{"id":717564,"date":"2026-01-14T12:03:30","date_gmt":"2026-01-14T12:03:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717564\/"},"modified":"2026-01-14T12:03:30","modified_gmt":"2026-01-14T12:03:30","slug":"streetfotografie-und-recht-was-fotografen-wirklich-duerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717564\/","title":{"rendered":"Streetfotografie und Recht: Was Fotografen wirklich d\u00fcrfen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Die Paragrafen \u00a7\u00a7\u200922 und 23 des deutschen Kunsturheberrechtsgesetzes (KUG) regeln das \u201eRecht am eigenen Bild\u201c. Um zu beurteilen, ob die Ver\u00f6ffentlichung einer Personenfotografie ohne explizite Zustimmung zul\u00e4ssig ist, muss anhand dieser Paragrafen abgewogen werden:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li>Inwieweit die abgebildete Person zentral im Foto erscheint oder nur als Beiwerk dient.<\/li>\n<li>Ob die Person Teil einer Versammlung, eines Aufzugs oder eines \u00e4hnlichen Vorgangs ist, an dem sie teilgenommen hat.<\/li>\n<li>Ob die Verbreitung oder Zurschaustellung einem h\u00f6heren Interesse der Kunst dient.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"frage rte__abs--frage\"><strong>c\u2019t Fotografie:<\/strong> Dennis, wenn sich Henri Cartier-Bresson an die aktuelle deutsche Rechtsprechung (an KUG \u00a7\u200922, 23) hinsichtlich des \u201eRechts am eigenen Bild\u201c gehalten h\u00e4tte, dann h\u00e4tte er viele seiner herausragenden Streetfotos nicht aufnehmen k\u00f6nnen. Gibt es vielleicht Schlupfl\u00f6cher, wie die Argumentation \u00fcber die Freiheit der Kunst? Kann der Streetfotograf von in KUG \u00a7\u200923 beschriebenen Ausnahmen profitieren? Wo und wie werden die Grenzen gezogen?<\/p>\n<p>      <a class=\"akwa-inline-img__link\" href=\"https:\/\/www.tww.law\/\" rel=\"external nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"www.tww.law\/\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"673\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1346 \/ 673; object-fit: cover;\" width=\"1346\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Dennis T\u00f6lle ist Fachanwalt f\u00fcr Urheber- und Medienrecht und Partner der Kanzlei TWW.LAW in Bonn. Er ber\u00e4t Kreative und Unternehmer in diesen Bereichen sowie im gewerblichen Rechtsschutz. Er ist Co-Autor mehrerer Fachb\u00fccher, zertifizierter Datenschutzbeauftragter (DSB-T\u00dcV) und betreibt den Podcast \u201eKaffeerecht\u201c.<\/p>\n<p class=\"antwort rte__abs--antwort\"><strong>Dennis T\u00f6lle:<\/strong> In der Tat kommen gerade Streetfotografen h\u00e4ufig in Kontakt mit den \u00a7\u00a7\u200922, 23 des Kunsturheberrechtsgesetzes. Dies liegt vor allem daran, dass es in diesem Bereich oft keine vertraglichen Vereinbarungen mit den abgelichteten Personen gibt. Daher ist der Fotograf bei Aufnahme und Verwertung der Bilder auf gesetzliche Regelungen angewiesen, die ihm dies gestatten. Traditionell sind diese aber sehr zur\u00fcckhaltend formuliert und werden ebenso zur\u00fcckhaltend (also zulasten des Fotografen oder Bildnutzers) von der Rechtsprechung ausgelegt. Die Freiheit der Kunst, die durch Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes gesch\u00fctzt ist, spielt in solchen F\u00e4llen eine zentrale Rolle. Sie kann als Argument herangezogen werden, wenn ein Bild ohne Einwilligung der abgebildeten Person ver\u00f6ffentlicht wird. In der Praxis wird jedoch abgewogen: Handelt es sich bei der Aufnahme um ein Kunstwerk, das ein h\u00f6heres Interesse der \u00d6ffentlichkeit oder Kunst verfolgt, oder \u00fcberwiegt das Pers\u00f6nlichkeitsrecht der abgebildeten Person? Dieser Punkt ist zuletzt auch vom Bundesverfassungsgericht behandelt worden (Beschluss v. 8. Februar 2018, Az.: 1 BvR 2112\u2009\/\u200913). Dabei hielt das Gericht zwar fest, dass der Wirkbereich der Kunstfreiheit nicht auf Bereiche wie Galerien, Museen oder \u00e4hnlich r\u00e4umlich begrenzte Ausstellungsorte begrenzt ist. Allerdings sei bei Abw\u00e4gung der Kunstfreiheit mit dem entgegenstehenden Pers\u00f6nlichkeitsrecht auch zu ber\u00fccksichtigen, wie die konkrete Nutzung der Fotografie erfolgt.<\/p>\n<p>            Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels &#8222;Streetfotografie und Recht: Was Fotografen wirklich d\u00fcrfen&#8220;.<br \/>\n            Mit einem heise-Plus-Abo k\u00f6nnen Sie den ganzen Artikel lesen.<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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