{"id":717554,"date":"2026-01-14T11:57:23","date_gmt":"2026-01-14T11:57:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717554\/"},"modified":"2026-01-14T11:57:23","modified_gmt":"2026-01-14T11:57:23","slug":"berlin-wie-neue-plaene-fuer-medizin-cannabis-polarisieren-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717554\/","title":{"rendered":"Berlin | Wie neue Pl\u00e4ne f\u00fcr Medizin-Cannabis polarisieren"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Legales Cannabis wird tonnenweise f\u00fcr Konsum auf Rezept importiert &#8211; doch Regierungspl\u00e4ne gegen Missbrauch sto\u00dfen auf unterschiedliche Reaktionen. Polizei- und \u00c4rzte-Vertreter begr\u00fc\u00dfen einen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) f\u00fcr Versch\u00e4rfungen bei Medizinal-Cannabis. Patientenverb\u00e4nde und die Cannabisbranche warnen gegen\u00fcber dem Gesundheitsausschuss des Bundestags dagegen vor einer solchen Versch\u00e4rfung. Das zeigen Stellungnahmen zu einer Anh\u00f6rung des Gesundheitsausschusses heute in Berlin.<\/p>\n<p>Die Stellungnahmen der von den Fraktionen vorgeschlagenen Sachverst\u00e4ndigen geben Einblicke in Gebrauch und Ausw\u00fcchse der psychoaktiven Pflanze als Medikament. Seit April 2024 f\u00e4llt Medizinal-Cannabis nicht mehr unter das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz. Nun soll es per Gesetz strenger reguliert werden.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft der Polizei skizziert, was falsch gelaufen sei: \u00abIn Verbindung mit der erleichterten Online-Bestellpraxis wurde ein unvorhergesehener Effekt der Teillegalisierung sichtbar\u00bb, so die GdP. \u00abImmer mehr Menschen, die Cannabis zu Genusszwecken konsumieren, nutzen Privatrezepte aus dem Internet, um sich den Zugang auf scheinbar legalem Weg zu verschaffen.\u00bb Immer mehr Plattformen w\u00fcrden gleich das Rezept mitorganisieren. Wenige Klicks, ein kurzer Online-Fragebogen &#8211; und Cannabis sei bestellt.\u00a0<\/p>\n<p>Warum Regeln versch\u00e4rft werden sollen<\/p>\n<p>Bereits der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) hatte in einem Interview von explodierenden Verschreibungszahlen und \u00abDealern im wei\u00dfen Kittel\u00bb gesprochen. Die Importe nahmen laut Regierung im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um \u00fcber 400 Prozent zu: auf 80 Tonnen Medizinal-Cannabis. K\u00fcnftig soll es nur noch nach pers\u00f6nlichem Arzt-Patienten-Kontakt verschrieben und nach Apotheker-Beratung abgegeben werden d\u00fcrfen. Per Versand soll es die Substanz gar nicht mehr geben.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft der Polizei findet das n\u00f6tig, ebenso die Bundes\u00e4rztekammer. Den \u00c4rztevertretern geht der Entwurf sogar nicht weit genug: Im Gegensatz zu Arzneimitteln mit dem Cannabiswirkstoff h\u00e4tten Cannabisbl\u00fcten \u00abhohes Missbrauchs- und Abh\u00e4ngigkeitspotenzial\u00bb und sollten gar nicht mehr verordnet werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Rolle des Schwarzmarkts\u00a0<\/p>\n<p>Ganz anders der Branchenverband Cannabiswirtschaft. Er f\u00fcrchtet \u00abeine massive Verschlechterung\u00bb des Zuganges f\u00fcr Patientinnen und Patienten. Stark gestiegene Einfuhrmengen r\u00e4umt er zwar ein. Au\u00dfer Acht gelassen w\u00fcrden unter anderem aber \u00abwissenschaftliche Verwendungen und notwendige Vernichtungen\u00bb sowie Nachholeffekte. Folge des Gesetzes w\u00e4re laut Verband \u00abein erneutes Ausweichen auf den Schwarzmarkt\u00bb.<\/p>\n<p>Der spielt trotz Teillegalisierung wohl schon f\u00fcr viele Freizeitkonsumenten eine Hauptrolle. Der Zugang zu legalem Cannabis sei f\u00fcr sie \u00absehr hochschwellig\u00bb, wie aus der Darstellung der Deutschen Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen hervorgeht.\u00a0<\/p>\n<p>Patienten finden Versch\u00e4rfung unn\u00f6tig<\/p>\n<p>Patientenvertreter warnen vor den Regierungspl\u00e4nen. \u00abWir alle f\u00fchren dank Cannabis-Medizin ein besseres Leben\u00bb, so das CannabisSelbsthilfeNetzwerk (CSN). Ein Arzt-Gespr\u00e4ch oder pers\u00f6nliche Beratung seien in der Regel nach Jahren mit so einer Therapie nicht notwendig. Der Deutsche Hanfverband warnt, viele Haus\u00e4rzte und Apotheker seien angesichts von hunderten Cannabissorten auch \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>Cannabis als Medizin kann laut \u00c4rztekammer bei dauerhaften Schmerzen helfen, bei Muskelkr\u00e4mpfen bei Multipler Sklerose, \u00dcbelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie oder ungewolltem Gewichtsverlust, etwa bei AIDS.\u00a0<\/p>\n<p>Nicht berauscht im Dienst und auf der Stra\u00dfe<\/p>\n<p>Auch der Stra\u00dfenverkehr r\u00fcckt in den Blick. \u00abJede Cannabis-Fahrt ohne \u00e4rztliche Kontrolle ist ein rollendes Pulverfass auf unseren Stra\u00dfen\u00bb, warnt der Pr\u00e4sident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, Manfred Wirsch. Das Gesetz solle ohne Abstriche kommen.<\/p>\n<p>Auf den Umstand, dass auch Polizeibesch\u00e4ftigte Medizinal-Cannabis \u00abzur Wiederherstellung ihrer Gesundheit ben\u00f6tigen\u00bb k\u00f6nnen, weist ferner die Gewerkschaft der Polizei hin. Hier sei eine Nulltoleranz-Strategie angebracht: \u00abDer Dienst kann &#8211; um nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch die eigenen Kolleg:innen zu sch\u00fctzen &#8211; nicht berauscht abgeleistet werden.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Legales Cannabis wird tonnenweise f\u00fcr Konsum auf Rezept importiert &#8211; doch Regierungspl\u00e4ne gegen Missbrauch sto\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":716970,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,1173,1180,29,433,30,1584,837,1940,1938],"class_list":{"0":"post-717554","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-bundesregierung","13":"tag-bundestag","14":"tag-deutschland","15":"tag-drogen","16":"tag-germany","17":"tag-kriminalitaet","18":"tag-medizin","19":"tag-nachrichten-aus-berlin","20":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115893334537338336","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/717554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=717554"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/717554\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/716970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=717554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=717554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=717554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}