nicht einfach nur Beller hei\u00dft, sondern im Slang auch so viel bedeutet wie Knarre. Der Spaziergang ist Routine f\u00fcr den Schriftsteller, der zwischen Amsterdam und der Insel Texel pendelt. \u201eWeit weg vom Meer zu leben, kann ich mir \u00fcberhaupt nicht vorstellen\u201c, sagt er im Interview. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dabei ist Deen nicht mal an der See aufgewachsen, eher im Wald bei Hengelo, nahe der Grenze zu Deutschland. Das Meer hat er zum ersten Mal mit acht oder neun Jahren gesehen, als die Familie wegen der Lungenkrankheit des Bruders in den Sommerferien an die Nordsee fuhr. Und fortan allj\u00e4hrlich wiederkehrte. \u201eIch habe mich da immer frei gef\u00fchlt\u201c, erz\u00e4hlt Deen. \u201eDas Meer hat keine Zeit, nur seinen eigenen Fluss. Und wenn ich mich mal schlecht f\u00fchle, gehe ich erstmal zum Wasser.\u201c <\/p>\n<blockquote><p>An der Nordsee muss man sich immer der Sichtweise des Meeres anpassen.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Mathijs Deen<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 hQAqgn\">Autor<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Meer, das Mathijs Deen meint, ist die <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/nordsee\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/nordsee\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/nordsee\/\">Nordsee<\/a>, und die macht f\u00fcr den Autor ganz klar den Unterschied. \u201eDie Tide ist das eine, das Wasser kommt und geht und kommt wieder\u201c, sagt er. Die Ostsee erscheint ihm da schlichter. \u201eDa kann man seinem eigenen Blickwinkel folgen; an der Nordsee muss man sich immer der Sichtweise des Meeres anpassen.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Liewe Cupido w\u00fcrde das wohl genau so unterschreiben. Der eigenbr\u00f6tlerische Kommissar, den Deen in seinen Krimis grenz\u00fcbergreifend von Texel bis F\u00f6hr oder Esbjerg ermitteln l\u00e4sst. Unter Extremwattwanderern (\u201eDer Holl\u00e4nder\u201c), Schatztauchern (\u201eDer Taucher\u201c) und Seenotrettern (\u201eDer Retter\u201c). Im vierten Buch \u201eDie Lotsin\u201c geht es \u00fcber das friesische Wattenmeer in Holland und Deutschland hinaus. Da geht Iona, Klimaforscherin am Geomar und auf einer d\u00e4nischen Forschungsstation in Gr\u00f6nland stationiert, auf der Heimfahrt nach Kiel auf einem Forschungsschiff verloren. Ein r\u00e4tselhafter Unfall (?), der bald in einen Wissenschaftskrimi um Klimawandel und Forschereitelkeiten m\u00fcndet. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mathijs Deen hat die Frage interessiert, warum die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse Shitstorms und Hassmails provoziert. \u201eWer \u00fcber das Meer forscht, landet fr\u00fcher oder sp\u00e4ter beim Klima\u201c, sagt Deen. \u201eUnd mich hat das Spannungsfeld zwischen Forschung und Klimaschutz gereizt. Au\u00dferdem wollte ich wissen, wieso es f\u00fcr die Wirtschaft interessant ist, da mitzuspielen und sich finanziell zu engagieren.\u201c <\/p>\n<p>Deens vierter Krimi spielt zwischen Texel, Kiel und Gr\u00f6nland<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zwischen Texel, wo Kommissar Cupido aufgewachsen ist, <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/\">Kiel <\/a>und Gr\u00f6nland f\u00e4chert \u201eDie Lotsin\u201c eine Geschichte auf, die zwischen den Fakten auch von Einsamkeit und Verlorenheit erz\u00e4hlt. Von Tr\u00e4umen und Missverst\u00e4ndnissen, die Iona und ihren Mann oder ihre Mutter, die zu Hause auf die kleine Tochter aufpasst, trennen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In Deens Krimireihe sind die Figuren alle unterwegs. Seltsam unbehaust auf Schiffen und Landstra\u00dfen, zwischen Land und Meer, \u00fcberall und nirgendwo. Allen voran Liewe Cupido, der Sohn eines Fischers von Texel und einer deutschen Meeresbiologin. \u201eMich hat von Anfang an das Thema Grenzen interessiert\u201c, sagt Mathijs Deen. Linien, die selten so klar sind, wie es Landkarten suggerieren. Im Wattenmeer verflie\u00dfen sie wie die Identit\u00e4ten. \u201eDa ist die Grenze selten so deutlich\u201c, sagt Deen am Telefon wenige Tage nach einer Lesung in Kiel, \u201esie wandert mit den Gezeiten.\u201c Kein Wunder, dass seine Hauptfigur diese Unruhe in sich tr\u00e4gt: \u201eLiewe ist doch immer auf der Suche nach seinem Zuhause. Und dieses Gef\u00fchl kenne ich auch.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Vieles in seinen B\u00fcchern entsteht unmittelbar aus dem Schreiben. H\u00e4ufig wei\u00df er gar nicht genau, wie es im n\u00e4chsten Kapitel weitergeht. \u201eIch habe keinen Zugang zu meinen Gedanken\u201c, sagt er und lacht. \u201eDie kommen erst an die Oberfl\u00e4che, wenn ich zu sprechen oder zu schreiben beginne.\u201c Zum Beispiel als Iona zu Beginn des Romans auf Gr\u00f6nland in einen Whiteout, also einen Schneesturm ohne Sicht, hinausgeht. \u201eIch hatte keine Ahnung, ob sie umkommen wird\u201c, erz\u00e4hlt Deen, \u201eaber als sie gerettet war, wusste ich, wie es weitergeht.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Mathijs Deen findet seine Geschichten in der Wirklichkeit<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Seine Geschichten entstehen immer aus der Realit\u00e4t \u2013 oder, wie er lieber sagt: \u201eAus den Geschichten, die mir erz\u00e4hlt werden.\u201c Da bleibt der Bestseller-Autor Journalist. Am Geomar Kiel allerdings hat er nicht recherchiert. \u201eIch kenne aber die akademische Welt \u2013 und die ist genauso grenzenlos wie das Meer\u201c, sagt Deen trocken, dessen Frau am niederl\u00e4ndischen ozeanografischen Institut NIOZ f\u00fcr Presse und Kommunikation zust\u00e4ndig ist. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Liewe Cupido \u00fcbrigens folgt in \u201eDie Lotsin\u201c viel mehr seiner eigenen Geschichte als den Windungen des Falls. Den \u00fcberl\u00e4sst er seinem \u201eLehrling\u201c, dem Landei Xander Rimbach. Da liegt der Gedanke, dass Deen seinen Helden bald ausmustern k\u00f6nnte, gar nicht fern. \u201eEinen Fall hat er noch\u201c, sagt der Autor. Anders als die Vorg\u00e4nger erscheint das Buch im Fr\u00fchjahr 2026 zuerst in den Niederlanden; in Deutschland kommt es dann 2027 heraus. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eDas macht einen schon melancholisch\u201c, sagt Deen, \u201eaber wenn der Bogen der Geschichte geschlagen ist, ist sie zu Ende.\u201c M\u00f6glich, dass er etwas ganz Neues macht. Oder Xander ins Spiel bringt. \u201eAuf jeden Fall muss der dann ohne seinen Mentor Liewe alleine klarkommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><b>Mathijs Deen: \u201eDie Lotsin\u201c.<\/b> Roman. Aus dem Niederl\u00e4ndischen von Andreas Ecke. Mare Verlag, 368 Seiten, 23 Euro.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. Zum Meer ist es niemals weit in den Niederlanden. Sagt Mathijs Deen. 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