{"id":718365,"date":"2026-01-14T19:27:11","date_gmt":"2026-01-14T19:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/718365\/"},"modified":"2026-01-14T19:27:11","modified_gmt":"2026-01-14T19:27:11","slug":"razzia-in-deutschland-behoerden-machen-cybercrime-hoster-redvds-dicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/718365\/","title":{"rendered":"Razzia in Deutschland: Beh\u00f6rden machen Cybercrime-Hoster RedVDS dicht"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Razzia in Deutschland: Beh\u00f6rden machen Cybercrime-Hoster RedVDS dicht<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Internationale Strafverfolger haben zusammen mit Microsoft den virtuellen Hoster RedVDS vom Netz genommen, dessen Infrastruktur f\u00fcr verschiedene Betrugstaten genutzt worden sein soll. Herzst\u00fcck des von IT-Kriminellen frequentierten Dienstes soll ein Rechenzentrum in Deutschland gewesen sein.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Ab 24 US-Dollar monatlich bot RedVDS virtuelle dedizierte Server und internationale IP-Adressen sowie weitere anonyme Dienstleistungen an. Das Angebot wurde nach Erkenntnissen Microsofts und der Strafverfolger f\u00fcr zahlreiche Betrugsf\u00e4lle genutzt. Nach der Tat werden die Server gel\u00f6scht und erschweren damit die Ermittlungen.<\/p>\n<p>\u201eDigitales Tatmittel\u201c<\/p>\n<p>\u201eDieses Angebot war darauf ausgerichtet, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Cybercrime\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Cyberkriminellen<\/a> ein digitales Tatmittel an die Hand zu geben, um hier\u00fcber die weitgehend anonyme Begehung von Straftaten zu erm\u00f6glichen\u201c, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung der Zentralstelle f\u00fcr Internet- und Computerkriminalit\u00e4t (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt und des Landeskriminalamts Brandenburg.<\/p>\n<p>Ein physischer Standort von RedVDS war in einem Rechenzentrum in Deutschland. Dort haben die Beh\u00f6rden Server beschlagnahmt. Laut dpa steht das Rechenzentrum in Limburg an der Lahn. Tatverd\u00e4chtige wurden nicht festgenommen. Sie werden in einem nicht n\u00e4her bezeichneten Nahost-Staat vermutet.<\/p>\n<p>Microsoft nennt die Gruppe, die RedVDS betreibt \u201eStorm-2470\u201c. Die Plattform sei von zahlreichen anderen beobachteten Akteuren genutzt worden, sagt eine <a href=\"https:\/\/www.microsoft.com\/en-us\/security\/blog\/2026\/01\/14\/inside-redvds-how-a-single-virtual-desktop-provider-fueled-worldwide-cybercriminal-operations\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Analyse des Konzerns<\/a>.<\/p>\n<p>Phishing und Boss-Betrug<\/p>\n<p>Nach <a href=\"https:\/\/news.microsoft.com\/source\/emea\/2026\/01\/betrug-in-millionenhoehe-microsoft-zerschlaegt-globalen-abo-dienst-fuer-cyberkriminalitaet\/?lang=de\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Angaben von Microsoft<\/a> wurde die Plattform von Red VDS \u201ef\u00fcr unterschiedlichste Zwecke\u201d eingesetzt, darunter der massenhafte Versand von Phishing-E-Mails oder das \u201eHosten von Scam-Infrastruktur\u201d. Innerhalb eines Monats sollen T\u00e4ter \u00fcber mehr als 2600 virtuelle Maschinen von RedVDS durchschnittlich eine Million Phishing-Nachrichten pro Tag an Microsoft-Kunden geschickt haben.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>RedVDS soll dabei auch f\u00fcr die derzeit beliebte Masche des Zahlungsumleitungsbetrugs eingesetzt worden sein. Dabei verschaffen sich T\u00e4ter per <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Phishing\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Phishing<\/a> Zugang zu den Computersystemen ihrer Opfer, um sie auszuforschen. Bei bevorstehenden Zahlungsvorg\u00e4ngen etwa von Unternehmen oder Immobilienmaklern k\u00f6nnen sie sich dann \u00fcberzeugend als Beteiligte ausgeben und Rechnungen f\u00e4lschen sowie Zahlungen umleiten.<\/p>\n<p>\u201eRedVDS ist ein Online-Abo-Dienst und Teil des wachsenden Cybercrime-as-a-Service-\u00d6kosystems \u2013 einer Schattenwirtschaft, in der IT-Straft\u00e4ter Dienstleistungen und Werkzeuge kaufen und verkaufen, um Angriffe in gro\u00dfem Ma\u00dfstab durchzuf\u00fchren\u201d, erkl\u00e4rt Steven Masada von Microsofts Digital Crimes Unit.<\/p>\n<p>Millionenschaden nur \u201eSpitze des Eisbergs\u201c<\/p>\n<p>Laut Microsoft war RedVDS als Plattform an einem der gr\u00f6\u00dften Betrugsf\u00e4lle der vergangenen Jahre beteiligt. Allein in den USA sei in den vergangenen sieben Monaten ein Schaden von 40 Millionen US-Dollar (34,3 Millionen Euro) entstanden. \u201eDas ist aber nur die Spitze eines Eisbergs\u201c, sagte eine Sprecherin der dpa.<\/p>\n<p>Zu den Gesch\u00e4digten geh\u00f6rte zum einen das Arzneimittelunternehmen H2 Pharma aus dem US-Bundesstaat Alabama, das um 7,3 Millionen Dollar betrogen wurde. Betroffen war auch eine Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft in Florida, die um fast 500.000 Dollar erleichtert wurde.<\/p>\n<p>\u201eMicrosoft ist H2 Pharma und der Gatehouse Dock Condominium Association sehr dankbar, dass sie sich gemeldet und ihre Erfahrungen mitgeteilt haben\u201d, betonte Masada. \u201eIhre Zusammenarbeit hat diese Ma\u00dfnahme erst m\u00f6glich gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Die deutschen Ermittler gehen von Hunderten Gesch\u00e4digten in Deutschland aus, in Brandenburg von einer unteren zweistelligen Zahl. Das LKA Brandenburg leitet die Ermittlungen.<\/p>\n<p>Ermittler nehmen verst\u00e4rkt die Online-Infrastruktur Krimineller ins Visier. Im vergangenen November konnte die niederl\u00e4ndische Polizei einen sogenannten Bulletproof Hoster zerschlagen. 2019 war Deutschland Schauplatz einer <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Darknet-Server-vom-Netz-genommen-sieben-Festnahmen-4541490.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">spektakul\u00e4ren Razzia im Cyberbunker<\/a>. Dessen Betreiber wurden inzwischen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/BGH-Urteile-im-Cyberbunker-Prozess-groesstenteils-bestaetigt-9302118.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rechtskr\u00e4ftig zu Haftstrafen verurteilt<\/a>.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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