{"id":719804,"date":"2026-01-15T08:58:14","date_gmt":"2026-01-15T08:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719804\/"},"modified":"2026-01-15T08:58:14","modified_gmt":"2026-01-15T08:58:14","slug":"mercosur-deal-spaltet-die-landwirtschaft-eu-abkommen-bringt-chancen-und-grosse-sorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719804\/","title":{"rendered":"Mercosur-Deal spaltet die Landwirtschaft: EU-Abkommen bringt Chancen \u2013 und gro\u00dfe Sorgen"},"content":{"rendered":"<p><b>Das neue EU-Mercosur-Abkommen verspricht wirtschaftliche Impulse, l\u00f6st bei K\u00e4rntens B\u00e4urinnen und Bauern jedoch Emp\u00f6rung und Zukunfts\u00e4ngste aus.<\/b><\/p>\n<p>K\u00c4RNTEN. Seit den 1990er-Jahren verhandelt die Europ\u00e4ische Union mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay \u00fcber eine engere Partnerschaft. Anfang J\u00e4nner 2026 hat der EU-Rat dem Abkommen mehrheitlich zugestimmt, die Unterzeichnung ist f\u00fcr den 17. J\u00e4nner in Paraguay angek\u00fcndigt. Damit r\u00fcckt eines der gr\u00f6\u00dften Freihandelsprojekte der Welt in greifbare N\u00e4he.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Erwartungen der EU<\/p>\n<p>Die EU sieht im Abkommen gro\u00dfe Chancen. Eine Freihandelszone mit \u00fcber 700 Millionen Menschen soll neue Exportm\u00e4rkte \u00f6ffnen, Arbeitspl\u00e4tze schaffen und Europas Unternehmen wettbewerbsf\u00e4higer machen. Besonders Industrie, Dienstleistungen sowie der Agrar- und Lebensmittelbereich sollen profitieren. Auch der Schutz europ\u00e4ischer Herkunftsbezeichnungen ist Teil des Pakets.<\/p>\n<p>Zwei Abkommen, ein Ziel<\/p>\n<p>Kern des Projekts sind ein Interims-Handelsabkommen, das rasch angewendet werden kann, sowie ein umfassendes Partnerschaftsabkommen, das zus\u00e4tzlich politische und gesellschaftliche Kooperation regelt. W\u00e4hrend der Handelsteil nur auf EU-Ebene beschlossen wird, m\u00fcssen die nationalen Parlamente dem Gesamtpaket noch zustimmen.<\/p>\n<p>Erleichterungen im Handel<\/p>\n<p>Z\u00f6lle auf viele europ\u00e4ische Produkte sollen deutlich sinken, ebenso b\u00fcrokratische H\u00fcrden. \u00d6ffentliche Ausschreibungen in S\u00fcdamerika werden f\u00fcr europ\u00e4ische Firmen zug\u00e4nglich, Rohstoffe leichter verf\u00fcgbar. F\u00fcr die EU ist das Abkommen damit ein strategischer Schritt in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld.<\/p>\n<p>K\u00e4rntner Landwirtschaft in Sorge<\/p>\n<p>In K\u00e4rnten wird das Abkommen jedoch mit gro\u00dfer Skepsis betrachtet. Die Landwirtschaftskammer sieht vor allem die kleinstrukturierten Betriebe massiv unter Druck. LK-Pr\u00e4sident Siegfried Huber spricht von einem Deal auf Kosten der b\u00e4uerlichen Familienbetriebe und warnt vor unfairer Konkurrenz durch Produktionsbedingungen, die in der EU l\u00e4ngst verboten sind.<\/p>\n<p><img class=\"imagecontainer\" decoding=\"auto\" data-aspect-ratio=\"0.837113402\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/49027113_L.webp.webp\" style=\"object-position: 50% 50%;\" data-object-position=\"50% 50%\"\/><\/p>\n<p>Deutliche Worte aus der Kammer<\/p>\n<p>\u201eMit dem Abschluss dieses Handelsabkommens bekommt unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft direkte Konkurrenz von einer Agrarindustrie, welche in der EU l\u00e4ngst nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel und auch Wachstumshormone in der Rindermast einsetzt. Faire Wettbewerbsbedingungen werden durch den Abschluss des Mercosur-Deals mit F\u00fc\u00dfen getreten, denn von gleichwertigen Standards kann hier keine Rede sein\u201c, kritisiert Huber. Er fordert ein Importverbot f\u00fcr Produkte, die nicht den heimischen Standards entsprechen, und warnt: \u201eOhne weitere, umfassende Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die heimische Landwirtschaft wird die Versorgungssicherheit in Europa kurzfristigen Interessen der Industrie geopfert.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das neue EU-Mercosur-Abkommen verspricht wirtschaftliche Impulse, l\u00f6st bei K\u00e4rntens B\u00e4urinnen und Bauern jedoch Emp\u00f6rung und Zukunfts\u00e4ngste aus. 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