{"id":717143,"date":"2026-01-14T08:10:29","date_gmt":"2026-01-14T08:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717143\/"},"modified":"2026-01-14T08:10:29","modified_gmt":"2026-01-14T08:10:29","slug":"burger-bald-billiger-mehrwertsteuersenkung-in-fast-food-ketten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717143\/","title":{"rendered":"Burger bald billiger? Mehrwertsteuersenkung in Fast-Food-Ketten"},"content":{"rendered":"<p>Was waren das f\u00fcr Zeiten, als ein Hamburger noch einen Euro kostete, das kleine Softgetr\u00e4nk dazu ebenfalls. Diese Preise sind nun schon l\u00e4nger pass\u00e9, doch Anfang Januar passierte etwas in der Fast-Food-Branche, was einige kaum f\u00fcr m\u00f6glich hielten. Einige Unternehmen k\u00fcndigten Preissenkungen an, als Reaktion auf die Mehrwertsteueranpassung von 19 auf sieben Prozent auf Speisen.  <\/p>\n<p>McDonalds etwa teilte mit, dass das Unternehmen die unverbindliche Preisempfehlung f\u00fcr f\u00fcnf beliebte Men\u00fcs &#8222;sp\u00fcrbar&#8220; gesenkt habe. Das Happy Meal zum Beispiel soll nun 50 Cent weniger kosten als noch im Dezember, n\u00e4mlich 4,49 Euro, das gro\u00dfe Big Mac Men\u00fc gibt es laut unverbindlicher Preisempfehlung f\u00fcr einen Euro weniger als bislang, und zwar f\u00fcr 9,99 Euro. Auch Kentucky Fried Chicken wolle die Mehrwertsteuersenkung &#8222;in wirtschaftlich vertretbarem Rahmen&#8220; und &#8222;punktuell&#8220; weitergeben, hie\u00df es auf BR24-Anfrage. Das betreffe etwa die Hot Wings oder auch die Maiskolben. Die Schnellrestaurantkette Nordsee will, wie sie BR24 mitteilte, &#8222;spezielle Rabattierungen und attraktive Angebote&#8220; anbieten: Das Backfisch Men\u00fc sei seit Anfang Januar zu einem einheitlichen Preis von knapp 8,99 Euro zu haben. Zuvor habe es zwischen 9,99 Euro und 11,49 Euro gekostet.  <\/p>\n<p>Gastronomiebranche zur\u00fcckhaltend bei Preissenkung <\/p>\n<p>Im Vergleich dazu scheint die Bereitschaft der gesamten Gastronomiebranche <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/live-um-16-uhr-mehrwertsteuer-in-der-gastro-sinkt,UwZXthf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu Preissenkungen eher gering:<\/a> Einer aktuellen Umfrage des bayerischen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbands (Dehoga Bayern) zufolge wollen derzeit nur 8,5 Prozent der befragten Gastronomen in Bayern die frei gewordenen Mittel dazu nutzen, ihre Preise zu reduzieren. Stattdessen m\u00f6chten viele Gastwirte prim\u00e4r die Entlastung durch die neue Mehrwertsteuer nutzen, um h\u00f6here Personalkosten zu decken, mehr Investitionen zu t\u00e4tigen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/mehrwertsteuer-fuer-gaststaetten-runter-wird-essengehen-billiger,V7im7Rr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">oder \u00fcberhaupt erstmal die eigene Wirtschaftslage zu stabilisieren.<\/a> <\/p>\n<p>Wer auf diese Umfragewerte blickt, fragt sich: Ist<a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/five-guys-burgerkette-profitiert-nicht-vom-fast-food-boom,V3fNzxy\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> die Systemgastronomie<\/a> gro\u00dfz\u00fcgiger bei der Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung an die Endkunden als einzelne Gastwirte \u2013 und falls ja, wieso? Drei Punkte helfen bei der Einordnung:<\/p>\n<p>1. Fast-Food-Ketten setzen auf Marketingeffekt<\/p>\n<p>Erstens: Die Preissenkung habe eine enorme Marketingwirkung f\u00fcr Fast-Food-Ketten, erkl\u00e4rt der Volkswirtschaftler Matthias Firgo von der Hochschule M\u00fcnchen. Denn: Die Schnellrestaurantketten konkurrierten haupts\u00e4chlich \u00fcber den Preis. &#8222;Viele Kunden wissen genau, was ein Burger oder eine Pommes bei den verschiedenen Ketten kostet&#8220;, so Firgo. Der Professor f\u00fcr Betriebsf\u00fchrung und Organisation\u202fim Versorgungsmanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Rupert Gram\u00df, erg\u00e4nzt: Die Preissenkung k\u00f6nne auch als Reaktion auf die harsche Kritik an der Mehrwertsteuersenkung verstanden werden, <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/mitmachen\/keine-steuergeschenke-fuer-mcdonalds-co\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zum Beispiel als Food Watch die Ma\u00dfnahme als millionenschweres Steuergeschenk an die Fast-Food-Ketten bezeichnete<\/a> (externer Link). Die Botschaft der Ketten ist laut Gram\u00df klar: &#8222;Wir geben die Reduzierung weiter&#8220;, und das schaffe Vertrauen. <\/p>\n<p>Bei einzelnen Wirten sei dieser Marketingeffekt l\u00e4ngst nicht so gro\u00df wie bei Restaurantketten, erkl\u00e4rt Matthias Firgo. Und zudem geht bei vielen Gastst\u00e4tten der Wettbewerb \u00fcber Qualit\u00e4t, Ambiente und Lage, da sind sich die beiden Experten Gram\u00df und Firgo einig.   <\/p>\n<p>2. Systemgastronomie profitiert von Gr\u00f6\u00dfe und Standardisierung <\/p>\n<p>Zweitens: Restaurantketten mit vielen Filialen profitieren von ihrer Gr\u00f6\u00dfe: Zwar treffen die gestiegenen Einkaufspreise, Energiekosten und Lohnkosten die gesamte Gastronomiebranche \u2013 egal, ob es das Wirtshaus um die Ecke ist oder die Fast-Food-Filiale an der Autobahn. Aber: &#8222;In der Systemgastronomie gibt es viele standardisierte Prozesse, die effizienter gestaltet werden k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rt Rupert Gram\u00df von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Au\u00dferdem h\u00e4tten Restaurantketten mehr Marktmacht beim Einkauf und k\u00f6nnten besser skalieren, sodass sie die Kosten pro Einheit \u2013 also pro Burger, Fischbr\u00f6tchen oder Portion Chicken Wings \u2013 niedrig halten k\u00f6nnten. Hinzukomme, dass Ketten ihre Preise sehr datengetrieben steuerten, erkl\u00e4rt Gram\u00df, und deshalb eine genauere Mischkalkulation vornehmen k\u00f6nnten. Dass also einzelne, beliebte Produkte nun billiger werden, k\u00f6nnten Fast-Food-Ketten \u00fcber die Preise der restlichen Produkte auffangen.  <\/p>\n<p>3. Wie viel der Burger am Schluss kostet, h\u00e4ngt von der Filiale ab  <\/p>\n<p>Zu guter Letzt: Wie viel der Burger oder die Pommes am Ende wirklich kosten, h\u00e4ngt davon ab, wo man sie kauft. Denn die meisten Fast-Food-L\u00e4den sind sogenannte Franchiseunternehmen. Die Zentrale gibt nur unverbindliche Preisempfehlungen ab \u2013 den letzten Preis bestimmen aber die Franchise-Nehmer, also die Filialen vor Ort. Das betonen unter anderem Kentucky Fried Chicken, McDonalds und auch Burger King gegen\u00fcber BR24. Immerhin: In der McDonalds-Filiale am M\u00fcnchner Stachus h\u00e4lt man sich brav an die Preisempfehlung der Marke: 4,49 Euro kostet hier das Happy Meal. Und keine Sorge: Da ist trotz Preissenkung auch nach wie vor noch das Spielzeug mit dabei. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was waren das f\u00fcr Zeiten, als ein Hamburger noch einen Euro kostete, das kleine Softgetr\u00e4nk dazu ebenfalls. 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