{"id":718482,"date":"2026-01-14T20:35:23","date_gmt":"2026-01-14T20:35:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/718482\/"},"modified":"2026-01-14T20:35:23","modified_gmt":"2026-01-14T20:35:23","slug":"montreal-berlin-total-an-gay-sagt-heated-rivalry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/718482\/","title":{"rendered":"Montr\u00e9al\/Berlin | Total an-gay-sagt: \u00abHeated Rivalry\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Montr\u00e9al\/Berlin (dpa) &#8211; Inzwischen sind auch hierzulande die Timelines bei Leuten, die eigentlich niemals danach suchten, voll mit Bildern und Clips aus dieser Serie oder \u00fcber diese Serie. Die Rede ist von \u00abHeated Rivalry\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>In Nordamerika hat der Sex-, pardon, Sechsteiler von Jacob Tierney (46) einen regelrechten Hype ausgel\u00f6st. Seit Wochen ist er gro\u00dfes Thema unter Serienfans. Es geht um schwule Eishockeyspieler, also Homosexualit\u00e4t im Profisport, einem nach wie vor m\u00e4chtigen Tabu.\u00a0<\/p>\n<p>Was hat es mit der Serie vom kanadischen Streamingdienst Crave, die die \u00abNew York Times\u00bb zu den \u00abgr\u00f6\u00dften \u00dcberraschungen der j\u00fcngeren Fernsehgeschichte\u00bb z\u00e4hlt, auf sich? Und was ist geschehen in den letzten Wochen? Ein paar Fragen und Antworten:<\/p>\n<p>Ab wann ist \u00abHeated Rivalry\u00bb legal in Deutschland zu sehen?<\/p>\n<p>In Nordamerika wurde die Serie h\u00e4ppchenweise von Ende November bis Weihnachten ver\u00f6ffentlicht (in Kanada bei Crave, in den USA bei HBO). In Deutschland kommt sie offiziell am 6. Februar raus (beim neu gestarteten Streamingdienst HBO Max).\u00a0<\/p>\n<p>Die zweite Staffel ist schon sicher und wurde bestellt; kommt dann aber wahrscheinlich erst Ende 2026 oder Anfang 2027.<\/p>\n<p>Worum geht es in der Serie?<\/p>\n<p>\u00abHeated Rivalry\u00bb (auf Deutsch in etwa Heftige\/Intensive Rivalit\u00e4t oder Hitziges Duell) handelt von zwei konkurrierenden Eishockey-Assen, die jenseits der Arena hei\u00dfe Gef\u00fchle f\u00fcreinander entwickeln &#8211; und (\u00abSpiegel\u00bb-Zitat) \u00abgef\u00fchlt im F\u00fcnfminutenserientakt im Bett landen\u00bb. Das hat leichte Softporno-Vibes und erfreut offenbar sowohl Schwule als auch viele heterosexuelle Frauen.\u00a0<\/p>\n<p>Es geht um den aus Ottawa stammenden japanisch-kanadischen Eishockeyspieler Shane Hollander von den Montreal Metros (gespielt vom 24-j\u00e4hrigen Hudson Williams) und den aus Russland stammenden Ilya Rozanov von den Boston Raiders (gespielt vom 25-j\u00e4hrigen Connor Storrie).\u00a0<\/p>\n<p>Das Ganze basiert auf einer Buchreihe der kanadischen Autorin Rachel Reid (45), die soeben den dritten Band \u00fcber die Fan-Lieblinge Shane und Ilya ank\u00fcndigte (\u00abUnrivaled\u00bb soll im September erscheinen).<\/p>\n<p>Warum waren die Stars bei den Golden Globes so pr\u00e4sent?<\/p>\n<p>Connor Storrie und Hudson Williams sa\u00dfen bei den Golden Globes &#8211; bei denen sie aber nicht mal nominiert waren &#8211; in der ersten Reihe, neben Stars des Abends wie Paul Mescal und Jessie Buckley vom Sieger-Dramafilm \u00abHamnet\u00bb. Sie waren dort, um den Preis f\u00fcr die beste Nebendarstellerin einer Fernsehserie zu verk\u00fcnden und \u00fcberreichen (Erin Doherty aus \u00abAdolescence\u00bb gewann).\u00a0<\/p>\n<p>Storrie spielte nerv\u00f6s, Williams versuchte, ihn zu beruhigen. Er solle tief durchatmen und sich die Leute im Publikum &#8230; vorstellen, brach er ab, ohne das Wort \u00abnackt\u00bb auszusprechen. Storrie sagte, er wisse nicht, ob das funktioniere, denn alle h\u00e4tten sie beide ja so gesehen. Die Moms und T\u00f6chter und so weiter.<\/p>\n<p>Was macht den Hype der Serie aus?<\/p>\n<p>Die Chemie zwischen den (stets sexy gefilmten) Hauptdarstellern, \u00fcber deren sexuelle Orientierung gern spekuliert wird, haut offensichtlich viele Fans um. Die Romantik zwischen zwei M\u00e4nnern begeistert viele, auch wenn es nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht die erste schwule Serie ist (man denke an \u00abQueer as Folk\u00bb, \u00abLooking\u00bb, \u00abHeartstopper\u00bb, \u00abYoung Royals\u00bb, \u00abUncoupled\u00bb und und und).\u00a0<\/p>\n<p>Wie wird die Serie bewertet?<\/p>\n<p>In der Bewegtbilddatenbank IMDb (Internet Movie Database) bekam die erste Staffel von Nutzerinnen und Nutzern einen Topwert von \u00fcber 9 (von 10); die Episoden f\u00fcnf und sechs sogar 9,9 &#8211; das sind unglaubliche Werte, die die Serie in eine Sph\u00e4re mit Produktionen wie \u00abBreaking Bad\u00bb, \u00abChernobyl\u00bb, \u00abThe Wire\u00bb oder \u00abBetter Call Saul\u00bb katapultieren.<\/p>\n<p>Wie analysiert die US-Presse die Serie?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie HBO-Serie und ihre Hauptdarsteller genie\u00dfen etwas Seltenes im Showbusiness\u00bb, formulierte das \u00abNew York Magazine\u00bb, \u00abeinen positiven Pressezyklus, der kein Ende zu nehmen scheint\u00bb. Die andauernde Relevanz sei erstaunlich. \u00abDie einzigartige F\u00e4higkeit von &#8222;Heated Rivalry&#8220; ist gr\u00f6\u00dftenteils Storries und Williams\u2019 Bereitschaft zu verdanken, immer wieder pr\u00e4sent zu sein und die surreale Freude zu teilen, die wir alle empfinden, wenn wir einer sexy queeren Serie mit zwei weitgehend unbekannten Schauspielern zusehen, die den Anfeindungen der Fox-News-Moderatoren trotzt und Gayle King err\u00f6ten l\u00e4sst.\u00bb King ist eine Moderatorin beim US-Sender CBS.<\/p>\n<p>Memes rund um die Serie fluten die sozialen Medien, machen sogar &#8211; wie etwa bei der Comedy-Central-Sendung \u00abThe Daily Show\u00bb &#8211; Donald Trump zum vermeintlichen Fan.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Welche Meinungen gibt es zu der Serie?<\/p>\n<p>Es scheint fast nur Extremmeinungen zu geben. Erotik und Sport sowie gut aussehende M\u00e4nner (wie etwa auch in den Augen vieler der Schauspieler Fran\u00e7ois Arnaud als Eishockeyspieler Scott Hunter) reichen Millionen Menschen, um sich in die Serie zu verlieben. Kritik gibt es aber am Rande auch. Die Serie verharmlose homophobe Mechanismen in der Gesellschaft, w\u00e4rme unkritisch toxische M\u00e4nnlichkeit auf und feiere fast schon schwulen Selbsthass, indem sie die Heimlichtuerei der Sportler romantisiere.<\/p>\n<p>Hat der Erfolg der Serie eine politische Komponente?<\/p>\n<p>In Trump-Zeiten, in denen die US-Regierung einen Kampf gegen angeblich zu viel Diversit\u00e4t, Gleichberechtigung und Inklusion ausgerufen hat, kann der Erfolg der Serie als oppositionelles Kulturph\u00e4nomen gedeutet werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Steht die Serie f\u00fcr eine neue Form der Gleichberechtigung?<\/p>\n<p>Was im klassischen Filmgesch\u00e4ft oft der Fall war, n\u00e4mlich junge Frauen auf ihre Sexiness zu reduzieren, geschieht in \u00abHeated Rivalry\u00bb-Zeiten mit jungen M\u00e4nnern. Endlich auch, k\u00f6nnte man sagen, wenn man es guthei\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Montr\u00e9al\/Berlin (dpa) &#8211; Inzwischen sind auch hierzulande die Timelines bei Leuten, die eigentlich niemals danach suchten, voll mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":718483,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,441,30,1724,984,13287,198,53,2549,14225,62,1209,64],"class_list":{"0":"post-718482","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-fernsehen","12":"tag-germany","13":"tag-gesellschaft","14":"tag-international","15":"tag-internationale-beziehung","16":"tag-internet","17":"tag-kanada","18":"tag-leute","19":"tag-lgbt","20":"tag-medien","21":"tag-nordrhein-westfalen","22":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115895371373738018","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/718482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=718482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/718482\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/718483"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=718482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=718482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=718482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}