{"id":719318,"date":"2026-01-15T04:22:18","date_gmt":"2026-01-15T04:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719318\/"},"modified":"2026-01-15T04:22:18","modified_gmt":"2026-01-15T04:22:18","slug":"neuer-china-schock-tageszeitung-junge-welt-15-01-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719318\/","title":{"rendered":"Neuer China-Schock, Tageszeitung junge Welt, 15.01.2026"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img217905\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/217905.jpg\" class=\"img-fluid\" alt=\"1.jpg\"\/><\/p>\n<p>Chinesische Exporte ziehen an. Hafenarbeiter im Frachthafen von Qingdao, Januar 2026<\/p>\n<p> Chinas Au\u00dfenhandel hat 2025 mit einem \u00dcberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar abgeschlossen. Das entspricht ungef\u00e4hr der Wirtschaftsleistung Saudi-Arabiens und ist ein neuer Rekord; 2024 lag der \u00dcberschuss bei 990 Milliarden US-Dollar, 2023 bei 822 Milliarden. Nach Daten des chinesischen Zolls vom Mittwoch stiegen die Exporte 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf einen Gesamtwert von rund 3,8 Billionen US-Dollar an. Die Importe beliefen sich unver\u00e4ndert auf rund 2,6 Billionen US-Dollar. <\/p>\n<p> Die Volksrepublik, die 2009 von Deutschland die \u00bbExportweltmeisterschaft\u00ab \u00fcbernahm, lag mit ihren Ergebnissen weit \u00fcber den Sch\u00e4tzungen sogenannter Analysten und l\u00f6ste hierzulande s\u00e4uerliche bis giftige Reaktionen aus. So versah dpa die Meldung aus Beijing mit dem Kommentar: \u00bbDie Bilanz macht auch die Schieflage in der chinesischen Wirtschaft deutlich, die viel produziert und in den Weltmarkt exportiert, jedoch wegen der schwachen Nachfrage im Inland wenig aus dem Ausland einf\u00fchrt.\u00ab Solange die deutsche Exportwalze zahlungsf\u00e4hige L\u00e4nder zu Schuldnern machte, wurden \u00e4hnliche Hinweise aus der EU oder von internationalen Institutionen abgeb\u00fcgelt. Das deutsche Gesch\u00e4ftsmodell basierte im Verh\u00e4ltnis zur hohen Arbeitsproduktivit\u00e4t auf Dumpingl\u00f6hnen und jahrelangem Reallohnr\u00fcckgang. Insbesondere die deutsche Autoindustrie erzielte international und in China enorme Gewinne, machte aber wenig daraus. Am Dienstag wurde bekannt: Sie verkaufte dort 2025 weniger als 3,9 Millionen Fahrzeuge \u2013 ungef\u00e4hr der Stand von 2012. Tendenz fallend. <\/p>\n<p> Angesichts der internationalen Lage \u00e4u\u00dferte sich aber auch Wang Jun, Vizeminister der Zollbeh\u00f6rde Chinas, am Mittwoch in Beijing vorsichtig zu den Aussichten 2026: \u00bbIn bezug auf die Lage des Au\u00dfenhandels in diesem Jahr fehlt dem globalen Handelswachstum allgemein gesagt Dynamik, und das \u00e4u\u00dfere Umfeld f\u00fcr die Entwicklung des chinesischen Au\u00dfenhandels bleibt schwierig und komplex.\u00ab Im vergangenen Jahr brachen die chinesischen Exporte in die USA auf Grund der Trumpschen Strafz\u00f6lle um etwa 20 Prozent ein. Besonders stark legten sie nach Afrika (25,8 Prozent) und nach S\u00fcdostasien (13,4 Prozent) zu. Nach Deutschland exportierte China 10,5 Prozent mehr (118,3 Milliarden US-Dollar); die Importe von hier sanken um 2,1 Prozent auf 92,8 Milliarden US-Dollar. Seit Oktober ist China damit wieder Deutschlands Handelspartner Nummer eins und l\u00f6ste die USA ab. <\/p>\n<p> Besonders allergisch reagierte das industrienahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auf die Nachrichten aus Beijing: \u00bbChina stabilisiert seine Wirtschaft auf Kosten des Auslands. In Verbindung mit einem staatskapitalistischen System, das den Wettbewerb massiv verzerrt, ist absehbar, dass sich Chinas Handelspartner das nicht mehr lange gefallen lassen.\u00ab Dem stand entgegen, dass die EU am Tag zuvor auf Zollaufschl\u00e4ge f\u00fcr in China produzierte E-Autos verzichtet hatte. Es sollen nun Mindestpreise festgesetzt werden. <\/p>\n<p> Offenbar schl\u00e4gt bei einigen im deutschen Kapital der zweite China-Schock (nach dem, der auf Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation 2002 folgte) in Panik um. Das Handelsblatt kommentierte am Mittwoch dagegen sachlich: \u00bbChina ist nicht mehr die Werkbank der Welt, sondern eine Wirtschaftsmacht auf Augenh\u00f6he, die technologisch l\u00e4ngst mit den \u203aHidden Champions\u2039 des deutschen Mittelstands mithalten kann.\u00ab Am Vortag hatte die Zeitung berichtet, China erfinde \u00bbdas Stromnetz der Zukunft\u00ab und mache seinen technischen Vorsprung bei der Installation von Strom\u00fcbertragungsleitungen \u00fcber Tausende Kilometer zum Exportschlager. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Chinesische Exporte ziehen an. 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