{"id":717469,"date":"2026-01-14T11:12:18","date_gmt":"2026-01-14T11:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717469\/"},"modified":"2026-01-14T11:12:18","modified_gmt":"2026-01-14T11:12:18","slug":"ueber-den-langen-aber-nicht-unergruendlichen-weg-der-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717469\/","title":{"rendered":"\u00dcber den langen, aber nicht unergr\u00fcndlichen Weg der Demokratie"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dieser Weg ist \u00f6ffentlich, aber nicht immer leicht zu \u00fcberblicken. In dieser Kolumne m\u00f6chte ich einmal nachzeichnen, wie Zuschusserh\u00f6hungen in der Kultur ihren Weg nehmen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es ist ein Prozess mit vielen Stationen, in denen sich entscheidet, was sp\u00e4ter auf der B\u00fchne m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um die Vergabe von Mitteln in der freien Szene transparenter zu gestalten, hat das Kulturb\u00fcro 2024 ein neues Vergabeverfahren f\u00fcr institutionell gef\u00f6rderte Einrichtungen der freien Kulturszene eingef\u00fchrt. Dazu z\u00e4hlen die Insel, das Loch, das Kulturzentrum Immanuel, die Tanz Station Barmer Bahnhof uvm. \u2013 allesamt kulturelle Ankerpunkte, die einen sogenannten Betriebskostenzuschuss von der Stadt Wuppertal erhalten, um kontinuierlich arbeiten zu k\u00f6nnen. Diese Zusch\u00fcsse werden nicht automatisch erh\u00f6ht, um Kostensteigerungen aufzufangen \u2013 sie m\u00fcssen beantragt werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Rahmen des Verfahrens wurden alle bereits gef\u00f6rderten Wuppertaler Kultureinrichtungen aufgefordert, eventuell notwendige Erh\u00f6hungen ihrer Zusch\u00fcsse zu beantragen. Das allein ist schon anspruchsvoll \u2013 erschwerend kam hinzu, dass sich diese Erh\u00f6hungen auf die Jahre 2026 und 2027 beziehen sollten. Die Institutionen mussten also fr\u00fchzeitig absch\u00e4tzen, welche Kostensteigerungen auf sie zukommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um \u00fcber diese Antr\u00e4ge zu entscheiden, wurde eine Arbeitsgruppe gegr\u00fcndet. Ihm geh\u00f6ren der Kulturdezernent, Vertreterinnen und Vertreter der Parteien sowie der freien Szene an. Ein demokratisch breit aufgestelltes Gremium, dessen Aufgabe es war, die Bedarfe zu pr\u00fcfen und einen politisch tragf\u00e4higen Vorschlag zu erarbeiten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Insgesamt ging es um beantragte Zuschusserh\u00f6hungen von rund 700 000 Euro pro Jahr. Eine Zahl, die erst dann verst\u00e4ndlich wird, wenn man sie in Relation setzt: Die Gesamtausgaben Wuppertals f\u00fcr Kultur liegen um ein Vielfaches h\u00f6her (91 Millionen Euro).<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch die h\u00e4ufig zitierte Besucherinnenzahl dient hier lediglich als Ma\u00dfstab zur Einordnung: Die Wuppertaler B\u00fchnen und das Sinfonieorchester \u2013 unverzichtbare S\u00e4ulen der st\u00e4dtischen Kulturlandschaft \u2013 erreichen j\u00e4hrlich rund 100 000 G\u00e4ste. Die freie Szene kommt auf etwa 215 000 Besucherinnen und Besucher (siehe Kulturbericht 2024).<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00e4hrend die st\u00e4dtischen B\u00fchnen j\u00e4hrlich rund 44 Millionen Euro Zuschuss erhalten, stehen der freien Szene f\u00fcr ihre Arbeit etwa 2,6 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Auch diese Zahlen sind im Verh\u00e4ltnis zum Gesamthaushalt mit seinen 1,8 Milliarden Euro eher klein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Arbeitsgruppe kam zu einem klaren Ergebnis: 22 der 23 eingereichten Antr\u00e4ge wurden positiv bewertet. Der politisch abgestimmte Vorschlag wurde an den K\u00e4mmerer weitergeleitet. Zun\u00e4chst also eine gute Nachricht \u2013 ein Zeichen von Anerkennung und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die realen Kosten kultureller Arbeit. Doch Demokratie hat, wie gesagt, lange Wege. Im aktuellen Haushaltsplan finden sich diese Erh\u00f6hungen bislang nicht wieder. Zwischen Einsicht und Umsetzung liegt noch die letzte, entscheidende Etappe der demokratischen Choreografie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um die Zuschusserh\u00f6hungen in den letztlich g\u00fcltigen Haushalt zu bringen, \u00fcber den der Stadtrat im Fr\u00fchjahr entscheiden wird, werden die Akteure und Akteurinnen der Institutionen der freien Kulturszene nun den Weg \u00fcber die Parteien antreten m\u00fcssen. Sie werden erkl\u00e4ren, rechnen und werben m\u00fcssen \u2013 nicht f\u00fcr Privilegien, sondern f\u00fcr Planbarkeit und Fairness.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dieser Weg ist \u00f6ffentlich, aber nicht immer leicht zu \u00fcberblicken. In dieser Kolumne m\u00f6chte ich einmal nachzeichnen, wie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":717470,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,146,29,4790,165269,4788,14165,30,45819,7988,80,165270,19182,131298,165271,33814,44733,8345,82561,46485,23083,1209,13205,4418,32715,165268],"class_list":{"0":"post-717469","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-demokratie","10":"tag-deutschland","11":"tag-einrichtungen","12":"tag-erhoehungen","13":"tag-euro","14":"tag-freien","15":"tag-germany","16":"tag-institutionen","17":"tag-kolumne","18":"tag-kultur","19":"tag-kulturbericht","20":"tag-kulturbuero","21":"tag-kulturdezernent","22":"tag-kultureinrichtungen","23":"tag-kulturelle","24":"tag-kultureller","25":"tag-kulturfoerderung","26":"tag-kulturlandschaft","27":"tag-kulturszene","28":"tag-kulturzentrum","29":"tag-nordrhein-westfalen","30":"tag-szene","31":"tag-wuppertal","32":"tag-zuschuss","33":"tag-zuschusserhoehungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115893157511515835","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/717469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=717469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/717469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/717470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=717469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=717469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=717469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}