{"id":717165,"date":"2026-01-14T08:21:13","date_gmt":"2026-01-14T08:21:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717165\/"},"modified":"2026-01-14T08:21:13","modified_gmt":"2026-01-14T08:21:13","slug":"kaari-upson-dollhouse-eine-retrospektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717165\/","title":{"rendered":"Kaari Upson Dollhouse \u2013 Eine Retrospektive"},"content":{"rendered":"<p><b>Mannheim.<\/b> Die Kunsthalle Mannheim widmet der vor wenigen Jahren  verstorbenen K\u00fcnstlerin Kaari Upson von Freitag, 13. Februar bis Sonntag, 31. Mai 2026 eine umfassende Retrospektive. Es ist die letzte von Direktor Johan Holten er\u00f6ffnete Ausstellung vor seinem Wechsel im April an das Arken Museum bei Kopenhagen.<br \/>Die amerikanische K\u00fcnstlerin Kaari Upson (1970 \u2013 2021) z\u00e4hlte zu den prominentesten Stimmen ihrer Generation. In ihren Skulpturen Installationen, Videos und Zeichnungen befragt sie die Grenzen von Erinnerung, Identit\u00e4t und gesellschaftlicher Realit\u00e4t und verwandelt dabei pers\u00f6nliche biografische Erfahrungen aus ihrer kalifornischen Heimat in universelle menschliche Geschichten.<br \/>Internationale Aufmerksamkeit erhielt Upson durch ihre Teilnahme an der Biennale di Venezia im Jahr 2019. Auch die Kunsthalle Mannheim hat ihr Werk bereits gew\u00fcrdigt: 2020 zeigte sie erstmals Arbeiten der K\u00fcnstlerin und erwarb das Werk \u201eMother\u2019s Legs\u201c f\u00fcr die Sammlung. Nun folgt die erste gro\u00dfe museale Retrospektive in Deutschland, die zu einer intensiven Begegnung mit einer K\u00fcnstlerin einl\u00e4dt, deren Werk uns auch nach ihrem fr\u00fchen Tod ber\u00fchrt, verst\u00f6rt und fasziniert.<br \/>Zu den H\u00f6hepunkten der Ausstellung geh\u00f6ren die Installation \u201eThere is no such Thing as Outside\u201c, ein \u00fcberlebensgro\u00dfes Puppenhaus und die erstmals gezeigten Werke aus Upsons letzter Serie \u201eFoot Face\u201c.<\/p>\n<p>Dollhouse &#8211; Geheimnisse in gro\u00dfer Miniatur<\/p>\n<p>In \u201eThere is no such Thing as Outside \u201d entzieht Upson dem vertrauten Puppenhaus seine kindliche Unschuld und verwandelt es in ein Geflecht aus Erinnerung und psychologischer Projektion. Ausgangspunkt ist eine gro\u00dfformatige Rekonstruktion eines Puppenhauses, das \u00fcber Generationen in ihrer Familie vererbt wurde \u2013 ein begehbares Modell, in dem Upson selbst zur Figur wird. Im Innenraum erschafft sie so eine neue Dimension, in der sich Spiel und Realit\u00e4t, Schutzraum und Bedrohung \u00fcberlagern.<br \/>Was einst Zuflucht bot, wird zur B\u00fchne innerer Konflikte \u2013 zur architek-tonischen Metapher eines Lebens, in dem sich Innen und Au\u00dfen vermischen. Upson zeigt somit, wie pers\u00f6nliche Erfahrungen sich in R\u00e4ume und Materialien einschreiben. Ihre Vorgehensweise wirkt zugleich manisch und analytisch pr\u00e4zise: Schicht um Schicht legt sie die psychologischen Sedimente des Verborgenen frei. So wird das Puppenhaus zum Sinnbild ihrer Praxis \u2013 dem Versuch, das Innere sichtbar zu machen, ohne sein R\u00e4tsel zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Larry &#8211; Eine Anatomie des Verlorenen<\/p>\n<p>Vom Eindringen in ein fremdes Haus bis zur Erkundung der verlassenen Stra\u00dfen ihrer Heimat entfaltet Kaari Upson ein vielschichtiges Portr\u00e4t von Begehren und Verfall. Ausgangspunkt ist die reale und zugleich imaginierte Figur \u201eLarry\u201d, ein Nachbar aus Upsons Kindheit, dessen leeres Haus sie heimlich betritt, erforscht und dokumentiert. Mit einem fast besessenen, analytischen Blick rekonstruiert sie aus Spuren und Objekten ein psychologisches Puzzle zwischen Realit\u00e4t und Fiktion. Dabei hebt sie die Grenze zwischen Erlaubtem und Verbotenem auf. Larry wird weniger zur Person als zu einem Alter Ego \u2013 eine Projektionsfl\u00e4che, an der das Selbst und das Fremde aufeinandertreffen.<br \/>In der Folge weitet Upson ihren Blick vom Privaten in Larrys Haus hin zum \u00d6ffentlichen ihrer Heimatstadt San Bernardino, einer eher herunter-gekommenen Stadt vor den Toren von Los Angeles. Sie richtet ihre Aufmerksamkeit auf verlassene Orte und die weggeworfenen Sofas und Matratzen am Stra\u00dfenrand, die sie auch in der Umgebung ihres Ateliers in Los Angeles findet. Aus diesen \u00dcberresten formt sie Abg\u00fcsse aus Latex und Urethan \u2013 blinde Malereien des Verdr\u00e4ngten, Abbilder von Anwesenheit durch Abwesenheit. Hier wird der obsessive Blick zu einer gesellschaftlichen Untersuchung.<br \/>Upson scheint uns zu fragen, was die Dinge, die wir zur\u00fccklassen, \u00fcber uns selbst verraten.<br \/>In Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art und MASI Lugano, gef\u00f6rdert durch\u00a0Stiftung Kunsthalle Mannheim; Hector Stiftungen; Stadt Mannheim red<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mannheim. Die Kunsthalle Mannheim widmet der vor wenigen Jahren verstorbenen K\u00fcnstlerin Kaari Upson von Freitag, 13. 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