{"id":717678,"date":"2026-01-14T13:08:11","date_gmt":"2026-01-14T13:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717678\/"},"modified":"2026-01-14T13:08:11","modified_gmt":"2026-01-14T13:08:11","slug":"die-prinzen-in-der-alten-oper-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/717678\/","title":{"rendered":"Die Prinzen in der Alten Oper Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es ist einer dieser stillen, ber\u00fchrenden Momente, in denen selbst eine gro\u00dfe Konzerthalle kurz den Atem anh\u00e4lt. Sebastian Krumbiegel steht im Glitzeranzug auf der B\u00fchne der Alten Oper und erz\u00e4hlt von seinem Vater Peter Krumbiegel, geboren am 13. Januar 1936. \u201eHeute m\u00f6chte ich dieses Lied f\u00fcr ihn singen\u201c, sagt er \u2013 und bittet das Publikum, mit ihm ein Geburtstagsst\u00e4ndchen anzustimmen. Mehrere Tausend Stimmen setzen warm und geschlossen ein. Krumbiegel singt und filmt \u2013 ein pers\u00f6nlicher Augenblick voller N\u00e4he.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Leise T\u00f6ne geh\u00f6ren sonst nicht zum Repertoire der Prinzen. Seit 35 Jahren pr\u00e4gt das Leipziger Septett die deutsche Poplandschaft: mit Witz, Haltung und einem unverkennbaren Sound. Zum Jubil\u00e4um haben sie ihre gr\u00f6\u00dften Hits ins symphonische Gewand gekleidet und touren nun unter dem Titel \u201eSymphonica\u201c durch Deutschland. In der Alten Oper stehen sie gemeinsam mit der Th\u00fcringen Philharmonie Gotha-Eisenach auf der B\u00fchne: rund 50\u00a0 Musiker, die den bekannten Songs neue Tiefe und Weite verleihen.<\/p>\n<p>\u201eWir sind nicht mehr die J\u00fcngsten\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eWir haben uns gefragt: Reicht uns ein Orchester, oder brauchen wir noch einen Chor?\u201c, sagt Krumbiegel und liefert die Antwort gleich mit: \u201eBrauchen wir nicht. Wir haben ja euch.\u201c Das Publikum \u00fcbernimmt diese Rolle mit Begeisterung, etwa bei \u201eMillion\u00e4r\u201c oder \u201eAlles nur geklaut\u201c. Die orchestralen Arrangements sorgen f\u00fcr Klangf\u00fclle, ohne die Songs zu erdr\u00fccken. Der Sound wird breiter, w\u00e4rmer, manchmal auch wuchtiger \u2013 doch der Kern der Songs bleibt erstaunlich unangetastet. \u201eK\u00fcssen verboten\u201c, \u201eSchwein sein\u201c und \u201eDeutschland\u201c funktionieren auch mit Streichern zuverl\u00e4ssig.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Sebastian Krumbiegel und Tobias K\u00fcnzel f\u00fchren als gewohnt energiegeladene Entertainer durch den Abend: selbstironisch, k\u00f6rperlich pr\u00e4sent, stets im Dialog mit Saal und Band. \u201eWir sind nicht mehr die J\u00fcngsten\u201c, witzelt Krumbiegel, \u201ewir haben inzwischen sogar einen \u00c4rztestab hinter der B\u00fchne.\u201c Die Zeit gehe eben nicht spurlos an einem vorbei.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Musikalisch erweist sich das Zusammenspiel mit dem Orchester als Volltreffer: mal kammermusikalisch fein, mal mit Big-Band-Schwung, dann wieder zart und zur\u00fcckgenommen. Inhaltlich spannt das Konzert einen weiten Bogen. Neben den gro\u00dfen Hits der Neunziger steht viel Neues auf der Setlist. Die Auswahl sei schwer gewesen, erz\u00e4hlen sie. Aus mehr als 120 Songs mussten sie w\u00e4hlen. Nach ihrer eigenen R\u00fcckschau auf 35 Jahre Bandgeschichte ziehen sie ein trockenes Fazit: \u201eEs war nicht alles schlecht.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ausf\u00fchrlich wird es bei der Vorstellung der Bandmitglieder: Wolfgang Lenk, \u201eder Einzige, der ernsthaft etwas von Musik versteht\u201c, schrieb die Noten f\u00fcrs Orchester. Jens Sembdner liefert Bass und Falsett, Henri Schmidt h\u00e4lt die Gruppe zusammen. Einig seien sie nicht immer, sagen die Prinzen, aber in drei Dingen schon: Liebe tut weh. Essen macht dick. Leben strengt an.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Am Ende steht ein Abend, der zeigt, warum diese Band, obwohl sie nicht mehr an die Erfolge der Neunzigerjahre ankn\u00fcpfen kann, nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. Die Zugaben werden frenetisch gefordert, die H\u00e4nde gehen nach oben, als die Prinzen sich mit einer schlichten Verbeugung verabschieden: \u201eKommt gut nach Hause. Wir sind die Prinzen.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nach dieser opulenten Inszenierung in der Alten Oper zeigt sich: Diese Band lebt nicht von Nostalgie, sondern von \u00dcberzeugung und von einem Publikum, das weiterhin gern Teil ihres Chors ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist einer dieser stillen, ber\u00fchrenden Momente, in denen selbst eine gro\u00dfe Konzerthalle kurz den Atem anh\u00e4lt. 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