{"id":719943,"date":"2026-01-15T10:20:40","date_gmt":"2026-01-15T10:20:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719943\/"},"modified":"2026-01-15T10:20:40","modified_gmt":"2026-01-15T10:20:40","slug":"baie-de-somme-schoenste-bucht-der-picardie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/719943\/","title":{"rendered":"Baie de Somme: sch\u00f6nste Bucht der Picardie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zehn Meter steigt das Wasser bei Flut, zehn Meter f\u00e4llt es bei Ebbe: Dieser enorme Gezeitenhub macht die Baie de Somme zur sch\u00f6nsen Bucht der Picardie. Was die Tiden zur\u00fccklassen, wenn sie sich zur\u00fcckziehen, ist eine Urlandschaft aus Watt und Prielen, Salzwiesen und Sandb\u00e4nken \u2013 eine amphibische Welt zwischen Meer und Land, die sich mit jedem Tidenwechsel neu erfindet. <\/strong><\/p>\n<p>70 Quadratkilometer misst diese dreieckige Bucht, die sich zwischen den Landzungen von Saint-Quentin und Le Hourdel in die K\u00fcste schneidet. Seit Jahrmillionen f\u00fcllt sich diese tektonische Senke mit Sedimenten: 700.000 Kubikmeter sp\u00fclt die Somme jedes Jahr in ihre M\u00fcndung, Schicht um Schicht, zwei Zentimeter im Jahr. <\/p>\n<p>Was entsteht, ist Lebensraum f\u00fcr mehr als 700 Pflanzenarten und 335 Vogelarten, f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Robbenkolonie Frankreichs \u2013 und f\u00fcr 3.600 Schafe, deren Fleisch zu den exquisitesten Delikatessen der franz\u00f6sischen K\u00fcche z\u00e4hlt. Eine Landschaft, die Edgar Degas, Eug\u00e8ne Boudin und Georges Seurat faszinierte. Die Guerlain zu seinem ber\u00fchmten Parfum L\u2019Heure Bleue inspirierte. Und die seit 2011 zu den Grands Sites de France geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sonntag im Stau<\/p>\n<p>Warum machen wir nicht hier noch einen Schlenker zur Baie de Somme, ehe es auf die A16 gen Norden geht? Was auf der Karte wie ein kleiner Abstecher zum Abschluss aussah, entpuppte sich als erstes als: Endlosstau. Dicht an dicht schob sich die Fahrzeugschlange auf der D940 durch flaches Land mit Salzmarschen, Schlickzonen und weitem Blick. La Baie de Somme: eine Landschaft wie in Norddeutschland, karg und weit, Natur pur.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Le-Crotoy_Strand_Somme_3_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Le-Crotoy_Strand_Somme_3_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Le Crotoy: der Strand an der Somme. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-60786\"  \/><\/a>Der Strand an der Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Was wollen die hier nur alle Sonntagabend? Als Norddeutsche, denen solche amphibischen Landschaften von der K\u00fcste vertraut sind, standen meiner Tochter und mir mehr als eine Stunde Fragezeichen im Gesicht. Entnervt vom Stop &amp; Go bogen wir ab nach Le Crotoy. Und landeten im n\u00e4chsten Stau.<\/p>\n<p>Diesmal kam er uns allerdings entgegen. Die Franzosen, die mittags ausgiebig im picardischen\u00a0Fischerd\u00f6rfchen geschlemmt hatten, fuhren jetzt heim.Die Restaurants servierten, obgleich erst fr\u00fcher Abend, die letzten Getr\u00e4nke, s\u00e4uberten die Tische und meinten: pas de d\u00eener ici. Abends wird hier an der Somme-M\u00fcndung sonntags nichts mehr serviert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Le-Crotoy_Restaurants_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Le-Crotoy_Restaurants_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Le Crotoy, Restaurants. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-60789\"  \/><\/a>In den Restaurants von Le Crotoy kommen traditionell gro\u00dfe schwarze Emaillet\u00f6pfe mit Miesmuscheln auf den Tisch. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Muscheln &amp; Lamm: schlemmen \u00e0 la Somme<\/p>\n<p>Mittags jedoch hatten die moules frites Hochsaison gehabt, verrieten die Berge an Muschelschalen in schwarzen Emaillet\u00f6pfen. Und auf dem Trottoir. Hinter der Kaimauer zeigt sich, warum das winzige D\u00f6rfchen eine Hochburg des Strand- und Seafoodtourismus war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Picardie_Somme_Le-Crotoy_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Picardie_Somme_Le-Crotoy_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Le Crotoy: der Strand an der Somme. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-60787\"  \/><\/a>Bllick auf Le Crotoy an der Somme-M\u00fcndung. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Vor uns breitete sich der \u00c4stuar\u00a0der Somme aus, als weite Landschaft mit Watt und Strand, Prielen und Watv\u00f6geln, die nach W\u00fcrmer pickten.<\/p>\n<p>In der Ferne sahen wir Schafe in gro\u00dfen Herden \u00fcber die Salzwiesen und Niederungen ziehen. Frei und ungebunden durchquerten sie den weiten Fluss, weideten auf Wiesen, die im Wechselspiel der Tiden ganz nat\u00fcrlich mit Salz gew\u00fcrzt werden. Diese nat\u00fcrliche Salznote macht die L\u00e4mmer zu einer begehrten Spezialit\u00e4t der franz\u00f6sischen K\u00fcche: Agneau de Pr\u00e9 Sal\u00e9. K\u00f6stlich!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-la-Somme_Schafe_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-la-Somme_Schafe_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Weiden frei in der Bucht: die Schafe der Baie de la Somme. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95068\"  \/><\/a>Weiden frei in der Bucht: die Schafe der Baie de Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Vor uns lie\u00dfen V\u00e4ter mit ihren S\u00f6hnen bunte Drachen steigen. Freundinnen sa\u00dfen im Sand, kl\u00f6nten und lachen. Ein paar Jogger, ein paar Strandl\u00e4ufer, M\u00fctter mit Kinderwagen, im Sand buddelnde Kinder \u2013 Szenen, wie gemalt. Und sehr franz\u00f6sisch. Quel bonheur!<\/p>\n<p>Inzwischen sind wir immer wieder an die Baie de Somme gereist. Wir sind mal l\u00e4nger, mal k\u00fcrzer beim Pendeln geblieben, sind gewandert, geradelt, haben Muscheln genossen. Und vieles entdeckt, was uns begeisterte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Cayeux-sur_Mer_Strandhuetten_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Cayeux-sur_Mer_Strandhuetten_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"In Cayeux-sur-Mer beginnt die Somme-Bucht. Dort steht eine endlos lange Reihe von Strandkabinen auf groben Kieseln. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95060\"  \/><\/a>In Cayeux-sur-Mer beginnt die Somme-Bucht. Dort steht eine endlos lange Reihe von Strandkabinen auf groben Kieseln. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Ein Grand Site de France<\/p>\n<p>Seit 2011 geh\u00f6rt auch die M\u00fcndungsbucht der Somme zu den Grands Sites de France. Seit Dezember 2012 bildet sie zudem das Herzst\u00fcck des Meeresnaturparks der Picardie-M\u00fcndungen und der Opalk\u00fcste. Den besten Einstieg bietet das Besucherzentrum <strong><a href=\"https:\/\/www.maisondelabaiedesomme.fr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maison de la Baie de Somme<\/a><\/strong>. Es stellt die 250 Vogelarten, die im M\u00fcndungsgebiet der Somme rasten, nisten oder leben, in ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung vor.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Maison-de-la-Baie-de-la-Somme_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Die Maison de la Baie de Somme. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95066\"  \/><\/p>\n<p>\t\tDie Maison de la Baie de Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Im Museumsshop gibt es regionale Produkte, das ganze Jahr hindurch die unterschiedlichsten Fr\u00fchrungen und Aktivit\u00e4ten. Auch die Radrouten durch die vielen Salzmarschen und Wiesen, Fischerd\u00f6rfer und Badeorte beginnen dort. Ebenfalls zur Anlage geh\u00f6rt eine kleine Beobachungsh\u00fctte f\u00fcr Vogelfreunde an einem Feuchtgebiet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Maison-de-la-Baie-de-la-Somme_Beobachungsstand_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Der Beobachtungsstand der Maison de la Baie de la Somme.Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95071\"  \/>Der Beobachtungsstand der Maison de la Baie de la Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Richtig sportlich wird am 14. September an der Baie de Somme gestrampelt, wenn Radprofis und Amateure in Abbeville zu La Picarde<strong> <\/strong>durch die Bucht starten \u2013 gegen die Uhr auf 191 Kilometer und 128 Kilometer langen Strecken. Oder ganz gem\u00fctlich bei der 50 Kilometer langen rando.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-Somme_Sentier-Littoral_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-Somme_Sentier-Littoral_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Das Rad- und Wanderwegenetz ist perfekt ausgebaut an der Somme-Bucht. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95080\"  \/><\/a>Das Rad- und Wanderwegenetz ist perfekt ausgebaut an der Somme-Bucht. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Naturwunder im macrotidalen System<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wissenschaft ist die Baie de Somme mehr als eine malerische K\u00fcstenlandschaft. Sie ist ein macrotidales \u00c4stuar, dessen extremer H\u00f6henunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser alles pr\u00e4gt: die Topographie mit ihren ausgedehnten Wattfl\u00e4chen, die Sedimentation, die Artenvielfalt.<\/p>\n<p>Bei Ebbe fallen weite Bereiche trocken, die bei Flut wieder \u00fcberschwemmt werden. Diese Gezeitenzone \u2013 im Franz\u00f6sischen estran genannt \u2013 gliedert sich in zwei Bereiche: Die Slikke, der tiefer gelegene, schlammige oder sandige Bereich mit Gezeitenrinnen und Sandb\u00e4nken. Und die Schorre, h\u00f6her gelegen und nur bei Springtide \u00fcberflutet, wo salztolerante Pflanzen wie Queller, Strand-Aster oder das endemische Spartina maritima-Gras wachsen, das immer mehr vom eingewanderten Spartina anglais-Gras verdr\u00e4ngt wird. <\/p>\n<p>Auf diesen Salzwiesen gedeihen 77 Pflanzenarten,  die den Salzwiesenschafen ihren einzigartigen Geschmack verleihen \u2013 und der Bucht eine Flora, die in Frankreich einzigartig ist.<\/p>\n<p>Schnauferlspa\u00df an der Somme<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-sSomme_Bahn_2_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1601\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-sSomme_Bahn_2_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Schienenwechsel f\u00fcr die Museumseisenbahn! Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95074\"  \/><\/a>Schienenwechsel f\u00fcr die Museumseisenbahn! Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Entspannung und Genuss verbinden jeden Sonnabend von April bis September die D\u00eeners auf der Schiene des <strong><a href=\"https:\/\/www.chemindefer-baiedesomme.fr\/fr\/chemin-de-fer-de-la-baie-de-somme\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Chemin de fer de la Baie de Somme<\/a><\/strong>. Seit 1887 rattert die Schmalspurbahn mit roter Dampflok und bunten Waggons von Cayeux-sur-Mer bis nach Le Crotoy einmal rund um die weite Bucht.<\/p>\n<p>Dabei er\u00f6ffnet sie Ausblicke, die von der Stra\u00dfe, beim Wandern oder Radfahren nicht zu erleben sind. 2021 feierte die Bahn ihren 50. Geburtstag als Museumseisenbahn.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valerie-sSomme_Bahn_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1599\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valerie-sSomme_Bahn_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Die alten Waggons sind noch aus Holz gefertigt. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95075\"  \/><\/a>Die alten Waggons sind noch aus Holz gefertigt. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Der Lokwechsel im Sackbahnhof von Saint-Val\u00e9ry-sur-Somme ist jedes Mal ein Hingucker. Die rotgr\u00fcne Lok wird vom den h\u00f6lzernen Waggons abgekoppelt, f\u00e4hrt auf eine Drehscheibe, macht eine Achteldrehung und rattert dann auf einem zweiten Gleisstrang zum Zugende. Dort stellt Lokf\u00fchrer Xavier die Weiche von Hand um und setzt die Lok wieder an den Zug.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Saint-Valery-sSomme_Bahn_Xavier_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Saint-Valery-sSomme_Bahn_Xavier_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Lokf\u00fchrer Xavier. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95069\"  \/><\/a>Lokf\u00fchrer Xavier. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>V\u00f6gel kieken!<\/p>\n<p>Am Leuchtturm von Le Hourdel starten verroti\u00e8res, fr\u00fcher Fischer zu Fu\u00df, heute als Naturf\u00fchrer zu Ausfl\u00fcgen. Unterwegs verraten sie, welche Pflanzen und Tiere D\u00fcnen und Watt bewohnen und lassen Legenden aufleben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Hourdel_Leuchtturm_1_credits_Hilke-Maunder-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Hourdel_Leuchtturm_1_credits_Hilke-Maunder-1.jpg\" alt=\"Der Leuchtturm von Hourdel. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95294\"  \/><\/a>Der Leuchtturm von Hourdel. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Vom Leuchtturm aus f\u00fchren Wanderwege entlang der K\u00fcste auch zu den \u00dcberresten des Atlantikwalls. Immer wieder tauchen Bollwerke der Nazis aus dem Zweiten Weltkrieg am Strand auf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Hourdel_Hafen_2_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Hourdel_Hafen_2_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Der Hafen von Le Hourdel f\u00e4llt bei Ebbe trocken. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95064\"  \/><\/a>Der Hafen von Le Hourdel f\u00e4llt bei Ebbe trocken. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Die K\u00fcste zwischen der belgisch-franz\u00f6sischen Grenze und der Somme-Bucht geh\u00f6rten zu den am st\u00e4rksten befestigten Abschnitten des mur de l\u2019Atlantique an der franz\u00f6sischen Westk\u00fcste.<\/p>\n<p>Brandenten, L\u00f6ffelreiher, Graureiher, Schnepfen und andere gefiederte G\u00e4ste aus 350 Arten tummeln sich im 250 Hektar gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/www.somme-tourisme.com\/la-baie-de-somme\/le-marquenterre-escale-des-oiseaux\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Parc Ornithologique du Marquenterre<\/strong><\/a> \u2013 bei Flut sind die Aussichten f\u00fcr Bird Spotter entlang der Lehrpfade und Beobachtungsh\u00fctten im Vogelschutzgebiet am besten! Die R\u00fcckkehr der Zugv\u00f6gel und den Beginn der Brut feiert allj\u00e4hrlich im April das Festival de l\u2019oiseau et de la nature.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Hourdel_Atlantikwall_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Hourdel_Atlantikwall_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Bollwerk der Nazi am Somme-Strand. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95062\"  \/><\/a>Bollwerk der Nazis am Somme-Strand. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Die Robben der Somme-Bucht<\/p>\n<p>Auch die Robben atmen wieder auf, nachdem sie fast ausgestorben waren. Wissenschaftlich Phoca vitulina genannt, besiedelten vor Jahrzehnten die Sandb\u00e4nke der Somme-Bucht, wo sie noch bis ins fr\u00fche 20. Jahrhundert von Fischern gejagt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Belle \u00c9poque nahmen Seeleute auf kleine, schnelle Boote in Le Crotoy und Saint-Val\u00e9ry Jagdbegeisterte der Pariser Oberschicht. um inmitten der Wellen Robben zu jagen. Heute beherbergt die Baie de Somme Frankreichs gr\u00f6\u00dfte Kolonie mit etwa 1.200 Tieren, darunter 400 Kegelrobben sowie Hunderte Graurobben.  Dank Jagdverbot und Schutzma\u00dfnahmenwuchs der Bestand seit 2020 um 15 bis 20 Prozent. Im Herbst paaren sich die Robben, im Fr\u00fchjahrt kommen die Jungtiere zur Welt.<\/p>\n<p>Heute leiden die Robben vor allem unter den Ausfl\u00fcgler, die sie von nah beobachten m\u00f6chten. Ob Kajaktour oder Bootst\u00f6rn: In den Ruhezonen rund um die Robbenruhest\u00e4tten gilt in der R\u00e9serve Naturelle Nationale Baie de Somme \u2013 au\u00dfer im Schifffahrtskanal der Somme \u2013 stets ein Mindesabstand von 300 Metern, um die Tiere nicht zu st\u00f6ren oder zu vertreiben.\u200b Als bester Robben-Spots gilt die Pointe du Hourdel bei Ebbe. Nehmt zum Beobachten nur das Fernglas oder das Zoom der Kamera, Drohnen sind verboten.<\/p>\n<p>Hebt eine Robbe den Kopf, f\u00fchlt sie sich bedroht. Wenn ein Robbe den Kopf hebt, signalisiert das Bedrohung; man muss sofort zur\u00fcckweichen, da Stress die Tiere ins Wasser treibt und Jungtiere gef\u00e4hrdet.\u200b<\/p>\n<p>Maler und Parf\u00fcmeure<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-s-Somme_Kirche_Tor_credits_Hilke-Maunder-1100x619.jpg\" alt=\"f_st-valery-somme_kirche_tor_credits_hilke-maunder\" class=\"wp-image-95076\"  \/><\/p>\n<p>\t\tMarkant: die Fassade der Altstadtkirche von Saint-Val\u00e9ry-sur-Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Im Spiel des Lichts und der Gezeiten erfindet sich die amphibische Landschaft immer neu und lockte schon fr\u00fch die Maler. Edgar Degas, Eug\u00e8ne Boudin und Georges Seurat logierten im mittelalterlichen St\u00e4dtchen Saint-Val\u00e9ry-sur-Somme und malten Werke, die weltber\u00fchmt wurden.<\/p>\n<p>Den Parf\u00fcmeur Guerlain inspirierten die wechselnden Schattierungen von Blau, Purpur und Violett, die in der D\u00e4mmerung die Bucht in magisches Licht tauchen, zu seinem ber\u00fchmten Parfum L\u2019Heure Bleue.<\/p>\n<p>Mekka der Strandsegler<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-s-Somme_Lokal_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-s-Somme_Lokal_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Savoir-vivre direkt am Strand der Somme. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95083\"  \/><\/a>Savoir-vivre direkt am Strand der Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Wie sie damals die Somme-Bucht erlebt haben m\u00fcssen, l\u00e4sst das <strong><a href=\"https:\/\/www.picarvie.fr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mus\u00e9e Picarvie<\/a><\/strong> ahnen, das als Replik eines picardischen Dorfes aus dem 19. Jahrhundert 40 Berufe und Werkst\u00e4tten vorstellt: Hier eine Schlosserei, dort die Schmiede, die Korbmacherei, die Schule mit ihren Holztischen, und auch das Caf\u00e9, in dem das Grammophon steht, fehlt nicht!<\/p>\n<p>Le Crotoy ist das Mekka der Strandsegler, die bei Ebbe \u00fcber den Meeresboden sausen. Das Meer ist das Lebenselexier des Ortes, in dem noch immer die Fischer mit ihren Kuttern hinausziehen. Nicht immer kehren sie sicher zur\u00fcck.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Le-Crotoy_Sperrwerk_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Le-Crotoy_Sperrwerk_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Das Sperrwerk der Somme bei Le Crotoy. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-60791\"  \/><\/a>Das Sperrwerk der Somme bei Le Crotoy. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Die F\u00eate de la Mer, die Crotoy allj\u00e4hrlich Anfang August feiert, ist daher mehr als ein maritimes Volksfest mit Umzug und Parade, Markt und Ball. Es ist auch ein religi\u00f6ses Fest. Bei der Messe zum Auftakt wird das Meer gesegnet und um Schutz f\u00fcr die Fischer gebeten. Die anschlie\u00dfende Prozession mit Gesang der Marseillaise am Denkmal der Seeleute endet im Hafen. Dort dampft es bereits allerorten aus gro\u00dfen mobilen T\u00f6pfen und Pfannen. Mittagszeit mit moules frites\u00a0\u2013 die Miesmuscheln sind an der Somme-Bucht das Nationalgericht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Mieschmuscheln_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Mieschmuscheln_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Sch't-Genuss: Miesmuscheln: Die K\u00fcche der K\u00fcste\" class=\"wp-image-37211\"  \/><\/a>Moules, Miesmuscheln, gibt es in vielen Variationen in Frankreich \u2013 aber immer mit Pommes Frites. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Die Fischereiwirtschaft in der Baie de Somme reicht bis ins Mittelalter zur\u00fcck, und H\u00e4fen wie Saint-Val\u00e9ry-sur-Somme und Le Crotoywaren Zentren f\u00fcr Muscheln, Krabben und Fische. Heute fahren nur wenige Fischer noch hinaus \u2013 die meisten von ihnen stecken eher die F\u00fc\u00dfe in Gummistiefel und ernten bei der p\u00eache \u00e0 pied, der Fu\u00dffischerei die Meeresfr\u00fcchte der Bucht.<\/p>\n<p>Rund 140 lizenzierte Fischer d\u00fcrfen t\u00e4glich maximal 150 Kilogramm Gesamternte \u2013 Herzmuscheln, Garnelen, W\u00fcrmer \u2013 aus dem Watt holen, saisonal begrenzt und streng reguliert. F\u00fcr Besucher liegt die Obergrenze bei  f\u00fcnf Kilogramm pro Tag.<\/p>\n<p>Geradezu einen Boom erlebt das Meeresgem\u00fcse Salicorne, das auf 300 Hektar Konzessionsfl\u00e4che w\u00e4chst. Die Baie de Somme ist Hauptproduzent f\u00fcr 90 Prozent der franz\u00f6sischen Salicorne-Ernte. 400 bis 600 Tonnen kommen j\u00e4hrlich zusammen, geerntet zwischen dem 1. Juni und dem 15. September. Der bio-zertifizierte Meeresspargel ist reich an Vitamin C und Mineralien und gilt dasher als Superfood. Sternek\u00f6che integrieren es in ihre Seafood-Fusion-K\u00fcche, verarbeiten es zu Salicorne-Pesto, Tempura oder Vinaigrette \u2013 und servieren das Salicorne zu Austern oder dem ber\u00fchmten Agneau pr\u00e9-sal\u00e9.<\/p>\n<p>Schlemmergericht Salzwiesenlamm<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-la-Somme_Schafe_1_credits_Hilke-Maunder-1100x619.jpg\" alt=\"Weiden frei in der Bucht: die Schafe der Baie de la Somme. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95068\"  \/><\/p>\n<p>\t\tWeiden frei in der Bucht: die Schafe der Baie de la Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Kein anderer Fleischlieferant \u2013 mit Ausnahme von Wild \u2013 ern\u00e4hrt sich noch so urspr\u00fcnglich und naturnah wie das Lamm. In Frankreich grast es zu Tausenden auf den Salzwiesen der Picardie, der Normandie und der Bretagne. Puccinelli, Salzmelde, Queller, Seeaster und Schlickgr\u00e4ser salzen und w\u00fcrzen das magere, zartrosa Fleisch auf ganz nat\u00fcrliche Weise. Besonders delikat sind die Salzl\u00e4mmer aus den Buchten der Somme und des Mont-Saint-Michel. Sie tragen seit 2007 beziehungsweise 2009 das G\u00fctesiegel AOC, seit 2013 die gesch\u00fctzte Ursprungsbezeichnung AOP. Die Siegel garantieren, dass die Mutterschafe mit ihren L\u00e4mmern ab Anfang M\u00e4rz mindestens 230 Tage auf den offenen Salzwiesen weiden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-la-Somme_Schafe_2_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Baie-de-la-Somme_Schafe_2_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-95079\"  \/><\/a>Die Salzwiesenschafe der Somme. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Die Tiere legen t\u00e4glich dabei 10 bis 15 Kilometer zur\u00fcck und leben ohne Schutz vor Regen, Schnee und Sonne in der Natur. Exakt nach 90 Tagen der Aufzucht werden die jungen L\u00e4mmer geschlachtet. Seit dem Mittelalter holen die 13 Z\u00fcchter der Baie de Somme Ende September ihre rund 3.600 Schafe von den tideabh\u00e4ngigen Salzwiesen zur\u00fcck zu den Weiden an ihren H\u00f6fe, wo sie \u00fcberwintern.<\/p>\n<p>Diese traditionelle <strong><a href=\"https:\/\/meinfrankreich.com\/transhumanz-wanderweidewirtschaft-in-frankreich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Transhumanz<\/a><\/strong> ist heute allj\u00e4hrlich Anlass f\u00fcr die F\u00eate du Mouton in Crotoy. Neben den Tieren und den Verkostungen der Lammfleisch-K\u00f6stlichkeiten geh\u00f6rt dazu auch ein Markt mit regionalen Produkten, Musik und Geselligkeit.<\/p>\n<p>Badeverbot wegen Bakterium<\/p>\n<p>Die Idylle tr\u00fcbt jedoch ein Winzling namens Escherichia coli. Zufl\u00fcsse der Somme wie die Maye und der Dien, aber auch Regen und Tiden, sp\u00fclen das Darmbakterium, das zum Gro\u00dfteil aus den Exkrementen von Mensch und Schaf stammt, in die Somme-Bucht \u2013\u00a0und sorgen daf\u00fcr, dass das Baden in Le Crotoy seit 2018 verboten ist. <\/p>\n<p>Le Crotoy reagiert umgehend, investierte 4,5 Millionen Euro in einen neue Kl\u00e4ranlage, ausgelegt auf maximal 500.000 Einwohner, und stellte einen Mehrjahresplan zur Trennung von Regenwasser und Abwasser auf. Ein Pr\u00e4fekturerlass verpflichtete die Sch\u00e4fer au\u00dferdem, ihre Schafe bei den grandes mar\u00e9es, den gro\u00dfe Fluten des Fr\u00fchjahrs und Herbstes, aus der Bucht zu entfernen, damit die Exkremente nicht die Str\u00e4nde verschmutzen. <\/p>\n<p>Die Modernisierung zeigt erste Erfolge:  Um fast 40 Prozent sank die Gesamtbelastung der Bucht \u2013 bei Phosphor um 35 Prozent, bei Stickstoff um 28 Prozent, und satte 80 Prozent ist heute hier das Risiko der Algenbl\u00fcte.<\/p>\n<p>Dennoch hat der Grand Site de France das Problem noch nicht vollst\u00e4ndig in den Griff bekommen. In der n\u00f6rdlich liegenden Authie-Bucht gibt es saisonale Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr das Sammeln und den Verkauf von Muscheln. Nitratbelastungen von 18 bis 25 Milligramm pro Liter \u00fcberschreiten in 52 von 66 Oberfl\u00e4chenwasserproben die Grenzwerte, haupts\u00e4chlich durch landwirtschaftliche Eintr\u00e4ge aus 400.000 Hektar Ackerland.<\/p>\n<p>Umweltherausforderungen und Zukunftsperspektiven<\/p>\n<p>Die Baie de Somme steht vor Umweltproblemen, die nat\u00fcrliche Prozesse, der wachsende Tourismusdruck und andere menschliche Einfl\u00fcsse verst\u00e4rken. J\u00e4hrlich lagern sich 700.000 Kubikmeter Sedimente ab, um zwei Zentimeter hebt sich der Meeresboden \u2013 jedes Jahr. Seit 1950 gingen so bereits 30 Prozent der Wattfl\u00e4chen verloren. Vier Millimeter steigt jedes Jahr der Meeresspiegel. Was nach wenig klingt, l\u00e4sst jedoch die D\u00fcnen erodieren und die Salzwiesen immer h\u00e4ufiger \u00fcberfluten.<\/p>\n<p>Doch es gibt Hoffnung. Das EU-Projekt LIFE (2022 bis 2028) unterst\u00fctzt mit 15 Millionen Euro die Renaturierung von 300 Hektar maritimer Lebensr\u00e4ume. Kontrollierte Deich\u00f6ffnungen lie\u00dfen 100 Hektar Salzwiesen wieder erbl\u00fchen. Die lokale Verschlammung sank um 15 Prozent, zw\u00f6lf Prozent mehr V\u00f6gel br\u00fcten hier bereits wieder. <\/p>\n<p>Das Programm Vall\u00e9e de Somme id\u00e9ale zielt darauf ab, die Nitrat-Eintr\u00e4ge im Somme-Tal um 30 Prozent zu minimieren, um so die Baie de Somme zu entlassen. Bis 2030 will die Baie de Somme CO\u2082 neutral sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-s-Somme_Haus_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-s-Somme_Haus_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Saint-Val\u00e9ry-sur-Somme steckt voller Flair. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95077\"  \/><\/a>Saint-Val\u00e9ry-sur-Somme steckt voller Flair. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>La Baie de Somme: meine Reisetipps<\/p>\n<p>Die sch\u00f6nsten Orte <\/p>\n<p><strong>Saint-Valery-sur-Somme<\/strong> ist der meistbesuchte Ort in der Baie de Somme mit \u00fcber einer Million Besuchern j\u00e4hrlich. Das mittelalterliche St\u00e4dtchen am S\u00fcdostufer begeistert mit seiner Stadtmauer und der Tours Guillaume, Fischerh\u00e4usern im Quartier des Marins und der Chapelle des Marins mit Panoramablick. Im Jachthafen starten Wattwanderungen und Bootsausfl\u00fcge zur Robbenbeobachtung.<\/p>\n<p><strong>Le Crotoy<\/strong> an der Nordwestk\u00fcste lockt als Badeort mit Sandstrand und historischer Festung aus dem 13. Jahrhundert, Fischmarkt und der Dampfbahn. Ideal f\u00fcr Familienausfl\u00fcge und Kite-Surfen.<\/p>\n<p><strong>Cayeux-sur-Mer<\/strong> bietet elf Kilometer Sandstrand, einen 14 Kilometer langen Fahrradweg auf Schienen und D\u00fcnenwanderungen. Stolz pr\u00e4sentiert es sein historisches Erbe: Nussschalenboote!<\/p>\n<p>Vor <strong>Le Hourdel<\/strong> an der S\u00fcdwestspitze leben mehr als 1.000 Robben. Auf dem Kieselsstraend sind Ruinen des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten. Wahrzeichen ist der Leuchtturm an der Einfahrt zum Tidehafen.<\/p>\n<p>Der <strong>Parc du Marquenterre<\/strong> ist ein Paradies f\u00fcr die Vogelbeobachtung mit zehn Kilometer markierter Pfade und 20 Beobachtungsh\u00fctten f\u00fcr mehr als 300 Vogelarten. Im April feiert der Park das Festival de l\u2019Oiseau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_St-Valery-s-Somme_Stadttor_credits_Hilke-Maunder-1100x619.jpg\" alt=\"Auch Jeanne d'Arc soll das Altstadttor von Saint-Valery-sur-Somme durchschritten haben. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95078\"  \/><\/p>\n<p>\t\tAuch Jeanne d\u2019Arc soll das Altstadttor von Saint-Valery-sur-Somme durchschritten haben. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>Schlemmen &amp; genie\u00dfen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.auberge-de-la-dune.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auberge de la Dune<\/a><\/p>\n<p>St\u00e9phane liebt Salzwiesenl\u00e4mmer \u2013\u00a0und bereitet sie auf immer neue Weise exquisit zu.<br \/>\u2022 352, rue de la Dune, 80550 Saint-Firmin-les-Crotoy, Tel. 03 22 25 01 88, <strong><a href=\"https:\/\/www.logishotels.com\/fr\/hotel\/logis-auberge-de-la-dune-811?partid=1535\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.logishotels.com<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/conserverie-st-christophe.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">La Conserverie de Saint-Christophe<\/a><\/p>\n<p>Das geh\u00f6rt ins Gep\u00e4ck: eine hausgemachte Terrine vom Salzwiesenlamm, beim kulinarischen Wettbewerb Concours de la Capelle\u00a0ausgezeichnet mit der Goldmedaille.<br \/>\u2022 Petit Chemin, 80120 Argoules, Tel. 03 22 23 91 60, <a href=\"https:\/\/conserverie-st-christophe.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>https:\/\/conserverie-st-christophe.com<\/strong><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Ferme-de-Beaumer_Pferd_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Wundersch\u00f6ne Hofanlage mit Ross: die ferme de Beaumer. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-95061\"  \/><\/p>\n<p>\t\tWundersch\u00f6ne Hofanlage mit Ross: die ferme de Beaumer. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p>In der N\u00e4he<\/p>\n<p>Die Schlachten der Somme<\/p>\n<p>Die Somme: Unsere Gro\u00dfeltern verbanden mit dem Namen die Erinnerung an ein Blutbad. Der Erste Weltkrieg zerst\u00f6rte besonders im Jahr 1916 das D\u00e9partement Somme. Seine Narben sind noch heute, mehr als 100 Jahre sp\u00e4ter, noch immer sichtbar: Schu\u0308tzengra\u0308ben, Minenkrater, zersto\u0308rte und wiederauferstandene Vegetation, aber auch Do\u0308rfer, die vollkommen dem Erdboden gleichgemacht wurden. Die wichtigsten Gedenksta\u0308tten, Denkma\u0308ler, Relikte, Museen und Friedho\u0308fe ko\u0308nnt ihr auf einem chemin de la m\u00e9moire, einem Rundweg der Erinnerung, entdecken, der im Hinterland der Somme-Bucht Albert und Pe\u0301ronne miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Amiens<\/p>\n<p>Nur 70 Kilometer trennen die Sommebucht von der Heimatstadt des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Macron, Amiens. Die Stadt \u00fcberragt eine Kathedrale, die 2020 ihren 800. Geburtstag feierte. Amiens ist zudem ber\u00fchmt f\u00fcr seine schwimmenden Gem\u00fcseg\u00e4rten. Mehr zu Amiens und seinen Sehensw\u00fcrdigkeiten erfahrt ihr <strong><a href=\"https:\/\/meinfrankreich.com\/amiens_somme\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnt ihr schlafen*<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Amiens_Leu-Viertel_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"900\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/F_Amiens_Leu-Viertel_1_credits_Hilke-Maunder.jpg\" alt=\"Der homme sur sa bou\u00e9e steht mitten in der Somme auf einer Boje. Foto: Hilke Maunder\" class=\"wp-image-70671\"  \/><\/a>Der homme sur sa bou\u00e9e steht mitten in der Somme in Amiens auf einer Boje. Foto: Hilke Maunder<\/p>\n<p class=\"has-text-align-center has-theme-palette-1-color has-theme-palette-7-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-a1cc510b8c2e1be5fba8cc97be5c553a\"><strong>Gef\u00e4llt Dir der Beitrag? Dann sag merci mit einem virtuellen Trinkgeld.<br \/>Denn nervige Banner oder sonstige Werbung sind f\u00fcr mich tabu.<br \/>Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert.<br \/>Unterst\u00fctze den Blog! <a href=\"https:\/\/meinfrankreich.com\/foerdern-sagt-danke-mit-einer-spende\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Per Bank\u00fcberweisung<\/a>. 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Le Malzieu in der Loz\u00e8re, Langogne im\u00a0Massif Central, aber auch Dax, das den meisten wohl nur als Kurort bekannt ist.<\/p>\n<p>Mit dabei sind auch Senlis, eine filmreife Stadt im Norden von Frankreich, und viele andere tolle Destinationen. Frankreich f\u00fcr Kenner\u00a0 \u2013 und Neugierige!<\/p>\n<p>Lasst euch zu neuen Entdeckungen inspirieren\u2026 oder tr\u00e4umt euch dorthin beim Bl\u00e4ttern im Sessel oder am Kamin. Wer mag, kann das Lesebuch mit sch\u00f6nen Bildern\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3734323266\/ref=as_li_qf_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=meinfrankreic-21&amp;creative=6742&amp;linkCode=as2&amp;creativeASIN=3734323266&amp;linkId=d2c6d19dc5632c58b8273f866732c6d6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a><\/strong>* bestellen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00a0* Durch den Kauf \u00fcber den Partner-Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterst\u00fctzen und den Blog werbefrei halten. F\u00fcr Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank \u2013 merci !<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehn Meter steigt das Wasser bei Flut, zehn Meter f\u00e4llt es bei Ebbe: Dieser enorme Gezeitenhub macht die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":719944,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-719943","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115898616617307657","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/719943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=719943"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/719943\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/719944"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=719943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=719943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=719943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}