{"id":719104,"date":"2026-01-15T02:22:10","date_gmt":"2026-01-15T02:22:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719104\/"},"modified":"2026-01-15T02:22:10","modified_gmt":"2026-01-15T02:22:10","slug":"dresden-theater-ueber-empathie-unter-kostendruck-klinikpersonal-erzaehlt-auf-der-buergerbuehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719104\/","title":{"rendered":"Dresden: Theater \u00fcber Empathie unter Kostendruck \u2013 Klinikpersonal erz\u00e4hlt auf der B\u00fcrgerb\u00fchne."},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<a name=\"Das\">Das<\/a> Theaterst\u00fcck &#8222;Kritischer Zustand&#8220; der B\u00fcrgerb\u00fchne Dresden widmet sich einem wichtigen Thema: dem <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/politik\/bund-laender-suchen-kompromiss-sparplan-krankenkassen-100.html\" title=\"Bund und L\u00e4nder einigen sich auf Einsparungen im Gesundheitswesen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheitswesen<\/a>. Berichtet wird darin aus dem Alltag im Klinikbetrieb. Und das aus informierter Quelle, denn das St\u00fcck gibt weniger dem Ensemble des Schauspiels eine B\u00fchne, als vielmehr medizinichem Personal aus Dresdner <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/politik-gesellschaft\/gesundheit\/gesundheitswesen-in-der-ddr-zustand-krankenhaeuser-100.html\" title=\"Gesundheitswesen der DDR: Vom Elend der Krankenh\u00e4user\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krankenh\u00e4usern<\/a>.\n<\/p>\n<p><a name=\"B\">B<\/a>\u00fcrgerb\u00fchne Dresden suchte Klinikpersonal f\u00fcr Theaterst\u00fcck<\/p>\n<p class=\"text\">\nEiner der beiden Regisseure ist Jonas Egloff. Die Idee zum St\u00fcck, sagte er im Gespr\u00e4ch mit MDR KULTUR, sei von der B\u00fcrgerb\u00fchne Dresden selbst gekommen. Diese habe sich enorm engagiert, um passende Protagonistinnen und Protagonisten aus dem <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/wirtschaft\/fachkraefte-mangel-gesundheit-pflegekraefte-bau-100.html\" title=\"Fachkr\u00e4ftemangel im Gesundheitswesen am gr\u00f6\u00dften\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheitswesen<\/a> zu finden. So wurde Werbung im \u00f6ffentlichen Verkehr geschaltet und Kliniken wurden angeschrieben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSchlie\u00dflich kamen 70 Personen zum Casting, die &#8222;wirklich wahnsinnig gut&#8220; waren, so Egloff. Man habe sich dann f\u00fcr elf Personen aus verschiedenen Generationen und verschiedenen Berufen im Gesundheitswesen entschieden. Darunter sind etwa \u00c4rztinnen, eine <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/politik\/lohn-pflege-gestiegen-gehalt-sachsen-anhalt-thueringen-unter-durchschnitt-heimkosten-heimplatz100.html\" title=\"Pflegekr\u00e4fte verdienen mehr \u2013 in Mitteldeutschland aber weiter unterdurchschnittlich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pflegekraft<\/a>, eine MTA, eine Kranken- und eine Kinderkrankenschwester, eine Apothekerin und eine Laborantin.\n<\/p>\n<p>&#8222;<a name=\"Kritischer\">Kritischer<\/a> Zustand&#8220;: Theater zeigt Realit\u00e4t im Krankenhaus<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Titel &#8222;Kritischer Zustand&#8220; habe bereits vor der Ausschreibung festgestanden. Um an die Inhalte zu kommen, habe das Regie-Team die Protagonisten aus dem Gesundheitswesen mit Aufnahmeger\u00e4ten und den Fragen allein gelassen: Ist der Zustand kritisch und was w\u00fcrdet ihr als kritischen Zustand bezeichnen? So konnten sie Egloff zufolge &#8222;in ihrem Fachjargon ein Fachgespr\u00e4ch&#8220; dazu f\u00fchren, wie es im Moment um die Kliniken steht. Dabei sei sehr plastisch und konkret erz\u00e4hlt worden, was es bedeutet, in der heutigen <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/politik\/arbeitszeit-hoechtsarbeitszeit-aerzte-marburger-bund-100.html\" title=\"Marburger Bund lehnt Abschaffung von t\u00e4glicher H\u00f6chstarbeitszeit ab\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitsrealit\u00e4t<\/a> in einer Klinik zu arbeiten.\n<\/p>\n<p>Psychische Belastung von medizinischem Personal<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm St\u00fcck wurden die Geschichten von einzelnen Patientinnen anonymisiert. F\u00fcr das Regie-Team sei es oft eine Herausforderung gewesen, an den Texten zu arbeiten, weil schon das Editieren Gef\u00fchle bei ihnen ausgel\u00f6st habe, so Egloff.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Schon das Editieren der Texte hat Gef\u00fchle bei uns ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Jonas Egloff, Co-Regisseur &#8222;Kritischer Zustand&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nBeispielsweise ging es darum, wie man bei einem unbeabsichtigten Todesfall mit dem eigenen Scheitern klarkommen soll. Wie geht man mit gemachten Fehlern um, selbst wenn diese keine Konsequenzen hatten? Manchmal br\u00e4uchten die im Gesundheitswesen arbeitenden Menschen selber einen Pfarrer und nicht die Patientinnen, sagte Egloff im Gespr\u00e4ch mit MDR KULTUR.\n<\/p>\n<p>Problem im Gesundheitssystem: <a name=\"Kosteneffizienz\">Kosteneffizienz<\/a> vs. Empathie<\/p>\n<p class=\"text\">\nZu einem Dilemma f\u00fchre immer wieder, dass man in einem System arbeite, das Geld koste, kosteneffizient sein m\u00fcsse und auf <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/wirtschaft\/krankenhaus-reform-vorhalte-fallpauschale-lauterbach-100.html\" title=\"&quot;Eine Art Revolution&quot;: Wie Minister Lauterbach die Krankenhaus-Landschaft ver\u00e4ndern m\u00f6chte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fallpauschalen<\/a> beruhe, so Egloff. Und das erscheine ihm einer der gr\u00f6\u00dften Konflikte zu sein: Wie man damit umgehen soll, dass man eigentlich sehr empathisch sein will und sehr viel Zeit haben m\u00f6chte \u2013 und es gleichzeitig wichtig ist, effizient zu sein. Denn diese Menschen seien in ihren Berufen angetreten, um anderen Menschen zu helfen, sie zu heilen und von ihren Schmerzen zu befreien.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wie gehe ich damit um, dass ich eigentlich sehr empathisch sein will und es gleichzeitig wichtig ist, effizient zu sein?<\/p>\n<p>Jonas Egloff, Co-Regisseur &#8222;Kritischer Zustand&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nZur Frage, was man vom <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/politik\/thorsten-frei-gesundheitskosten-leistungen-abbau-100.html\" title=\"Teures Gesundheitssystem: Kanzleramt f\u00fcr Streichung von Leistungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheitssystem<\/a> eigentlich erwarten sollte, kam laut Egloff von einer der Spielerinnen eine sehr sch\u00f6ne Antwort: Das Maximum, was erwartet werden kann, sei ein menschlicher Umgang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Theaterst\u00fcck &#8222;Kritischer Zustand&#8220; der B\u00fcrgerb\u00fchne Dresden widmet sich einem wichtigen Thema: dem Gesundheitswesen. 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